10. Etappe: 11.05.2025:  Otranto – Lecce: 47.3 km (Adriaetappe 31: Total 1726 km Adriatour)

Tourdaten auf Komoot

Streckenvideo

Gestern genossen wir noch einen weiteren Ruhetag in Otranto. Starker Wind wühlte das Meer auf, so dass wir mit reinem Sonnenbaden gut bedient waren

Am Strand hatte es bei dem Wind noch genügend freie Plätze.
Dafür gute Bedingungen für Langzeitbeleuchtungen.
Hat sich doch noch gelohnt die „grosse Kamera“ mitzunehmen.
Blick über die Bucht von Otranto.

Heute absolvierten wir also unsere letzte Etappe auf der Adria Tour 2021-25. Noch einmal waren es bescheidene 47.3 km, wobei wir auch diese genossen. Auf dieser Reise haben wir somit nur 457 km zurückgelegt. Aber sie waren wohl einige der schönsten auf der ganzen Strecke von Villach bis S.M. Di Leuca. Aber als Fazit lässt sich so oder so sagen, dass uns die ganze Strecke bis auf wenige Abschnitte sehr positiv überrascht hat. Wichtig war aber sicher, dass wir vor allem die Strecke im Abschnitt Rimini sehr früh im Jahr befahren haben. Wenn die Badesaison startet sind viele Wege der Küste entlang entweder geschlossen oder so überlaufen, dass ans Radfahren kaum zu denken ist. Dann sind verkehrsarme Wege vermutlich erst wieder im hügligen Hinterland zu finden. Timing ist hier also besonders wichtig.

Beim Start in Otranto war der Himmel noch blau und wir starteten gut mit Sonnenschutz eingecremt zur unserer finalen Etappe nach Lecce. Auch heute zeigte sich der Salent nochmals von seiner schönsten Seite. Blühende Wiesen, imposante Küsten und ruhige Strassen, auf denen das Fahrradfahren einfach ein Vergnügen ist.

Auch zum Abschluss nochmals traumhafte Fahrradwege

Wenn es dann doch einmal etwas mehr Verkehr gab, so hatten wir das Gefühl, dass hier die Autofahrer besonders geduldig warteten, bis sich eine gute und sichere ¨Überholmöglichkeit“ bot.

Hier wird ganz gut auf Radfahrer geachtet.

Heute wagten wir uns mit den beladenen Pferdchen auch mal wieder auf sehr schmale „Trampelpfade“, die eigentlich eher das Terrain von Mountainbikern oder Wanderer sind.

Auf „Abwegen“ …
Richtung Küste.

Aber nur so kamen wir zu den schönen Klippen und bestaunten einmal mehr, welche wunderschönen Küstenformationen die Adria hier erschaffen hat.

Blick Richtung Süden…
Und Richtung Norden. Traumstrände.
Auch mein Pferdchen wollte am liebsten ins Meer springen.
Der Weg war mit den Liegern selbst zum Schieben recht anstrengend.

Da heute Muttertag war, schien es uns als ob besonders viele Ausflügler unterwegs waren. Aber das ist sicher nur ein sehr kleiner Vorgeschmack, wie es hier in der Hochsaison zu und her geht.

Hier ist im Sommer sicher „Rambazamba“.
Es ist ja auch wirklich sehr schön. Küstenabschnitt südlich von Torro del Orso.

Um die Mittagszeit waren wir in San Foca, wo wir schon nach der 5. Etappe übernachtet hatten. Der Kreis um den Absatz war damit geschlossen.

Sonntagsmarkt in San Foca

Während der Mittagspause sahen wir dunkle Wolken aufziehen. Sie kamen genau aus der Richtung Lecce. Also kramten wir nochmals unsere Regenklamotten hervor, die wir heute Morgen auf Grund des tollen Wetters, ganz unten verstaut hatten. Ja ich weiss, ein Fehler den man nie machen sollte!

Also beeilten wir uns, damit wir vor dem Regen noch möglichst viel Kilometer zurücklegen konnten. Zuerst ging es wieder auf den wunderbaren Nebenstrassen Richtung Lecce.

Nochmals Genussradeln …
.. und etwas für den Garten zu Hause mitnehmen.

Als dann der Regen so stark einsetzte, dass wir die Regenjacken anzogen, justierte ich die Route nochmals etwas nach. Nicht schöne Nebenstrassen waren nun die Priorität, sondern ein sicherer und direkter Weg nach Lecce.

Regenklamotten anziehen..
.. und auf der Servicestrasse Richtung Lecce Pedalen.
In einem kleinen Ort, kurz vor Lecce.
Selbst im Regen schön.

Im leichten Regen erreichten wir Lecce und hatten schon bald das Hotel, nahe am Bahnhof erreicht, dass wir uns für die heutige Nacht ausgesucht haben. Morgen Abend geht es mit dem Schlafwagen von hier dann nach Mailand und von dort weiter nach Zürich. 

Auch in Lecce konnten wir wiedereinmal auf guten Radwegen ins Zentrum fahren.
Ziel erreicht!
Gesund, glücklich und mit vielen schönen Erinnerungen geht unseres Adriatour zu Ende. Danke für eure Begleitung im Blog.

9. Etappe: 09.05.2025: Santa Cesarea Terme – Otranto: 18.6 km (Adriaetappe 30)

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Heute hat es sich fast nicht gelohnt die Räder zu packen. Nur gut 18 km lagen zwischen dem Start und dem Ziel. Dazu 180 Höhenmeter. Also genau richtig zum Aufwärmen“.

Darum hatten wir heute mehr als genug Zeit und gingen es entsprechend gemächlich an. Zuerst machten wir in S. Cesarea Terme nochmals ein paar Bilder bevor es los ging.

Bei dem grauen Wetter kommt halt auch der Farbfilter zum Einsatz um die Farben etwas zur Geltung zu bringen.
Promenade

Es folgten 2 km Aufstieg mit gut 5-6%, immer  mit schöner Aussicht auf die Küste. 

Bei solchen Aufstiegen kann auch Barbara noch entspannt lächeln.
Kapernblüten
Unsere zwei Lieger schauen sehnsüchtig über die Adria. Im Hintergrund die Berghügel von Albanien.

Trotz wieder bedecktem Himmel stoppten wir oft für Fotos, oder einfach die Aussicht zu geniessen.

Hier wird Biodiversität gelebt

Die Landschaft veränderte sich auf der Hochebene. Hier befindet sich der „Parco Naturale Regionale Osta Otranto“ und erinnerte bei diesem Wetter wirklich etwas an Schottland.

Bald erreichten wir den östlichsten Punkt Italiens. Hier steht der Leuchtturm „Punta Palascia“ und leuchtet den Schiffen den Weg an dieser engsten Stelle der Adria.

Wichtiger Wegweiser für die Schiffe in der Adria. Von hier sind es nur 71 km bis Albanien.

Dann war es auch heute wieder soweit, dass wir die Regenjacken anziehen mussten. Aber es war ja nur noch ein kurzes Stück bis Otranto. Zum Glück konnten wir unser Hotelzimmer schon früher beziehen, so dass wir uns frisch machen konnten.  Am Nachmittag schlenderten wir durch die schöne, aber auch sehr touristische Altstadt von Otranto.

Noch ist ein gutes Durchkommen in den Gassen. Wie das wohl im August aussieht?
Genug Möglichkeiten „Souvenirs“ zu kaufen
Castello in Otranto

Morgen haben wir hier unseren letzten Ruhetag. Am Sonntag gibt es dann noch den letzten Abschnitt nach Lecce. Bis dann.

8. Etappe: 08.05.2025: Santa Maria di Leuca Santa Cesarea Terme: 37.2 km (Adriaetappe 29)

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Nun geht unsere Reise nach eine gemütlichen Ruhetag in S.M.di Leuca zum ersten mal seit langen wieder nordwärts.

Gestern haben wir mit einem kleinen Ausflugsboot noch eine kurze Tour entlang der zerklüfteten Steilküste gemacht. Noch ist das Angebot an Bootstouren im Vergleich zu möglichen Kunden in einem Ungleichgewicht, so dass es auf den Booten recht entspannt zu und her geht. Mit uns waren noch eine italienische und zwei deutsche Frauen sowie ein jüngeres Paar aus Irland an Bord.

Schöne Küstenformationen
Gemütlich schipperten wir der Küste entlang

Die beiden haben auch die Möglichkeit für ein Bad genutzt, obwohl es auch für die kühles Wasser gewöhnten Irländer noch ganz erfrischend war. Irgendwo um 17/18 Grad wird das Wasser aktuell haben.

Wir verzichten auf ein Bad.

Dann genossen wir noch den Nachmittag im kleinen Ort, der im Sommer (Mitte Juni bis Ende August) nach Aussagen unserer Gastgeber doch sehr überlaufen ist.  

Da wir ja schon bald in Lecce, unserem Tourenziel sind, gibt es nun nur noch kurze „Halbtagsetappen“. Nur 37 km standen heute auf dem Programm.

Für kurze Etappen reicht auch ein italienisches Frühstück
Zum warm werden ging es gleich nach dem Ort steil nach oben.
Dafür ein schöner Blick zurück

Wir radelten der Küstenstrasse entlang, die entgegen meinen Bedenken, nur sehr schwach befahren war. Auch das ist in der Hochsaison ganz anders. Das wissen wohl auch die diversen Torenanbieter die hier verschiedene Formen von Fahrrad Ferien anbieten. Da gibt es das volle Programm mit E-Bike, Gepäcktransport sowie Begleitfahrzeug mit Veloanhänger, wo man jederzeit ausstiegen kann, bis hin zur „Individualtour“, wo man vor Ort ein Fahrrad und die Route entlang der vorgebuchten Hotel’s  bekommt. Das Gepäck wird auf Wunsch von Hotel zu Hotel gefahren. So sahen wir heute einige Gruppen und auch Paare, die mit den unterschiedlichsten Tourenformen hier unterwegs waren.  

Küstenstrasse mit Aussicht

Mit einem Paar aus Berlin, dass mit Mieträdern, vorgebuchten Hotels und Gepäcktransport unterwegs war, unterhielten wir uns kurz. Sie waren sehr interessiert an unseren Liegern, und die Aussicht auf eine Fahrradtour ohne Schmerzen am Hintern oder Handgelenk liessen die Augen der Frau aufleuchten. „Ja, wenn wir dann mal mehr Zeit haben, könnte das wirklich auch was für uns sein.“

Ich hatte mich sehr auf diesen Abschnitt gefreut und unter anderem deshalb in der 6. Etappe nach Gallipolie an’s ionische Meer gewechselt, damit wir auf diesem Abschnitt das Meer auf „unserer Strassenseite“ haben würden. Leider spielte mir das Wetter einen Streich. Der Himmel war stark bewölkt und bis ins Ziel gab es keine Sonnenstrahlen, dafür ab und zu Regentropfen, so dass wir sogar die leichten Regenjacken hervor kramten. So verschwammen das Meer und die Wolkendecke zu einem „grauen Brei“. Schlecht um schöne, kontrastreiche Fotos zu schiessen.

Irgendwie nicht so kontrastreich heute
Auch Blumen im Vordergrund helfen kaum.
Selbst das Wasser in der Bucht schien mit den grünen Büschen farblich zu verschmelzen.

Die Brücke war der einzige Kontrast 😉

Pech, oder ein guter Grund mal wieder hier in der Gegend zu radeln.

In Pizza Cannone stoppten wir spontan an einem kleinen Lokal. Es war kurz vor halb ein Uhr Mittags, also Zeit etwas zu essen. Dass wir hier wohl ein beliebtes Fischlokal erwischt hatten, merkten wir kurz darauf, als immer mehr Gäste an diesem gewöhnlichen Donnerstagmittag auftauchten. Viele hatten eine Reservation, so dass wir froh waren doch noch einen Tisch zu bekommen.

Es war wirklich ein Besuch wert.
Stilvoll drapiert Fische.
Selbst Bruscetta war eine Augenweide

Nach der Stärkung waren es dann noch lockere 17 km bis ans Ziel. Den Grossteil der 420 Höhenmeter lag zu dieser Zeit schon hinter uns.

Ein weiteres „Schloss“ entlang der Strecke.
Fast ein bisschen „schottisch“.
Die Regnjacke war also nicht umsonst dabei.

Nach weiteren, leichten Regenschauern erreichten wir unser heutiges Hotel. Kaum angekommen wichen die Wolken der wärmenden Sonne, so dass es doch noch „Farbfotos“ gab.

Beeindruckend
Blick von der Hotelterrasse.

7. Etappe: 06.05.2025: Gallipoli – Santa Maria di Leuca: 50.8 km (Adriaetappe 28)

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Heute haben wir unser Ziel erreicht. Nach 28 Etappen und 1622 Kilometern sind wir am südlichsten Punkt der Adria angekommen.

Gestern haben wir noch einen  Tag am Strand und in der schönen Altstadt von Gallipoli genossen. Wie bereits erwähnt, haben wir auf dieser Reise genügend Zeit um bei Lust auch immer wieder einen Tag „Fahrrad Pause einzulegen. Das geniessen wir natürlich sehr und können so die nächsten Abschnitte nach Lust spontan planen.

Hier noch ein paar Bilder aus Gallipoli.

Heute war also Santa Maria die Leuca unser Ziel. Mit 50 Kilometern eine gemütliche Flachetappe, aber der Gegenwind wollte dann doch, dass wir noch etwas für die Fitness tun würden.

Ausfahrt aus Gallipoli

Ein Blick auf die Wind animation von Komoot zeigte klar: Heute gibt’s Gegenwind.

Die blaue Linie ist unsere Route, die weissen Pfeile zeigen die Windrichtung. Noch Fragen?

Vor allem die ersten 30 Kilometer hatten es diesbezüglich in sich. Windschatten fahren war auf jeden Fall eine gute Idee.

Die rote Flagge zeigt es an. Strand gesperrt!

Meist waren wir auf einer „Strada Provinciale“ unterwegs. Hier gibt es nicht viele Alternativen. Der Verkehr war jedoch sehr moderat, so dass wir nichts zu klagen hatten.

Auch auf Hauptstrassen hatten wir genügend Platz.

Ansonsten war es eine „unspektakuläre“ Fahrt mit teilweise schönem Ausblick auf’s Meer. Die Orte entlang der Route waren meist noch im „Winterschlaf“. Viele Häuser standen leer und auch die Restaurants warteten noch auf den Sommertourismus.

Noch ist das meiste geschlossen.
Auch solche, kurze Abschnitte direkt am Wasser haben wir heute genossen.
Der Himmel war anfangs noch blau.
Und natürlich wieder leuchtende Blüten.

Die Saison scheint hier unten recht kurz zu sein. Wettermässig war es wie gesagt ganz schön windig und wurde im Verlauf des Tages grau bedeckt.

Selbst für ein paar Fotoexperimente hatten wir heute Zeit.

Kurz vor dem Ziel fielen dann auch noch ein paar Regentropfen, aber nicht genug, um die Regenkleider hervor zu kramen.

Am südlichsten Punkt unserer Reise musste natürlich ein Erinnerungsfoto gemacht werden. Eine Gruppe älterer Australier, die hier mit e-Bikes kurze Tagesetappen fahren, waren vor Ort und so hatten wir schnell einen Fotografen gefunden.

Ganz an der Südspitze angekommen

Von dort war es nur noch ein Katzensprung zu unserer Unterkunft. Ein ganz tolles B&B dass von einem sehr freundlichen Paar betrieben wird. Wir bekamen einige Informationen zum Essen und Ausflügen in der Gegend. Das Zimmer und der Ort haben uns auf Anhieb gut gefallen, so dass wir spontan entschieden haben: Wir bleiben noch eine Nacht.

Hier lässt es sich gut aushalten.

Morgen also schon wieder „Ruhetag“ und damit „blogfrei“.

6. Etappe: 04.05.2025:  San Foca – Gallipoli: 56.3 km (Adriaetappe 27)

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Heute machten wir einen Transfer quer durch den „Absatz“. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel waren wir bereit für einen weiteren tollen Radtag.

Schon kurz ausserhalb von San Foca konnten wir wieder in eine dieser tollen, kleinen Nebenstrassen abbiegen, welche wir in den letzten Tagen so lieben gelernt haben.

Ab auf die Nebenstrassen

Kein Auto weit und breit und die einzigen Geräusche die uns begleiten ist das Gezwitscher der Vögel, welche hier in all den Bäumen und Büschen, sowie den wunderbaren Blumenwiesen ideale Lebensbedingungen vorfinden.

Alleine unterwegs
Überall Blüten
In allen Farben
Ein wahres Vogelparadies

Insofern war es heute keine „spektakuläre“ Fahrt, aber einfach schön.

Auch eine Baustelle konnten wir trotz „gesperrten Strasse“ gut passieren.
Im weichen Sand hingegen waren dann wieder alle Steuerkünste gefragt

In Sternatia machten wir nach gut 20 km eine erste Pause. Eine kleine Bar war genau was wir suchten. Kühle Getränke waren gefragt, denn in der Zwischenzeit hatte die Sonne uns schon ganz schön eingeheizt. In den kleinen Orten hier sind zwei Radfahrer auf Liegerädern wohl schon das Gesprächsthema des Tages. Viel scheint hier sonst nicht los zu sein. So schauten uns sowohl die Dorfjugend als auch die alten Männer vor der Bar interessiert zu, als wir davon fuhren. 

So schnell wird man zur Attraktion

Es ging nun ein Stück, auf der am Sonntag wenig befahrenen, Hauptstrasse entlang. Im kleinen Ort Soleto entdeckten wir einige Häuser mit einem besonderen Charme.

Wenn auch etwas abgewetzt,  so strahlen diese Gebäude doch etwas besonderes aus.

In Galatina navigieren wir durch enge Gassen, als wir plötzlich auf der grossen Platz vor der Kirche standen. Es war Mittagszeit und einige Restaurants am Platz machten einen guten Eindruck. Wir haben den Entscheid nicht bereut und ein prima Essen genossen.

Die Pferdchen gut platziert
Feines Essen auf dem Tisch, was will man mehr?
Für einen kurzen Blick in die beeindruckende Kirche blieb auch Zeit.

Nochmals ging es ein ganzes Stück der Hauptstrasse entlang bevor wir in Galatone wieder auf die kleinen Nebenstrassen einbiegen konnten. Bis Gallipoli war es nur noch ein Katzensprung und ging meist leicht bergab.

Hier sehen die Trulli ganz anders aus. Und vermutlich heissen sie auch nicht so.
Schönes Schrankenwärterhaus.

In Gallipolie war schnell klar, dass wir wieder eine einem beliebten Touristenort angekommen waren. Die Altstadt, die auf einer vorgelagerten „Insel“ liegt, erinnerte mich an Siracusa auf Sizilien. Da wie dort, viele Touristen, eine „Ringstrasse“ um die Altstadt und enge Gassen.

Einfahrt in die Altstadt von Gallipoli
Ob es Morgen genug war für ein Bad wird?

Bald hatten wir unsere Unterkunft in der Altstadt gefunden und wir können uns nun wieder einen Pausetag gönnen, da wir Morgen hier bleiben, denn wir haben diesmal wirklich viel Zeit für wenig Strecke. Ein Privileg des „Alters“! 

Unsere Pferdchen stehen heute nicht alleine. Sie haben Gesellschaft von zwei anderen Schweizerperdchen. Diese gehören einem Paar aus Biel, die gerade in Brindisi gestartet sind und in den nächsten Wochen der Adria entlang nach Hause radel werden. Viel Spass und eine sichere Reise!!!

5. Etappe: 03.05.2025:  Brindisi – San Foca: 69.3 km (Adriaetappe 26)

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Die heutige Etappe stand unter dem Motto „due Mare“.

Das obligatorische „Morgenfoto“ bei der Abfahrt in Brindisi. Trotz vieler Einbahnstrassen haben wir dank Navi gut aus der Stadt raus gefunden.

Einerseits führte uns der Weg nach San Foca immer möglichst der Küste entlang, so das die Adria oft in Sichtweite war, andererseits war die Strasse gesäumt von einem Blumenmeer. Immer wieder staunte ich heute über die Fülle an Blüten, welche uns am Wegrand grüssten. Ein wunderschöner Anblick.

Zwischen Blüten …
.. und blauem Meer.

Diese Blütenpracht ist ein klarer Pluspunkte, wenn man im Frühling in dieser Gegend unterwegs ist. Auch der Tourismus ist ausserhalb der Städte noch nicht erwacht und so war auch der Verkehr heute recht angenehm, wenn auch natürlich nicht mehr so wenig wie auf den kleinen Strassen in den Olivenehainen. 

Die letzte Provinzgrenze auf unserer Adriatour.

Die Sonne schien den ganzen Tag vom wolkenlosen Himmel, aber der Wind hatte gedreht. Es wehte ab Mittag doch ein spürbaren Gegenwind, so das Windschattenfahren eine gute Idee war.

In Campo di Mare oder Casalabate planten wir eigendlich etwas gemütlich zu Mittag zu essen, waren dann aber etwas enttäuscht, da wir kein offenes Restaurant finden konnten.

Um mal schnell ins Meer hüpfen war es noch zu kalt.

Es waren so oder so komische Orte. Irgend eine Ansammlung von in die Jahre gekommenen Ferienhäuser, kein Zentrum ersichtlich und keie Läden, geschlossene Bars. Obwohl Leute am Strand waren, schienn die Orte ausgestorben zu sein.

Nicht gerade einladend

In einem kleinen Laden konnten wir uns dann doch noch ein Pannini belegen lassen, so das wir doch noch etwas zu Essen bekamen. Schliesslich waren wir ohne Frühstück losgeradelt.

Im Schatten gab’s doch noch ein Panini.

Die Route führte uns weiter immer der Ciclovia Adriatica entlang. 

Wenn es sonst kein Fotosujet gibt..
Blumen gehen immer.
Riesenpusteblume.

Kurz vor unserem Tagesziel San Foca durchquerten wir noch ein WWF Naturschutzreservat. Ein weiterer, sehr schöner, verkehrsfreier Abschnitt auf dieser Reise.

Den Schatten nahmen wir dankend an.
Abgestorbene Olivenbäume
Der Wolf ist uns nicht begegnet
Kurz vor dem Ziel

In San Foca bezogen wir das Hotel und es blieb noch Zeit zumindest die Füsse endlich mal in die Adria zu tauchen. Ehrlich gesagt, für ein Vollbad war uns das Wasser heute noch nicht warm genug.   

Für einmal „Blick an den Strand“. Links unser Hotel
Das war’s für heute. Gute Nacht

4. Etappe: 01.05.2025:  Ostuni – Brindisi: 48.3 km (Adriaetappe 25)

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Heute zog es uns wieder zurück zur Küste und da wir die letzten beiden Tage uns in den Hügeln hinter der Küste bewegten und Höhenmeter machten, durften wir diese heute wieder „vernichten“.

In Ostuni war heute Gruppenfittnes angesagt.
Blick zurück nach Ostuni

So ging es meist leicht bergab. Dazu blies ein teilweise kräftiger Rückenwind. Also ideale Bedingungen auch für eine längere Etappe. Da es aber bis zu unserem nächsten Ziel in Brindisi nur gut 40 km weit war, blieb sehr viel Zeit es gemütlich anzugehen und noch einmal die schönen Strassen durch die Olivenhaine zu geniessen. 

Radgenuss pur
Zum Glück haben wir Zeit
Es grünt so grün
Auch wenn sich die Bilder wiederholen, langweilig wird uns nicht dabei.
Der Küste entgegen
Leider kein schneller „Freccia“ oder „Italo“ unterwegs. Der Bähnler hätte sich gefreut.

Auch für spontane Abstecher hatten wir genügend Zeit. So machten wir einen Stop im Meresschutzgebiet „Area Marina Protetta di Torre Guaceto“, wo auch Niestplätze von Meeresschildkröten geschützt werden.

Geschütze Bucht wo das Baden nur an bestimmten Stellen erlaubt ist.

Mit zunehmenden Rückenwind radelten wir zum nächsten Pausenplatz. Schon von weitem sahen wir viele bunte Kite’s am Horizont und wir radelten zielstrebig darauf zu. Der Strand war gut mit Kitesurfen gefüllt, die mit sichtlichem Spass diesen sonnigen und windigen Tag am Meer genossen. Wir beobachteten das Spektakel und wunderten uns immer wieder, dass sie sich mit den langen Leinen, nicht gegenseitige störten, wenn sie mit beachtlichem Tempo von ihren Lenkdrachen gezogen rein und raus gleiteten und ab und zu auch einen Sprung über die Wellen zelebrierten.

Ein geordnetes Durcheinander
Eleganter Abgang am Strand.

Dann ging es der heute wenig befahrenen Küstenstrasse entlang weiter Richtung Brindisi. Im Sommer kann man hier sicher nicht so entspannt radeln, denn überall gibt es grössere Parkplätze, Strandbars, dies meist noch geschlossen waren und schöne Buchten.

Immer wieder Grund anzuhalten
Bella Italia

In Brindisi warteten wir gespannt, ob die Fähre uns über die Bucht mitnehmen würde, oder ob wir doch noch darum herum radeln müssten.

Ob uns die kleine Fähre mitnimmt?
Oder gibt es noch eine Zusatzschlaufe um die Bucht?

Als sich das Schiff der Anlegestelle näherte öffnete der Kapitän sein Fenster und winkte uns heran. „Nessun problema, salite a bordo“. Er und sein Matrose halfen tatkräftig mit die Räder an Bord zu nehmen. Grazie! 1.20 Euro kostete die Fahrt pro Person, Fahrrad umsonst, wirklich ein super Angebot.

Wir sind an Bord
Bald am Ziel

Von der Anlegestelle zur Unterkunft war es nun nur noch ein Katzensprung. Dann gönnten wir uns am Hafen ein kleines, verspätetes Mittagessen, bevor die Arbeit zu erledigen war. Heute ist auch Waschtag, denn wir bleiben zwei Tage hier. Dann kann die Wäsche auch gut trocknen.

Morgen also kein neuer Blog. Am Samstag geht’s dann weiter.

Heute (Fr.02.05.25) haben wir unseren Ruhetag in Brindisi genossen. Am Morgen ein Besuch beim kleinen Markt und Nachmittags etwas durch die Gassen schlendern. Hier noch ein paar Bilder davon.

Schöne Auswahl an frischem Gemüse und Früchten.
Auch feine Taralli haben wir uns einpacken lassen
Palmen säumen die Strassen im Zentrum
Und natürlich dürfen auch grosse Kirchen nicht fehlen.
Schöne Ecken
Imposante Treppe an der Hafenpromenade
Tolle Fassaden
Sie haben tatsächlich auch Fische gefangen.
Das Boot zirkulieren im Hafenbecken, wo man an 5 Haltestellen ein- und aussteigen kann.

3. Etappe: 30.04.2025:  Alberobello – Ostuni: 42.6 km (Adriaetappe 24)

Tourdaten auf Komoot

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Heute war es erneut einfach wunderbar! Trotz weiteren, manchmal ruppigen Anstiegen die sich auf total 410 Höhenmeter summierten, war es eine wunderschöne Etappe.

Start in Alberobello

Kurz nach dem Start konnten wir auf kleinen Strassen mit erstaunlich gutem Belag dahin pedalen und uns einfach an dieser wunderbaren Landschaft erfreuen. Tempo war heute Nebensache, denn Geniessen stand im Vordergrund und da wir sowieso nicht vor 16 Uhr in der Unterkunft einchecken konnten, waren wir nicht in Eile.

Kein Verkehr, purer Radlergenuss

So stoppten wir hier und da, um ein Foto zu machen oder einfach den Ausblick zu geniessen.

Was für eine Farbenpracht.
Dieser Trullo erinnerte uns an die Schlümpfe
Dann wieder die klassische Bauweise.
Radlergenuss

Schon bald erreichten wir Locorotondo, was übersetzt „runder Ort“ bedeutet. Auch diese Stadt liegt auf einem Hügel, was wir bei der Anfahrt natürlich zu spüren bekamen.

Vor dem Stadtbummel mussten die Räder und das Gepäck parkiert und abgeschlossen werden.

Die Altstadt ist durch enge Gassen und weissen Gibelhäusern geprägt. Natürlich waren wir auch hier nicht die einzigen Touristen. Offenbar gehört ein Besuch von Locorotondo auch in den Oberstufen der italienischen Schulen zum „Pflichtprogramm“, denn wir sahen erstaunlich viele Schulklassen in der Stadt.

Fassaden in Locorotondo
Schmucke Gassen
Und viele Kirchen
Balkonparade

Nach einer kurzen Pause radelten wir weiter unserem Ziel Ostuni entgegen.

Auch heute gab es ein paar Höhenmeter
Schöne Kakteen bei einem Haus
Bei diesem defekten Dach kann man die Bauweise der Trulli gut erkennen. Richtiges Schichten ist wohl das A und O.

Ein gutes Stück davon fuhren wir auf dem Radweg „Ciclovia Acquedotto Pugliese“ und genossen den verkehrsfreien Radweg. 

Auch hier gibt es ausgeschilderte Radwege
Was will man mehr?
Ja, selbst die Eisenbahn fährt hier noch.

Zum Schluss wurde es dann noch etwas „tricky“, den unser Plan, die grösseren Strassen zu meiden ging nicht mehr auf. Die Nebenstrassen waren nicht asphaltiert und teilweise mit grobem Schotter belegt. Keine Chance hier mit beladenen Liegen und 20 Zoll Rädern vernünftig zu fahren.

Hier hiess es: zurück zur Hauptstrasse

So absolvierte wir die letzten Kilometer auf der hügeligen, und moderat befahrenen „Strada Provinciale“ und kamen wie geplant kurz nach vier in der Unterkunft an. 

Ankunft in Ostuni mit steiler Abfahrt
Unterkunft bezogen

Und hier noch Bilder vom abendlichen Stadtbummel.

Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen
Im Hintergrund die Küste. Morgen sind wir wieder am Meer.
Schmucke Ecken
Schöne Plätze
Es gab überall genügend freie Plätze
Gute Nacht

2. Etappe: 29.04.2025:  Monopoli – Alberobello: 40 km (Adriaetappe 23)

Tourdaten auf Komoot

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Die Pferdchen durften letzte Nacht mal wieder bei uns im grossen Zimmer übernachten.

Die heutige Etappe führte uns für einmal etwas weiter weg von der Küste. Alberobello heisst das heutige Etappe Ziel. Seit 1996 hat die Stadt den Status eines UNESCO Weltkulturerbe. Bekannt wurde der Ort durch seine Trulli, kleine Rundhäuser mit nach oben spitz zulaufenden Steindächern, die ohne Mörtel als Trockenmauern errichtet werden. Richtige Kunstwerke! Die kleinen Häuser haben dicke Mauern und kleine Fenster, was das Innere gut gegen die Sommerhitze schützt.

Ein erster Trullo in einem Olivenhain

Alberobello liegt auf einem Hügelzug und so galt es heute einige Höhenmeter zu erklimmen. 640m wurden es zum Schluss, was mit beladenen Rädern auf eine Distanz von nur 40 km doch ganz schön in die Beine geht.

Dafür hat uns die Landschaft entschädigt.

Fahrt durch uralte Olivenhaine
Was für eine Farbenpracht
Auch die Zucchetti sind in voller Blüte

Wenn es auch teilweise sehr gemächlich bergauf ging, so hatten wir wenigstens genügend Zeit unseren Blick in die Landschaft schweifen zu lassen.

Prächtige Olivenbäume
Blumenvielfalt am Strassenrand
Malerische Kapellen
Und immer wieder ein nächster Hügel zu erklimmen.

Wunderschöne, knorrige Olivenbäume säumten unseren Weg. Jeder mit einem einzigartigen, teilweise meterdicken Stamm. Wie viele Jahre sie wohl schon hier standen und was könnten sie uns erzählen?

Die beiden scheinen sich besonders zu mögen. Wie ein harmonisches Paar. Christine and Steve, this is for you.

Dazu blühte es überall. Ob gelbe Ginsterstäuche oder knallrote Mohnblumen in saftig grünen Wiesen und Kornfeldern.  Darüber der Himmel, mal Wolken verhangen, was uns wilkommen Schatten spendete, mal strahlend blau. Es war ein Fest der Farben!

So genossen wir den Tag trotz aller Anstrengung auf den verkehrsarmen Nebenstrassen.

Ab und zu bellten Hunde, zum Glück aber hinter gut gesicherten Zäunen. An abgelegenen Orten sahen wir dann doch auch einige freilaufende Hunde, die meiste jedoch wohl mehr Angst vor uns hatten und in die Büsche verschwanden, bevor wir vorbei radelten. 

So sieht mein „Cockpit“ aus. Navi auf dem Handy, Powerbank zum Nachladen des stromhungrigen Handy und für den Notfall (aggressive Hund die zum Äusersten bereit sind) ein Pefferspray griffbereit.

Als einzig grösseren Ort fuhren wir heute durch Puntignano.

Gegen halb Vier Uhr Nachmittags waren wir am Ziel.

Ziel erreicht

Wir bezogen unsere Unterkunft in einem kleinen, historischen Haus in der Altstadt und hatten nun Zeit für’s Duschen, Blogschreiben im kleinen Garten und etwas Erholung.

Die Pferdchen sicher im Innenhof und der Blogschreiber an der Arbeit.

Anschliessend natürlich noch ein Bummel durch die Altstadt, bevor wir mit einem feinen Nachtessen den Tag beschliessen konnten.

Hier noch eine Bilderauswahl vom abendlichen Bummel.

Gute Nacht

1. Etappe: 28.04.2025: Bari – Monopoli: 46 km  (Adriaetappe 22), Total Adriaetappen 1269 km)

Tourdaten auf Komoot

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Nun geht es also richtig los. Im 5. und letzten Abschnitt entlang der Adriaküste werden wir in den nächste Tagen die Südspitze umrunden. Bereits 21 Etappen und 1269 km sind wir der Küste entlang geradelt. Getreu dem Motto „Kurs Süd“! Es sind nichts mehr so viele Kilometer zu absolvieren, so dass wir diesmal einige recht kurze Etappen fahren. Dafür bleibt mehr Zeit zum sightseeing.

Der Start in Bari war heute sehr sehr entspannt. Wir haben unsere Pferdchen geladen, die Sattel Taschen justiert und waren bereit für einen entspannten Ritt nach Monopoli.

Der Stallmeister hat die Pferde gesattelt.
Das schon obligatorische Selfi am Start.

Nichts spektakuläres aber doch schön und erstaunlich entspannt war die Etappe. Hier unten im Süden sind reine Fahrradwege eher Mangelware, aber wir haben auch heute entlang der Strassen gesehen, dass der Bau von abgetrennten Fahrradwegen nach wie vor weiter geht. Bravo!

Zuerst ging es auf einer breiten, doppelspurigen Strasse hinaus aus Bari. 

Konzentriert auf der Ausfallstrasse in Bari.

Gerade als die Strasse sich verengte und es für einen Moment so aussah, als ob es nun wirklich unangenehm werden würde, sahen wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite zwei Tourenradler die in  entgegengesetzte Richtung unterwegs waren und sich eine Pause gönnten. Da erkundigten wir uns gleich mal über den Strassenzustand. Die zwei waren aus Belgien und sehr an unseren Rädern interessiert. Wir plauderten kurz und sie fragten ob es denn nicht langweilig sei, immer der Küste entlang zu radeln. Meine klare Antwort: Nein, vom Meer kann ich nie genug kriegen! 

Überhaupt stellten wir fest, dass wir bis jetzt auf der gesamten Adriaetappen noch nie so vielen Tourenradler begegnet sind. Der Abschnitt, wo wir auf einer stärker befahrenen Strasse radeln mussten, war vielleicht knapp 2 km lang und schon gab es wieder einen abgetrennten Radweg.

Immer wieder staunen wir, wie oft wir gute Radwege vorfinden.

Später fuhren wir dann lange Zeit parallel zur doppelspurigen und viel befahrenen Hauptstrasse, aber wir waren auf einer parallel verlaufenden Zubringerstrasse, mit sehr wenig Verkehr. Es erinnerte mich stark an die „Serviceroads“ welche ich in den USA entlang der „Interstaates“ gefahren bin. Abgesehen vom Verkehrslärm sind diese Strassen wunderbar.

Entlang der „Serviceroad“

Links meist noch ein 200m breiter Streifen Felder in den verschiedensten Farben und dahinter das azurblaue Meer.

Was für ein Farbenspiel
Die ersten Feigen sind bald reif.
Und was die vorherrschende Windrichtung ist, zeigt dieser Baum. Auch wir genossen heute leichten Rückenwind

In Torre Mare gab es Brioche und Kaffe und in Polignano a Mare eine kleine, sehr gute Pizza zum Mittagessen.

Kaffepause am Hafen in Torre Mare.
Die Pferdchen machen Mittagspause mit toller Aussicht.

Wir staunten über die vielen Touristen in Polignano a Mare, aber ein kurzer Blick in die pittoreske Altstadt erklärte, warum es die Leute hierher zog. 

Schöne Gassen und …
… Plätze. Wirklich sehenswert.
Die ersten genossen bereits einen Tag am schönen Strand in Polignano a Mare

Von dort waren es nur noch 10 km bis zum Ziel und so kamen wir am frühen Nachmittag in Monopoli an. 

Am Etappenziel.

Es blieb noch genug Zeit für einen ausgedehnten Bummel durch die schönen Gassen der Altstadt.

Hier ein paar Bilder davon.

Blick auf den alten Hafen
In Monopolis Altstadt
Auf dem Heimweg nach dem Abendessen

Bella Italia zum geniessen!

Anreise nach Bari 25./26.04.2025

Dieses Frühjahr ist es nun soweit. Wir werden in den nächsten zwei Wochen die letzten Kilometer an der italienischen Adriaküste zurücklegen und die Südspitze des Absatz umrunden.

Bevor wir aber die Reise in Bari fortsetzen können, müssen wir zuerst einmal mit unseren Liegern eine längere Zugreise zurücklegen. Ab dem Bahnhof „Milano Potra Garibaldi“ fährt ein Eurocity-Zug mit Fahrradtransport direkt nach Bari. Da er aber schon Morgens um 9 Uhr losfährt, fahren wir am Vortag schon mal nach Monza, um am Samstag den Zug überhaupt erreichen zu können.

Bei leichten Regen fahren wir in den Regen Klamotten zum Bahnhof, hoffentlich müssen wir diese nicht mehr zu oft hervor kramen.

Bereit für die lange Anreise nach Bari
Auch zwischen Lugano und Monza finden wir genug Platz für die Räder.

Mit Umsteigen in Lugano erreichen wir Monza am frühen Nachmittag und haben noch etwas Zeit, die Stadt zu entdecken und und in einem Strassenkaffee auf die nächten zwei Wochen „italianita“ einzustimmen.

Flanieren ist der italienische Volkssport
Der Trompetenbläser schien es anzukündigen.
Plötzlich brauten sich über dem Dom von Monza dunkle Wolken zusammen. Das grosse Gewitter blieb jedoch aus.

Am nächsten Morgen ist dann zuerst wieder einmal „Bahnhof Fitness“ angesagt. Da in Monza nur kleine und defekte Lifte vorhanden sind, heisst es Gepäck und Räder die Treppen runter und wieder rauf zu schleppen. Auch im Bahnhof Portal Garibaldi“ nochmals das selbe Programm.

Zum Glück steht unser Zug schon frühzeitig am Perron, so dass wir in Ruhe die Räder und das Gepäck verladen können. Vor dem Zug steht eine Frau mit zwei ebenfalls mit Gepäck beladenen Räder. Sie erzählt, dass ihr Mann gerade versucht noch Tickets für die Räder zu bekommen, da es beim Onlinekauf nicht geklappt habe. Die beiden sind aus Deutschland und müssen unbedingt mit diesem Zug nach Ancona, wo sie mit der Fähre nach Albanien übersetzen um von dort der Eurovelo 8 entlang nach Patras zu radeln. Als eine Gruppe italienischer Velofahren mit drei weiteren Rädern den Zug besteigt ist mir klar, dass es für das deutsche Paar eng werden könnte. Die Italiener erzählen, dass unterwegs noch eine vierte Person zusteigen werden. Man rechne: Im Zug gibt es sechs Veloplätze, vier haben die Italiener gebucht, zwei wir. Somit sind keine Plätze mehr frei. In der Zwischenzeit ist auch das Zugpersonal vor Ort und will klären, wie es weiter gehen kann, den eines ist klar: Ohne Platz keine Mitfahrt!

Da kommt mir eine Idee. Ich schlage dem Schaffner vor, dass wir unsere Liegern zusammenfalten und in einer Ecke platzieren, damit zwei Hacken für die Tourenradler frei werden.

Zum Glück sind unsere Lieger rasch zusammengefaltet

Irgendwie müssen die doch mitkommen. Zum Glück willigt der Capotreno ein und so sind am Schluss alle an Bord. Es hat uns sehr gefreut, den beiden helfen zu können.

Alle Räder haben einen Platz

Wir plauderten noch etwas zusammen haben rasche einmal mehr gemerkt: Tourenradler verstehen sich auf Anhieb. Wir wünschen euch eine gute Reise!

Wir geniessen die Fahrt der Streck entlang, die wir in den letzten Jahren etappenweise geradelt sind.

Da und dort kamen Erinnerungen auf.

Mit 20 Min. Verspätung trafen wir gegen halb acht Abends in Bari ein. Auf dem Weg zur Unterkunft, mitten in der Altstadt, mussten wir uns zuerst durch den Verkehrsstau und in der Altstadt durch eine wuselnde Menschenmenge kämpfen.

Im abgeschlossenen Innenhof der Unterkunft haben unser Räder ihren Platz gefunden und wir hatten Zeit am nächsten Tag Bari noch zu Fuss zu erkunden. Eine weitere sehenswerte Stadt in Süden Italiens.

Im alten Innenhof sind die Räder gut abgestellt.

Hier ein paar Bilder von unserem Stadtbummel.

Die im Jahr 1106 fertiggestellte Basilica San Nicola.
Im Inneren sehr beeindruckend. Hier liegen die Reliquien des hl. Nikolaus, wofür sie extra erbaut wurde und was die Kirche für viele Christen zu einem Pilgerort macht.
Die Souvenierstände gleich um die Ecke
Man geniesst das warme Frühlingswetter
In der Strasse Arco Basso werden „Orecchiette“, die typisch apulischen Teigwaren, auf der Strasse von Hand hergestellt und verkauft. Am frühen Vormittag war es zum Glück noch nich so überlaufen.
Die Fingerfertigkeit ist beeindruckend.
Natürlich haben wir auch etwas davon gekauft. Die können wir nun als Zusatzbalast aufs Fahrrad packen 😉
Was für ein toller Anblick. Die „Öhrchen“ in allen Farben
Noch war es ruhig in den verwinkelten Gassen
Gegen 13 Uhr warteten viele in langen Schlangen auf einen freien Tisch für das Mittagessen.
Der Bummel endete am kleinen Fischerhafen.

Morgen geht’s es dann los. Erster Etappenort: Monopoli.

    

7. Etappe: 31.08.2024: Trani  – Bari 51 km Total 421 km (Adriaetappe 21, Total Adriaetappen 1269 km)

Tourdaten auf Komoot

Streckenvideo

„Zum Schluss, Genuss“, so oder ähnlich könnte das Motto der heutigen Tour lauten.

Unsere kurzen Veloferien 2024 gehen schon wieder zu Ende und wir haben die letzte Etappe nach Bari nochmals richtig genossen.

Diese Etappe war so etwas wie das Konzentrat der letzten Tage. Viele Kilometer konnten wir wiederum auf schönen Radwegen fahren.

Oft sah es heute so aus.
Oder so ..
.. oder auch mal so.

Ab und zu waren aber auch ein paar Kilometer mühsamer Hauptstrasse dabei.

Und man fragt sich, warum müssen die Pfosten im Seitenstreifen stehen?

Oft ging es direkt dem Meer und den belebten Badestränden entlang und die Städte mit ihren Imposanten, meist sehr hellen Gebäuden entlockten uns das eine oder andere überraschte „wow“!

Arrividerci Trani

Heute war die Etappe ja nicht mehr so lange und wir machten uns bezüglich der Hitze keine grossen Sorgen.  Ein gemütlicher Start um 9 Uhr war genau nach unseremGeschmack.

In dieser Gasse gab’s ein italienisches Frühstück.
Schönes Morgenlicht beim Abschied von Trani

Zuerst machte wir noch bei einem Fahrradgeschäft halt, um uns einen neuen Ersatzschlauch für Barbara’s Rad zu kaufen. Man kann ja nie wissen. Zudem war es eine gute Gelegenheit das gestern gewechselte Hinterrad noch auf den richtigen Druck aufzupumpen. Als ich dem Mechaniker sagte, er solle es bitte auf 4 Bar aufpumpen, schaute er mich nur ratlos an. Druckanzeiger = Fehlanzeige, sowas hatte er nicht.

So ging es raus aus Trani und hier war einer der wenigen Abschnitte auf der Hauptstrasse. Schon bald konnten wir die SS16 wieder verlassen und uns immer ganz nah an der Küste weiter Richtung Süden vorarbeiten.

Überall schöne Sujets.

Bisceglie hiess ein weiterer Ort an dieser Küste, der uns mit seinem schönen Hafen und den Häusern begeisterte.

So viele malerische Orte an dieser Küste, von denen wir noch nie gehört haben.

Es ging weiter durch schmale landwirtschaftlich genutzte Wege und da und dort gab es tolle Ausblicke aufs Meer.

Wir spürten, dass es Samstag war, denn der Kampf um die besten Park- und Badeplätze war in vollem Gange. Von überall her kamen Autos, die sich um die letzten Parkplätze an der Strandpromenade stritten.

Jeder Strandabschnitt war gut belegt.

Uns konnte das egal sein, mit dem Velo kamen wir gut zwischen den Autos durch. Übrigens heute haben wir eine weitere wichtige Regelung im italienischen Strassenverkehrsrecht begriffen: Einbahnstrassen gelten nicht für Velos! Wer vorsichtig in die entgegengesetzte Richtung fährt und den Autos genügend Platz lässt, wird nicht „angehupt“ und kann sich oft mühsame Umwege ersparen, da viele der schmalen Gassen im Einbahnregime geführt werden.

In Giovinazzo, gut 8 km vor unserem Ziel, entdeckten wir einen Strand, bei dem es öffentliche Duschen hatte. Genau was wir suchten, denn wir hatten noch fast drei Stunden zu warten, bis wir in unsere Unterkunft in Bari einchecken konnten. Eine kleine Bar gleich gegenüber dem Strand lag strategisch perfekt für unsere Bedürfnisse. So haben wir dort kühle Getränke und kleine Pizzastücke für unser Mittagessen gekauft und gleich gefragt, ob wir in der Bar vielleicht unser Gepäck deponieren könnten, solange wir am Strand sind. Kein Problem, sagte der Inhaber, ihr könnt alles in den hinteren Teil des Restaurants stellen, dort öffnen wir erst Abends um 7 Uhr. Der Toilettenbereich in der Bar war sauber und gross genug, so dass es sich perfekt als Umkleidekabine eignete. Was will man mehr?

Hier genossen wir noch einmal das Meer.

So genossen wir noch einmal das Schwimmen im Meer, das für uns eine willkommene Abkühlung war. Danach nutzen wir die öffentlich Dusche um das Salzwasser abzuspühlen und machten uns bereit für die letzten Kilometer dieser Reise.

Bis auf etwa 300m auf einer viel befahrenen Schnellstrasse, war das letzte Teilstück wieder mit Radwegen ausgestattet oder führte uns über wenig befahrene Nebenstrassen.

Hier war es kurzzeitig etwas unangenehm

Selbst in Bari war der Verkehr an diesem Samstagnachmittag sehr moderat, so dass wir problemlos zu unserem Appartement kamen.

Dann aber bald wieder gute Radwege
Wenig Verkehr in Bari
Schon fast am Ziel.

Ein Entschluss haben wir heute gefasst. Den Rest dieser Reise entlang der Adriaküste werden wir einmal im Herbst planen. September bis Mitte Oktober erscheinen uns ideal, wenn man neben dem Radfahren auch noch etwas das Meer geniessen will.

Am Abend haben wir noch einmal die gute Küche hier genossen die verhindert, dass ich trotz einigen Fitnessstunden auf solchen Reisen kein Gewicht verliere 😉

Die beiden Pferdchen geniessen gemeinsam die Aussicht über die Stadt. Sie haben es sich verdient.
Dann ging es noch in die Altstadt für ein Abendessen
Auch hier, beeindruckende Plätze …
… und schmucke Häuser.
Nochmals ein Foto vom ..
… Hafen
Wir entdeckten diese Lokal …
.. in einer schmalen Gasse.
Glückstreffer
Durch geschäftige Gassen ging es zurück zur Unterkunft.
Vorbei an stolzen Gebäuden.

Morgen fahren wir mit dem EC in gut 10 Stunden direkt von Bari bis Bologna, wo wir nochmals übernachten. Am Montagmittag dann mit dem EC von Bologna direkt nach Zürich. Ohne Fahrräder wäre die Fahrt nach Zürich auch in gut 11 Stunden zu machen, aber dann würde ich ja eine der besten Pasta in Bologna verpassen!

Adria, wir kommen wieder und freuen uns nach nun schon 1269 km der Adria entlang schon auf das letzte Teilstück, ganz hinunter an den Absatz.  

6. Etappe: 30.08.2024: Manfredonia – Trani 72.5 km (Adriaetappe 20)

Tourdaten auf Komot

Streckenvideo

Heute stand eine sehr flache Etappe auf dem Programm. Mangels guter Alternativen leider oft entlang von regionalen Verbindungsstrassen. Dabei haben wir mit 21.7 km/h immerhin die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit all unserer Touren erreicht. Offenbar werden wir mit dem Alter immer schneller 😉

Ausser für die mittlerweile etwas strapazierten Sitzknochen und verspannten Nackenmuskeln war der heutige Tag also keine grössere Herausforderung. Die Aufmerksamkeit galt heute weniger der eher eintönigen Landschaft als viel mehr dem Verkehr, den es auch im Rückspiegel zu beobachten galt, damit man auf knappe Überholmanöver schon mal vorbereitet war.

Das war heute oft unsere Perspektive

Die Geschwindigkeitstafeln haben hier ja bei den meisten Autofahrern keinen verbindlichen Charakter und ihr Auto schätzen sie, zumindest beim Überholvorgang, lieber mal etwas schmaler ein, so nach dem Motto: Wird schon passen.

Immer schön rechts halten.

Wir legten einen guten Start hin und hatten in einer Stunde, nach 22 km bereits den nächsten grösseren Ort, Zapponeta erreicht. Zeit um sich wieder mit kühlen Getränken auf den nächsten Abschnitt vorzubereiten. Der kleine Ort liegt etwas verlassen an der Küste und scheint vor allem von der Landwirtschaft zu leben.

Zapponeta
Fast wie in Kuba

Einige Toursistenvillaggio gibt es in der Gegend auch, aber sonst ist da nicht viel los.

Dann ging es 20 km über eine Dammstrasse, an der links das Meer und rechts grosse Salzsalinenteiche lagen.

Entlang der Salzwasserseen
Überall sind die Früchte an den Kakteen reif
Salzbecken zum Verdunsten
Hier wird im grossen stiel Salz geerntet

Mittlerweile war es 11 Uhr geworden und schon ganz schön warm, denn wir waren heute etwas später gestartet. Also gab es nach weiteren 20 km in Margarita di Savoia die nächste Abkühlung in Form eines Granitta. Nie schmeckt dieses aromatisierte Eis besser als bei über 30 Grad.

Eine Abkühlung an diesem schönen Platz kam gerade recht.

Immer wieder waren wir auf viel befahrenen Strassen unterwegs, was sich zumindest positiv auf unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auswirkte.

Kurz vor Barletta waren wir auf einem kurzen Stück auf einem „Radweg“ unterwegs.

Nach 50 km erreichten wir Barletta, wo es viel Verkehr und noch mehr parkierte Autos hatte. Alles ganz schön eng und quirlig. Der Ansturm auf die Sandstrände der Stadt war gross und überall überquerten Menschen mit Strand Utensilien die Strasse Richtung Meer.

Noch mehr Hauptstrasse

Als wir diesen Abschnitt hinter uns hatten, konnten wir der heutigen Gastgeberin ankündigen, dass wir wie geplant um 13 Uhr am Ziel eintreffen würden. Sie war so nett und hat unsere Anfrage positiv beantwortet, als ich vor zwei Tagen um einen früheren Check-In gebeten habe. Normal wäre es erst um vier Uhr Nachmittags möglich, doch Alessandra bot an, wenn wir zwischen 12 – 13 Uhr ankommen würden, könnte sie vor Ort sein und uns herein lassen.

Zwei Kilometer vor dem Ziel meldete Barbara einen plötzlichen Plattfuss. Eine grosse Agraffe, wie sie für das zusammenzimmern von Einwegpaletten verwendet werden, hatte sich in ihr Hinterrad gebohrt und ein grosses Loch verursacht. Da half definitiv nur noch ein Schlauchwechsel.  Um den Check-In nicht zu verpassen wartete Barbara im Schatten eines Gebäudes und ich fuhr zu unserer Unterkunft. Dort traf ich auf Alessandra die mir kurz alles erklärte und ich fuhr anschliessend wieder zurück zu Barbara.

Diese Agraffe war der Übeltäter.
Bei dieser Lochgrösse war die Dichtmilch im Schlauch chancenlos
Es gibt schlechtere Situationen für einen Schlauchwechsel.

Bald war der Schlauch gewechselt und als wir gerade wieder losfahren wollten fuhr ein netter älterer Herr vorbei und erkundigte sich, ob wir Hilfe brauchten. Wir verneinten aber bedankten uns für die nette Nachfrage. Immer wieder schön solche Gesten.

Nachdem wir dann endlich im Zimmer angekommen waren, war etwas ausruhen angesagt, bevor wir beim Hafen noch einen erfrischenden Schwumm im Meer genossen.

In der Nachmittagshitze war es auf der Dachterasse noch zu heiss.
Da war das Schwimmen im Meer definitiv erfrischender.

Bei der Hafeneinfahrt, etwa 200 Meter von unserem Standort entfernt, tummelte sich eine Gruppe Delfine, die den warmen Sommertag offensichtlich auch genossen.

Auf den ersten Blick scheint auch die Altstadt hier ganz hübsch zu sein. Das werden wir uns auf einem abendlichen Bummel noch etwas genauer ansehen.

Dom von Trani

Wir haben uns nicht getäuscht. Die Stadt ist wirklich ein Schmuckstück und einen nächsten Besuch wert.

Ein Labyrinth von engen Gassen
Und am Hafen fröhliche Wochenendstimmung.
Häfen und alte Städte, was will man mehr.
Und alles im schönen Abendlicht
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft
Jetzt sich nur nicht verlaufen.
Gute Nacht

Und Morgen geht es zu unserem nächsten und auf dieser Reise letzten Etappeziel nach Bari. Wir hoffen noch auf einen pannefreien Abschluss.

5. Etappe: 29.08.2024: Vieste Manfredonia, 66 km (Adriaetappe 19)

Tourdaten auf Komoot

Streckenvideo

Heute stand die Königsetappe auf dem Programm. 70 km mit gut 1170 hM. Das ist mit vollbepackten Rädern ohne Elektromotor und mit bald 63 Jahren eine ganz tolle Leistung. Bravo Barbara, einmal mehr hast du das super gemacht!!!

Immer weiter. Bravo

Es war eine wunderschöne, aber eben auch sehr anstrengende Etappe. Sie verlief meist auf ruhigen Nebenstrassen und zum Glück oft im schattigen Wald des Forresta Umbra. Gleich am Ortseingang von Vieste Bogen wir rechts ab und schon da lies der Verkehr merklich nach. Es ging durch wunderschöne Olivenhaine mit zum Teil sehr alten Bäumen.

Alte Bäume mit beeindruckenden Stämmen.

Die Strasse schlängelte sich kontinuierlich aber mit gut fahrbaren Steigungsprozenten nach oben. Wir legten immer wieder eine Trinkpause ein, denn wir wussten, die ersten 30 km ging es gnadenlos bergauf.

Meist gab es zum Glück genug Schatten.
Und immer mal wieder eine Pause einlegen.

In solchen Situationen heisst es sich auf’s Wesentliche zu konzentrieren und einfach eine gute Trittfrequenz zu finden.

Altes Gebäude des Strassenunterhalts.
Erinnerte mich etwas an Westtexas.
„No country for old man“

Kurz bevor wir den höchsten Punkt erreicht hatten, ging es nochmals wirklich steil hoch.

Das war selbst mit den Tourenbikes nicht mehr fahrbar.

Es wird wohl über 20% gewesen sein, denn schon das Schieben klappte in den steilsten Passagen kaum, da die Schuhe keinen Halt fanden.

Irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft und die anschliessende Abfahrt hinunter nach Mattinata genossen.

Auf zum Teil schmalen Wegen ging es wieder hinunter Richtung Küste.
Die Landschaft erinnerte uns auch an Spanien.
Sehr beeindruckend

In Mattinata kamen wir gerade rechtzeitig an, um noch ein Mittagessen serviert zu bekommen. Die Orechiette an einer feinen Tomatensugo waren genau was wir neben viel kühlem Wasser jetzt brauchten.

Hat gut getan

Und dann passierte was so oft passiert: „Ist ja nicht mehr so weit“ sagt der Kopf und dann wir jede Steigung zur Qual. Es ging nochmals richtig hoch, da die Hauptstrasse durch eine Tunnel führte und die Radfahrer den Hügel befahren dürfen. Dafür hatten wir definitiv die bessere Aussicht.

Nochmals rauf. Mattinata im Hintergrund
Nicht mehr sooo weit, aber …
Toller Ausblick.

Als dann ein lang anhaltendes Donnergrollen zu hören war wussten wir, die Atmosphäre ist geladen. Also kräftig in die Pedalen getreten und den Ziel entgegen gestrampelt.

Wir waren happy abseits der Hauptstrasse einen frisch geteerten Weg gefunden zu haben.

Schön war’s ganz nahe der Küste, aber noch nicht am Ziel.

Leider leitete uns Komot hier in eine Sackgasse und es kanem wieder einige Höhenmeter und ein Umweg dazu.

Kurz nach Vier Uhr erreichten wir endlich müde unsere B&B für diese Nacht. Ein sehr freundlicher Vermieter empfangt uns in seinem B&B.  Sein Haus ist wirklich sehr schön ausgebaut.

Unsere Unterkunft für heute Nacht.

Für uns schon fast ein bisschen zu edel, aber wir genossen die „Regenwalddusche“ nach dieser anstrengenden und doch so schönen Etappe.

Edle Unterkunft für unsere Räder.

Hier ein paar Bilder aus Manfredonia.

Heute Abend zieht die Stadt ihre schönsten Kleider an, …
… es wird das Fest der Stadtpatronin Maria gefeiert.

Morgen geht es dann wieder flache 70 km weiter nach Trani.  

 

4. Etappe: 28.08.2024: Peschici – Vieste, 26 km (Adriaetappe 18)

Etappe auf Komoot

Streckenvideo

Heute stand ein „Ruhetag“ auf dem Programm. Aber damit wir nicht ganz aus der Übung kommen und uns vor der morgigen Etappe noch etwas mit den Hügeln des Gargano vertraut machen konnten, haben wir trotzdem eine kurze Strecke absolviert.

Aussicht beim kleinen Frühstück auf „unserer“ Terrasse

Bis Vieste waren es 26 schöne Kilometer an der Küste entlang und gerade nach dem Start am Morgen mussten zuerst einmal  250 Höhenmeter erklettert werden.

Steil hinauf ins Städtchen.
Immer wieder ein Blick auf die Hügel die uns morgen beschäftigen werden.
Schön war’s.

So machten sich unsere Tourenräder neben all den Komforteinbussen, nun doch positiv bemerkbar. Mit den Liegeren wäre der eine oder andere Anstieg sicher nicht so gut zu erklimmen gewesen. Vor allem auch, weil die Küstenstrasse doch recht schmal ist und der Verkehr zwar nicht sehr stark, aber trotzdem immer zu spüren ist. 

Erster Hügel geschafft.
Kurzer Abschnitt abseits der Hauptstrasse
„Non capito niente“, aber er hatte wohl auch heiss.
Da wo es keine Parkplätze gibt, hat es viel Platz in den Buchten.
Hier haben wir früher viele schöne Tage verbracht

Schon bald erreichten wir die Gegend, in der wir vor gut 24 Jahren zum letzten mal einen Familienurlaub verbrachten. Einige Jahre waren wir hier jeweils Mitte Oktober in den Ferien und kannten die Strände vor allem in der Nebensaison. Dieses Bild war heute ein deutlich anderes. Es wurde viel gebaut in den letzten Jahren und wo früher ein kleiner Gemüse- und Früchtestand war, gibt es jetzt ausgewachsenen Filialen von Lebensmitteldiscounter. Auch „unseren“ alten Campingplatz gibt es nicht mehr, dafür steht an dieser Stelle jetzt ein modernes „Village“.

Aus „Umbra Mare“ wurde „Villaggio Almar“

Die Wassersportler die den Wind suchen, gibt es immer noch und der Wind gab ihnen heute auch Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. Waren wir früher mit Surfbrettern und Segeln ausgerüstet, liegen heute zusätzlich allerhand modernere Geräte am Strand. Kiten, Folien, Wing Folien und so weiter heissen die neuen Sportarten und alle kommen bei diesen tollen Bedingungen auf ihre Kosten.

Reges Treiben

Wir genehmigten uns im „La Terrazza“ eine kleine Verpflegung. Immerhin dieses Lokal scheint sich kaum verändert zu haben und die Auswahl an Süssigkeiten ist nach wie vor gross.

Neue Farbe aber sonst noch ganz das alte.

Von dort war es nur noch einen Katzensprung zu unserem Hotel am Strand von Vieste. Dieses hatte einen erfrischenden Pool mit schattigen Liegeplätzen. Perfekt für einen Ruhetag.

So lässt es sich prima erholen.

Anschliessend machten wir uns auf zu einem Stadtbummel in die engen Gassen von Vieste und liessen die Erinnerungen aufleben. Ein wirklich schöner Ort! Aber mit so vielen Touristen haben wir den Ort natürlich noch nicht gekannt. Uns gefällt die Nebensaison auf jeden Fall besser.

Hier noch ein paar Bilder aus Vieste.

Blick zurück auf’s nächtliche Vieste
Altes Fischerhaus
Gute Nacht

3. Etappe: 27.08.2024: Lesina – Peschici, 67 km (Adriaetappe 17)

Tourdaten auf Komoot

Streckenvideo

Heute machten wir uns wiederum früh auf den Weg. So war es in Lesina noch recht ruhig als wir aus der kleinen Ortschaft radelten.

Schon bald bogen wir auf eine Nebenstrasse ab, die durch eine grossen landwirtschaftlich genutzte Fläche führte. Das Morgenlicht tauche die Landschaft in zauberhafte Farben.

Selbst ein Bild mit Lastwagen erscheint so romantisch.
Für diese Wolken waren wir später noch dankbar.
Wenn sich jemand fragt, was uns an unseren Fahrradreisen so gefällt: Hier ist die Antwort!

Überall auf den Feldern bereiteten sich die Erntearbeiter mit ihrem Maschinenpark auf den nächsten, anstrengenden Tag vor.

Bereit die nächsten Tonnen Pellati zu ernten.

Ab und zu überholten uns grosse Lastwagen, beladen mit riesigen Kunststoffboxen, um die Tomaten Ernte in die Fabriken zur Weiterverarbeitung zu bringen. 

Hier ernten sie, was wir zu Hause so gerne in der Küche nutzen.

Die Strasse war aber nur wenig befahren, so dass wir den Schlaglöchern und in einem Fall sogar einem Berg Tomaten gut ausweichen konnten.

Das hätte locker für einen grossen Vorrat an Tomatensugo gereicht.

Bei einem alten Festungsturm bei Torre Mileto machten wir nach 28 km einen ersten Halt um uns zu verpflegen. Wir waren nicht lange alleine dort und ein scheuer, wilder Hund näherte sich uns ganz vorsichtig. Natürlich konnten wir seinem bettelnden Blick nicht wiederstehen und für einmal hatte es doch auch sein Gutes, dass hier jemand achtlos einen Plastikteller liegen lies. Dieser war nun ein prima Wassernapf für den Hund und an der Pizza von gestern hatte er auch seine Freude.

In den könnte man sich rasch verlieben.

Weiter ging es auf einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und dem Lago di Varano ins Retortenstädchen „Lido der Sole“. Der Ort scheint schon etwas in die Jahre gekommen zu sein. Er besteht aus einer halbkreisförmigen Ansammlung von gesichtslosen Apartementhäusern. Im Parterre meist Geschäfte mit Strandartikeln, Esswaren und Restaurants. Hier wurde wohl einmal ganz gross geträumt, aber irgendwie hat das ganze keinen Scharm. Trotzdem scheint es genug Leute zu geben, die an einem solchen Ort ihren Urlaub verbringen wollen, wir gehören nicht dazu.

Weitere Landschaften ausserhalb der Retortenstätchen
Wie gemalt.
Hier hat das mit den Ferienhäuser nicht wirklich geklappt. Alles sehr heruntergekommen.

Nach einem kurzen Stop um die Getränke aufzufüllen, verliessen wir den Ort und erreichten bald das alte Städtchen Rodi Garganico. Dies war mit einem ersten steilen Anstieg verbunden und so wurde die Betriebstemperatur weiter erhöht.

Im Zentrum von Rodi Garganico

Weiter ging es zwischen Meer und Eisenbahnlinie auf einer gut befahrenen Strasse unserem Ziel entgegen. Gerne hätten wir heute auch etwas Radwege gehabt, aber dieses Guthaben scheinen wir auf dieser Tour nun definitiv aufgebraucht zu haben.

Etwas mehr Platz hätten wir hier gerne gehabt.
Eine schöne Strandbar war ein guter Grund etwas zu trinken.
Die Züge von Stadler Rail sind auch hier im Einsatz. Gruss an Urs.

So radelten wir selbstbewusst und mit blinkenden Lichtern soweit von der Mauer entfernt, das jedem klar sein musste, überholen geht nur ohne Gegenverkehr. Die 320 Höhenmeter die wir heute zu leisten hatten, waren alle auf den letzten Kilometern zu erklimmen. Es waren oft ruppige Anstiege aber zum Glück oft in Schatten spendenden Wäldern.

Wieder ein Anstieg geschafft.

Trotzdem waren wir froh, dass genau um diese Zeit eine dunkle Wolke der Sonne etwas Kraft und Hitze raubte. Nach einer rasanten Abfahrt mit spektakulären Ausblicken von der schönen Küstenstrasse waren schon um halb zwei Uhr am Ziel und konnten unser Zimmer beziehen.

Solche Ausblicke muss man sich erarbeiten.
Barbara, das machst du super.

Eine Familie vermietet hier direkt am Strand drei kleine Apartments und bewohnt das vierte selber. Sehr sympathisch und ein Glücksgriff, denn diese Lage ist ja unbezahlbar.

Das Haus am Strand in der Bildmitte ist unsere Unterkunft.
Bei der Aussicht macht sogar Wäschetrocknen Spass.

Also blieb genug Zeit noch etwas den Strand und das warme Wasser zu geniessen und den Abend werden wir in der Altstadt verbringen.

Gutes Essen inklusive

Morgen gibt es dann eine Minietappe nach Vieste, wo wir 25 jährige  Ferienerinnerungen auffrischen wollen.

Wir sind gespannt, was die Zeit und die Erinnerung aus Viste gemacht hat.

Übrigens der Sattelwechsel von Barbara scheint Wirkung zu zeigen 😀

Gute Nacht

 

2. Etappe Adria 26.08.24: Vasto – Lesina 70.2 km (Adriaetappe 16)

Etappenplan auf Komoot

Streckenvideo

Heute wollten wir die Mittagshitze so gut es geht vermeiden und stellten den Wecker auf 6 Uhr. Dem B&B Gastgeber haben wir gestern schon gesagt, dass wir ohne Frühstück abreisen werden. Trotzdem stand er bei unserer Abfahrt um 7 Uhr bereit uns wollte uns zumindest einen Kaffee zubereiten. Doch wir lehnten dankend ab und verabschiedeten uns.

Startklar um 07.15h

Zuerst ging es aus dem Ortskern von Vasto sehr steil hinunter an die Küstenstrasse. So waren unsere Bremsen schon mal auf Betriebstemperatur und wir Bogen bald wieder auf einen Radweg ein.

Grüner Belag bedeutet hier Gutes
Was für ein Start in diese Etappe.

Diesen genossen wir noch einmal, denn wir wussten, dass wir heute deutlich weniger Radwege vorfinden würden als gestern.

Nach gut 8 km kam der erste Abschnitt auf der stärker befahrenen Küstenstrasse SS16. Also justierten wir unsere Rückspiegel, stellten die Blinklichter am Helm ein und schalteten unsere kleinen Bluetooth Geräte von Sena auf Empfang. Damit können wir uns auf eine Distanz von 150 – 200 Meter unterwegs unterhalten, was die Kommunikation, gerade auf Hauptstrassen, erheblich vereinfacht.

Wir hoffen der Seitenstreiffen wächst nicht ganz zu.
Auf Brücken kann es manchmal schmaler werden.

Es war ein genug breiter Seite streifen vorhanden, so dass wir uns sicher fühlten. Nach 12 Kilometern auf der Hauptstrasse wechselten wir auf eine lokale Zubringer Strasse Richtung Termoli, auf der gerade ein von der Fahrbahn abgetrennter Radweg fertiggestellt wurde. Also fuhren wir wieder ganz entspannt dem Frühstücksstop in Termoli entgegen. 

Auf neuem Asphalt geht es Richtung Termoli

Bei der Einfahrt in Termoli ging es nochmals dem Strand entlang.

Noch ist es früh und die Schatten lang.

In Termoli führte uns die Strasse kurz aber sehr steil ins Zentrum hoch, wo wir uns an der ersten Bar mit kühlen Getränken, Pizzaschnitten, aber auch Cappuccino und Brioche für die Weiterfahrt stärkten. Anschliessend machten wir noch einen kurzen Rundgang in der Altstadt dieses schönen Örtchens und bestaunten die Gassen und Plätze.

In der Altstadt von Termoli

Lange hielten wir es aber hier nicht aus. Zu sehr hatten wir das Hitze Erlebniss von Gestern noch in Erinnerung und so machten wir uns bald wieder auf den Weg, um frühzeitig in Lesina anzukommen. Der zweite Teil dieser Etappe führte nun hauptsächlich der SS16 entlang.

Hier gilt es Tempo zu machen

Zumindest in Bezug auf eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit hat das auch sein Gutes. Mit guten 25 km/h kamen wir flott voran und waren bald schon am Strasse Schild, dass uns den Weg zum Gargano wies.

Hier links halten.

Neben der Strasse wurden Pellatitomaten geerntet und wir schauten fasziniert zu, wie diese Maschinen in hohem Tempo die Tomatenstauden abschnitten, die Tomaten von den Stauden trennten und das Förderband die Tomaten in den parallel fahrenden Anhänger spuckte. 

Hier liegen die Tomaten erntereif am Boden.
In rasantem Tempo werden sie geerntet.

Es blieben nun nur noch wenige Kilometer und bald sahen wir Lesina in der hellen Mittagssonne glitzern.

Blick auf Lesina

Unser B&B, im Zentrum dieses kleinen Städtchens mit seinen engen Gassen, hatte die Zimmer schon bereit, so dass wir um 12.30h bereits einchecken konnten. So hatten wir einen entspannten Nachmittag vor uns. Leider ist die Wasserqualität in der Lagune, an der Lesina liegt, nicht zum Baden geeignet.

Irgendwie macht uns das nicht an. Die Lagune ist fast ganz vom Meer getrennt, was zu wenig Wasserautausch führt.

Das wird Morgen in Peschici besser sein. So hatten wir jedoch genug Zeit für all die anderen Sachen die es zu erledigen gilt. Sportkleider auswaschen, Blog schreiben und es den Einheimischen gleich zu tun und eine Siesta einlegen.

Am Abend dann noch ein kurzer Fotorundgang durch den kleinen Ort. Hier das Ergebnis.

Gasse in der Abendsonne
Mit Weitblick
Farbenfrohe Terrasse
Stille Gassen
Straßenecke
Zentraler Platz
Die Fischer putzen die Netze in der Abendsonne.

Morgen stehen nochmals 75 flache Kilometer auf dem Programm. Also wieder früh los und diese Etappe wird Barbara mit dem mitgebrachten Ersatzsattel absolvieren. Sie vermisst in Bezug auf den Fahrkomfort die Lieger schmerzlich. Wir hoffen der Sattelwechsel hilft. 

1. Etappe Adria 25.08.2024: Pescara – Vasto, 68 km (Adriaetappe 15)

Tourdaten auf Komoot

Streckenvideo

Diesen Sommer haben wir nur gut 10 Tag am Stück Zeit für eine Radtour. Also wird das nichts mit einer längeren Reise und wir haben überdies das Bedürfnis, uns auch etwas am Meer zu erholen. Also genau die richtigen Voraussetzungen um unsere Adria Tour fortzusetzen. In den nächsten Tagen geht es in 7 Etappen von Pescara nach Bari.
Je weiter südlich wir unsere Etappen jeweils fortsetzen, desto zeitraubender wird die Hin- und Rückreise, weil wir mit den Rädern ja leider die ganz schnellen Frecciazüge nicht nutzen können. Regional und Eurocitiyzüge bringen uns nun jeweils an den Startort und vom Ziel wieder nach Hause. Da wir auch nicht zu viel Umsteigen wollen, sind die Verbindungen nicht so dicht, aber es klappt. Da wir auf der 5. Etappe einiges an Höhenmeter zu bewältigen haben und wir mit den normalen Rädern auch mit etwas weniger Aufwand mit den Zügen reisen können, entschieden wir uns für diesen Kurztrip mal für unsere „normalen“ Tourenräder und liessen die Lieger schweren Herzens zu Hause. Aber keine Angst, ihr bekommt sicher bald wieder einmal Gelegenheit für eine längere Tour.
Diesmal die Anreise via Zürich nach Milano, dort gut 70 Minuten Umsteigezeit und dann mit dem EC direkt nach Pescara.

Milano Centrale.

Es dauerte etwas mehr als 13 Stunden bis wir um 22.05h am Freitag 23.08.24 in Pescara ankamen. Das Hotel ganz in der Nähe des Bahnhofs hat uns einen sicheren Platz für die Räder versprochen und das auch gehalten. Der Samstag verbrachten wir dann wie typische Adria Touristen am Strand und schlenderten etwas durch die Fussgängerzone.

Am Sonntagmorgen galt es dann ernst und wir stellten den Wecker so, dass wir nicht zu spät losfuhren. Um 08.00h radelten wir runter zur Strand Promenade und Bogen in den hier sehr gut ausgebauten Radweg Richtung Süden ein. Ein erster Höhepunkt war das befahren der wunderschönen Fussgänger- und Fahrradbrücke, die hier über den Fluss Pescara führt, bevor dieser ins Meer mündet.

Start zu den nächsten Adriaetappen.
Elegant schwingt sich die Brücke über die Pescara
So schön können Fahrradbrücken sein.

Dann ging es eigentlich wie an der Adria gewohnt ganz unspektakulär Richtung Süden. Meist hatten wir einen tollen Blick aufs Meer und obwohl es noch touristische Hochsaison war, waren die gut ausgebauten Fahrradwege zügig zu befahren.

Die grossen Strände sind bereit für ihre Besucher.
Solche Strecken lieben wir.
Hier ist zumindest der Unterbau für den Asphaltbelag schon erstellt und alles markiert. Bald ist wohl auch dieser Abschnitt  fertig.
Unter einer Bahnbrücke geht es auf die Fahrradbrücke …
… und dann immer dem Meer entlang.

Heute führte auch ein grosser Teil der Strecke entlang alter Bahntrasse, die zu tollen Radwegen umgebaut wurden. Die Bahntunnels ersparten uns so manche Steigung und spendeten willkommenen Schatten, denn die Temperatur stieg kontinuierlich an, so das nach gut 25 km dringend ein Abkühlungsstop eingelegt werden musste. Dort stoppte zufällig auch ein Vater mit seiner Tochter aus Deutschland, die wie wir in Etappen die Adriaküste von Nord nach Süd mit dem Rad bereisen. Wir waren uns natürlich schnell einig, dass diese Form der Reise für uns die Beste ist. Schnell genug um rasch voran zu kommen, langsam genug, um viele Eindrücke aufnehmen zu können.

Hier noch eine Erfrischung und dann weiter Richtung Süden.
Es folgt eie Auswahl an Bildern der heutigen Fahrradwege. Wir mussten heute vielleicht 12 km auf Autostrassen fahren, der ganze Rest gab es Radwege. Was will man mehr?

Im weiteren Verlauf der Fahrt wurde es zunehmend heisser. Auf gewissen Abschnitten des Radwegs gab es viele Fahrradverleiher, was sich unmittelbar in einer höheren Dichte an Radfahrern zeigte. Die meisten waren aber nur auf einem kurzen Teilstück unterwegs, so dass kein Dichtestress aufkam.

Leuchtturm bei Ortona
Eines der vielen Fischerhäuser an der Küste
Eine weitere alte Eisenbahnstrecke die nun Radfahrern „gehört“.
Verlassener Bahnhof an der Strecke.
Kurz vor dem Ziel ging es noch etwas auf und ab und wurde immer heisser.

Zum Schluss gab es in der heissen Mittags Sonne noch einen längeren Aufstieg zu unserem Übernachtungsort Vasto, dass etwas erhöht über der Küste trohnt. Wir waren froh im Ort eine kleine Bar zu finden die geöffnet war und in der wir mit kühlen Getränken die Zeit überbrückten, bis wir in unserem B&B einchecken konnten.

Ein paar Eindrücke aus Vasto
Ein Blick auf die morgige Etappe.

Nach einem kleinen Spaziergang im Ort genossen wir noch ein feines Nachtessen und freuen uns schon auf Morgen, aber werden sicher eine Stunde früher starten, denn die 39 Grad bei der Ankunft heute Mittag waren definitiv zu heiss.

2 Tage in Malta und 10. Etappe Valletta – Siracusa, 08. – 10.05.2024 + Heimreise

Distanz: 86 km, Total 540 km

Etappe ab Pozzallo auf Komoot

Die letzten beiden Tage habe ich mit dem ÖV und zu Fuss ein paar Sehenswürdigkeiten in Malta erkundigt. Das Wetter war leider wie angekündigt regnerisch und da die Strassenentwässerung hier nicht auf solche Ereignisse ausgelegt ist, gab es nasse Füsse.

Hier kommt niemand trocken über die Strasse.

Am ersten der beiden Tage schaute ich mich etwas in Valletta um. Trotz des garstigen Wetters waren Touristenmassen unterwegs, und ich mitten drin. Wobei ich darauf verzichtete mich in mehr als 100 Meter langen Menschenschlangen anzustellen um einen Blick in den Dom zu erhaschen.

Ein paar Bilder aus Valletta
Das Wasser läuft an den tiefsten Punkt und die Strassenbeläge sind nass sehr rutschig.
Auch im Regen stehen alle in der Schlange.

Am zweiten Tag machte ich mich dann mit dem Bussystem vertraut, mit dem man die verschiedensten Orte der Insel gut erreichen kann. Eigentlich ist das System für Touristen undurchschaubar, aber mit der App „Tallinja“ aus dem App-Store wird die ganze Sache sehr einfach. Einfach das GPS einschalten und einen Zielpunkt sowie bei Bedarf eine später Abfahrtszeit auf der Karte wählen und schon zeigt die App die passende Verbindungen inkl. Fusswege beim Umsteigen an. Unterwegs seht ihr auf der App immer, wo sich euer Buss gerade befindet und wieviele Stationen es noch geht, bis ihr aussteigen müsst. Super einfach und gut gemacht: BRAVO!! Wer den ÖV in Malta nutzen will, dem empfehle ich auch eine „Tallinja Flexcard“ zu kaufen.

Der Schlüssel zum einfachen öV. Ansonsten sind pro Fahrt beim Fahrer exakt 2.50 Euro abzugeben. Kein Wechselgeld.

Ich habe diese an einem Automaten in der Nähe der Fähranlegestelle mit der EC Karte für 6 Euro bezogen. Solche Automaten gibt es wohl an allen grösseren ÖV Haltestellen. Auf der Karte hat man dann auch schon ein Startguthaben von 6 Euro. Bei Bedarf kann die Karte über die App einfach mit der Kreditkarte auf den gewünschten Betrag aufladen. Beim Einsteigen in den Buss hält man die Karte an ein Gerät beim Fahrer, (immer vorne einsteigen) und der Fahrpreis wird abgebucht. Auf der App ist jederzeit das aktuelle Guthaben ersichtlich. Für eine 90 minütige Fahrt von meiner Unterkunft an die Südostküste nach Marsaxlokk wurde mir pro Weg 2 Euro abgezogen.

Hier ein paar Bilder inkl. kleiner Bootstour bei Marsaxlokk . Ja es hat geregnet als ich auf dem Schiff war 😉.

Dann war es am Freitag aber an der Zeit die Heimreise anzutreten. Am Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn die Fähre fuhr um 07.30h und man muss spätestens 60 Min. Vor Abfahrt am Hafen sein.

Also eine kurze Fahrt an den Hafen und schon bald war ich im Schiff. Der Mann der mich ins Autodeck begleitete erkannte mich von der Hinfahrt wieder und er erklärte, dass ich beim Aussteigen in Pozzallo bei einer grossen Frau meinen Pfefferspray bekommen würde. Ich fragte ob es hier keinen Sicherheitscheck geben würde und ich das Messer abgeben müsste. „Nein, das machen wir nicht“ sagte er, „dass tun nur die Italiener“. Soll das verstehen wer will, ich bin auf jeden Fall ohne Kontrolle und mit meinem Sackmesser an Bord gekommen und habe nach einem Cappuccino und einer Brioche noch etwas vor mich hingedöst.

Bereit zum Auslaufen
An grossen Kähnen vorbei ging es aus dem Hafen.
Im Hintergrund die gesichtslosen Neubauten nördlich von Valletta.
Das Schwesterschiff ist in entgegengesetzter Richtung unterwegs.

In Pozzallo musste ich wieder warten bis kein Fahrzeug mehr in der Garage war, bevor ich mein Rad abholen konnte. Beim Ausgang gab es dann von „der sehr grossen Frau“ auch den Pfefferspray zurück und nachdem ich mir in der Bäckerei noch ein grosses Pannini machen lies, war ich bereit für die kommenden 82 km nach Siracusa.

Am Anfang war es etwas schwierig mit meiner Route, denn immer wieder stand auf dem geplanten Weg eine Tafel die die Strasse als privat oder nur für Anwohner erlaubte. In dieser ländlichen Gegend wollte ich es nicht darauf ankommen lassen, ob da allenfalls grosse Hunde das Einhalten der Vorschriften überprüften.

Also kam es zu einigen Umwegen wie ihr auf der Routenaufzeichung bei Komoot sehen könnt. Trotzdem fand ich gute Alternativen und konnte fast die ganze Strecke auf ruhigen Nebenstrassen fahren.

Unterwegs über Land.

Ich kam trotz teilweise böigem Gegenwind gut voran. In dieser Gegend war ich ja schon auf den Etappen 7 + 8 unterwegs. Ich wählte einfach einen direkteren Weg und genoss es genauso wie auf der Hinfahrt, denn die Gegend und die Nebenstrassen hier sind einfach traumhaft.

Nochmals eine wunderschöne Fahrt
Zeitweise fuhr ich durch Zironenduft. Wirklich wahr. Wie wenn jemand vor mir dauernd sehr leichten und angenehmen Zitrusduft versprühen würde.
Auf den Hügel immer wieder kleine Städtchen.
Und immer der Landstraße entlang.
Ob ich hier etwas falsch verstehe?

Ich war richtig froh nach zwei Tagen Pause mit Black Beauty nochmals über die „Prärie“ reiten zu können. Am Strand von Fontana Bianca legte ich eine Pause ein. Diesmal jedoch ohne zu schwimmen. Dafür reichte die Zeit dann doch nicht.

Aber es blieb Zeit für Fotoexperimente.

Kurz nach 16h kam ich bei der gebuchten Unterkunft in Siracusa, genauer auf der Insel Ortigia, an und nach einer erfrischenden Dusche genoss ich noch einmal das schöne Flair dieser wunderbaren Stadt.

Lanzeitbelichtung mit Wellen in Ortigia
Abendstimmung am Domplatz in Ortigia
Auch das Essen, sehr lecker hier.

Auch hierher kommen natürlich viele Touristen, aber alles wirkt irgendwie entspannter. Es wird auf der Strasse getanzt, gesungen und überall in den Gassen wird an diesem lauen Frühlingsabend gegessen.

Diese Stadt hat es mir angetan. Ich werde mit Barbara hoffentlich bald wieder kommen!

Am nächsten Morgen hatte ich noch Zeit um einen letzten Stadtrundgang und einige Fotos in Siracusa zu machen.

Als ich gegen 13h am Bahnhof ankam, stand der Zug schon am Perron. Ich packte ich mein Velo zusammen und verstaute das ganze Gepäck in meinem Abteil und deckte mich noch mit etwas Proviant ein und reiste entspannt mit Ausblick auf das Meer jener Küste entlang, wo ich vor einer guten Woche Richtung Süden geradelt war.

Bereit für die lange Heimreise

Ich unterhielt mich mit meinen Abteilnachbarn, einem jungen Paar aus Deutschland, über Sizilien, das Reisen allgemein und die Welt.

So ging die Zeit vorbei und schon bald waren wir in Messina, wo der Zug auf die Fähre verladen wurde. Auf dem Schiff kann man jeweils an Deck gehen und ich verabschiedete mich von der Insel. Grazie Sizilien, es war wunderschön!

Mit dem Zug auf die Fähre erspart mühsames Umsteigen

Wichtig ist alle Gelegenheiten zu nutzen, um den Essen- und Getränkevorrat aufzustocken, denn im Zug kann man nichts kaufen. Gute Gelegenheiten gibt es auf der Fähre oder dann noch in Villa San Giovanni, wo der Zug in der Regel 20 -30 Minuten Aufenthalt hat. Also noch schnell ein Sandwich, kühle Getränke und ein Gelato besorgen. Gut ausgerüstet fuhr ich entspannt in die Nacht und genoss den schönen Sonnenuntergang.

Wenn die Sonne aufgeht bin ich schon fast in Mailand.


Am Morgen kamen wir pünktlich in Mailand an. Aus Sicherheitsgründen hatte ich beim Buchen eine längere Aufenthaltszeit in Mailand eingeplant, man weiss ja nie. Dann mit dem EC weiter nach Zürich und schon war die Reise Geschichte.

Alles wieder zusammengebaut und bereit für die nächste Zugetappe nach Zürich.

Fazit: Vieles hat mich auf dieser Reise positiv überrascht. Zuerst „Black Beauty“, das mich pannen- und unfallfrei auf der Reise begleitet hatte. Ich war manchmal froh, auf diesem agilen und klettertauglichen Velo unterwegs zu sein. Das ergonomische, etwas aufrechte Setup ermöglichte es mir ohne grosse Verspätungen im Nacken auch mal längere Etappen zu fahren. Nur den bequemen Sitz des Liegerads hätte sich mein Hinterteil ab und zu gewünscht.
Die Landschaft und die Städte waren einfach wunderschön und diese Gegend werde ich gerne bald wieder besuchen. Die Strecke Catania – Siracusa würde ich mit dem Zug zurücklegen und mir die Zeit für schönere Abschnitte südlich von Siracusa aufsparen.

Auch die Überfahrt nach Malta hat sich gelohnt, wobei man in Malta wohl nicht die besten Velo Routen findet und die Insel gut mit dem öV entdeckt werden kann.
Alles in allem eine wunderbare Frühjahrsreise, die ich im Wiederholungsfall allenfalls im September planen würde, da dann das Meer bedeutend wärmer ist und schöne Strände gibt es hier ja genug.

Schön habt ihr mich mit dem Blog begleitet, bis zum nächsten mal!

   

9. Etappe: Kleine Rundfahrt in Malta 07.05.2024

Distanz 38 km, Total 494 km

Etappe auf Komoot

Gestern bin ich mit der Fähren in gut 1 Std. 45 Min. nach Malta rüber geschippert. Die Sicherheitsbestimmungen sind ähnlich wie beim Fliegen. Das Gepäck wird gescannt und „gefährliche Gegenstände“ sind verboten. So musste ich mein Taschenmesser und den Pfefferspray abgeben. „Sie bekommen alles wieder zurück, wenn sie von Bord gehen“, erklärte mir die Frau an der Sicherheitskontrolle. 

Die Fähre wird beladen

Auf der Fähre wurde dann mein Name ausgerufen und ich hatte mich beim Offizier zu melden. Freundlich erklärte er mir, dass ich das Messer wieder bekommen würde, den Pfefferspray dürfte ich aber nicht nach Malta einführen. Das sei verboten. Er notierte aber meine geplante Rückreise und erklärte, wenn ich wieder in Sizilien ankomme, könne ich den Pfefferspray auch wieder abholen. Bin ja gespannt ob das am Freitag klappt 😉

Einfahrt in Valletta

In Malta angekommen merkte ich, upps hier ist ja Linksverkehr. An diesen gewöhnte ich mich schneller als an die oft „zügige“ Fahrweise der Einheimischen und den dichten Verkehr. Navi sei Dank fand ich aber trotzdem problemlos den Weg in meine Unterkunft und mit einem feinen Nachtessen beendete ich den Tag.

Heute wollte ich unbedingt noch eine kleine Inselrundfahrt machen, da ja für die nächsten zwei Tage eher mässiges Wetter angesagt ist.

So stellte ich mir mit Komoot eine Route zusammen und fuhr los. Rasch tauchten die ersten Fotosujets auf.

Hier ein Sujet für Emma

Die gibt es hier an jeder Ecke.

Das nenn ich mal einen beeindruckenden Verkerskreisel.
Eier muss ja immer sein Auto am falschen Ort parkieren.
Motto der Tages! (des Monats,des Jahres, für immer. )

Zuerst war es verkehrsmässig noch recht hektisch, aber je mehr ich mich vom Zentrum entfernte desto ruhiger wurde es. Ich fuhr auf einigen Nebenstrassen und genoss die Fahrt.

Hier ging es gemächlich vorwärts

Schon bald zeigte sich am Horizont die beeindruckende Medina von Rabat und nach einem kurzen, knackigen Anstieg stand ich auch schon vor den Toren dieser wunderschön erhaltenen Festungsstadt.

Ein wahrlich beeindruckender Anblick.

Natürlich war ich nicht alleine hier, denn die Busse spuckten im Minutentakt Touristen aus, aber auch viel Schulklassen waren hier auf Entdeckungstour.

Eingang in die Festungsstadt.
Was in Venedig die Gondeln sind hier die Kutschen.

Eine Frau vom Tourismusministerium fragte mich, ob ich an einer Umfrage zu meinem Erlebniss in der Medina teilnehmen würde. So kamen wir ins Gespräch und schon bald drehte sich alles ums Radtour fahren. Sie war begeistert von meiner Reise und als ich ihr erzählte, was ich mit Barbara schon so alles per Rad bereist hatte, begannen ihre Augen zu leuchten. „You’re inspiring me!“ sagte sie, „You’re living my dream“. Ich motivierte sie es einfach zu machen, denn eine Radreise ermöglicht einfache ein intensiveres Erlebniss und die Kondition kommt mit der Reise. „Let’s get startet“.

Die schmalen Gassen in der Media
Der Dom im Zentrum
An jeder Ecke sind schöne Bilder zu entdecken

Nachdem ich mich etwas in der Medina umgeschaut hatte, war es Zeit für ein Mittagessen in Rabat. Hier auf Malta gibt es ja alle Küchen der Welt zu entdecken. So gönnte ich mir etwas indisches, bevor ich gestärkt weiterradelte.

In Rabat
Fahrt durch die Gassen von Rabat

Von Rabat aus fuhr ich weiter bis an die Südwestküste und genoss den grandiosen Ausblick über die Klippen von Dingli.

Da wollte auch Black Beauty wieder mal posieren und euch die tolle Gepäcktasche zeigen, die zwei integrierte Seitentaschen hat. Sehr praktisch.

Anschliessend ging es auf Nebenstrassen wieder zurück, wobei hier Komoot auch noch eine kleine Herausforderung eingeplant hatte. Plötzlich endete die Strasse und im Gestrüpp waren schemenhaft ein paar Tritt stufen zu erkennen.

Zuerst entlang von schönen Gärten.
Auch die Zitronen warten darauf geerntet zu werden.
Dann wurde es immer wilder.

Also das Rad schultern und hochkraxeln zum nächsten Feldweg.

Hier war definitiv Schluss mit fahren.

So erreichte ich bald wieder eine befestigte, wenn auch sehr holprige Strasse. Eine kleine Hunde Challenge kam auch noch dazu, so dass auf dieser kurzen Runde die ganze Palette an Erlebnissen einer Radtour serviert wurden.

Kurz vor dem Ziel machte ich noch einen Stop in Mosta und gönnte mir einen erfrischenden, kühlen Kaffeedrink.

Es blüht auch in den Gassen
Es wird viel umgebaut.
Egal wohin man kommt, überall Monumente.
😋

Die restlichen Kilometer zu meiner Unterkunft in Sliema war dann wieder hardcore Citybiking. Nichts für Angsthasen. Aber Black Beauty und ich sind schon ein toll eingespieltes Team und wissen auch, wann es besser ist auf den Gehweg auszuweichen und kritische Situationen zu Fuss zu bewältigen. Also keine Sorgen, wir haben das im Griff.

Nun gibt es eine kleine Blogpause bis am Freitag. Dann fahre ich am Morgen um 07.30 Uhr mir der Fähre zurück nach Pozzallo und anschliessend mit dem Rad noch 70 km bis Siracusa, wo am Samstag Mittag meine Heimreise mit dem Zug beginnt.   

Etappe 8: Noto – Pozzallo 05.05.2024

Distanz 65 km, Total 456 km

Etappe auf Komoot

Streckenvideo

Heute vor einer Woche bin in Lamezia losgefahren und nach acht Etappen nun am (Zwischen-) Ziel meiner Reise in Pozzallo angekommen. Morgen Nachmittag nehme ich dann die Fähre rüber nach Valletta (Malta) und habe dort für 4 Nächte eine Unterkunft gebucht Ich hoffe dort noch den einen oder anderen Ausflug, auch mit dem Rad, machen zu können, aber ich schaue mal, wie das dort so läuft. Die Infos bezüglich Strassenqualität und Fahrkünste der Einheimischen die ich bis jetzt bekommen habe, stimmen mich nicht so zuversichtlich. We will see!

Es waren noch einmal 65 herrliche Kilometer auf Nebenstrassen mit wunderschönen Ausblicken.

Einfach fantastisches Fahrradterrain.
Und die grosse Mehrheit der italienischen Autofahrer überholen in respektvollem Abstand.
Ich genoss diese Landschaft…
… auch wenn es immer wieder Höhenmeter bedeutete.
Radlerparadies

Die erste Ernte des Jahres war schon in vollem Gange und sowohl Getreide als auch Kartoffeln wurden eingefahren.

Die Ernte wird eingefahren.
Die schönen Blumen am Strassenrand lenkten zum Glück vom allgegenwärtigen Abfall ab.
Die Gräserfotos sind speziell für Barbara.
Nein, ich habe keine Samen mitgenommen. 😉
Diese haben wir ja sowieso schon mal mitgenommen.

Heute war es zeitweise so ruhig, dass nur alle 10 bis 15 Minuten ein Auto auftauchte. Wenn es so einsam ist, weiss der erfahrene Radler, dass dafür dann eher mit Hunden zu rechnen ist. Aber selbst dieses Problem hielt sich in Grenzen. Unter einem Baum lagen einmal drei grosse Hunde dösend im Schatten und einer davon forderte mich zu einer Sprintchallange heraus Pech für ihn, dass es bergab ging und ich mit meiner grössten Übersetzung bei einer Kadenz von 90 Umdrehungen 42km erreiche So gab er bald auf und ich war froh, diese Challenge nicht ein einer Steigung fahren zu müssen.

Wo lauert der nächste Hund?
Agrarland
Artischocken
In voller Blüte
Wer weiss in welche Richtung es nach Portopalo geht?

Ich bin nicht den direkten Weg gefahren, sondern wollte mir noch das Dörfchen Marzememi ansehen, von dem ich im Internet tolle Bilder gesehen hatte. Ich war wohl nicht der Einzige und da es heute Sonntag war, konnten sich die Restaurant- und Souvenierstandbetreiber über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. 

Natürlich mache ich die Fotos so, dass ihr nicht alle Touris seht.
Dazu muss man manchmal warten, bis eine Gruppe vorbeigezogen ist, dafür wirkt dann das Foto besser. 😉
Ein wirklich hübscher Ort.

Mir hatte es dort etwas zu viele Leute und so strampelte ich noch ins benachbarte Städtchen Pachino, wo ich mich mit einem feinen Pastateller für die zweite Hälfte der Route stärkte.

Zentrum in Pachino
Genau was ich brauchte.

Im Ort selber ist nicht wirklich viel los und so werde ich einen ruhigen Abend haben und freue mich auf Malta. Mal sehen, was es von dort zu berichten gibt.

Und es war gut etwas Energie getankt zu haben, denn auch heute nahm der Wind nach dem Mittag merklich zu und ich hatte bis zum Ziel meist einen ziemlich kräftigen Gegenwind. Spätestens wenn es runter geht und du trotzdem kräftig in die Pedalen treten musst weisst du, das Gegenwind ganz schön zermürbend sein kann.

Die Flagge lügt nicht.
Und auch der Sand deutet an, dass es hier schon mal kräftig bläst.

Trotzdem konnte ich auch diesen Teil der Tour geniessen, denn Landschaftlich und verkehrstechnisch war es einfach top.

Ja mein Hinterteil meldete sich heute zum ersten mal und fand, es sei nun an der Zeit ihm etwas Erholung zu gönnen. Ich konnte meine Sitzknochen beruhigen, dass es Morgen ja soweit sei. Also einfach noch durchhalten und sich nichts anmerken lassen.

Kurz vor Pozzallo entdeckte ich noch Flamingos in der Lagune

Bald schon erblickte ich in der Ferne mein Ziel Pozzallo. Den Umweg via Ragusa habe ich Gestern verworfen und mich für das Etappeziel Pozzallo entschieden, um Morgen stressfreie die Fähre ab hier nehmen zu können.

Ziel erreicht

Ich habe hier eine kleine Wohnung mit einer tollen Terasse als Unterkunft gefunden. Der perfekte Platz um nach dieser Etappe etwas zu entspannen und auf der Terasse den Blog zu schreiben.

Ideale Bedingungen für den Blogschreiber.
Es wird flaniert 
Abendgrüsse aus Pozzallo

Ich freue mich auf Malta.

Etappe 7: Siracusa – Noto

Distanz 42km, Gesamt: 391km

Etappe auf Komoot

Gestern musste ich euch ja berichten, dass die Etappen einer Radtour nicht immer wirklich glücklich machen. Die Etappe heute gehört aber in die Kategorie  „mehr davon“!

Es war in jeder Hinsicht eine perfekte, abwechslungsreiche und auch entspannte Etappe. Die kurze Distanz hat sich einfach aus dem angepeilten Ziel ergeben, denn als ich die Route für diese Tour plante, bin ich auf Bilder des Städtchens Noto gestossen und habe entschieden, das will ich mir ansehen.

So konnte ich heute in Siracusa entspannt starten und nutzte die Zeit noch für eine kleine Stadtrundfahrt, bevor ich mich auf den Weg machte.

Hier könnt ihr etwas mitfahren.

Noch einmal genoss ich dieses Flair der schönen alten Gassen und Plätze und dann gings raus Richtung Süden.

Die Badesaison in der Stadt ist eröffnet.
Alte Verteidigungsanlage
Statue des Ikarus. Viel griechische Geschichte hier.

Schon nach wenigen Kilometern konnte ich die stärker befahrene Strasse hinter mir lassen und ich genoss die ruhigen Nebenstrassen und die schöne Landschaft.

So macht radeln wieder Spass.

Plötzlich glitzerte das türgisfarbene Meer vor mir auf. Was für ein Anblick!

Wer könnte hier einfach weiterradeln?

Da musste ich einfach einen Stop einlegen um dieses Jahr den erstem Schwamm im Meer zu geniessen.

Black Beauty legte sich in Pose.

Ich fand einen guten Strandzugang und tauchte schon bald in den erfrischenden Wellen. Ich habe sehr genossen. Einfach perfekt.

Erfrischend aber wirklich schön.

Da schon gut die Hälfte der Route geschafft war konnte ich es gemütlich nehmen, denn der Check-In im B&B war erst ab 15h möglich.

Eine Etappe zum geniessen.

Also stoppte ich in Avola nochmals am Strand und gönnte mir einen Granita di Limone.

Anschliessend machte ich einen kleinen Umweg um durch das Zentrum dieser Kleinstadt zu fahren und entdeckte auch hier viele schöne Gebäude. Die Architektur in dieser Region hat mich wirklich überrascht.

Sogar ein toller Radweg führte ins Zentrum von Avola
Wohin man schaut, ein Fotosujet neben dem anderen.

Zum Schluss gab’s noch einen moderaten Aufstieg hinauf nach Noto, wo ich kurz nach 15 Uhr eintraf.

Noto in der Ferne.

Die Gastgeberin erwartete mich und staunte, dass ich mit dem Rad unterwegs sei. Ich müsse dieses aber auf’s Zimmer nehmen, denn sonst wäre da kein Platz. Nichts lieber als das, so weiss ich wo mein Pferdchen schläft.

Hier fühlen sich mein Pferdchen und ich natürlich wohl.
Blick vom Balkon. Was will man mehr?

Dann das übliche Programm mit Duschen, Kleider waschen und Blog vorbereiten, bevor es noch auf einen Stadtrundgang geht. Und ja, ich muss mir noch überlegen wohin ich Morgen fahre. Entweder direkt nach Pozallo, wo am Montag Mittag meine Fähre nach Malta fährt, oder nach Ragusa, welches mich auf Grund der Bilder auch noch als Zwischenstopp reizen würde. Bis Morgen muss ich mich entschieden haben.

Hier noch ein paar Bilder aus Noto. Auch wirklich einen Besuch wert.

Etappe 6: Catania – Siracusa 03.05.2024

Etappe 74 km, Total 349 km

Tourdaten auf Komoot

Um es gleich vorweg zu nehmen, es sind nicht Etappen wie diese, welche den Reiz einer Fahrradtour ausmachen. Manchmal muss man einfach gewisse Strecken einfach fahren, um weiter zu kommen. Heute bedeutete das vor allen, monotones und wenig motivierendes Radeln entlang von Hochleistungsstrassen. Gut 62 km der heutigen Etappe waren waren von dieser Kategorie.

In Messina wird auch an der Hauptstrasse einfach mal ein Verkaufsstand aufgestellt.
Es gibt schönere Strecken.

Am Anfang hoffte ich je noch, dass es nach Messina besser werden würde, aber weit gefehlt. Je weiter südlich ich kam, desto mehr nahm der Verkehr zu und trotz einiger Versuche ruhigere Nebenstrassen zu finden, landete ich am Schluss immer wieder auf der Hauptstrasse.

Das geübte Auge findet aber auch da immer wieder ein Fotosujet.

Es macht jedoch keinen Sinn sich darüber zu ärgern, sondern es zu nehmen wie es ist. Immerhin bieten solche Strassen die Gelegenheit, die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten.

Immer schön rechts halten.
An solche Anblicke will ich mich einfach nicht gewöhnen.
Dafür zeigte sich der Ätna heute in voller Pracht.
Und hier musste wohl der Traum vom eigenen Schloss begraben werden.

Und dann gibt es mit viel Glück auch nette Begegnungen, die es eben nur auf solchen Reisen gibt. In der Ferne sah ich einen Radler aus der Gegenrichtung kommen. Wir grüssten uns und stopten beide.

Ich überquerte die Strasse und lernte so Hanrur kennen. Er ist aus Deutschland und radelt in der Regel zusammen mit seiner Frau auf einem Tandem. Aktuell ist er mal solo auf einer Sizilienrundfahrt unterwegs unterwegs. Er ist vor gut zwei Wochen in Catania gestartet und hat nun die Insel im gegenuhrzeigersinn umrundet. Heute ist seine Finale Etappe und ich sagen: BRAVO, toll gemacht.

Ein gemeinsames Foto musste sein. Wenn du mit deiner Frau mal mit dem Rad in Winterthur eine Übernachtung suchst, du bist jederzeit herzlich willkommen.

Hanro erzählte, dass er auf der ganzen Reise kaum andere Tourenradler getroffen hätte und ich sicher 350km warten müsste, um andere zu sehen. Er sollte sich täuschen 😉. Wir plauderten ein paar Minuten und dann verabschiedeten wir uns und radelten unseren Zielen entgegen.

Es ging immer weiter auf der Hauptstrasse und zwischen mir und dem Meer sah ich ein riesiges Industriegebiet.

Selbst der Verpflegungsstop war heute nicht gerade idyllisch.
Abhaken und durchradeln

Es wird doch wohl einige kleinere und angenehmere Strassen geben. Auf Komoot suchte ich nach Alternativen, aber alle Versuche endeten damit, dass ich wieder auf die Hauptstrasse zurück gelenkt wurde.

Gerade als ich das akzeptierte und nach einem weiteren Umweg vor der Einfahrt zur Hauptstrasse stand, sah ich zwei Radler mit Tourengepäck. Auch sie suchten offensichtlich nach einem besseren Weg.

Ich stoppte und kam mit den beiden ins Gespräch. Sie waren aus Frankreich und sind gerade auf ihre 6 monatige Reise mit dem Ziel Norwegen gestartet. Noémie erzählte mir, dass sie sich vor allem vor wilden Hunden fürchte. Ich konnte sie beruhigen, auf der ganzen Reise war das kein Thema. Ich zeigte ihr den Pfefferspray, den ich für Notfälle immer dabei habe, aber auf allen Reisen noch nie einsetzten musste. Er gibt einem aber ein gutes Gefühl und ich glaube Noémie wird versuchen, sich auch so etwas zu besorgen. Wir tauschten uns noch etwas über ihre Routenpläne aus und ab sofort folge ich Noémie auf „Polarsteps“. Ich bin gespannt auf ihre Reise.

Noémie und ihr Partner, sorry habe nicht nach deinem Namen gefragt. Von Herzen: Bon voyage!

Kurz vor Siracusa habe ich ihn dann doch noch gefunden. Den Radweg der offensichtlich auf einem alten Bahntrasse angelegt war und mich so entlang von schönen kleinen Buchten in die Stadt führte.

So machte es zum Schluss noch richtig Spass.
Darum liebe ich Bahntrassen. Unnötige Steigungen werden weggesprengt.
Kleiner Canyon am Wegesrand.
Schöne Buchten
Und der Blick auf Siracusa
Einfahrt in die Stadt

Ich musste etwas suchen, bis ich zu meinem B&B fand in diesen engen Gassen, aber es hat dann doch geklappt und ich genoss das besondere Flair dieser Stad

Die sehenswerte Altstadt liegt auf einer Insel.
Ich suchte mir den Weg durch schöne Gassen

Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Etappe 5: Taormina – Catania 02.05.2024

Distanz 58 km Total 275 km

Ihr habt es sicher schon bemerkt. Auf dieser Tour sind die Etappen nicht zu lange, aber ich habe mir bewusst etwas Zeit gelassen um immer wieder anhalten zu können wenn ich Lust habe und trotzdem nicht zu spät am Ziel einzutreffen. Es sah eigentlich eher nach einer „Überführungsetappe“ aus, aber es wurde doch recht abwechslungsreich.

Bei der Ausfahrt aus Taormina genoss ich noch einmal die schöne Küstenlinie.

Blick hinauf nach Taormina

Immer wieder führte mich die Route durch kleine Ortschaften, wobei sich die Hauptstrasse sehr ähnlich sind. Charmant sind sie alle.

Wo möglich versuchte ich die Hauptstrasse zu verlassen um möglichst am Meer entlang zu fahren. Leider waren diese Wege oft Einbahnstrassen und wer wie ich Richtung Süden fährt, musste eine Strasse weiter von der Küste entfernt fahren. In Chianchitta lotste mich Komoot wieder einmal auf einen abenteuerlichen Weg. Meist bin ich ja sehr zufrieden mit den Routenvorschlägen der App, aber ab und zu wundere ich mich, was da noch als Fahrradweg durchgeht.

Hier musste ich kapitulieren. Zurück zur Strasse und einen Umweg fahren.
Dafür war es landschaftlich sehr schön. Schade könnt ihr die Vögel nicht hören.

Heute wurde Black Beauty also gefordert und auch der Gepäckträger wurde einem heftigen Rütteltest unterzogen. Beide haben die Prüfung gut bestanden.

Ab heute darf sich Black Beauty mit recht „Gravelbike“ nennen.
Auch hier wurden wir durchgeschüttelt, aber schlimmer war der Abfall entlang der Strasse.
Diese Aufnahme stammt aus einem Naturschutzgebiet. Unglaublich!

Immer wieder schweifte mein Blick zum Äthna, aber er wollte sich mir einfach nicht in seiner vollen Pracht zeigen.

Immer in Wolkegehüllt.

Nach Riposto gab es seltsame Strassenschilder die besagen, dass das befahren dieser Strassen für Motorräder und Fahrräder bei Vulkanasche auf der Strasse verboten ist. Zum Glück blieb der Vulkan heute ruhig, so dass ich meiner geplanten Route folgen konnte. 

Ab und zu kamen mir Rennradfahrer entgegen.

Kurz vor 13 Uhr kam ich an einem kleinen Lebensmittelgeschäft vorbei. Höchste Zeit kühle Getränke und ein frisch gemachtes Sandwich zu kaufen, denn zwischen 13 -16 Uhr sind diese Läden meist geschlossen.

Hier wird mein Panini zubereitet
Leider konnte ich auf dem Fischmarkt nichts kaufen. Der Fisch hätte die Reise kaum gut überstanden.

In Aci Trezza staunte ich dann über die seltsamen Felsformationen vor der Hafeneinfahrt. 

Danach musste ich noch einmal kräftig Höhenmeter strampeln. Zur Belohnung gab’s eine schöne Aussicht.

Hart erarbeitet

Anschliessend nahm der Verkehr immer mehr zu und Baustellen taten ihr Übriges, so dass es ab und zu ziemlich eng wurde. Aber keine Sorgen, Black Beauty ist schon eine richtige Italienerin und passt sich den lokalen Verkehrsregeln perfekt an. Wo eine Lücke ist, da ist ein Weg! Immer schön im Strom mit schwimmen und wenn es zu eng wird selbstbewusst die Strassenmitte suchen, so kommt keiner auf die Idee zu knapp zu überholen. So kamen wir zwei gut voran und schon bald war ich in den Vororten von Catania und staunte nicht schlecht, als plötzlich ein perfekter Veloweg auftauchte. So war also auch der starke Verkehr in Catania kein Problem. 

Einfahrt in Catania

Ein kurzer Austausch per Whats App mit dem Gastgeber des B&B um meine Ankunftszeit zu bestätigen und 10 Minuten später war auch die heutige Etappe schon Geschichte. Der Gastgeber riet mir das Rad ins Zimmer zu nehmen, weil hier sei es sonst nicht sicher. Den Rat nahm ich dankend an und so schläft mein Pferdchen auch heute Nacht sicher in meinem Zimmer.

Zu Fuss ging ich dann runter zum Hafen in eine Bar, wo ich den perfekten Platz fand um den Blog zu schreiben.

Von Häfen kann ich nie genug kriegen
Kein schlechter Platz zum Schreiben.

Ich geniesse es und bin froh und dankbar, solche Reisen machen zu können. Morgen geht’s weiter. Gut 72 km bis Syracusa.    

Hier noch ein paar Bilder vom Spaziergang durch die Stadt.

Etappe 4: Messina – Taormina 01.05.2024

Distanz 48 km, Total 217

Etappe auf Komoot

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Wettergötter waren mir heute gnädig gestimmt. Gleich nach dem Aufwachen habe ich zuerst die Website „Windfinder.com“ aufgerufen. Dort gibt es gute Infos bezüglich der Wind Situation und was ich dort sah, stimmte mich zuversichtlich. Die Windgeschwindigkeiten wurden nach unten korrigiert und in der Strömungsanimation sah ich, dass ich nur die ersten paar Kilometer mit direktem Gegenwind zu tun haben würde, anschliessend würde es eher seitlich von vorne kommen und vor allem abnehmen. Damit war klar, es wird geradelt! Beim Frühstück warnten mich die Gastgeber noch, dass es heute regnen würde und so packte ich die Regenausrüstung griffbreit ein.

Die Etappe war ja relativ kurz, so dass ich genügend Zeit hatte, bei einem grösseren Regenschauer auch mal in einem Restaurant das Schlimmste abzuwarten.

Schon die Ausfahrt aus Messina war trotz böigem Wind ganz entspannt. Kaum Verkehr und immer wieder zeigte sich die Sonne zwischen einigen Wolken.

Ausfahrt aus Messina
… und immer Richtung Süden

Die Routenwahl ist hier an der ganzen Küste recht überschaulich. Meist bleibt einfach die Hauptstrasse und in den kleinen Orten ab und zu die Strasse an der Strandpromenade.

Immer leicht rauf und runter
Die Regenwolken im Blick
Aber die Sonne war heute stärker
Alles bereit für die kommende Sommersaison

So ging es zügig voran. Ab und zu nieselte es, aber immer so, dass es sich nicht lohnte die Regenklamotten anzuziehen. Dass es hier aber erst vor kurzem wohl kräftig geregnet hat, war an den Pfützen auf der Strasse unschwer zu erkennen. Der Wind war auch fast eingeschlafen und ich hatte heute einmal mehr Glück mit dem Wetter.

Da sah es für einen Moment ganz düster aus.
Alle wollten an den Strand. Parkplatz = Fehlanzeige
Hier noch der letzte Hügel des Tages
Schönste Blüten am Strassenrand

Offensichtlich ist auch hier am 1. Mai ein Feiertag, denn auch heute war es auch der Hauptstrasse erstaunlich ruhig, keine Lastwagen und die Familien flankierten an den Strandpromenade entlang.

Schon kurz vor 13 Uhr kam ich im gebuchten Hotel an und auch mein Zimmer war schon bereit, so dass ich bereits einchecken konnte. Zuerst genoss ich einmal die tolle Aussicht von meinem kleinen Balkon, machte mich anschliessend frisch und bin mit der Seilbahn ins höher gelegene Städtchen Taormina gefahren.

Ein kleines U-Boot mit Touristen war in der Bucht unterwegs
Blick nach rechts vom Balkon aus.
Und direkt vor mir „Isola Bella“

Was für ein Touristenauflauf in Taormina! In Kolonnen schoben sich die Menschenmassen durch die Gassen. Souveniershops ohne Ende und ich fragte mich, was ich hier wollte?

Und wer alte Steine anschauen wollte durfte noch 12 Euro bezahlen.
Einen tollen Ausblick gab es dann doch noch.
Und die grosse Gartenanlage hatte ihren Reiz

Wirklich schön

In der Zwischenzeit kam auch noch die Sonne hervor und mir war klar, ich muss runter an den Strand, etwas kühles trinken und einfach dem Rauschen der Wellen zuhören. Das sagt mir auf jeden Fall mehr zu.

Einfach entspannen

So genoss ich den späteren Nachmittag am Strand und bin schon gespannt, wie es mir Morgen in Catania gefällt.

Etappe 3: Palmi – Messina 20.04.24

Distanz 46 km Total: 169 km

Tourdaten auf Komoot

Heute Morgen waren zum Aufwärmen nochmals ein paar Höhenmeter angesagt. Direkt von der Unterkunft weg ging es auf recht steilen Strassen aus Palmi raus und dann immer höher. So waren es die kleinen Gänge die zuerst zum Einsatz kamen. Da es aber nach wie vor verkehrsmässig auf der SS18 ganz moderat zu und her geht, war das „klettern“ recht entspannt.

Blick aus dem „Cockpit“
Oben angekommen

Nach knapp 5 km waren 300 Höhenmeter gewonnen und die konnten nun auf einer langen Abfahrt wieder vernichtet werden.

Wieder genoss ich schöne Ausblicke auf die Küste, aber ansonsten gibt es nichts besonderes zu berichten.

In der Ferne ist Sizilien schon gut zu erkennen.
Eie weitere Ortsdurchfahrt
Blick auf Bagnara Calabra

Im kleinen Ort Bagnara Calabra erhaschte eine alte, verfallende Villa meine Aufmerksamkeit und so war ein Foto Stop angesagt.

Spannende Strassenführung
So sieht das auf dem Navi aus.

An der Strandpromenade fand der Wochenmarkt statt, was zu einem kleineren Verkehrs Zusammenbruch führte. Mit dem Rad gab es aber immer ein durchkommen.

Für die roten Zwiebeln ist die Küste hier bekannt

Da es hier nur eine Strasse der Küste entlang gibt, war die Route Wahl einfach. Immer auf der SS18 Richtung Westen. In Scillia hatten sich schon die ersten Touristen eingefunden und ich hörte wie auf Schweizerdeutsch und Österreichisch Kommandos gegeben wurden, um die (zu) grossen Wohnmobile an den engen Strassen zu parkieren. Bei der Ausfahrt aus Scillia führte die Strasse wieder an einem wunderschönen Küstenabschnitt mit türkisfarbenen Wasser entlang.

Hier fühlt sich Black Beauty besonders wohl.
Blick zurück nach Scilia

Im Gegensatz zu den Autos konnte ich mit dem Velo in kleinen Nischen anhalten und die Landschaft geniessen.

Kleine Nische mit tollem Ausblick

In der Ferne war Sizilien nun gut zu erkennen. Hier spürte ich schon wie der warme Südwind in kräftigen Böen durch die Meerenge von Messina blies.

Bei der Fähranlegestelle in Villa San Giovanni war die volle Wucht des Windes dann zu spüren.

Warten auf die Fähre. Für 3 Euro mit Fahrrad ein Schnäppchen.

Die grosse Fähre liess sich davon aber nicht beeindrucken schipperte ruhig rüber nach Messina.

Im hektischen Verkehr in Messina fand ich dank Navi problemlos den Weg in die Unterkunft.

Dann noch ein kurzer Bummel in der Gegend, wobei ich die im B&B zurückgelassene Jacke vermisste. Der Wind war auch hier überall zu spüren und zwischen den Häusern waren die Böen recht heftig. Auch zogen Wolken auf, was für Morgen in Kombination mit dem Wind nichts Gutes verspricht.

Der Dom, ganz in der Nähe meiner Unterkunft.
Unglaublich

Gemäss Wetterbericht könnte es am Vormittag regnen und vor allem der Wind soll nach wie vor sehr stark aus Richtung Süden = Gegenwind, wehen. Wenn es Morgen gar nicht lustig ist zu radeln, und dass ist bei böigem Wind entlang von Hauptstrasse der Fall, dann werde ich eine Etappe mit dem Zug zurücklegen. Aber wer weiss, vielleicht bessert sich die Situation ja. Ich hoffe das Beste.

Etappe 2: Tropea – Palmi 29.04.2024

Etappe 67 km, Total 123 km

Tourenverlauf auf Komoot

Heute Morgen genoss ich zuerst ein reichhaltiges Frühstück. Nicht nur kleine Süssspeisen wie sonst in Italien üblich. Eier, Speck, Aufschnitt, Käse, Früchte, Müsli, alles war aufgetischt. Ich konnte also richtig Kalorien bunkern und die waren heute auch nötig. Die Küste Kalabriens bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke, aber diese müssen hart erarbeitet werden.

Dabei war heute doch Montag
Ruhige Nebenstrassen
Aber immer bergauf.
Dafür herrliche Blick aufs Meer

Die Dörfer liegen oft in der Höhe und so sind die Strassen entsprechend steil. 10% und mehr Steigung waren heute immer mal wieder zu bewältigen. Das war mit ein Grund, warum ich diese Tour nicht mit dem Lieger fahren wollte, denn steile Aufstiege sind mit unseren Liegen doch um einiges anstrengender, als mit dem Mountainbike. Dafür musste ich aber auch auf den unschlagbare Komfort eines Liegerads verzichten. Nach zwei Stunden meldet sich jeweils meine Sitzfläche und ich wünsche mir jeweils einen „Liegestuhl“. Die Schultern sind auch eher verkrampft und die Hände beginnen immer wieder zu kribbeln.  Aber was solls, alles hat seine Vor und Nachteile.

Nicht gerade Liegeradterrain

Immerhin haben sich die vielen Stunden den auf dem Hometrainer in den Wintermonaten bezahlt gemacht. Konditionell konnte ich heute trotz 970 Höhenmeter mit 20kg. Gepäck nicht meckern. Es lief rund. Die grosse Bandbreite an Gängen die ich „Black Beauty“ beim Refit spendiert habe, haben sich auch ausbezahlt. So konnte ich auch die steilsten Rampen im Sitzen bewältigen.

Immer wieder schöne Bilder entlang der Route
Als Eisenbahner müssen auch schöne Viadukte festgehalten werden.

An einer solchen Steigung winkte mir ein älteres Paar zu. Offensichtlich Touristen, welche zu Fuss unterwegs waren. Es gab einen „Daumen hoch“ und ich hielt kurz für einen „Schwatz“ an. Die Frau musterte mein Rad und fragte erstaunt, ob ich denn kein „E“ hätte. „Doch“ antwortete ich, „aber das E heisst Energie und steckt in meinen Oberschenkeln“.  Wir unterhielten uns kurz und bestätigten uns gegenseitig, wie schön diese Gegend doch sei und dazu perfektes Wetter.

Die Ausblicke sind jede Mühe wert.

Ich radelte weiter und gewann rasch an Höhe. Das kleine Bergdorf Nicotera überraschte mich. Enge steile Gassen und pitoreske Häuser machten den Anschein, als ob hier die Zeit still zu stehen schien. Im Dorf führten sehr steile Gassen hinunter ans Meer und ich war froh, diese Gassen nicht in der anderen Richtung fahren zu müssen. Da hätte ich wohl aufgeben müssen.

Gassen in Nicotera
Steil runter zum Meer
Da wurden die Bremsen ganz schön gefordert.
Dort oben thront Nicotera

Unten am Meer war dann Zeit für eine kleine Stärkung. Im Dorf hatte ich mir für 4.50 Euro eine Cola, eine Fanta und ein Mortadellasandwich gekauft. Da kann man nicht klagen. Ich liebe diese kleinen Läden, wo man sich an der Fleisch- und Brottheke etwas aussuchen kann, und alles wird frisch zubereitet.

Im Gebiet um San Ferdinando gibt es einen grossen Hafen. Offensichtlich auch viel Lastwagen Verkehr, denn die Strassen waren teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Es erforderte meine ganze Aufmerksamkeit, all diesen Schlaglöchern auszuweichen. Länger als ursprünglich geplant fuhr ich dann auf der Strada_Stadale 18 mit dem schönen Namen „Tirrenica-Inferiore“. Entgegen dem Namen war es recht entspannt zu fahren, denn oft hatte es einen breiten Seite streifen und vor allem kaum Schlaglöcher.

Genug Platz, aber leider auch sehr viel Abfall.

Für einen Besuch am Lido die Palmi vernichtete ich noch einmal 50 Höhenmeter. Heute musste ich einfach zumindest die heissen Füsse im Meer abkühlen.

In der Zwischenzeit war mir auch das Getränk ausgegangen aber ich war überzeugt, in Lido di Palmi kein Problem zu haben, kühle Getränke zu finden. Das wäre fast ins Auge gegangen, denn hier ist definitiv noch nicht Saison. Fast alles ist noch geschlossen. Zum Glück fand ich eine kleine Bar und konnte meinen Flüssigkeitsbedarf wieder auffüllen, den zum Übernachtungsziel nach Palmi waren es noch 8 km bergauf.

Genug Platz um mich abzukühlen.
Dafür musste ich anschliessend wieder „Höhe machen“. Blick zurück zum Lido di Palmi

Dort angekommen bezog ich mein Zimmer in einem B&B und startete die Ankunftsroutine. Verschwitzte Kleider auswaschen, duschen, Recherchen was es zu sehen gibt. Ehrlich, für Sehenswürdigkeiten muss man wohl nicht nach Palmi. Oder ich habe sie nicht gefunden. Dafür ist es ein wirklich authentischer Ort und zu Essen werde ich auch hier sicher etwas gutes finden. 

Erinnerte mich irgendwie an Havanna
Viel Verkehr und sonst … ?

Nachtrag: Das mir dem Essen war sehr schwierig, denn an Montagen scheinen alle Köche die Küche geschlossen zu lassen. Für eine einfache Pizza hat es dann doch noch gereicht.

Immerhin lecker 😋

1. Etappe: Lamezia-Terme – Tropea, 28.04.2024

Etappe 56 km

Tourenverlauf auf Komoot

Heute startete also meine Frühlingsreise 2024. Leider solo und ohne Barbara, aber sie konnte sich diese Tage nicht frei nehmen und die Ferien sind schon für später verplant.

Dann gibt es noch eine Neuigkeit, denn diese Tour fahre ich nicht mit meinem Liegerad, sondern gönne meinem 23 Jahre alten Mountainbike einmal eine Auslandsreise. Lange stand es verstaubt und ungeachtet in der Garage herum und wäre fast im Alteisen gelandet. Dann hatte ich doch etwas Mitleid und fand, die Grundstruktur dieses Rades hat mir ja immer gefallen. Warum nicht aufmöbeln und dabei etwas für den Fahrrad Unterhalt lernen? So bekam es die letzten Wochen eine Generalüberholung und ist nun wieder fast wie neu. Mit den 26 Zoll Rädern und dem relativ kleinen Rahmen passt es sogar mit demontierten Rädern und abgeschraubten Lenker in unsere verkleinerten Transbag-Taschen, die wir sonst für die gefalteten Lieger verwenden. Somit war klar, das Velo kommt mit in den Schlafwagen.

Macht sich doch gut im altehrwürdigen Bahnhof
Genug Platz für mich und „Black Beauty“

Gestern ging es los. Von Zürich nach Mailand und dann mit dem Nachtzug nach Lamezia-Terme, wo ich heute mit einer Stunde verspätung ankam.

Auf dem Bahnsteig baute ich mein Rad wieder zusammen und musste aufpassen, dass die starken Windböen mit nichts davon bliesen.

Zusammenbau auf dem Bahnsteig
Ready to go

Heute war Sonntag und so war recht wenig Verkehr und vor allem kaum Lastwagen unterwegs. Das war gut so, den der starke und böige Wind zerrte manchmal so am Rad, dass es gar nicht immer einfach war die Spur zu halten.

Blick zurück Richtung Lamezia
Überall blüht es …
und die Bienen sind im Einsatz.
Hier wachsen die Erdbeeren aus Italien

Die ersten paar Kilometer blies der Wind gerade von vorne. Knapp 11 km brachte ich auf den Tacho, dass kann ja heiter werden! Ein Blick auf die Route zeigte, dass ich bald die Richtung wechseln würde, was windtechnisch ein Vorteil war, dazu wurde es gebirgiger und diese Hügel hielten den Wind, der aus Süden kam, etwas ab. Manchmal konnte ich sogar Rückenwind geniessen und entspannt mit 28km/h dahin rollen.  So kam ich gut voran. In Pizzo machte ich eine Pause und schaute mich etwas in der Altstadt um. Natürlich musste ich die lokale Spezialität, ein Tartuffo, probieren. Es hat hervorragend geschmeckt.

Spezialitäten aus Kalabrien
Kein Platz für Fussgänger
Platz in Pizzo
Tartoffo Nero

Es ging weiter immer etwas erhöht und in einem stetigen Auf und Ab, aber nie zu steil, der Küste entlang. Die Strasse war nicht immer im besten Zustand, doch es gelang mir den grössten Schlaglöchern auszuweichen. Zu sehr wollte ich mein altes Rad ja auch nicht strapazieren. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Mit 25 Grad einfach traumhaftes Radlerwetter. Dazu immer wieder Ausblicke auf das türkisfarbene Meer. Was will man mehr?

Gemüsehändler am Strassenrand
Tropea in Sicht

Schon um 3 Uhr war ich am Etappen Ziel und konnte den schönen Garten im B+B geniessen.

B+B Villa Vittoria in Tropea. Sehr zu empfehlen.

Dann noch ein kleiner Rundgang in Tropea, wobei ich überrascht war, wie voll es um diese Jahreszeit schon war. Mehrheitlich italienische Touristen, die vor dem Ansturm der internationalen Gäste den Ort noch einmal „unter sich“ geniessen wollten.

Ein paar Bilder vom Stadtrundgang

Ein perfekter Start, ich freue mich schon auf die weiteren Etappen.

Gute Nacht

Heimreise Cres – Winterthur 19.09.2023

Nach unseren Velotagen haben wir also eine Woche am Meer verbracht und vor allem das morgendliche Schwimmen mit den Fischen im glasklaren Wasser genossen.

Unser Morgenritual

Ansonsten einige Spaziergänge dem Wasser entlang oder durch Olivenhaine und viel „nichts tun“.

Immer dem Wasser entlang
Steinige Wege durch die Olivenhaine
„Dorfplatz“ im Abendlicht
Suchbild: wo ist die 🐱

Am Sonntag waren wir gerade unterwegs der Uferpromenade entlang, als der Katamaran, der uns am Mittwoch von Cres nach Rijeka bringen sollte anlegte. Da die Hafenmole seit 2016 total erneuert wurde wollte ich mir ansehen, wo genau das Schiff anlegt, damit wir dann nicht am falschen Ende warten würden. Zwischen den verschiedenen Anlegestellen muss man nämlich einmal um den kleinen Stadthafen herum, was zeitlich nicht reicht wenn man das erst merkt, wenn das Schiff anlegt.

Der Katamaran legt neu an der langen Mole links an. Früher an der kurzen rechts vor dem großen roten Haus.

Es waren recht viele Passagiere an der Mole und während sie einstiegen schaute ich mir das Prozedere aus der Nähe an. Dabei erblickte ich ein „Velos verboten“ Zeichen über der Eingangstür! Oh Schreck, haben die etwa die Regeln geändert? Das letzte mal waren wir mit den vollbepackten Liegern problemlos an Bord gekommen. Ich fragte den Matrosen, der die Einstiegskontrolle machte wie das nun sei mit Fahrräder und er erklärte bestimmt: „Auf allen Katamaranschiffen der Jadrolinija-Flotte sind Fahrräder verboten! Ihr könnt mit den Fahrrädern nur bei den Autofähren mitfahren!“ Dumm nur, dass ab Cres keine Autofähren fahren. „Und wenn wir das Rad zusammenklappen?“ frage ich nach. „Wenn das nicht zu gross ist, könnt ihr so mitfahren“ antwortete er und schon legte der Katamaran ab.

Upps, da mussten wir uns nun mal die Optionen überlegen. Am besten wäre es sicher die Räder zusammenzuklappen, aber was wenn sie als „zu gross“taxiert werden. Wir könnten auch den ganzen Weg der letzten Etappe zurückfahren und die Fähre nach Brestova nehmen und unseren gebuchten Taxi nach Triest dorthin bestellen. oder… oder …. oder…

Wir entschieden uns die Variante „zusammenklappen und Fähre“ zu versuchen. Damit wir bei einem Misserfolg noch genug Zeit für eine andere Lösung hätten würden wir aber schon am Dienstag satt erst am Mittwoch losfahren. Also Taxishuttle umbuchen, was zum Glück problemlos klappte.

Der Katamaran am Dienstag fährt bereits um 07.45 Uhr.

Um 07.00h Unterkunft geräumt und Fahrräder „gesattelt“.

So waren wir heute um 07.20 an der Anlegestelle und bereiteten unser Gepäck und die Fahrräder vor.

Kompakt gepackt. Ob wir das alles an Bord bringen können?
Das Schiff legt an

Gespannt warteten wir auf den Verlad. Es war der gleiche Matrose wie am Sonntag dort und er lies uns passieren. Natürlich können wir das ganze Material nicht in einem Gang an Bord bringen und als wir mit der zweiten Ladung Gepäck aufkreuzten sagte ein zweiter Matrose „Dass ist aber mehr als persönliches Gepäck. Das geht nicht.“ ich erklärte ihm, dass ich das am Sonntag mit seinem Kollegen abgeklärt hätte und er mir das OK gegeben hat. „Das ist das letzte mal!“ sagte er laut. Ab nächstem Jahr sind auch keine gefalteten Fahrräder mehr auf dem Katamaran erlaubt!“ Er drehte sich um und wir waren einfach froh an Bord zu sein. Zwei andere Fahrradfahrer mit herkömmlichen Fahrrädern die ebenfalls mitfahren wollten, blieben heute enttäuscht am Steg zurück. Wir hoffen, sie fanden eine gute Lösung.

Der Rest verlief zum Glück perfekt. Der Taxifahrer erwartete uns an der Fähranlegestelle in Rijeka und wir konnten alles problemlos verladen.

Alles verstaut. Top Service: Taxirijeka

Wie vereinbart fuhr er uns für 120 Euro in gut 90 Minuten nach Triest zum Bahnhof. Dort bauten wir die Räder wieder zusammen um einfacher zum Zug zu kommen. Es war sogar noch genug Zeit für ein verspätetes Frühstück im Zentrum von Triest, bevor wir mit dem Zug Richtung Venedig fuhren.

Schöner Frühstücksplatz bei Sonnenschein
Gleicher Standort wie oberes Bild um 180 Grad gedreht. Nach 30 Minuten waren schon dicke Wolken aufgezogen.

38 Euro für 2 Personen und zwei Fahrräder von Triest nach Venedig sind ein fairer Preis. Zugbillette, Platzrservationen oder Zuschläge für Fahrräder kaufen aber auch Umbuchungen lassen sich übrigens prima direkt in der App von „Trenitalia“ erledigen. Wer also in Italien mit dem Zug unterwegs ist sollte sich die App unbedingt auf’s Smartphone laden.

Wer am Ausgangsbahnhof eines Regionalzugs einsteigt hat noch gute Chancen auf einen Veloplatz.

Der sehr gut ausgelastet Zug brachte uns in gut 2 Stunden nach Venedig.

In Venedig hatten wir 50 Minuten Zeit um umzusteigen und dann die Fahrräder erneut zusammenzufalten, damit wir im Direktzug Venedig – Zürich mitreisen konnten.

Gut in Venedig angekommen
Und für die Fahrt nach Zürich nochmals zusammenklappen.
Wir hatten Glück und ich konnte im „Giruno“ (Zugtyp) gestern noch kurzfristig“unseren Favoritenplatz“ buchen

So schafften wir es in knapp 16 Stunden vom Camingplatz nach Hause.

Letztes Abendlicht auf der Seebrücke in Melide. Gute Nacht

Einmal mehr waren wir sehr froh, dass unsere Räder faltbar sind, andererseits wäre die Heimreise viel mühsamer und wohl auch aufwändiger ausgefallen.

In Zukunft werden wir darauf achten in unserer Reiseplaung Katamaranfähren in Kroatien zu vermeiden. Schade, eine gute Möglichkeit mit öV und Fahrrad zu reisen fällt somit weg. Vielleicht findet sich ja zukünftig doch noch eine Lösung.

Etappe 14: Zagorje – Cres (12.09.2023)

ROUTE

Heute Mittag kurz vor 13 Uhr haben wir nach 803 km und 4300 Höhenmeter unser Ziel in Cress erreicht!

Ziel erreicht

Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man so eine Reise unfallfrei beenden kann. Dazu hat uns diesmal auch der Pannenteufel nicht erwischt. Vielleicht lässt er ja mit den Ü60 etwas Nachsicht walten.
Wir sind auf jeden Fall froh und dankbar, gut hier angekommen zu sein.
Heute war nochmals frühes Ausstehen angesagt.

Morgendlicher Ausblick in den Garten unserer Unterkunft
Die Häuser in der Nachbarschaft

Kurz nach 7 Uhr wollten wir los um die 08.15 Uhr Fähre auch sicher zu erreichen. Die Fähre fährt aktuell im 90 Minutentakt und 90 Minuten früher oder später machen aktuell in Bezug auf die Hitze einiges aus.
Unser Gastgeber Otto verabschiedete sich von uns und bestaunte nochmals unsere „speziellen Räder“. „Ich habe ja oft Fahrradfahrer als Gäste, aber sowas habe ich noch nie gesehen. Gute Reise und bleibt Gesund“ waren die Worte die er uns mit auf den Weg gab.
Bis zur Hauptstrasse hoch war das Schieben schon fast Pflicht.

Steigungen können einfach nicht fotografiert werden.

Über 14% Steigung mit bepackten Liegern, wer hier an fahren denkt verkennt die Physik.
Auf der Hauptstrasse angekommen genossen wir dann die Fahrt auf der Küstenstrasse. Das Morgenlicht war wiederum eine Belohnung für’s frühe Aufstehen und so radelten wir entspannte Richtung Brestova, von wo aus uns die Fähre nach Cres übersezten würde.

Runter zum Fähranleger

Zum Fähranleger ging es steil bergab und wir mussten zwischendurch unseren Bremsen eine kleine Abkühlpause gönnen, denn die wurden bei dem Gefälle und Gewicht ganz schön gefordert.

Schönstes Morgenlicht

Nach der Fährüberfahrt organisierten wir uns in einem kleinen Stassenkaffe noch etwas zu Essen und kalte Getränke, denn nun würden wir die nächsten 2 Stunden mit Berghochfahren beschäftigt sein.

Das Gute an dieser Steigung ist, dass die Autos von hinten immer nur schubweise im Takt der ankommenden Fähren kommen. Lokalen Inselverkehr gibt es auf diesem Abschnitt so gut wie nicht.
Also hatten wir fast 90 Minuten freie Bahn. Wir staunten, wie sich die Strasse gegenüber 2016 verändert hatte. Viel breiter ausgebaut und gefühlt auch etwas flacher angelegt. Es kann nicht viel sein, denn die Linienführung ist in etwa noch dieselbe, aber da und dort eine kleine Zwischensteigung zu eliminieren sowie einen feineren Belag macht offensichtlich viel aus.
Auf jeden Fall schafften wir den gesamten Anstieg ohne Schiebepassage, was uns schon ein gutes Gefühl gab.

Wie vor 7 Jahren. Barbara bezwingt den Aufstieg: BRAVO!!!

Die Arbeiter, offensichtlich Menschen aus China, waren an vielen Stellen intensiv am arbeiten und die Strasse wird in Zukunft kaum mehr wieder zu erkennen sein.

Hier wird ein Schutznetz gegen Steinschlag montiert.
Die Fahrbahnverbreiterung ist in vollem Gang

Nach 90 Minuten war es Zeit für eine kurze Pause im Schatten, denn der nächste Pulk von Fahrzeugen war von der Fähre ausgespukt worden. Danach ging es weiter und schon bald hatten wir die höchste Stelle erreicht.

Höhe geschafft.

Auch während dem Hochstrampeln genossen wir übrigens unsere neuste Anschaffung, die es ermöglicht, dass wir uns unterwegs via Bluetooth unterhalten können. Diese Teil hat sich vor allem in den Städten als sehr nützlich erwiesen, da wir so problemlos kommunizeren und auf Abzweigungen oder anderes Hinweisen können. Es funktioniert bis auf eine Distanz von etwa 150 Meter recht gut. Leider ist die Akkulaufzeit noch nicht so gut, dass es für einen ganzen Tag hält, aber es geht in die richtige Richtung.

Mit diesem kleinen Gerät lässt sich jeder Fahrradhelm zu einer „Kommunikationszentrale“ nachrüsten.

Was folgte ist der Traum jeden Radlers. 6-7 % Gefälle, breite Strasse mit gutem Belag und kaum Verkehr.

Einfach tolle

So genossen wir die Abfahrt Richtung Cres und können nur sagen: Auch das zweite mal war diese Tour einfach wunderschön.

Herrliche Abfahrt

Wir bleiben nun eine Woche hier und geniessen das Meer und die Umgebung von Cress, bevor es mit der Fähre nach Rijeka geht. Von dort mangels Alternative mit einem Taxishuttle nach Triest und dann mit dem Zug via Venedig nach Zürich.
Euch Lesern danken wir für’s mitlesen und natürlich ganz besonderen Dank an all die lieben Kommentare, ob auf dem Blog oder direkt zu uns auf WhatsUp.
Es hat einmal mehr Spass gemacht die täglichen Eindrücke aufzuschreiben, mit euch zu teilen und unser Tagebuch ist somit auch schon erstellt.