Tag 5: Mo. 26.06.2017 Etappe 4: Esztergom – Budapest

Distanz 88.89 km / Fahrzeit 5 Std. 50 Min. / Durchschnitt 14.8 / Gesamt 355.2 km
Wetter: heiss 23 – 31 Grad, bis Mittag bedeckt, ab 14.00 Uhr Sonne, heiss

Stop and Go!

Heute sind wir wieder vor halb sieben Uhr losgefahren um der Hitze soweit möglich zu entkommen. Da es in der Nacht geregnet hat war es auf dem Rad fast schon etwas kühl. Der Weg führte uns direkt an der Donau entlang durch einen Park unterhalb der grossen Basilika.

Morgenstadtrundfahrt

Basilika in Esztergom

Später mussten wir einige Kilometer auf einer Überlandstrasse ohne Seitenstreiffen fahren, da auf diesem Abschnitt ein Radweg fehlt. Wir waren froh früh unterwegs zu sein, den es hatte noch wenig Verkehr. Von der Überlandstrasse ging es dann links 300 Meter zur Donau hinunter, wo wir mit der Fähre auf die andere Seite Nach Szobo übersetzen mussten. Die Fähre verkehrt zwischen 06.50 – 17.50 Uhr jede Stunde um die Minute xx.50. Von der anderen Seite in Szobo jeweils um die Minute xx.40.
Wir mussten gut 30 Minuten an der Fähranlegestelle warten. Leider war das Restaurant noch geschlossen und so warteten wir draussen und begannen schon fast etwas zu frieren. Ich zog mir zum ersten Mal auf der Tour ein langärmliges Shirt und den Windstopper an.
Die Fähre bestand aus einer Plattform ohne eigenem Motor, die von einem Schiff, das an der Seite vertäut war, jeweils über die Donau geschoben wurde. Dabei musste das Schubschiff jedesmal um 180 Grad gedreht werden. Die Manöverierbarkeit des Gespanns war offensichtlich auch etwas eingeschränkt, wie das „rustikale“ Anlegemanöver zeigte. Mit viel Schwung Richtung Bettonrampe und dann die Fährplattform da „auflaufen“ lassen. Aber der Kapitän und sein Matrose hatten die spezielle Konstruktion gut im Griff und brachten uns, als einzige Fahrgäste, sicher ans ander Ufer.

Fähre nach Szob

Dort ging es auf einem guten Radweg wieder direkt der Donau entlang durch das Visegradergebirge, in dem die Donau sich ihren Weg mit einigen Schlaufen gesucht hat. Wir begegneten einem englischen Paar mit einem „Dreiradlieger-Tandem“ welche auf dem Weg vom schwarzen Meer an den Atlantik sind.

Treffen der Liegeradler

Sie wollen die gesamte Strecke der Eurovelo 6 radeln. Ihre Planung sieht vor, zwei Nächte wild zu Campen und in der dritten jeweils einen Campingplatz aufzusuchen um Kosten zu sparen. Ja da hat ihnen die Abwertung des britischen Pfund wohl auch nicht gerade geholfen. Wir plauderten gut 15 Minuten und tauschten einige Infos zur Strecke aus. Mit ihrem Gespann wird es sicher an den einen oder anderen Stellen eng werden, aber die Beiden haben ja schon genug Erfahrung. Wir wünschten gute Weiterreise und ich habe einen neue Blogadresse um Reiseberichte nachzulesen.
@ Christine und Steve: Vielleicht trefft ihr die Beiden ja in ein paar Wochen auf eurem Abschnitte Eurovelo 6, sagt liebe Grüsse.

In Nagymaros legten wir einen „Frühstücksstop“ ein. Mit Blick auf die Burg, hoch über dem gegenüberliegenden Visegrad, gönnte sich Barbara einen echt ungarischen Langos. Das ist ein schwimmend gebackenes Fladenbrot welches je nach Geschmack belegt wird. Wer den ganzen Tag radelt darf hier zugreifen, sonst wohl eher „Finger weg“.

„Gesundes Früchstück“

Gestärkt gings weiter auf guten Radwegen bis Vac. Dort mussten wir wieder 40 Minuten auf die Fähre warten um übersetzen, da diese unter der Woche nur jede volle Stunde fährt. Wir haben die Zeit genutzt um uns den Hauptplatz etwas anzusehen.

Im Zentrum von Vac. Es „blöckelt“ an so mancher Fasade.

Auch wenn es nach Vodkaflasche aussieht. Pures Wasser

Fähre in Vac

Nach der Überfahrt durchquerten wir eine kleine Insel, welche vom Hauptfluss und dem Nebenarm der Szentendre-Donau umschlossen wird. An diesem Nebenfluss gings dann weiter Richtung Süden. Unser Hauptreiserichtung die ab Wien ja immer Richtung Osten war, hat seit dem Donauknie in Vac auf Richtung Süden gewechselt. Bald tauchte auf der rechten Seite ein grosser Parkplatz mit vielen Reisebussen auf, hier musste wohl eine Sehenswürdigkeit liegen. Gleich darauf fuhren wir der schön herausgeputzten Promenade des Städtchens Szentendre entlang. Da in der Zwischenzeit die Wolken der Sonne Platz gemacht hatte und es immer heisser wurde war rasch klar, so ein tolles Gartenrestaurant unter schattenspendenden Bäumen muss einfach besucht werden. Ein kühles „Radler“ löschte den Durst und wir nahmen uns noch die Zeit für einen kleinen Rundgang im Dorf. Sehr hübsch, aber vor lauter Touristen, viele Asiaten und Franzosen, war es uns dann doch etwas „zu viel“.

Die Pferdchen passen prima zu den schönen Häusern in Szentendre.

Farbenfrohe Strassendekoration

Weiter gings immer dem Wasser entlang Richtung Budapest und wie im Reiseführer versprochen, waren manche Streckenabschnitte auf sandigen Feldwegen nur mühsam befahrbar. Zum Glück kein Regen auf solchen Strecken, sonst müsste man wohl auf die Hauptstrasse ausweichen. Je näher wir Budapest kamen, desto mehr Leute waren am Wasser. Viele Rudersportvereine wo Jugendliche das Paddeln übten und immer wieder tolle kleine Gaststätten im Wald mit Sitzmöglichkeiten auf der Kiesbank, wo die Leute den Nachmittag genossen. Auch wie legten nochmals einen Stop ein um uns für die Einfahrt ins Zentrum zu stärken.

Schöne Ausblicke vom Radweg.

Chillen in Budapest

Das war auch bitter nötig. In der Zwischenzeit hatten wir durch das gemütlich fahren und die vielen Pausen doch mehr Zeit verbraucht als gedacht und es war schon halb fünf als wir in den Verkehr der Hauptstadt eintauchten. Hier galt unsere volle Aufmerksamkeit der Beschilderung den heute waren wir etwas Abseites der von mir programmiert Route unterwegs, so das ich das Navi nicht nutzen konnte. Es kam wie es kommen musste. Wir hörten auf einen gut gemeinten Ratschlag eines Einheimischen und haben uns verfahren. Also zurück zum letzten sicheren Punkt, nochmals den Reiseführer kontaktieren und einen zweiten Versuch. Jetzt klappte es und wir gelangten auf verschlungenen, aber guten Radwegen in die Stadt. Auf der Elisabethbrücke überquerten wir die Donau und waren nun vollends im abendlichen Verkehr. Tram, Autos, Motorräder und jede Menge Fussgänger und Velofahrer.

Bald geschafft

Irgendwie fanden wir den Rythmus und reihten und in diesen Verkehrssalat ein. Um halb sechs hatten wir es geschafft. Wir standen vor unserer Unterkunft und konnten uns bei einer erfrischenden Dusche vom Tag erholen.

Idyllischer Innenhof in unserer Unterkunft mitten in der Stadt

Nun steht ein Ruhetag in Budapest an und die (Blog-) Reise geht am Mittwoch weiter.

 

 

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