2 Etappe: 03.06.2021 San Leopoldo – Udine

Routendarstellung und GPS Daten: (Bilder und Kommentare im Link sind von anderen Komoot Nutzern)

Tagesdistanz: 83 km/ Total 138 km

Nach einer ruhigen Nacht waren wir kurz nach neun Uhr startklar. Heute war das Wetter noch besser als Gestern schon. Kaum Wolken am Himmel und um 9 Uhr schon so warm, das ich mit kurzen Hosen und T-Shirt starten konnte. Ein Gefühl das ich in diesem Jahr noch kaum je hatte. Kurz nachdem wir von unsrer Unterkunft losgefahren waren, versperrte uns eine Baustelle den Übergang über die Brücke auf der wir gestern ins Dorf fuhren. Obwohl die Arbeiten noch nicht begonnen hatte, wollte uns der anwesende Bauarbeiter einfach nicht über die Brücke lassen. Diese sei heute gesperrt und darüber sei schon lange in der Gemeinde informiert worden! Er zeigte uns den entsprechhenden Zettel. Es würde auch für uns keine Ausnahme geben. Wir sollten halt einfach das Tal hinunter und den Umweg über die nächste Brücke nehmen.
Das schien uns gar keine gute Idee weil wir befürchteten, dass das sehr weit werden könnte und möglicherweise würden wir dann das alte Bahntrasse, das nun als Radweg umgebaut ist und kurz hinter der gesperrten Brücke vorbeiführt, nicht mehr erreichen. Ich packte mein bestes Italienisch aus und versuchte es mit der Mitleidsnummer. Wir würden ja nur zu Fuss über die Brücke und wir wissen nicht wo der Umweg ist. Bitte, bitte, lassen sie uns doch passiere. Er blieb hart und da kam schon ein zweiter Arbeiter hinzu. Auch er gab uns zu verstehen, hier geht niemand mehr über die Brücke. Doch wir gaben nicht auf und fragten nochmal mit einem flehendem Gesicht. Wir wollten den beiden die Gelegenheit geben, heute eine gute Tat zu tun. Plötzlich machte der jüngere der beiden eine Handbewegung die bedeuten sollte, „geht rüber, aber rasch!“
Das liesen wir uns nicht zweimal sagen, wir bedankten uns herzlich, sagten dass sie sehr nett seinen und halfen die Absperrung soweit zu öffen, das wir durch kamen.

GgG

Kurz darauf waren wir glücklich auf dem alten Bahntrasse und konnten die gemütliche Fahrt bergab geniessen. Nach gut 3 km machten wir in Pontebba noch eine kurze Pause, da wir noch kein Frühstück hatten. Nach Cappucino Tee, Brioche und Apfelstrudel waren wir bereit für die nächsten Kilometer auf dem traumhaften Radweg. Immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge. Tunneldurchfahrten, mal länger mal kürzer. Immer aber eine erfrischende Angelegenheit. Kühles Wasser tropfte oft von der Decke und mit etwas Glück gleich durch die Lüftungsschlitze im Helm auf den Kopf. In den langen Tunnels gab es sogar eine Deckenbeleuchtung, die mit Bewegungsmeldern immer den nächsten Abschnitt einschaltete.
Wir hatten heute definitiv den schönsten „Liegestuhl“ der Welt.

Auch die Ausblicke von den verschiedenen Brücken auf den Fluss Fella, mit seinem türkisfarbenen Wasser, waren toll.

Auf diesem Abschnitt waren viele Radler unterwegs. Viele mit wenig Gepäck, was darauf hindeutete, dass sie nicht allzu lange Strecken fuhren und vielleicht am Ende des Tages von einem der vielen Shutteltaxis gebrauch machten, die hier ihre Dienste anboten.

Etwa 7 Kilometer vor Venzone endete dann der Traum vom Bahnwegradeln. Ein netter Herr erklärte uns, dass das Trasse hier leider ende und am weiteren Verlauf noch gearbeitet werde. Weiter unten sein ein Abschnitt, der wegen Steinschlag noch zuerst gesichert werden müsse. Wir müssten nun gut 7 km auf der Bundesstrasse fahren, dann geht der Radweg wieder weiter. „Wenn ihr etwas Zeit habt besucht doch Venzone.“ sagte er. “ Der Ort wurde vor 40 Jahren durch ein schlimmes Erdbeben vollständig zerstört und ist nun wieder aufgebaut. Ich wünsche euch ein gute Reise.“

Die Fahrt auf der Bundesstrasse war trotz einigem Verkehr ganz gut, da doch die meiste Zeit ein angenehm breiter Seitenstreifen zur Verfügung stand.

In Venzone fuhren wir durch das Dorf, jedoch ohne eine Pause einzulegen. Es war uns noch zu früh und wir mussten noch weit.

Ab da führte uns die von mir erstellte Route über viele kleine Nebenstrassen, Feldwege und kleine Dörfer. Das Tal wurde nun weiter und machten einer Ebene Platz. Die Hügel verschwanden bald in unserem Rückspiegel.

Es war zwar trotz Navi nicht immer einfach den richtigen Weg zu finden, denn oft waren die Pfade sehr schmal, aber immer gut zu fahren. Nur ein paar Kilometer auf einer Hauptsrasse war der Verkehr etwas dichter und unangenehm. Leider genau da, wo es auch noch steil bergauf ging. Eine ungemütliche Kombination. Nichts desto trotz war es jammern auf hohem Niveau. Nach diesem kurzen Intermezzo wurde es wieder ruhiger und wir genossen die Fahrt auf kleinen Wegen und an Kanälen entlang.

Wir staunten nicht schlecht als plötzlich das Ortschild „Udine“ auftauchte. So ländlich kann man also eine Grosstadt anfahren. Selbst in Udine erwies sich die Streckenwahl zum Hotel als ganz gut und so kamen wir gegen 5 Uhr, zwar müde, aber doch stressfrei im Hotel an.

Jetzt gehts noch etwas in die Stadt und natürlich freuen wir und nach einem lagen Tag ganz besonders auf das feine Abdenessen.

Kleiner Nachtrag zum Thema Essen:
Gestern Abend haben wir in dieser kleinen Trattoria im Ort gegessen.

Keine Speisekarte, aber die Besitzerin erzählt, was es heute gibt. Wir entschieden uns für je eine Teller Pasta, einmal an Tomaten – Käsesauce, einmal mit Knoblauch, Olivenöl und Chilli, dazu zwei gemischte Salate, ein Rindsbisteca, einmal gebratener Mais mit Käse, eine Flasche Mineralwasser, zwei Gläser Rotwein, ein Espresso. Hat alles prima und frisch geschmeckt. Die Türe zur Küche war offen und man konnte zusehen wie da alles frisch gekocht wurde. Gekostet hat alles 23 Euro. Wie das rentiert? Für uns ein Rätsel!

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