Tag 1: 22.06.2017 Anreise mit Zug von Winterthur nach Wien

Wort zum Tag: „Die Weiterfahrt unseres Zuges verzögert sich um .. Minuten.“

Auch heute mussten wir wieder einmal die Erfahrung machen, das eine Zugreise, ob mit oder ohne Fahrrad, manchmal ganz schön anstrengend sein kann.

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Da waren wir noch im Fahrplan.

Aber der Reihe nach. Schon vor ein paar Wochen wollte ich für uns und die Räder einen Platz im direkten Zug von Zürich nach Wien (Ralijet) reservieren. So müssten wir nur mit der S12 von Winterthur nach Zürich fahren und dort in den Zug nach Wien einsteigen. Der „Traum“ zerplatzte schon am Schalter. Mit dem Nachtzug dürfen die Fahrräder auch im Transbag verpackt nicht mitgenommen werden. Die direkten Züge mit Fahrradmitnahme verkehren an unserem Reisedatum nicht, da zwischen Buchs und Feldkirchen die Bahnstrecke umgebaut wird. Im Bahnersatzbus sind Fahrräder nicht erlaubt. Bingo!
Der Vorschlag der SBB Mitarbeiterin am Schalter war auch nicht so toll. Wir sollten nach München, dort um 17.30h ( = Pendlerstosszeit) in den Regioexpress nach Salzburg umsteigen und dort würden wir den Zug nach Wien erreichen. 12 Minuten Umsteigezeit in Salzburg! Hallo, dass tönte definitiv nach einer stressigen Fahrt mit hohem Potential die Anschlüsse zu verpassen. So recherchierte ich zu Hause und entschied mich mit dem „Münchner“ bis Bregenz zu fahren, dort mit dem Regioexpress nach Feldkirch und dann in den direkten Zug nach Wien. So hatten wir genügend Zeit zu Umsteigen. Der Bahnhof in Feldkirch ist leider nicht mit Rolltreppen ausgestattet und pro Perron steht nur ein Lift zur Verfügung. Da alle internationalen Züge Österreich – Schweiz in Feldkirch wegen der Baustelle enden, waren viele Reisende mit Koffern unterwegs und alle wollten den Lift benutzen, so das es davor zu Schlangen kam. In diese Gedränge hat sich Barbara dann die Kunststoffhalterung der Frontlampe kaputt gemacht. Wir hatten zum Glück etwas Zeit und konnten uns in der nahem Post einen Sekundenkleber kaufen um die Bruchstelle leimen. Hätte nicht gedacht dass ich diese mit allerlei Krimskrams überfüllten Wartbereiche vor den Postschaltern noch mal für nützlich halte. Mal sehen wie lange diese Reparatur hält.

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„Bodenbeleuchtung“ Nicht was wir wollen.

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Ob das hält?

Beim Einsteigen in den Railjet dann der nächste Ärger. Der Zugang zu den Velohaken ist nur durch eine schmale Türe zu erreichen. Also keine grosszügige Einstiegsplattform. Mit Mühe konnten wir die „Lieger“, die ja nicht länger als mein Strassenvelo sind, um die viel zu enge Ecke in das Abteil wuchten und an die Hacken hängen. Wer sich so etwas ausdenkt, war noch nie mit einem Rad unterwegs.

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Geschafft, die Velos hängen am Haken.

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Nun gut, irgendwie hat es geklappt und der Zug fährt pünktlich um 13.17 in Feldkirch los. Die Wagen sind prima klimatisiert, so dass wir uns nach dem Einstiegsstress abkühlen und die Reise geniessen können. Die Ruhe dauert nur kurz. Nach gut 20 Minuten Fahrt kurz vor „Langen am Arlberg“ geht ein Ruck durch den Zug, die Klimaanlage schaltete sich ab und der Zug rollte aus. Wir bleiben stehen und nach einigen Minuten erfolgte die Durchsage das es in wenigen Minuten weiter gehen würde. Ihr wisst ja was jetzt kommt! Zehn Minuten später die nächste Durchsage: „Die Weiterfahrt unseres Zugs verzögert sich um unbestimmte Zeit. Grund dafür ist eine technische Störung an der Lok.“ Bingo! Ich stelle mir schon mal vor wie wir den Zug verlassen und in einen Ersatzzug umsteigen und den ganzen Veloumsteigestress nochmals durchmachen müssen. Um mich etwas abzulenken nehme ich das I-Pad hervor und beginne schon mal an diesem Blogeintrag zu schreiben. Was erledigt ist erledigt. Nun kommt gerade die Durchsage, das eine Ersatzlok angefordert werden muss. Mal sehen wie schnell die Österreicher das schaffen. Zeit 13.45 Uhr.

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Wenigstens genug Zeit die Aussicht zu geniessen.

Zum Glück läuft die Klimaanlage wieder 🙂 Warten ….. 15.20 Uhr, die Ersatzlok ist angekommen, oder besser gesagt der Zug welcher eine Stunde nach uns losgefahren ist und nun hinter uns steckengeblieben ist hat bei uns „angedockt“. So fahren die beiden Züge gemeinsam weiter. Wenn an den Halteorten die Perrons für den nun doppelt so langen Zug zu kurz sind, wird halt in „Etappen“ ausgestiegen. Zuerst die vordere Hälfte, den Zug Vorziehen und dann die hintere Hälfte. Ziemlich kreativ. Wir passen nicht mehr ins Fahrplangefüge der ÖBB und werden immer wieder von rechtzeitigen Zügen die uns überholen ausgebremst. So steigt die Verspätung kontinuierlich weiter an. Wenigstens funktioniert das gratis Internet über ÖBB-WLAN sehr gut und ich kann schon mal die Fotos für den Blog hochladen und den Text fertig Vorbereiten.

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Speise und Getränk hatte es auch an Bord. Nur unsere Tischnachbarn waren bei der Schnellbremsung nicht reaktionsschnell genug = Bier über dem Tisch, den Würstchen, der Semmel und am Boden, was für eine Verschwendung. Wir blieben trocken 😉

Entgegen meiner Hoffnung nimmt die Verspätung jedoch nicht ab. Vor St. Pölten bleiben wir immer wieder auf offener Strecke stehen. Wir haben mittlerweile über 3 1/2 Std. Verspätung und langsam wird das Sizten mühsam. Zum Glück hat es im Zug nicht mehr so viele Leute und so gehen wir im Zug immer mal wieder „spazieren“. Es ist 22.30 Uhr und wir stehen immer noch. Übrigens haben wir den Schaffner schon seit 2 Std. nicht mehr gesehen. Nur am Lautsprecher ist er so alle 40 Minuten mal mit einer Entschuldigung zu hören. Er scheint sich auch nicht mehr wohl zu fühlen.

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Alle Sudoku und Kreuzworträtsel sind gelöst.

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Wenn man die Abfahrtszeiten des bei uns angedockten Zuges der eine Stunde später verkehrt anzeigt, sieht das nur halb so „schlimm“ aus.

Auch ich habe langsam keinen Bock mehr auf’s Zugfahren. Hoffen wir, dass wir noch vor Mitternacht im Hotel ankommen und die Reception besetzt ist.
Wir fahren wieder und werden wenn nun alles gut geht mit 4 Stunden Verspätung in Wien eintreffen. ÖBB, das war keine Meisterleistung.
Ich lade jetzt den Blog aus dem Zug hoch und wünsche euch eine gute Nacht

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