Wien – Belgrad 2017

Unsere Liegeradreise von Wien bis (wohl kurz vor) Belgrad.
22.06. – 08.07.2017

Ruhetage und Abschluss: 05. – 08.07.2017

Die nächsten Tage genossen wir alle gemeinsam und konnten dank der Familienkontakte einen guten Einblick ins Leben hier auf dem Land gewinnen.
Wir genossen auch gemeinsame Ausflüge an die Donau, wo wir auf einer Bootstour eine grosse „Gemeinschaftsweide“ besuchten, auf der unzählige Tiere den Sommer verbringen. Eine Gruppe Männer betreut die Tiere und wohnt in einfachen Unterkünften direkt an der Donau. Hier erstreckt sich auf einer Länge von einigen Kilometern fruchtbares Grasland mit Bäumen bestückt, welches vom Donauhochwasser im Frühling jeweils überschwemmt wird. Wenn das Wasser abgeflossen ist ziehen die Männer mit den Tieren hierher, wo sie den Sommer verbringen und die Tiere frei Weiden lassen.
Viele Rinder, eine grosse Pferdeherde, Esel, Hühner, Truthähne, Pfauen und noch einiges mehr leben hier frei zusammen. Alle Tiere haben auch Junge dabei und so war es wie ein riesiger „Streichelzoo“. Es sah fast so aus wie in der afrikanischen Savanne, nur das hier einheimische Tiere herumstreiften.

Tiertransport der besonderen Art

Bilder wie von einem anderen Ort

Afrika?

Unterwegs mit unserem persönlichen Flusskapitän

Auch er lebt zwischen all den grossen Tieren auf der Weide.

Friedlich vereint

Cowboyarbeit. Die Tiere werden geimpft

Auch Landwirtschaft wird hier gross geschrieben und so sahen wir riesige, moderne Obstplantagen. Auch die Lebensmittelverarbeitende Industrie hat das Potential der Region entdeckt und so hat sich z.B. auch die Firma Nestle hier angesiedelt.

Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Belgrad, wo wir einmal mehr über das lebendige Kulturangebote staunten, die grosszügige Fussgängerzone durchwanderten, das feine Essen genossen und wunderschöne alte Gebäude bewunderten.

Es war richtig heiss in Belgrad. Überall in der Stadt wurden Tanklastwagen mit frischem Trinkwasser aufgestellt, an denen sich die Passanten erfrischen konnten.

Auch der Brunnen in der Fussgängerzone wurde rege benutzt.

Wer Lust auf ein anderes Getränk hatte fand in den Geschäften eine reichliche Auswahl.

Unterschiedliche Tramgenerationen im Einsatz

Schöne Fussgängerzone

Eine der besseren (teureren) Adressen

 

Die Stadt steht vor einer grossen Herausforderung, denn grosse Investoren beginnen grosse Gebiete umzubauen und es wird sich zeigen, welchen dieser bevorstehende Wandel auf die Menschen die hier leben hat. Belgrad wird vermutlich in der Ranglieste der „Städtetouristen“ in den nächsten Jahren einen festen Platz einnehmen.

Kathedrale Hl.Sava, grösste Kirche Südosteuropas

Der Bau begann bereits 1894 und ist bis heute nicht vollendet. Kriege sowie die Zeit des Kommunismus haben die Arbeiten immer wieder unterbrochen

Die Krypta im Untergeschoss erstrahlt aber in vollem Glanz.

Staunen über die Farbenpracht im orthodoxen Gottehaus

Der Rückflug am Sa. 08.07. verlief problemlos. Unsere Räder haben wir zusammengefaltet und in einer Radtasche verstaut. Sie haben die Reise in dieser leichten „Verpackung“ unbeschadet überstanden. Kostenpunkt pro Fahrrad bei SWISS = 60 sFr.

Alle verpackt! Die Fahrräder im „TransBag“, die Sitze sowie zwei Fahrradtaschen in der grossen Tasche. Total: 2 Fahrräder, 2 x Aufgabegepäck und 2 x Handgepäck.

Fazit: Wir haben die Reise der Donauentlang sehr genossen. Abgesehen von der grossen Hitze hatten wir auch wettermässig eine gute Phase erwischt, denn viele Pfade sind bei Regnen wohl nur schwer befahrbar. Der grösste Teil der Strecke war verkehrsarm bzw. über lange Strecken bestand ein guter Radweg. Es gab nur drei längere Abschnitte mit viel Verkehr wo es manchmal schon eng wurde. (Einen Teil davon haben wir zum Glück am Wochenende befahren) Hoffen wir dass auch für diese Abschnitte bald eine bessere Lösung gefunden werden kann. Die Strecke „Eurovelo 6“ ist grundsätzlich gut ausgeschildert und doch waren wir froh ein Navi montiert zu haben, auf dem ich die Route im Voraus gespeichert hatte, so dass wir uns auch auf abgelegenen Feldwegen immer vergewissern konnten, auf dem „rechten Weg“ zu sein. Zudem haben die Radtoerenführer „Bikeline Donau-Radweg 3 + 4“ vom Verlag Esterbauer sowohl in der Vorbereitung als auch unterwegs gute Dienste geleistet.
Einmal mehr genossen wir das intensive Reiseerlebniss mit dem Fahrrad, das einem den Kontakt mit der Bevölkerung viel einfacher macht. Die Hilfsbereitschaft und das freundlichen Grüsse gaben uns immer das Gefühl willkommen zu sein.
Wir wünschen den Menschen entlang unserer Route in den kommenden Jahren Frieden und Stabilität, damit sich die Region so entwickeln kann, dass es für sie ein gutes wirtschaftliches Auskommen gibt und sich ihre Zukunftsträume in ihrer Heimat erfüllen lassen.

Euch liebe Blogleser möchte ich danken für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinen Berichten und eure Nachsicht bei den Schreibfehlern, welche sich oft auch „dank“ des seltsamen Korrekturprogramms auf meinem I-Pad eingeschlichen haben und vom müden Schreiber nicht entdeckt wurden.
Wir freuen uns schon jetzt auf eine weiter Reise. Wann, wo? Wir werden sehen.

Safe travells

Tage 12 + 13: Mo. 03. 07. Ruhetag und Di. 04.07.17 Etappe : Novi Sad – Krcedin

Distanz 32.33 km / Fahrzeit 2 Std. 29 Min. / Durchschnitt 13.0 / Gesamt 827.3 km
Wetter: ganzer Tag sonnig, 27 -32 Grad, Wind aus verschiedenen Richtungen

Am Ziel

Zuerst ein paar Worte zu unserem Ruhetag in Novi Sad. Unser Apartment in der Innenstadt nahe der Kathedrale und in der Fussgängerzone war für uns ideal um einen entspannten Ruhetag einzulegen. Wir waren vor allem in der schönen Fussgängerzone unterwegs, entdeckten da und dort lauschige Innenhöfe mit Restaurants oder Läden und besuchten die Festung Petrovaradin auf der anderen Seite der Donau. Dort genossen wir im Restaurant mit tollem Blick auf die Donau und die Stadt ein feines Mittagessen. Uns hat die Stadt mit ihrer Lebendigkeit überrascht und wir fühlten uns sehr wohl. Viele junge Leute wohnen hier und viele sprechen gut englisch. Am Abend schauten wir da und dort noch bei verschiedenen Freiluftveranstaltungen wie einem Theater oder einem Konzert zu.
Da wir nicht mehr zur Partygeneration gehören waren wir um Mitternacht jeweils schon im Bett. Um diese Zeit schien es auf den Strassen aber erst richtig los zu gehen. Laute Musik in den Club’s der Umgebung „zwangen“ uns die Fenster zu schliessen. Zum Glück hatten wir eine Klimaanlage.
Für Durchreisende auf der Donauroute ist ein Ruhetag hier aber sicher zu empfehlen.

Hier einige Bilder aus Novi Sad.

Lauschiger Innenhof

Dächerlandschaft in Petrovaradin

Genug Möglichkeiten sich bei einem Getränk zu erfrischen

Aufwändiges Blumengiessen

Fröhlicher Sommerabend

Freikonzert vor imposanter Kulisse

Am Dienstag stand dann unsere letzte Etappe an. Die Reise endet ja mit einem Besuch bei Julia’s Schwiegermutter Jelica im kleinen Ort Krcedin. Dort trafen wir unsere Tochter Julia und ihre Frau Daniela mit Tochter Sanja die hier die Sommerferien verbringen. Anschliessend sind ein paar „Familientage“ eingeplant und für uns die Gelegenheit das ländliche Leben in Serbien kennen zu lernen. Weil heute nur etwas mehr als 30 km auf dem Programm standen und wir erst gegen 14.00 Uhr ankommen wollten, starteten wir gemütlich und fuhren erst um 11 Uhr los. Die Route aus der Stadt führt der Hauptstrasse entlang und ist als verkehrsreich beschrieben. Der Radtourenführer rät sogar, die Strecke Novi Sad – Belgrad gleich mit dem Zug zurück zu legen, da es auch vor und in Belgrad viel Verkehr und wenige gute Radrouten gibt.
Die Ausfahrt aus Novi Sad verlief aber relativ entspannt und wir durften erneut feststellen, dass ein Grossteil der serbischen Autofahrer mit guten seitlichen Abstand überholt oder wartet bis es im Gegenverkehr eine Lücke gibt.

In der Fussgängerzone von Novi Sad fuhr es sich ganz entspannt

Leider bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel und auf 100 Fahrzeuge kommt bestimmt so ein „Vollpfosten“ der die Breite seines Autos oder LKW’s nicht richtig einschätzen kann und sich knapp an unseren Lenkern vorbeiquetscht. So haben wir bei erster Gelegenheit nach dem Ort Sremski Karlovci nach gut 11 Kilometer auf einen Schotterweg entlang der Bahnlinie gewechselt um kein Risiko einzugehen.

Im Zentrum von Sremski Karlovci

Dieser traumhafte Belag war bald zu Ende.

Das hat uns nochmals „traumhafte Mountainbiketrails“ beschert. Ein ständiges Auf und Ab auf schmalen, ausgewaschenen Feldwegen, wo unsere Pferdchen ihre guten Federeigenschaften unter Beweis stellen konnten. An einer Stelle trafen wir dann auf einen Baustellenabschnitt wo mit grossen Maschinen der Weg verbreitert und der Untergrund mit grobem Kies vorbereitet wurde. Hier war nicht mehr ans Fahren zu denken und so legten wir eine gut 400 Meter lange Schiebepassage zurück.

Schiebstrecke

Im Dorf Beska kamen wir wieder auf eine Nebenstrasse und konnten so die letzten Kilometer entspannt zurücklegen.

Noch 6.6 km bis aus Ziel. An jedem Radwegweiser in Serbien hat es im roten Balken einen noch einen individuellen Text. Bravo, so macht es noch mehr Spass den nächstenWegweisern zu suchen.

Wie versprochen trafen wir kurz nach 14 Uhr in Krcedin ein, wo wir vom „Familienempfangskomite“ auf der Dorfstrasse erwartet wurden.
Wir hatten also unser Versprechen vom letzten Jahr war gemacht und sind per Rad im Dorf eingefahren. Hier, nur 65 km vor Belgrad, endete somit unsere Radtour.

Danke für den herzlichen Empfang

Familienzeit

Hier genossen wir ein feines, gemeinsames Abendessen auf der Donau. Der perfekte Ort um die Reise abzuschliessen.

Tag 11: So. 02.07.2017 Etappe 9: Vukovar – Novi Sad

Distanz 88.6 km / Fahrzeit 5 Std. 42 Min. / Durchschnitt 15.5 / Gesamt 794.9 km
Wetter: ganzer Tag sonnig, vereinzelt Wolken, 24 -32 Grad, oft leichter Gegenwind

Welcome to Serbia

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen unserer letzten längeren Etappe nach Novi Sad. Unser eigentliches Ziel, das Dorf Krcedin, ist von hier nur noch 33 km entfernt.

Auch sie reisen unter Schweizerflagge. Donaukreuzfahrtschiff beim Ablegemanöver in Vokovar am Vorabend. (Reederei Viking Basel)

Das es heute Sonntag war und unser Gastgeber am Vorabend ab 7.00 Uhr das Frühstück angekündigt hatte, wollten wir uns heute, das erste Mal auf dieser Reise, ein Frühstück gönnen. Bis jetzt sind wir am Morgen jeweils ohne Frühstück losgefahren und haben uns so nach 20 – 30 Kilometer das erste mal verpflegt. Natürlich haben wir vor dem Start und unterwegs immer wieder getrunken, aber ohne Essen loszufahren hat sich für uns sehr bewährt. Auch Barbara, die noch auf der letzten Tour felsenfest davon überzeugt war, dass bei ihr ohne „Müesli“ am Morgen nicht’s geht hat sich auch ohne Morgenessen wohl gefühlt. Unter anderem hatte diese Taktik natürlich auch den Vorteil schon vor der grossen Hitze einige Kilometer zurückgelegt zu haben, den so ab Mittag wurde es jeweils recht kräftezehrend in der Hitze zu fahren.
Als wir um kurz nach sieben Uhr im Frühstücksraum vorbeischauten, war noch alles still und niemand zu sehen. Draussen kündigte sich ein strahlend blauer Tag und damit wiederum heisse Temperaturen an. Rasch war klar, wir warten nicht auf das Frühstück und fahren wie gewohnt ohne los, sonst kommen wir nicht vor acht auf die Strasse.
Also haben wir unsere Pferdchen gesattelt und den geschuldeten Betrag an der unbesetzten Rezeption zusammen mit einer kurzen Notiz hinterlegt und wollten gerade los, als der Pensionswirtin auftauchte. Wir sollten doch Bleiben und etwas essen, er wäre gleich soweit. Doch wir waren schon im „Radlermodus“ und lehnten dankend ab. „Ich bringe euch aber noch etwas kühles zu trinken für unterwegs, ein Saft?“ Da sagten wir nicht nein und staunten nicht schlecht als er kurz darauf mit zwei Dosen Bier und einem alkoholfreien Bier auftaucht. Hier scheint man unter Saft was anderes zu verstehen. Obwohl wir nicht daran dachten das Bier unterwegs zu trinken und es bis am Ende der Etappe sicher gut gewärmt sein würde, packten wir je eine Dose ein, um nicht unhöflich zu wirken. Die Dosen sind jetzt übrigens im Kühlschrank unseres Appartement um wieder auf „Trinktemperatur“ gekühlt zu werden. Wir haben sie als Zusatzbalast bis nach Novi Sad mitgenommen.

Zerstörter Wasserturm in Vukovar. Mahnmal eines traurigen Kapitels aus der jüngeren Geschichte auf dem Balkan.

Wir folgten die letzten Kilometer der kroatischen Radwegsignalisation.

Die heutige Etappe war gemäss Tourenbeschrieb gespickt mit einigen Abschnitten auf verkehrsreichen Strassen und auf den ersten 35 Kilometer bis an die serbische Grenze zusätzlich mit einigen kurzen aber knackigen Aufstiegen garniert.
Gegen den übermässigen Verkehr gibt es ja bekanntlich eine bewährte Taktik: solche Abschnitte wenn möglich am Wochenende fahren, denn wenn weniger Lastwagen unterwegs sind ist oft der gefährlichste Teil schon erledigt. Auch Privatautos hat es an Wochenenden meist weniger auf den Überlandstrassen unterwegs und so war es auch heute. Die Abschnitte an den Hauptstrassen entlang waren sehr gut zu fahren, aber wir können uns gut vorstellen wie das unter der Woche mit viel Lastwagenverkehr sein kann. Dann möchten wir nicht auf den oft schmalen Strassen unterwegs sein.
Langsam stieg die Strasse auf dem rechten Donauufer an und wir fuhren durch ein Gebiet mit riesigen landwirtschaftlichen Anbauflächen, die alle kurz vor der Ernte standen, bzw. bereits abgeerntet waren. Auf der Strasse sahen wir auch viel modernes Landwirtschaftsgerät; Traktoren, Ladewagen, Anhänger etc. Die vereinzelten Dörfer waren immer in einer Senke direkt am Fluss gebaut. Das hat wohl mit der früheren Bedeutung der Donau als Transportweg zu tun. Für uns bedeutete das, dass wir vor dem Dorf eine oft steile Abfahrt geniessen konnten, diese aber nur einige hundert Meter weiter wieder mit einer 6 – 8 % Steigung „büssen“ mussten. Mit schweren Rädern und nach einigen hundert Kilometer „Geradeausfahrt“ war das ganz schön anstrengend.

Immer wieder hinunter zu den Dörfern am Ufer …

… und mühsam wieder hinauf.

Felder bis an den Horizont.

Trotzdem kamen wir gut voran und erreichten den Grenzort Ilok kurz nach zehn Uhr.
Dort stärkten wir uns mit kühlen Getränken und etwas zu Essen. Wir wollten noch die letzten Kuna unter die Leute bringen.
Dann der Grenzübertritt nach Serbien über eine lange Brücke. Beim freundlichen Zöllner, ja das gibt es wirklich, zeigten wir unsere Pässe die sogar abgestempelt wurden.

Grenzüberfahrt

Unser 5. Land auf dieser Reise.

Wir hatten nun die EU verlassen und fuhren ab Backa Palanka auf der linken Donauseite Richtung Novi Sad. Auf der Hauptstrasse, der man ab hier 9 Kilometer folgen muss, war der Verkehr ebenfalls mässig. Trotzdem wurde viel „gehupt“. Nicht weil wir im Weg waren, sondern weil uns die Leute aus den vorbeifahrenden Autos begrüssten und uns fröhlich winkten. Sie überholten uns in der Regel auch mit merklich mehr seitlichem Abstand als das wir das im Verlauf dieser Reise gewohnt waren. Hoffen wir das dieser „Sonntagsfahrstiel“ auch am Dienstag noch gilt, wenn wir auf stärker befahrenen Strassen Novi Sad verlassen. Auch die Menschen am Strassenrand winkten oft und schienen Freude an unseren Rädern zu haben. Anschliessend ging es auf einem Feldweg mit zum Teil grobem Schotter auf einem Dam der Donau entlang. Unten am Wasser standen immer wieder Gruppen von kleinen Wochenendhäuschen, wo sich die Leute zu einem gemütlichen Zusammensein trafen. Es wurde gegrillt, gebadet und geplaudert. Als wir einmal auf dem Dam einen kurzen Halt machten, winkte uns ein älteres Paar zu und wollte uns etwas zu Trinken anbieten.

Wochenendhäuschen an der Donau

Zum Glück verdeckten die Wolken ab und zu die Sonne.

Auch in Serbien: Gut ausgeschilderterte Radwege

Doch wir wollten weiter, um die Fahrt in der Hitze bald beenden zu können. Kurz vor Novi Sad führte uns die Strasse durch den Ort Futog direkt an einer Eisdiele vorbei. Perfekt, hier hatte es eine Bank wo wir die ersten Dinar beziehen konnten, die wir gleich in kühle Getränke und feines Eis investierten. Die Kugel zu 50 Rappen!

Futog kurz vor Novi Sad

Die Abkühlung war dringend nötig

Dann die Einfahrt in Novi Sad zuerst durch einige Quartierstrassen und schon bald waren wir auf der Promenade ganz am Wasser. Hier gibt es diverse Gaststätten am Ufer in deren Garten auch das Badetuch ausgebreitet wird und in manchen wurde sogar Livemusik gespielt. Die Promenade hat drei Verkehrsflächen: eine rote Tartanbahn für Jogger, in der Mitte der gepflasterte Weg für Spaziergänger und daneben einen zweispurigen Veloweg! So stellt man sich wohl den idealen Strassenraum für den Langsamverkehr vor. Bravo und besten Dank, so sind wir stressfrei bis ins Zentrum gelangt.

Am Ziel in Novi Sad. Im Hintergrund die Festung Petrovaradin

Vor unserer Unterkunft, einem Appartement suchten wir vergeblich nach einer Rezeption, Klingel oder sonst einen Ort zur Kontaktaufnahme. Die angegebene Telefonnummer schien mit unseren Handys auch nicht erreichbar zu sein. Wie wir so dastanden kam ein Kellner eine nahen Pub’s, fragte nach unseren Rädern und rief von seinem Telefon aus die Nummer an. Es klappte und die Dame versprach in ein paar Minuten vor Ort zu sei. Gerade genug Zeit um im schönen Pub unseres „Helfers“ ein kleines Kühles zu trinken. Kurz darauf kam die junge Frau, zeigte uns die Wohnung und übergab die Schlüssel. „Die Fahrräder nehmt ihr am besten in die Wohnung, da sind sie am sichersten.“ Also dann, die Pferdchen vorsichtig in den 2. Stock tragen. Selbst da wurde uns Hilfe angeboten den ein Herr auf der Strasse fragte, ob er uns helfen soll, das Gepäck hochzutragen.

Unser „Heim“ für die nächsten zwei Nächte. 33 Euro pro Nacht!

Weil wir zwei Schlafzimmer haben, bekommen die Pferdchen ein eigenes.

Danke Serbien, wir wurden sehr freundlich empfangen und freuen uns nun auf einen Ruhetag in Novi Sad. Dann geht’s zum Familienbesuch in Krcedin und ich werde mich in den nächsten Tagen noch mit Einträgen melden.
Also immer mal wieder kurz reinschauen.

Tag 10: Sa. 01.07.2017 Etappe 8: Knezevi Vinogradi – Vukovar

Distanz 72.5 km / Fahrzeit 4 Std. 12 Min. / Durchschnitt 17.2 / Gesamt 706.4 km
Wetter: ganzer Tag bedeckt, 21 – 28 Grad, oft Gegenwind

Schweizertag

Als sich heute Morgen der Wecker um 6 Uhr meldete, wagte ich zuerst den Blick aus dem Fenster. Regen! Das kann ja auch was Gutes haben, denn wir legten uns nochmals ins Bett und dösten noch etwas. Gegen halb acht schien der Regen vorüber und wir machten uns zur Abfahrt bereit. Als wir nach 9 Uhr auf die Räder steigen wollten kam noch unsere Pensionswirtin heraus um uns zu verabschieden und ein Foto von uns zu machen. Sie haben zwar schon oft Fahrradfahrer beherbergt, aber noch nie ein solches Velo gesehen. Zudem waren wir ihre ersten Fahrradgäste aus der Schweiz.

Abschied unserer Gastgeberin im schönen Innenhof

Im Dorfladen kaufte ich noch etwas Wasser und zwei feine Brotstangen ein. Als ich zurückkam war Barbara schon mit einem älteren Mann ins Gespräch vertieft. Er hatte meine Schweizerflagge am Velo gesehen und erzählte in guten Deutsch aus seiner Zeit als er im Kanton St. Gallen und später im Thurgau arbeitete. Er freute sich offensichtlich uns von seiner Zeit in der Schweiz zu erzählen und es schien uns, als ob es ihn auch etwas traurig machte, seine Erinnerungen aufleben zu lassen. Es sei eben schon schön gewesen in der Schweiz, sagte er mit wehmütigem Blick. Die Einladung zum Kaffee mussten wir leider ausschlagen, denn wir hatten doch einige Kilometer vor uns. Nachdem wir das Wasser in unsere Trinkflaschen umgefüllt hatten wollte ich noch die leere Flasche im Abfallkübel entsorgen. Da rief mir ein anderer älterer Mann ein freundliches „Grüäzi, sind Sie uns dä Schwiz“ zu. Auch mit im plauderte ich ein paar Minuten und erfuhr das er von 1970 – 2004 im Kanton St. Gallen bei einem grossen Küchenbauer gearbeitet habe. Die Rückkehr scheint auch ihm nicht leicht gefallen zu sein. „Wissen Sie, in der Schwiz konnte ich Schuhe kaufen und musste die fast nie putzen, aber hier, überall staubige und bei Regen schlammige Wege. Da musste ich mich schon umstellen. Es wird zwar von Jahr zu Jahr besser, aber das dauert noch lange bis hier alles klappt. Schauen sie nur“ und er zeigte auf den Boden vor dem Laden, „diesen Platz haben sie vor einer Woche betoniert und neu gemacht und jetzt bröckelt die Kante schon ab. Das ist nur weil sie zu wenig Zement beimischen.“
Er schien in den gut 30 Jahren in der Schweiz viel vom exaktem Arbeiten verinnerlicht zu haben.
Wir hätten wohl noch Stunden in diesem Dorf bleiben können und mit den „Schweizern“ Gesprächsstoff gehabt, aber es war höchste Zeit uns auf den Weg zu machen. Der Gegenwind bremste uns auch heute noch etwas ein, wenn auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Tagen. Der Himmel war meist bedeckt, so dass uns auch die Sonne nicht mehr so stark einheizte. Gemäss dem Radführer waren heute einige Abschnitte auf stärker befahrenen Strassen zu absolvieren, aber da ja heute Samstag war, war nicht soviel Verkehr und vor allem waren kaum Lastwagen unterwegs. Dies machte sich den ganzen Tag positiv bemerkbar und selbst die Einfahrt in den grösseren Städten Osijek und Vukovar waren verkehrsmässig problemlos.

Impressionen von unterwegs:

Heute war wohl „Holzliefertag“. In vielen Dörfern grosse Holzbeigen die im nächsten strengen Winter Wärme spenden werden.

Wer in einem Dorf „70 km/h“ erlaubt muss sich nicht wundern wenn gerast wird

Immer wieder schmucke Kirchen

Nach wie vor fahren wir am Wasser entlang und überall ist es grün.

Die beiden warten wohl schon gespannt auf ihren Jungfernflug

Einfahrt in Osijek

Als wir in Osijek einfuhren sahen wir gleich rechts nach der Brücke über die Drau viel Leute auf einem Platz. Das wollten wir uns genauer ansehen und so bogen wir auf diese Platz ein, denn wir wollten in einem Café etwas Trinken. Kaum stellten wir unsere Räder vor einem Gartenrestaurant ab, kam auch schon ein freundlicher junger Mann auf uns zu und fragte in akzentfreien Schweizerdialekt, ob wir Lust auf einen Kaffe hätten. Er und seine Familie hätten uns schon auf der Strasse mit der Schweizerflagge gesehen als sie uns mit dem Auto überholten und sie würden uns gerne einladen. So eine freundliche Einladung zur rechten Zeit nahmen wir mit Freude an und schon sassen wir zusammen mit Vasi, seiner Frau Gaby und ihren süssen Töchtern Mia und Tati an einem Tisch und plauderten über unsere Reise und was sie hierher brachte. Vasi’s Eltern stammen aus dem Dorf Knezevi Vinogradi in dem wir übernachtet hatten. Sie gingen ebenfalls in den 70er Jahren in die Schweiz da sie damals von Arbeitsvermittlern angeworben wurden. Vasi wurde in der Schweiz geboren und kannten Kroatien durch die Geschichten seiner Eltern und Ferienbesuchen. Vor ein paar Jahren stand dann die Frage im Raum, was denn nun mit dem Haus seiner Eltern in Kroatien passiert oder ob man es verkaufen sollte.
Vasi’s Frau Gaby hatte dann die Idee ihrem Leben eine neue Wendung zu geben und mit der Familie nach Kroatien zu ziehen um das Haus zu restaurieren und zu versuchen, ihrem Arbeitsleben mehr Sinn zu geben als alles nur dem Arbeitsstress unterzuordnen. So starteten sie dieses Familenexperiment vor 9 Monaten und sie fühlen sich wohl. Die Renovation verläuft nach Plan und wer weiss, vielleicht bieten die beiden schon bald im Rahmen von Ökotourismus oder ähnlichem ein Angebot an. Potential hat die Gegend auf jeden Fall. Die ältere Tochter besucht nun die erste Klasse und so lebt sie die Familie nach und nach in dieser Dorfgemeinschaft ein.
Wir haben das kurze Zusammentreffen mit dieser tollen Familie sehr genossen und wünschen Ihnen von Herzen viele erfolgreiche Ideen und das sich ihre Wünsche erfüllen.

Wir wünschen euch, dass sich eure Träume erfüllen. Danke für die nette Begegnung.

Die letzten gut 40 Kilometer fuhren wir weiterhin oft auf Hauptstrassen die aber wie gesagt wenig Verkehr hatten. In den Dörfern immer wieder ein fröhliches „Hallo“ und Winken der Leute auf der Strasse und in den Gärten. Kurz vor Dalj kam dann noch eine kurze, knackige Steigung. Genau in dem Moment, in dem ich mit dem Pedalentreten etwas nachlässiger wurde, erschien mein persönlicher Coach in Form eines Strassenhundes, der mich mit lautem Bellen und Nebenherrennen den Hügel hinauf trieb. Vielen Dank, diese Motivation habe ich gebraucht 😉

Zuerst die Ankündigung das es nun bergauf geht …

… und schon war der „Motivator“ zur Stelle.

Da schlägt das „Bähnlerherz“ höher. Am Bahnhof von Dalj

Spuren einer dunklen Zeit auf dem Balkan. Hoffen wir das die Menschen lernen den Hass zu überwinden.

Um halb vier erreichten wir unsere schöne Pension „Villa Vanda“ in Vukovar wo wir vom Besitzer freundlich empfangen wurden. Dann das übliche Ritual; duschen, Blog schreiben und später geht’s noch ins Zentrum für einen kleinen Rundgang und Abendessen.
Morgen dann die letzte „lange Etappe“ nach Novi Sad in Serbien. Wir sind schon bald am Ziel der Reise

Tag 9: Fr. 30.06.2017 Etappe 7: Baja – Knezevi Vinogradi

Distanz 82.66 km / Fahrzeit 5 Std. 16 Min. / Durchschnitt 15.7 / Gesamt 634 km
Wetter: ganzer Tag sonnig, Nachmittag einzelne Wolkenfelder, 24 – 32 Grad,ganzer Tag viel Gegenwind

Hallo Kroatien

Die heutige Etappe verlief ziemlich ereignislos. Die Abfahrt war heute etwas später, weil nicht ganz so viele Kilometer geplant waren. Es war schon gegen halb acht als wir in Baja den Weg auf die Eurovelo 6 suchten um Richtung Mohacs zu kommen. Rasch waren wir auf einem geteerten, schmalen Damweg, auf dem ab und zu auch ein Auto vorbei kam. Ansonsten waren wir ungestört und konnten der Symphonie lauschen, die die Vögel links und rechts von uns in den Bäumen inszenierten. Ein ausgebildeter Ornithologe könnte hier wohl tagelang nach den verschiedensten Vogelarten und Stimmen suchen. Wir als Laien begnügten uns an den schönen Stimmen und freuten uns wenn ab und zu wieder mal ein besonders farbiger oder grosser Vogel vor uns auftauchte und oft rasch wieder im Wald verschwand. Bereits zweimal konnten wir einen Fasan beobachten, der sich vor uns aus dem Staub machte, sich im Dickicht versteckte und dann lauthals wegen unserer Störung „reklamierte“. Um Fotos zu schiessen sind diese Vögel aber alle viel zu schnell.

Idylle in Baja am Morgen

Dieser Abschnitt gefiel sogar Barbara’s „Mitfahrer“

Kleine Bauernhöfe neben dem Dam.

Auf dem Dam kamen wir auf tollem Teerbelag, trotz wieder kräftigem Gegenwind, zügig vorwärts, so dass wir die 9.30 Uhr Fähre zum übersetzten nach Mohacs erreichten. In Mohacs investierten wir noch ein paar Forint in Eiscreme und kalte Getränke, die restlicher Forint wechselten wir in Kuna um, den kurz hinter der Stadt lag die Grenze zu Kroatien.

Diese „Duschen“ haben wir in allen grösseren Orten Ungarns in den Fussgängerzonen gesehen. Ein feiner Wassernebel gibt etwas Erfrischung.

Fussgängerzone in Mohacs

Einige Lastwagen warteten auf die Abfertigung und auch etwa 10 Autos standen in einer Reihe. Zum ersten Mal auf dieser Reise mussten wir für einen Grenzübertritt unsere Idenditätskarte vorweisen. Die Zöllner genossen ihr Privileg jeden zu kontrollieren offensichtlich und nahmen sich viel Zeit. Schön das diese Prozedur an den Grenzen heute in weiten Teilen Europas Verganhenheit ist.

Warten am Zoll bis die Papiere kontrolliert sind

Es war besonders glücklich die Grenze auch ohne Pass überquert zu haben.

Nach den doch eher „mürrischen“ Zöllnern begrüssten uns die Leute in den Dörfern umso herzlicher. Gefühlt haben uns in den ersten gut 40 Kilometer auf kroatischen Strassen schon doppelt so viele Menschen fröhlich zugewinkten und gegrüsst als in ganz Ungarn. Spannend zu beobachten wie sich die Art, wie Menschen sich verhalten oft nach Grenzen verändert. Nicht dass die Ungarn unfreundlich gewesen wären, aber es braucht dort wohl etwas mehr Zeit, bis sie auf Fremde zugehen, fast wie in der Schweiz.

Heute gab es mal wieder Sonne satt: Von Oben und von der „Seite“

Kurz vor dem Etappenziel stand dann unsere erster „Bergpreis“ auf dem Programm. Zwar nur ein kleiner Hügel und 150 Höhenmeter, aber mit Gepäck und in dieser Hitze, reichte uns das vollauf. Wir sind froh einen Flussradweg und keine Alpenüberquerung als Tourenverlauf gewählt zu haben.

Vor dem Anstieg: Energietanken im Schatten.

Nach dem Aufstieg: erstes Kroatisches Bier geniessen. (Nur noch 6 km bis ins Ziel, das passt)

Unser Gasthaus für heute Nacht

Bei einem etwas verspäteten Mittagessen nur 6 Kilometer vor dem Ziel füllten wir den Energie- und Wasserspeicher wieder auf und fuhren gemütlich in unsere Pension, wo wir freundlich empfangen wurden. Den Begrüssungsschnapps lehnten wir dankend ab, dazu war es noch zu früh. Wir genossen die frühe Ankunft und ich konnte so relativ stressfrei meine Blogarbeit erledigen.

Tag 8: Do. 29.06.2017 Etappe 6: Dunaföldvar – Baja

Distanz 93.8 km / Fahrzeit 6 Std. 31 Min. / Durchschnitt 14.4 / Gesamt 551.3 km
Wetter: Morgen Gewitter 18 Grad, Nachmittag 28 sonnig, ganzer Tag viel Gegenwind bis 60 km/h

Wetterkapriolen

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von wechselhaftem Wetter. Offenbar sollten wir Langstreckenradler nach der gestrigen Lektion: „Komme mit jeder Wegbeschaffenheit klar“, auch noch das Thema „Wetterkapriolen“ instruiert bekommen.
In der Annahme das auf den Wetterbericht verlas ist und der Regen sich in der Nacht verziehen würde, stellten wir den Wecker wiederum auf 5 Uhr, um gegen 6 Uhr auf der Strasse zu sein.

Wir hätten ja auch noch etwas in unserem „Museumsbett“ schlafen können.

Als der Wecker läutete sah alles noch nach einem guten Plan aus, doch als ich kurz nach 6 Uhr das grosse Tor öffnete, um aus unserer Unterkunft zu fahren entdeckte ich grosse schwarze Wolken am Himmel und kurz darauf begann es bedrohlich zu Donnern. Regen setzte ein und es war klar, jetzt zu starten wäre keine gute Idee. So setzten wir uns im Innenhof auf eine geschützte Bank und warteten ab. Da kam mir den Sinn das sich bei Barbara gestern gegen Ende der Etappe am Vorderrad ja ein schleichender Platfuss gemeldet hatte. Das könnte wir ja gleich mal checken. Bingo, der Luftverlust war über Nacht fortgeschritten. Also Zeit den Schlauch zu wechseln. Lieber jetzt als unterwegs.

Sie machte das einzig Vernünftige; weiter dösen

So verging die Zeit und die Hausbesitzerin leistet uns auch noch Gesellschaft. Immer wieder dachten wir, dass es mit dem Unwetter nun vorbei sei, aber schon im nächsten Moment regnete es wieder wie aus Kübeln. Kurz nach acht Uhr war unserer Geduld am Ende, wir wollten los. Schliesslich waren auch heute 92 Kilometer geplant und der angesagte Gegenwind lies keine leichte Etappe vermuten. Wir zogen die Regenjacke über und starteten.

Bereit für einen Start im Regen.

Düstere Aussichten

Unterschlupf bei Starkregen

Schon kurz nach dem Start, wir hatten gerade die Donau überquert, begann es wieder zu Regnen. Wir suchten Schutz in einem Bushäuschen, bis das Schlimmste vorüber war. Nach 15 Min. ging es weiter. Die dunklen Wolken kreisten um uns und auch das Donnergrollen war mal nah, mal fern zu hören. Als wir auf einem Damweg unterwegs waren und das Donnern wieder näher kam, fühlten wir uns den Elementen ziemlich schutzlos ausgesetzt. Der Wind kam kam in Böen von Vorne und der Regen peitschte uns ins Gesicht.

Damfahrt im Regen

Bevor es auch noch zu Blitzen begann flüchteten wir vom hoch gelegenen Dam in einen kleinen Wald, wo wir das Schlimmste abwarteten. Kurz zuvor hatten wir ein einem kleinen Laden Brot und Käse gekauft und so legten wir hier unseren „Frühstücksstop“ ein.

Zum Glück war das der letzte Regenguss des Tages und nach und nach setzte sich die Sonne durch. Es wurde wärmer, doch der kräftige Gegenwind, der manchmal ganz arg an unseren Rädern rüttelte blieb den ganzen Tag ein ungeliebter aber treuer Begleiter.

Zum Glück hatten wir heute einen eigenen Radweg und mussten die Strasse nicht mit den grossen Lastern teilen.

Impressionen von unterwegs
Die Wege waren heute mehrheitlich sehr gut und die Abschnitte mit unbefestigten Kies- oder Wiesenwegen waren nur wenige Kilometer lang. Zum Glück, denn zusammen mit dem Gegenwind und dem vom Regen aufgeweichten Boden schafften wir auf solchen Abschnitten oft nur 8 -10 km/h.
Immer wieder fuhren wir durch kleine Dörfer in denen es meist auch ein kleines Lebensmittelgeschäft gab, wo wir ab und zu kühle Getränke kauften.
Die letzten 30 Kilometer vor Baja waren auf einem gut asphaltierten Damweg, so dass wir „nur noch“ gegen den Wind kämpfen mussten. Wie so oft auf solchen Abschnitten entlang der Auenwälder konnten wir immer wieder verschiedene Vogelarten beobachten. Heute sahen wir aber zu unserem Erstaunen auch einen weissen Hirsch zusammen mit einer braunen Hirschkuh die friedliche grasten. Leider verschwanden sie aber  im Wald bevor wir die Kameras bereit hatten. Später entdeckten wir zwei „Rehkinder“ die unsere Vorüberfahrt gelassener nahmen und sich sogar noch für einen „Fototermin“ vor die Kamera stellten .

Warteten geduldig bis der Fotograf bereit war.

Kurz vor halb 6 fuhren wir in Baja ein. Die Leute hier genossen den Abend am Ufer eines Nebenarms der Donau. Das wäre eigentlich heute auch unser Plan gewesen und mit einer geplanten Ankunft um 15 Uhr durchaus realistisch, aber die verzögerte Abfahrt am Morgen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Mediterrane Stimmung an der Donau

Promenade in Baja

Im Zentrum von Baja. Imposante, schmuck herausgeputzte Häuser

So blieb es bei einem kurzen Stadtrundgang und gemütlichen Abendessen. Die „Forint“ wollen ja noch ausgegeben werden, denn Morgen brauchen wir Kuna. Am Mittag werden wir die Grenze nach nach Kroatien überqueren.

Tag 7: Mi. 28.06.2017 Etappe 5: Budapest – Dunaföldvar

Distanz 102.3 km / Fahrzeit 7 Std. 02 Min. / Durchschnitt 14.5 / Gesamt 457.5 km
Wetter: heiss 21 – 33 Grad, ganzer Tag Sonne pur, sehr heiss, (Velocomputer zeigt 41 Grad)

A long way home

Heute war der perfekte Tag um die mentale Stärke eines Tourenradlers zu verbessern. Es waren alle Zutaten gegeben um uns auf die Probe zu stellen und am Schluss des Tages trotz aller Wiedrigkeiten zufrieden am Ziel anzukommen.
Begonnen haben wir auch diesen Tag wieder mit dem Wecker um 05.00 Uhr. Ihr wisst ja, je später der Tag umso heisser das Radeln. Der Weg aus Budapest ging soweit erstaunlich gut, da wir rasch auf einem Radweg waren der uns der Donau entlang Richtung Osten führte. Wir genossen noch einmal einen Blick auf diese wunderschöne Stadt im Morgenlicht.

Auf Wiedersehen Budapest.

Der Verkehr wurde mit jeder Viertelstunde intensiver und an einem Busumsteigepunkt waren wir plötzlich inmitten der Pendlerströme „gefangen“. Irgendwie fanden wir, Navi sei Dank, doch den Radweg und schon bald gab uns die Tafel „Eurovelo 6“ Gewissheit, auf der Richtungen Route zu sein. Dies war umso beruhigender, da der Weg sich langsam zu verabschieden schien. Er wurde immer schmaler und links und rechts wuchsen zum Teil hohe Brennesselstauden. Da macht man sich als Liegeradler aber richtig dünn, denn die Sträucher sind auf einer sehr unangenehmen Höhe.
Sowieso war die Wegbeschaffenheit heute ein Dauerthema. Sehr oft fuhren wir auf sandigen, ausgewaschenen Wegen. Dann wiederum auf Wiesen, die das Vorwärtskommen auch nicht begünstigten und wenn der Weg mal befestigt war gab es riesige Schlaglöcher denen wir ausweichen mussten. In diesem Sinne war heute den ganzen Tag konzentriertes Fahren angesagt. Dazu die Sonne, die immer stärker vom Himmel brannte und uns wurde bald klar, dass diese Etappe anstrengend werden würde. Wir trafen auch kaum noch auf Fernradler. Wer es auf einfache Etappen und Gepäcktransport zum nächsten Hotel abgesehen hat, fährt spätestens ab Budapest nicht mehr weiter östlich. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war bei dieser Wegbeschaffenheit auch nicht wie gewünscht und wir wussten das uns heute ein 100er bevorstand. Nur nicht nervös machen lassen!

Weg Impressionen:
So unterschiedlich kan radeln sein. Mit einem voll beladenen „Lieger“ ganz schön anspruchsvoll.

Wir machten immer wieder kurze Pausen um Flüssigkeit in uns hinein zu schütten, ab und zu was kleines zu essen, die Sonnencreme wieder frisch aufzutragen oder die Kleider zu benetzen um uns abzukühlen. Die Gegend entlang der Donau war nach wie vor reizvoll und oft standen schöne Sommerhäuser am Ufer während die kleinen Dörfer zunehmend einfacher wirkten.

Idyllen an der Donau

Ab Mittag nahm auch der Wind immer mehr zu und blies uns direkt in’s Gesicht. Auch dieser Umstand war einem zügigen Vorwärtskommen nicht gerade förderlich.

Was die einen freut …

… macht den andern zu schaffen. Zuviel Gegenwind!

Gegen zwei Uhr waren wir gezwungen gut 10 Kilometer auf einer stark befahrenen Strasse mit viel Lastwagenverkehr zu fahren. Da wurde es manchmal ganz schön eng und wir hatten ehrlich gesagt nicht wirklich Spass auf diesem Abschnitt. Zum Glück verlief alles gut und wir konnten wieder auf einen Wiesenweg ausweichen. Wenn auch anstrengend, so war es jedenfalls sicher.
Müde kamen wir gegen halb fünf Uhr in unserer Unterkunft an.
Die Pension ist in einem alten Bauernhaus aus 1880 untergebracht, welches die Besitzer liebevoll restauriert und mit historischen Gegenständen ausgestattet haben um hier nun eine kleine Pension zu betreiben. Das Haus kann aber auch von Passanten besichtigt werden und die Besitzer führen Interessenten gerne durchs Haus. Wir schlafen also heute in einem Museumszimmer!

Nach einem Rundgang im Haus gingen wir noch ins lokale Schwimmbad um die müden Muskeln etwas zu entspannen, so dass wir morgen bereit sind für die nächste Etappe nach Baja.

Tag 5: Mo. 26.06.2017 Etappe 4: Esztergom – Budapest

Distanz 88.89 km / Fahrzeit 5 Std. 50 Min. / Durchschnitt 14.8 / Gesamt 355.2 km
Wetter: heiss 23 – 31 Grad, bis Mittag bedeckt, ab 14.00 Uhr Sonne, heiss

Stop and Go!

Heute sind wir wieder vor halb sieben Uhr losgefahren um der Hitze soweit möglich zu entkommen. Da es in der Nacht geregnet hat war es auf dem Rad fast schon etwas kühl. Der Weg führte uns direkt an der Donau entlang durch einen Park unterhalb der grossen Basilika.

Morgenstadtrundfahrt

Basilika in Esztergom

Später mussten wir einige Kilometer auf einer Überlandstrasse ohne Seitenstreiffen fahren, da auf diesem Abschnitt ein Radweg fehlt. Wir waren froh früh unterwegs zu sein, den es hatte noch wenig Verkehr. Von der Überlandstrasse ging es dann links 300 Meter zur Donau hinunter, wo wir mit der Fähre auf die andere Seite Nach Szobo übersetzen mussten. Die Fähre verkehrt zwischen 06.50 – 17.50 Uhr jede Stunde um die Minute xx.50. Von der anderen Seite in Szobo jeweils um die Minute xx.40.
Wir mussten gut 30 Minuten an der Fähranlegestelle warten. Leider war das Restaurant noch geschlossen und so warteten wir draussen und begannen schon fast etwas zu frieren. Ich zog mir zum ersten Mal auf der Tour ein langärmliges Shirt und den Windstopper an.
Die Fähre bestand aus einer Plattform ohne eigenem Motor, die von einem Schiff, das an der Seite vertäut war, jeweils über die Donau geschoben wurde. Dabei musste das Schubschiff jedesmal um 180 Grad gedreht werden. Die Manöverierbarkeit des Gespanns war offensichtlich auch etwas eingeschränkt, wie das „rustikale“ Anlegemanöver zeigte. Mit viel Schwung Richtung Bettonrampe und dann die Fährplattform da „auflaufen“ lassen. Aber der Kapitän und sein Matrose hatten die spezielle Konstruktion gut im Griff und brachten uns, als einzige Fahrgäste, sicher ans ander Ufer.

Fähre nach Szob

Dort ging es auf einem guten Radweg wieder direkt der Donau entlang durch das Visegradergebirge, in dem die Donau sich ihren Weg mit einigen Schlaufen gesucht hat. Wir begegneten einem englischen Paar mit einem „Dreiradlieger-Tandem“ welche auf dem Weg vom schwarzen Meer an den Atlantik sind.

Treffen der Liegeradler

Sie wollen die gesamte Strecke der Eurovelo 6 radeln. Ihre Planung sieht vor, zwei Nächte wild zu Campen und in der dritten jeweils einen Campingplatz aufzusuchen um Kosten zu sparen. Ja da hat ihnen die Abwertung des britischen Pfund wohl auch nicht gerade geholfen. Wir plauderten gut 15 Minuten und tauschten einige Infos zur Strecke aus. Mit ihrem Gespann wird es sicher an den einen oder anderen Stellen eng werden, aber die Beiden haben ja schon genug Erfahrung. Wir wünschten gute Weiterreise und ich habe einen neue Blogadresse um Reiseberichte nachzulesen.
@ Christine und Steve: Vielleicht trefft ihr die Beiden ja in ein paar Wochen auf eurem Abschnitte Eurovelo 6, sagt liebe Grüsse.

In Nagymaros legten wir einen „Frühstücksstop“ ein. Mit Blick auf die Burg, hoch über dem gegenüberliegenden Visegrad, gönnte sich Barbara einen echt ungarischen Langos. Das ist ein schwimmend gebackenes Fladenbrot welches je nach Geschmack belegt wird. Wer den ganzen Tag radelt darf hier zugreifen, sonst wohl eher „Finger weg“.

„Gesundes Früchstück“

Gestärkt gings weiter auf guten Radwegen bis Vac. Dort mussten wir wieder 40 Minuten auf die Fähre warten um übersetzen, da diese unter der Woche nur jede volle Stunde fährt. Wir haben die Zeit genutzt um uns den Hauptplatz etwas anzusehen.

Im Zentrum von Vac. Es „blöckelt“ an so mancher Fasade.

Auch wenn es nach Vodkaflasche aussieht. Pures Wasser

Fähre in Vac

Nach der Überfahrt durchquerten wir eine kleine Insel, welche vom Hauptfluss und dem Nebenarm der Szentendre-Donau umschlossen wird. An diesem Nebenfluss gings dann weiter Richtung Süden. Unser Hauptreiserichtung die ab Wien ja immer Richtung Osten war, hat seit dem Donauknie in Vac auf Richtung Süden gewechselt. Bald tauchte auf der rechten Seite ein grosser Parkplatz mit vielen Reisebussen auf, hier musste wohl eine Sehenswürdigkeit liegen. Gleich darauf fuhren wir der schön herausgeputzten Promenade des Städtchens Szentendre entlang. Da in der Zwischenzeit die Wolken der Sonne Platz gemacht hatte und es immer heisser wurde war rasch klar, so ein tolles Gartenrestaurant unter schattenspendenden Bäumen muss einfach besucht werden. Ein kühles „Radler“ löschte den Durst und wir nahmen uns noch die Zeit für einen kleinen Rundgang im Dorf. Sehr hübsch, aber vor lauter Touristen, viele Asiaten und Franzosen, war es uns dann doch etwas „zu viel“.

Die Pferdchen passen prima zu den schönen Häusern in Szentendre.

Farbenfrohe Strassendekoration

Weiter gings immer dem Wasser entlang Richtung Budapest und wie im Reiseführer versprochen, waren manche Streckenabschnitte auf sandigen Feldwegen nur mühsam befahrbar. Zum Glück kein Regen auf solchen Strecken, sonst müsste man wohl auf die Hauptstrasse ausweichen. Je näher wir Budapest kamen, desto mehr Leute waren am Wasser. Viele Rudersportvereine wo Jugendliche das Paddeln übten und immer wieder tolle kleine Gaststätten im Wald mit Sitzmöglichkeiten auf der Kiesbank, wo die Leute den Nachmittag genossen. Auch wie legten nochmals einen Stop ein um uns für die Einfahrt ins Zentrum zu stärken.

Schöne Ausblicke vom Radweg.

Chillen in Budapest

Das war auch bitter nötig. In der Zwischenzeit hatten wir durch das gemütlich fahren und die vielen Pausen doch mehr Zeit verbraucht als gedacht und es war schon halb fünf als wir in den Verkehr der Hauptstadt eintauchten. Hier galt unsere volle Aufmerksamkeit der Beschilderung den heute waren wir etwas Abseites der von mir programmiert Route unterwegs, so das ich das Navi nicht nutzen konnte. Es kam wie es kommen musste. Wir hörten auf einen gut gemeinten Ratschlag eines Einheimischen und haben uns verfahren. Also zurück zum letzten sicheren Punkt, nochmals den Reiseführer kontaktieren und einen zweiten Versuch. Jetzt klappte es und wir gelangten auf verschlungenen, aber guten Radwegen in die Stadt. Auf der Elisabethbrücke überquerten wir die Donau und waren nun vollends im abendlichen Verkehr. Tram, Autos, Motorräder und jede Menge Fussgänger und Velofahrer.

Bald geschafft

Irgendwie fanden wir den Rythmus und reihten und in diesen Verkehrssalat ein. Um halb sechs hatten wir es geschafft. Wir standen vor unserer Unterkunft und konnten uns bei einer erfrischenden Dusche vom Tag erholen.

Idyllischer Innenhof in unserer Unterkunft mitten in der Stadt

Nun steht ein Ruhetag in Budapest an und die (Blog-) Reise geht am Mittwoch weiter.

 

 

Tag 4: So. 25.06.2017 Etappe 3: Györ – Esztergom

Distanz 99.51 km / Fahrzeit 5 Std. 57 Min. / Durchschnitt 16.7 / Gesamt 264.3 km
Wetter: heiss 26 – 33 Grad, Vormittag bedeckt, Nachmittag schwül, kaum Wind

Grenzland!

Heute Morgen haben wir unseren Vorsatz in die Tat umgesetzt, und sind bereits um 06.10 Uhr losgefahren. Den Wecker mussten wir auf 5 Uhr stellen, denn es gibt am Morgen doch immer einige zu erledigen bis wir fahrbereit sind. Morgentoilette, alle Kleingkeiten verpacken die doch noch rumliegen, elektronische Geräte vom Strom abkoppeln, Netzkabel verstauen, Sonnencreme auftragen, letzter Check im Tourenführer, etc. So ist eine Stunde jeweils doch schneller um als man denkt. Wir waren ziemlich stolz als wir schon um 06.10 Uhr das vertraute Schnurren unserer Ketten hörten, als wir den Weg aus dem noch sonntäglich verschlafenen Györ unter die Räder nahmen. Ich hatte mich für den ersten Teil der Etappe bei der Routenwahl nicht an die Vorschläge unseres Tourenführers (Esterbauer, Donauradweg 3) gehalten, da mir da zu viele Abschnitte auf unbefestigten Wegen vorkamen und oft der Hinweis „nach starken Regenfällen nicht gut befahrbar“. Im Klartext heisst das wohl, eher für Mountenbikes als Tourenlieger. Die Route welche ich mit der Website „www.gpsies.com“ bis Komarom recherchiert und ins Navie geladen hatte erwies sich als Volltreffer. Nicht nur das die Ausfahrt aus Györ an einen Sonntagmorgen ohne Verkehrsbelastung klappte, sondern auch weil die Route auf den ersten 20 km durchgehend auf tollen Radwegen verlief. Nichts von tiefen Feldwegen und Schotterpisten, zumindest bis Nagyszentjanos.

Radwege wie aus dem „Wunschkatalog“

Dort trafen wir dann auf die „Esterbauer-Route“ und schon bald bekamen wir zu spüren, was auf diesen Karten „unbefestigter Weg“ bedeuten kann. Zum Glück waren die Wege trocken. Nach einem Regen wäre das wohl kaum fahrbar gewesen.

Hier ist mir sogar ein „Bähnlerfoto“ mit Liegeradlerin gelungen.

Landschaftlich war es wunderschön. Goldene Getreidefelder, dazwischen knallrote Mohn- oder blaue Kornblumen. Dazwischen dunkelgrüne Hecken und Bäume. Bei diesem Anblick kam auch uns „Kunstbanausen“ van Gogh in den Sinn.

Stielleben

Zum Glück ging es bei den Abschnitten schwierigen Feldwegpassagen und den meisten Löchern für uns „bergab“, so dass es fahrbar blieb. In der Gegenrichtung hätte wir wohl schieben müssen.
Auch heute waren wir wieder ohne Frühstück gestartet, was sich als problemlos erwies. Gut 40 Kilometer hatten wir schon hinter uns, bevor wir in Komarno einen Rast einlegten. Ach ja, Komarno liegt wieder in der Slowakei und so haben wir heute Morgen wieder mal von der ungarischen auf die slowenische Seite der Donau gewechselt. EU sei Dank ist das heute einfach. Es reicht eine Tafel an einer Brücke und im dümmsten Fall ein Wechseln des Geldbeutels; den in Ungarn bezahlt man noch in Forint.

Zurück nach Slovenien

Um 10 Uhr bestellten wir zum „Frühstück“ Gemüsepenne mit Parmesan. Hat lecker geschmeckt und als der Kellner erfuhr das wir aus der Schweiz sind wollte von uns wissen, was den mit dem FC Zürich passiert sei, da er letzte Saison in die 2. Liege abgestiegen sei. Das sei doch eine „Schande“. Ich als „profunder Fussbalkenner“ erklärte ihm, das sei für den FC Winterthur ganz gut gewesen, so hätten die Zürcher mal unser Stadion gefüllt.

Hier gab’s „Pastafrühstück“ für einen langen Radlertag

Gasse in Komarno

Danach ging es wieder auf dem Donaudam weiter Richtung Westen. Langsam verzogen sich die morgendlichen Wolken und man konnte die Sonnenstrahlen gut auf der Haut spüren. Der Velocomputer zeigte 39 Grad an und so fühlte es sich auch, wenn auch die Lufttemperatur bei +/- 33 Grad lag an. Ein Teil des Wassers in unseren Flaschen wurde nun nicht mehr zum trinken, sondern zum benetzen der Kleider verwendet. Unterwegs holten wir ein Vater / Tochter Team aus Süddeutschland ein, die mit ihren Rädern von Passau aus an die kroatische Grenze unterwegs waren. Wir plauderten, nebeneinander her fahrend eine Weile nebeneinander und als wir im Schatten einen Rast einlegen wollten verabschiedeten wir uns von ihnen.

Plauderstündchen unter Fernradlern

Willkommener Schattenspender

Pusteblume

Der letzte Abschnitt bis kurz vor Esztergom fuhren wir auf ruhigen Nebenstrassen. Dass es Sonntag war machte die Sache für uns sicher angenehmer. Kurz vor dem Ziel überquerten wir dann wieder die Donau und wechselten auf die ungarische Seite, wo wir in einer schönen Pension die Nacht verbringen werden. Kaum angekommen beginnt es zu regnen. Das mit dem Timing scheinen wir im Griff zu haben. Hoffentlich bleibt das so.

Basilika von Esztergom

Morgen geht’s dann gut 80 km bis Budapest, wo wir einen Ruhetag einlegen werden

Tag 3: Sa. 24.06.2017 Etappe 2 Bratislava – Györ

Distanz 87.36 km / Fahrzeit 4 Std. 55 Min. / Durchschnitt 17.7 / Gesamt 164.8 km
Wetter: heiss 28 – 33 Grad, Nachmittag leichter Westwind

Die heutige Etappe kurz und bündig: Eine heisse Damfahrt!

Der Start heute Morgen verlief problemlos. Kurz noch bei einem Geschäft frische Sandwiches und kühle Getränke eingekauft und schon waren wir unterwegs. Auf dem Weg aus der Stadt mussten wir nochmals eine grosse stark befahrene Brücke überqueren, die zum Glück auf der unteren Ebene einen separaten Fussgänger- Fahrradweg hatte.

Ausfahrt aus Bratislava

Gleich nach der Brücke links auf den Radweg und dann immer der Donau entlang. Am Anfang teilten wir den Weg noch mit vielen Freizeitsportlern die ebenfalls die noch kühlen Morgenstunden genossen und mit Fahrrädern oder Rollerblades unterwegs waren. Auf einigen Kilometern war die Strecke so breit wie eine doppelspurige Strasse mit Leitplanken und Mittellinie. Nur für den Langsamverkehr! Es war fast ein Gefühl wie wenn in der Schweiz die Strassen für die Veranstaltung „Slow Up“ gesperrt werden. Nur hatte es hier nicht so viele Menschen unterwegs. Nebenan verlief eine neue, viel befahrene Schnellstrasse. Vermutlich eine „Geschenk“ der EU und so wurde „unser“ Radweg überflüssig und den Velos überlassen. Uns solls recht sein. Nach gut 20km überquerten wir bei Cunovo ein riesiges Stauwerk. Es ist Teil eines dreistufigen Stauwerks das die Donau hier zurückstaut und in einen separaten Kanal umleitet. Mit diesem Megaprojekt aus den 70er Jahren wurde ein Projekt umgesetzt, dass noch zu Zeiten Stalins entwickelt wurde. Grosse Gebiete der Donauauen wurden dadurch zerstört und es entstand ein grosser See und 17 km langer Kanal, der aber monoton zwischen dem künstlich angelegten, 18 Meter hohen Dam fliest.
Beim Stauwerk in Cunovo wurde der Höhenunterschied des Wassers auch noch für die Freizeitsportler genutzt und eine Wildwasseranlage gebaut. Heute schien gerade ein internationaler Wettbewerb statt zu finden. Wir nutzen das „Unterhaltungsangebot“ für eine kurze Pause.

Kleines Schiff auf grosser Fahrt Richtung schwarzes Meer

Wildwasser an der Staustufe

Endlose Damfahrt

Weiter ging es immer auf dem Dam entlang. Kein Schatten weit und breit und die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel. Oft verschwamm die Strasse am Horizont in der heissen Luft und es kam fast ein bisschen USA Feeling bei mir auf. Heiss, flimmernderes Strassenbelag und immer geradeaus!
In Medvedov hatten wir gut 50 Kilometer „Damfahrt“ an der prallen Sonne hinter uns. Zeit für einen Mittagsrast und ideal um mit kühlen Getränken die Körpertemperatur am Schatten zu regulieren. Danach überquerten wir die Donau und kamen im dritten Land auf dieser Reise an: Ungarn.

Da war wohl mal wer in Kanada. Perfekter Platz für einen Mittagsrast.

 

… und feines Essen hatten sie da auch.

Hier ging es ein Stück auf einer stark befahrenen Strasse entlang bevor wir auf Nebenstrassen ausweichen konnten. Über verschlungene Pfade, Navi sei dank, erreichten wir die Stadt Györ und fanden die reservierte Unterkunft. Eine kühle Dusche war jetzt genau das richtige, etwas ausruhen und dann ging es noch zu Fuss in die Altstadt.
Wir waren wirklich überrascht. Viele schöne Baroke Häuser und viel Leben auf den Gassen. Dass auch noch ein Festival für Streetfood abgehalten wurde lockte natürlich noch mehr Leute auf die Strasse. Die warmen Temperaturen taten ein Übriges und so war alles angerichtet, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.
Aber nicht zu lange, den Morgen wollen wir noch früher los, die Hitze zwingt uns zur Anpassung der Abfahrtszeiten. Morgen knapp 90 km bis Esztergom.

Nach Österreich und der Slovakei schon unser drittes Land auf der Tour.

Auf Feldwegen dem Verkehr entfliehen.

Hier noch ein paar Impressionen aus Györ.

 

 

 

 

Tag 2: Fr. 23.06.2017 Etappe 1 Wien – Bratislava

Distanz 77.4 km / Fahrzeit 4 Std. 56 Min. / Durchschnitt 15.7 / Gesamt 77.4 km
Wetter: schwül 28 -36 Grad, Vormittags Gewitter mit kurzen Regenschauern, Nachmittag Westwind

Heute haben wir also unsere kurze Sommertour 2017 um 07.30 Uhr offiziell vor dem Hauptbahnhof Wien gestartet. Die Nacht war kurz, da wir gestern ja erst um 23.30 Uhr und damit exakt vier Stunden verspätet im Hauptbahnhof Wien eingetroffen sind. Zum Glück war unser Hotel gleich über die Strasse, trotzdem wurde es 01.00 Uhr, bis wir das Licht löschen konnten. Schon fünf Stunden später erinnerte uns der Wecker daran, dass wir ja wegen der Hitze früh losfahren wollten. So starteten wir noch etwas müde aber zuversichtlich und wurden bei der Ausfahrt aus Wien schon mal positiv überrascht. Die im Navi programmierte Route erwies sich als Volltreffer! Alles Radwege oder sehr ruhige Quartierstrassen, so dass wir ohne Stress plötzlich auf ruhigen Wegen an der Donau entlang unterwegs waren und die Grosstadt rasch hinter uns liesen.

 

Ausfahrt aus Wien

Fahrradrampen zur Donaubrücke

Flussidylle mitten unter der Autobahn

Ab und zu begegneten uns Freizeitradler auf dem Dam, aber meist waren wir alleine unterwegs, konnten gemütlich nebeneinander fahren und plaudern. Nur die dunklen Wolken in unserem Rücken und das bedrohlich Donnergrollen motivierten uns ab und zu wieder etwas konzentrierter in die Pedalen zu treten. Wir hofften so dem nahenden Gewitter zu entkommen. Es nützte alles nichts. Auf offenem Dam war es dann soweit. Gross Tropfen prasselten auf uns nieder und das Donnergrollen wurde immer lauter. Zum Glück sahen wir keine Blitze aber man weiss ja nie. Genau in diesem Moment tauchte ein kleines Häuschen etwas erhöht neben dem Dam auf. Also nochmals kräftig in die Pedalen treten und schon waren wir da und konnten unter dem kleinen Vordach etwas Schutz suchen. Es war sowieso Zeit etwas zu Essen und zu Trinken, so dass wir auch das gleich erledigen konnten. Nach gut 15 Minuten hörte der Regen auf und wir machten uns auf die Weiterfahrt. Wir durchquerten den „Nationalpark Donau Auen“ und wurden von vielen schönen Vogelstimmen begleitet. Gegen 10 Uhr erreichten wir das Dorf „Orth an der Donau“. In einem Gasthaus genossen wir guten Kaffe, feines Gebäck und ein frisches Eis. Wer den ganzen Tag radelt darf sich halt so was gönnen.

Sogar mit Toilette ist der Radweg hier bei Wien ausgestattet.

Storchennest mit Jungen in Orth a.d.D

 

Nach dem Regen

Es ging weiter immer auf dem Dam durch die Donauauen, meist auf gutem Teer- oder feinem Schotterbelag. Links und rechts immer wieder schöne Ausblicke in stille Wasserarme, die vom Hauptstrom abgeschnitten sind und nur bei Hochwasser überflutet werden. Fischreiher, Schwäne, und viele andere Vögel fliegen herum und beglücken uns mit einem schönen Naturkonzert. Kurz vor Hainburg veranschaulichten Tafeln auf einer Brücke die Bedeutung der Auenlandschafft für die Tiere und erzählten die Geschichte des Wiederstands, als 1971 der ganze Auenwald für ein Flusskraftwerk überflutet werden sollte. Umweltaktivisten liesen sich von der Kälte nicht abhalten und schlugen im Dezember 1971 in den Wäldern eine Campinglager auf um die Rodung zu verhindern. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und auch die Gewerkschaften drohten die „Besetzer“ mit Gewalt aus den Wäldern zu vertreiben, da sie um Arbeitsplätze beim Kraftwerksbau fürchteten. Der Widerstand gegen die Zerstörung dieser einzigartigen Landschaft wuchs aber so schnell an, das die Baubewilligung temporär aufgehoben wurde. Jahre später entschied ein Gericht das die Bewilligung zum Bau wiedererechtlich erteilt wurde und so war das Projekt gestorben. Die Natur dankt es indem sie hier, nahe einer Milionenstadt, ihre ganze Vielfalt zeigt.

Auenlandschafft bei Hainburg

In Hainburg entdeckten wir direkt an der Donau ein Gartenretsaurant das laut zu rufen schien: „Kommt herein ihr müden Radler. Hier gibt es zu Essen und zu Trinken.“ Da gab es nichts zu überlegen, denn es war nicht mehr weit bis Bratislava, wir waren schon etwas Müde und eine Erfrischung konnte bei den schwülen Temperaturen nicht schaden.

Strasse in Hainburg

Daran sollte man sich halten.

Der perfekte Mittagsrastplatz

Nach der Stärkung dann die letzen Kilometer nach Bratislava. Nur ein verlotterter Grenzposten zeugte davon, dass wir hier die Grenze zur Slovakei überquerten. Eine Grenze die vor nicht allzulanger Zeit noch eine grosse Hürde darstellte scheint heute kaum mehr zu existieren.

Wer hätte gedacht,das die alten Panzerpisten an den Grenzanlagen mal für etwas gut sein können. Heute perfekte Radwege!

Von Weitem macht Bratislava keinen besonders hübschen Eindruck aber nachdem wir den Weg in die Altstadt gefunden hatten, sah es ganz anders aus. Viele alte, zum Teil sehr schön restaurierte Häuser, kleine Gassen, schmucke Läden und viele Bar’s und Restaurants. Der Weg zu Hotel ist nochmals etwas kompliziert, da uns immer wieder Treppen den Weg versperren und auf der stark befahrenen Hauptstrasse wollen wir nicht fahren. Irgendwie finden wir den Weg und sind froh, die verschwitzten Radlerklamotten ausziehen zu können und eine erfrischende Dusche zu geniessen.
Anschliessend noch ein Besuch in der schönen Altstadt. Die vielen Strassenrestaurants sind gut besetzt und da und dort wird Musik gespielt. Auch ein kleiner Markt ist aufgebaut und die Leute geniessen den warmen Sommerabend im Freien. So kommt richtige Ferienstimmung auf. Jetzt aber ins Bett, morgen geht’s weiter nach Györ, hoffentlich ist es weniger feucht.

Altstadt Bratislava

Musik …

… und leckere Sachen auf dem Markt.

Er betrachtet das ganze Treiben mit stoischer Ruhe

Tag 1: 22.06.2017 Anreise mit Zug von Winterthur nach Wien

Wort zum Tag: „Die Weiterfahrt unseres Zuges verzögert sich um .. Minuten.“

Auch heute mussten wir wieder einmal die Erfahrung machen, das eine Zugreise, ob mit oder ohne Fahrrad, manchmal ganz schön anstrengend sein kann.

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Da waren wir noch im Fahrplan.

Aber der Reihe nach. Schon vor ein paar Wochen wollte ich für uns und die Räder einen Platz im direkten Zug von Zürich nach Wien (Ralijet) reservieren. So müssten wir nur mit der S12 von Winterthur nach Zürich fahren und dort in den Zug nach Wien einsteigen. Der „Traum“ zerplatzte schon am Schalter. Mit dem Nachtzug dürfen die Fahrräder auch im Transbag verpackt nicht mitgenommen werden. Die direkten Züge mit Fahrradmitnahme verkehren an unserem Reisedatum nicht, da zwischen Buchs und Feldkirchen die Bahnstrecke umgebaut wird. Im Bahnersatzbus sind Fahrräder nicht erlaubt. Bingo!
Der Vorschlag der SBB Mitarbeiterin am Schalter war auch nicht so toll. Wir sollten nach München, dort um 17.30h ( = Pendlerstosszeit) in den Regioexpress nach Salzburg umsteigen und dort würden wir den Zug nach Wien erreichen. 12 Minuten Umsteigezeit in Salzburg! Hallo, dass tönte definitiv nach einer stressigen Fahrt mit hohem Potential die Anschlüsse zu verpassen. So recherchierte ich zu Hause und entschied mich mit dem „Münchner“ bis Bregenz zu fahren, dort mit dem Regioexpress nach Feldkirch und dann in den direkten Zug nach Wien. So hatten wir genügend Zeit zu Umsteigen. Der Bahnhof in Feldkirch ist leider nicht mit Rolltreppen ausgestattet und pro Perron steht nur ein Lift zur Verfügung. Da alle internationalen Züge Österreich – Schweiz in Feldkirch wegen der Baustelle enden, waren viele Reisende mit Koffern unterwegs und alle wollten den Lift benutzen, so das es davor zu Schlangen kam. In diese Gedränge hat sich Barbara dann die Kunststoffhalterung der Frontlampe kaputt gemacht. Wir hatten zum Glück etwas Zeit und konnten uns in der nahem Post einen Sekundenkleber kaufen um die Bruchstelle leimen. Hätte nicht gedacht dass ich diese mit allerlei Krimskrams überfüllten Wartbereiche vor den Postschaltern noch mal für nützlich halte. Mal sehen wie lange diese Reparatur hält.

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„Bodenbeleuchtung“ Nicht was wir wollen.

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Ob das hält?

Beim Einsteigen in den Railjet dann der nächste Ärger. Der Zugang zu den Velohaken ist nur durch eine schmale Türe zu erreichen. Also keine grosszügige Einstiegsplattform. Mit Mühe konnten wir die „Lieger“, die ja nicht länger als mein Strassenvelo sind, um die viel zu enge Ecke in das Abteil wuchten und an die Hacken hängen. Wer sich so etwas ausdenkt, war noch nie mit einem Rad unterwegs.

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Geschafft, die Velos hängen am Haken.

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Nun gut, irgendwie hat es geklappt und der Zug fährt pünktlich um 13.17 in Feldkirch los. Die Wagen sind prima klimatisiert, so dass wir uns nach dem Einstiegsstress abkühlen und die Reise geniessen können. Die Ruhe dauert nur kurz. Nach gut 20 Minuten Fahrt kurz vor „Langen am Arlberg“ geht ein Ruck durch den Zug, die Klimaanlage schaltete sich ab und der Zug rollte aus. Wir bleiben stehen und nach einigen Minuten erfolgte die Durchsage das es in wenigen Minuten weiter gehen würde. Ihr wisst ja was jetzt kommt! Zehn Minuten später die nächste Durchsage: „Die Weiterfahrt unseres Zugs verzögert sich um unbestimmte Zeit. Grund dafür ist eine technische Störung an der Lok.“ Bingo! Ich stelle mir schon mal vor wie wir den Zug verlassen und in einen Ersatzzug umsteigen und den ganzen Veloumsteigestress nochmals durchmachen müssen. Um mich etwas abzulenken nehme ich das I-Pad hervor und beginne schon mal an diesem Blogeintrag zu schreiben. Was erledigt ist erledigt. Nun kommt gerade die Durchsage, das eine Ersatzlok angefordert werden muss. Mal sehen wie schnell die Österreicher das schaffen. Zeit 13.45 Uhr.

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Wenigstens genug Zeit die Aussicht zu geniessen.

Zum Glück läuft die Klimaanlage wieder 🙂 Warten ….. 15.20 Uhr, die Ersatzlok ist angekommen, oder besser gesagt der Zug welcher eine Stunde nach uns losgefahren ist und nun hinter uns steckengeblieben ist hat bei uns „angedockt“. So fahren die beiden Züge gemeinsam weiter. Wenn an den Halteorten die Perrons für den nun doppelt so langen Zug zu kurz sind, wird halt in „Etappen“ ausgestiegen. Zuerst die vordere Hälfte, den Zug Vorziehen und dann die hintere Hälfte. Ziemlich kreativ. Wir passen nicht mehr ins Fahrplangefüge der ÖBB und werden immer wieder von rechtzeitigen Zügen die uns überholen ausgebremst. So steigt die Verspätung kontinuierlich weiter an. Wenigstens funktioniert das gratis Internet über ÖBB-WLAN sehr gut und ich kann schon mal die Fotos für den Blog hochladen und den Text fertig Vorbereiten.

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Speise und Getränk hatte es auch an Bord. Nur unsere Tischnachbarn waren bei der Schnellbremsung nicht reaktionsschnell genug = Bier über dem Tisch, den Würstchen, der Semmel und am Boden, was für eine Verschwendung. Wir blieben trocken 😉

Entgegen meiner Hoffnung nimmt die Verspätung jedoch nicht ab. Vor St. Pölten bleiben wir immer wieder auf offener Strecke stehen. Wir haben mittlerweile über 3 1/2 Std. Verspätung und langsam wird das Sizten mühsam. Zum Glück hat es im Zug nicht mehr so viele Leute und so gehen wir im Zug immer mal wieder „spazieren“. Es ist 22.30 Uhr und wir stehen immer noch. Übrigens haben wir den Schaffner schon seit 2 Std. nicht mehr gesehen. Nur am Lautsprecher ist er so alle 40 Minuten mal mit einer Entschuldigung zu hören. Er scheint sich auch nicht mehr wohl zu fühlen.

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Alle Sudoku und Kreuzworträtsel sind gelöst.

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Wenn man die Abfahrtszeiten des bei uns angedockten Zuges der eine Stunde später verkehrt anzeigt, sieht das nur halb so „schlimm“ aus.

Auch ich habe langsam keinen Bock mehr auf’s Zugfahren. Hoffen wir, dass wir noch vor Mitternacht im Hotel ankommen und die Reception besetzt ist.
Wir fahren wieder und werden wenn nun alles gut geht mit 4 Stunden Verspätung in Wien eintreffen. ÖBB, das war keine Meisterleistung.
Ich lade jetzt den Blog aus dem Zug hoch und wünsche euch eine gute Nacht

Letzte Vorbereitung

Bald geht’s los und wir dürfen zu einer weiteren Liegeradreise starten.
Am 22.06.17 fahren wir mit dem Zug nach Wien, wo wir am folgenden Tag unsere Reise der Donau entlang Richtung Belgrad starten werden.
Wir sind gespannt auf neue Reiseeindrücke entlang der Donau und freuen uns auf Begegnungen links und rechts der Eurovelo 6.
Jetzt heisst es noch die letzten Sachen packen, die Fahrräder vorbereiten und letzte Reisevorbereitungen treffen. Dazu gehört nach bald einem Jahr Pause natürlich auch ein Testblog zu erstellen um sicher zu gehen, dass ich euch von Unterwegs berichten kann.
Also bis bald.

Die beiden freuen sich auch schon auf die Reise.