Schweiz – Kroatien Herbst 2016

Reiseberichte von unserer Reise von Scuol an die Adria

Mi. 05. – Fr.07.10.2016: Heimreise mit Zug via Graz

Für die Heimreise haben wir uns eine Verbindung ausgesucht die mit möglichst wenig Umsteigen verbunden ist. Dazu Züge in denen der Fahrradtransport erlaubt ist und mit Graz haben wir eine uns bis jetzt noch unbekannte Stadt eingebaut, in der wir einen Tag Aufenthalt genossen.

Die Reise startetet in Cres mit der Katamaranfähre nach Rieka. Wir haben vor einigen Tagen vor Ort abgeklärt, ob die Mitnahme unserer Velos möglich sei. Kein Problem hat uns der Matrose versichert. Wir müssten einfach beim Einsteigen pro Velo 50 Kuna (ca. 8 sFr.) bezahlen. Die Passagierbillette sind in Cres im Tourismusbüro zu lösen. Kosten 35 Kuna p.P. ( ca. 5.50 sFr.)

Bereit zum Einsteigen

Bereit zum Einsteigen

Die Räder gut festgezurrt an Deck

Die Räder gut festgezurrt an Deck

Die Fähre startete trotz stürmischem Wind pünktlich um 08.20 Uhr und die Fahrt nach Rieka dauerte 80 Minuten. Dort angekommen hatten wir genügend Zeit zum Bahnhof zu fahren und uns die Billette bis Graz zu besorgen. Dazu die Fahhradtickets (12 sFr.) bis zum nächsten Umsteigebahnhof in Liubljana.
Unser Zug fuhr um 11.55 Uhr und stand schon eine halbe Stunde vor Abfahrt am Perron bereit, so dass wir ohne Stress die Räder im vorgesehenen Abteil verstauen konnten.

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Der Zug am Perron

Auch Liegerädern passen an die Velohaken im Zug

Auch Liegerädern passen an die Velohaken im Zug

Die gemütliche Fahrt durch das gebirgige Nordkroatien und Slovenien war eine Reise in längst vergangene Eisenbahnerzeiten. Viele Stellwerke sind noch mit einer alten, mechanischen Technik ausgerüstet und auf allen Bahnhöfen beobachtet der Bahnhofvorstand mit roter Müze die Zugdurchfahrt, bzw. gibt dem Zug den Abfahrbefehl durch Winken mit der Kelle. Die Fenster konnten wie früher geöffnet werden und da der Zug nicht zu schnell fuhr war es am offenen Fenster richtig angenehm.

Das Bahnhofgebäude erzählt von einer prunkvollen Vergangenheit.

Das Bahnhofgebäude erzählt von einer prunkvollen Vergangenheit.

Nachdem wir die Küste hinter uns gelassen hatten wurde die Landschaft sehr waldreich und an vielen Bahnhöfen werden Holzstämme verladen.

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Pünktlich um 14.50 Uhr fuhren wir im Bahnhof von Ljubljana ein. Wir hatten wieder 70 Minuten Zeit um die Fahrradtickets für den Abschnitt bis Graz zu kaufen (5 Euro) und den Perron zu wechseln.
Wieder stand unser Zug schon lange vor der Abfahrt am Perron, so dass der Einlad ein weiteres mal völlig entspannt war. Der Eurocity Richtung Wien benötigte knapp 3 1/2 Stunden bis Graz, wo wir ein Hotel in Bahnhofsnähe bezogen. Der erste Abschnitt der Heimreise war also viel einfacher als erwartet verlaufen.
Den Donnerstag genossen mit einem Stadtbesichtigungs- Einkaufs- und Beizenbummel, in Graz.

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Kunstmuseum Graz (oder ein „Geschwür“?)

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Die Teller werden hier sauber aufgegessen.

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Mit der Standseilbahn auf den Schlossberg

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Innovative Architektur in alten Gebäuden. Dank „Lichtschächten“ gibt’s im Keller auch Tageslicht

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Ach ja, wir mussten uns ja noch die Fahrradplätze für die Heimfahrt am Freitag reservieren lassen. Der Herr am Schalter erklärte uns, dass die Platzreservation das allerwichtigste sei, ohne könnten wir die Räder nicht mitnehmen. Kosten für Platzreservation und Fahrradtransport Graz bis Zürich: 22 Euro.

Freitag 09.30 Uhr: Wie nun schon fast üblich stand der Zug wieder lange vor Abfahrt am Perron, was zu einem weiteren entspannten Verlad beitrug. Dann hiess es um 09.45 Uhr: „Platz nehmen, der Zug fährt ab“.
Wir genossen eine gemütliche Zugfahrt mit lesen, plaudern mit Mitreisenden, Besuche im Speisewagen, dösen oder einfach zum Fenster hinausschauen und die Landschaft an einem vorbeiziehen lassen. Um 19.20 Uhr waren wir wie geplant in Zürich. Ein letztes mal Umsteigen in den Zug nach Winterthur. Rolltreppen mit vollbepackten Liegerädern sind für uns mittlerweile eine leichte Übung und bald fuhren wir die letzten Meter auf den Liegern vom Bahnhof nach Hause.
Eine wunderbare Reise war zu Ende.

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Bis zu einer nächsten Reise, „ä guätä Zyt“.

 

Di. 27.09 – Mi. 05.10.2016: Entspannten in Cres

Hier noch ein paar Bilder unserer „Entspannungswoche“ in Cres, die wir bei überwiegend sonnigem Wetter geniessen konnten. (Luft: 23 -25 Grad und Wasser: 21 Grad)

Viele leere Stellplätze unter Pinien. Im Hochsommer heissbegehrt

Viele leere Stellplätze unter Pinien. Im Hochsommer heissbegehrt

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Diese Reservationsschilder werden erst nächste Saison wieder eingesetzt.

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Überall auf dem Platz reifen die Oliven

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Unsere Unterkunft in Cres

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Kristallklares Wasser in der Bucht von Cres

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Darin fühlen sich offenbar auch unsere „Schwimmkollegen“ wohl.

Ansichten von Cres

Ansichten von Cres

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„Dorfplatz“ mir Schiffen belegt

 

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Hier lässt es sich gut entspannen

Hier lässt es sich gut entspannen

Enge Gassen in der Altstadt

Enge Gassen in der Altstadt

Kleine Läden in jedem Winkel. Hier gibt's gute Weine und feinstes Olivenöl. Leider ist das mit dem Transport bei Velotouren etwas eingeschränkt.

Kleine Läden in jedem Winkel. Hier gibt’s gute Weine und feinstes Olivenöl. Leider ist das mit dem Transport bei Velotouren etwas eingeschränkt.

Kleine Gärten mitten im Gewirr der Altstastgassen

Kleine Gärten mitten im Gewirr der Altstastgassen

Marktplatz

Strassencafé und Marktplatz

Die Ernte ist bereit zum Verkauf

Die Ernte ist bereit zum Verkauf

Am letzten Abend nochmals ein richtig spektakulärer Sonnenuntergang

Am letzten Abend nochmals ein richtig spektakulärer Sonnenuntergang

 

 

Tag 12: „final countdown“

Dienstag 27. September 2016

Radstrecke: Vozilici – Brestova / Fähre / Porozina – Cres = 43 Km, Gesamt: 727 km
Fahrzeit 3 Std. 31, Durchschnitt 12.1
Wetter: ganzer Tag sonnig, 23 Grad,

Heute war also die „Zielankunft“ in Cres geplant. Wir wussten das es viel bergauf gehen würde und das der Fährenfahrplan in der Planung zu berücksichtigen war. Bis zur Fähre waren es noch 13 Kilometer, wovon mindestens zehn eine Bergauffahrt bedeuteten. Also war mit einem Schnitt von nicht viel mehr als 8-9 km/h zu rechnen und da die angepeilte Fähre um 9.45 Uhr abfuhr, mussten wir um acht losfahren. Heute also kein wirkliches Frühstück. Etwas trinken, ein paar Nüsse, das Geld im Zimmer deponiert und los ging es. Von unseren Zimmervermietern war noch nichts zu sehen und zu hören und so fuhren wir still und leise davon. Schon nach ein paar hundert Metern stieg die Strasse an und das blieb die nächsten 10 Kilometer so.

Gut ausgeschlafen und mit der Sonne im Gesicht fährt es sich ganz locker aufwärts.

Gut ausgeschlafen und mit der Sonne im Gesicht fährt es sich ganz locker aufwärts.

Ab und zu ein Halt um etwas zu trinken, ein Blick in die Landschaft und weiter. Die Sonne schien bereits vom noch leicht bewölkten Himmel und dank wenig Verkehr konnten wir die Fahrt trotz Anstrengung geniessen. Die ganzen Höhenmeter die wir hochgestrammpelt waren wurden nun in nur drei Kilometern wieder vernichtet. Unsere Bremsen hatten also richtig Arbeit und trotzdem schafften wir knapp 60 km/h. Was für ein Genuss.

Bald ist das Zwischenziel erreicht.

Bald ist das Zwischenziel erreicht.

Wir waren noch gut 20 Minuten zu früh an der Fähre und konnten uns dort noch ein Sandwich besorgen. Gleich nach uns fuhr ein Österreicher mit seinem selbstgebauten Motorrad in den Wartebereich für 2-Räder. Was für eine Maschine! Wir kamen ins Gespräch und ich fragte ihn, ob er sein Krokodil nun im Meer schwimmen lassen wolle 😉

Ein wirklich seltenes Teil.

Ein wirklich seltenes Teil.

Er erzählte mir, dass er seine Maschine vor nun schon 17 Jahren selber und mit Hilfe eines Freundes, der Sattler ist, gebaut hat. Er sei auch beruflich fast die Hälfte des Jahres in den USA und nehme sein Motorrad ab und zu mit. Er zeigte sich beeindruckt von unserer Fahrradreise und als er erfuhr das ich die USA mal mit dem Ligerad durchquert habe schaute er mich ungläubig an. „Echt jetzt, erzählst du keinen Mist?“ Er machte ein Foto von unseren Rädern und sagte, dass müsse er unbedingt seinem Freund erzählen, der in den USA Motorradtouren auf der Route 66 begleite. Dass es Leute gebe die sowas mit dem Fahrrad machen, Rsepekt.
Für ein Foto durfte ich mich auf seine Maschine setzten und für einen ganz kurzen Moment habe ich gedacht „wär ja auch ganz cool“.

To easy für einen "Bicycle rider"

To easy für einen „Bicycle Rider“

Das Pferdchen nebenan begann nervös zu wiehern und mir war klar, wohin ich gehörte.
Als wir auf die Fähre führen, trafen im letzten Moment noch zwei deutsche Radler ein, die wir am Vorabend schon im Restaurant in Vozilici getroffen haben. Sie sind mit dem Auto nach Pula gereist und wollen nun zwei Wochen mit den Rädern durch Kroatien fahren.

Überfahrt nach Porozine

Überfahrt nach Porozina. Wir waren nicht die einzigen mit Fahrrädern.

In Porozina angekommen hiess es nocheinmal hochstrampeln. Von Meereshöhe ging es wieder ein paar hundert Höhenmeter hinauf unsere so war für die nächsten Kilometer wieder ein sehr kleiner Gang und Geduld angesagt. Wir waren froh diesen Abschnitt nicht auch noch gestern gefahren zu sein.

Sogar für ein Spässchen reichte die Energie noch auf dem Weg nach oben.

Sogar für ein Spässchen reichte die Energie noch auf dem Weg nach oben.

Heute hatten wir alle Zeit und gingen es ruhig an. Auch verkehrsmässig ist so eine Fähre super. Bei der Ankunft läst man mal alle Autos abfahren und hat dann die Gewissheit, dass die nächsten 90 Minuten kaum mehr ein Auto von hinten kommen wird. Nach besagten 90 Minuten suchten wir uns einen schattigen Platz, machten Pause, liessen die Autos und Lastwagen vorbeifahren und hatten anschliessend wieder Ruhe. So kamen wir entspannt in Cres an.

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Heute war genug Zeit für Fotostops. Zum Glück war es kein Gegenwind. (Fahne beachten)

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Bergdorf auf der Insel Cres. Tolle Wohnlage mit Weitblick.

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Genauso haben wir die Insel in Erinnerung

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Ab hier ging es fast nur noch runter!!!

Es war ein super Gefühl mit den Liegern dem Strand entlang zu fahren, das klare Wasser zu bewundern und am Nachmittag darin zu baden.
Genauso haben wir uns die Ankunft erträumt!

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Am Ziel

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Zum Abschluss noch die Fahrt auf der Promenade.

Noch immer ist auf dem Campingplatz soviel los, dass die Geschäfte und Restaurants geöffnet sind aber es ist natürlich alles viel entspannter, als dass wir es von den Sommerferien gewohnt sind. Also ideal, um uns hier nach dieser tollen Tour einige Tage zu entspannen und zu erholen. Für die Rückfahrt nehmen wir dann den Zug. Von Rijeka über Lijubliana nach Graz und von dort mit den direkten Zug nach Zürich. Wir hoffen dass auch das so problemlos verläuft wie die Hinreise. Vielleicht mache ich dazu später noch einen Eintrag.
Auf jeden Fall hat es wiedereinnmal Spass gemacht für euch zu bloggen und eure Unterstützung zu spüren.
… und ich habe das Tagebuch dieser Reise auch schon geschrieben.

Bolgarbeit in schöner Umgebung. Danke, das war's!!!

Bolgarbeit in schöner Umgebung. Danke, das war’s!

Tag 11: Berg und Tal

Montag 26. September 2016

Radstrecke: Buzet (HR) – Vozilici = 50 Km, Gesamt: 685 km

Fahrzeit 3 Std. 48, Durchschnitt 13
Wetter: ganzer Tag sonnig, 25 Grad,

In Buzet haben wir uns ganz gut von den Strapazen erholt. Im Hotel, dass noch den Charme der 60er Jahre hinter dem eisernen Vorhang ausstrahlte, konnten wir uns am Frühstücksbuffet für einen weiteren Tag mit vielen Anstiegen stärken.

Vom Hotelbalkon aus "nichts als Hügel".

Vom Hotelbalkon aus „nichts als Hügel“.

Wir hatten nicht wirklich ein festeres Ziel. Im besten Fall könnte es bis nach Cres reichen, aber dann müsste alles optimal laufen und die Anstiege dürften nicht zu lang und knackig sein. Ansonsten einfach in die Nähe von Brestova einen Schlafplätze finden um Morgen die Schlussetappe nach Cres zu geniessen.
Schon kurz ausserhalb von Buzet wurde klar: Das wird ein weiterer harter Tag! Die ersten 15 Kilometer ging es fast nur bergauf, wovon die ersten fünf wirklich steil und für uns schon fast amLimit waren. Irgendwie schafften wir es doch alles zu fahren aber suchten auch immer wieder die kleinen Schattenplätze auf, um uns kurz zu erholen und zu trinken, den der Schweiss floss in Strömen und mit Flüssigem hatten wir uns heute Morgen gut eingedeckt.

Bergpredigt Nr.1 erreicht

Bergpreis Nr.1 erreicht

Unser Übernachtungsort Buzet aus der Ferne

Unser Übernachtungsort Buzet aus der Ferne

Die Fahrt an sich war eher unspektakulär und wir beschlossen nach der gestrigen Erfahrung uns auch Heute eher an die grösseren Strassen zu halten, was zwangsläufig auch mehr Verkehr und teilweise Lastwagen mit sich bringt. Obwohl das nicht immer angenehm ist, besser als kroatische Nebenstrasse ist das allemal. So ging es immer wieder rauf und runter und die Durchschnittsgeschindigkeit fiel entsprechend in den Keller. Gegen Mittag war klar, wir wollten uns keinen Stress machen und würden heute noch irgendwo vor Brestova übernachten. Denn nach der Fähre steigt die Strasse nach Cres nochmals kräftig an und wir möchten es auf der Insel Cres bis zum Campingplatz Kovacine schaffen, auf dem wir schon so manche schöne Sommerferienwochen verbracht haben.

Da wollen wir hin: Fähre in Brestova

Da wollen wir hin: Fähre in Brestova

Auf der Landkarte entdeckten wir den kleinen Ort „Polmin Luka“, der offenbar an einer kleinen Bucht liegt. Das wäre doch der ideale Ort für einen frühen Feierabend. Dann noch etwas im Meer schwimmen und entspannen! Gegen 3 Uhr Nachmittags fuhren wir voller Vorfreude die steile Strasse in die Bucht hinunter. Oben beim Abzweiger war ein Schild, welches unten an der Bucht auf Übernachtungsmöglichkeiten hinwies. Unten angekommen war die Enttäuschung gross. An der Bucht stand ein grosses Kohlekraftwerk, im gut geschützen Hafen lagen einige Fischerboot und irgendwie sah der Ort gar nicht nach schöner Badebucht aus.

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Auf de ersten Blick gar nicht schlecht aber …

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… nicht wirklich Idyllisch.

Im einzigen offenen Restaurant fragten wir nach Übernachtungsmöglichkeiten. Wir bekamen ein kurzes „Hier nicht, oben in Vozilic gibt es Zimmer“. Also wieder die steile 10% Steigung hochstrampeln, als ob wir noch nicht genug Höhenmeter gemacht hätten.

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Wieder eine happige Steigung geschafft.

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Heute schlafen wir hier.

Oben angekommen fanden wir in einem Privathaus ein passendes Zimmer, entluden die Räder und genossen den warmen Nachmittag im Garten und hatten Zeit den Blog zu aktualisieren.
Wir sind bereit Morgen das Ziel zu erreichen und freuen uns jetzt schon auf den erfrischenden Sprung ins Meer

Tag 10: „Grenzerfahrung“

Sonntag 25. September 2016

Radstrecke: Sistiana – Triest – Buzet (HR) = 75 Km, Gesamt: 635 km
Fahrzeit 5 Std. 57, Durchschnitt 12.6
Wetter: ganzer Tag sonnig, 25 Grad,

Etappenübersicht (www.gpsies.com)

Etappenübersicht (www.gpsies.com)

Angefangen hat der Tag ja wie im Bilderbuch. Der Himmel schon am Morgen strahlend blau und unseren nette B+B Gastgeberin Chiara hatte uns den Frühstückstisch im Garten gedeckt und wir stärkten uns mit feinem Fruschtsalat, Joghurt und typisch italienisch Biscoti für einen langen Tag.

Frühstück im Garten

Frühstück im Garten

Die Fahrt nach Triest war einfach traumhaft. Wir mussten uns zurückhalten um nicht bei jedem tollen Aussichtspunkt ein Foto zu machen. Der Verkehr war wie erwartet ruhig nur an der Promenade in Triest war schon einiges los. Vor allem die älteren Semester waren früh aufgestanden und hatten sich den Liegestuhl geschnappt um an der Promenade die begehrtesten Plätze für das Sonnenbad zu reservieren. Da haben es die Liegeradler zum Glück bedeutend einfacher. An die Promenade fahren, freien Platz suchen, anhalten und die Sonne geniessen. Der Liegestuhl ist ja immer mit dabei 😉

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Traumhafte Ausblicke über die Bucht

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Die sonntäglichen SonnenanbeterInnen an der Promenade von Triest

Ich bin auch ein Liegestuhl.

Ich bin auch ein Liegestuhl.

Wir kamen ganz gut durchs Zentrum von Triest und am Hauptbahnhof kauften wir im Kiosk noch die letzten vorhandenen Waserflaschen, da wir heute eher etwas abseits unterwegs sein würden. Aber doch hofften wir natürlich da und dort mal eine Gelegenheit für eine Zwischenverpflegung zu finden.

Der Bahnhof in Triest erstrahlt im Galn vergangener Tage

Der Bahnhof in Triest erstrahlt im Glanz vergangener Tage

Da wir nun die istrische Halbinsel in einer Diagonale durchfahren wollten, mussten wir uns in Triest etwas links halten und langsam an Höhenmeter gewinnen. Immer wieder sahen wir die Hinweisschilder welche uns auf den Radweg der „Parenzana“ führen würde. (Mehr Infos unter: www. bahntrassenradwege.de/Index.php?page=parenzana“ ) Der Weg ist also auf einer nicht mehr in Betrieb stehenden Bahntrasse errichtet worden und zeichnet sich so mit moderaten Steigungen aus. Tönt ja mal ganz gut. Wenn der Weg dann aber vor allem aus groben Steinweg (=Rüttelpiste) besteht, wird das mit einem voll beladenen Bike schon ziemlich anstrengend.

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Zwar hatten wir da schon einige Höhenmeter hinter uns, aber soweit fühlten wir uns noch recht gut.

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Mit der Zeit werden solche Wege recht anstrengend.

Es war erstaunlich viel los auf diesem Weg. Velofahrer und Wanderer genossen den Sonntag auf dem Weg der „Freundschaft und Verbundenheit“ und wir hatten das Gefühl kaum vorwärts zu kommen. 6 – 9 km zeigte unser Tacho, definitiv zu wenig für eine lange Etappe. Und was ich am Vortag über „ideale Radlertemparatur“ geschrieben habe, ist natürlich nur, wenn auch zügig gefahren werden kann und der Fahrtwind einem so auch abkühlt. Für eine lange Bergauffahrt war es definitiv zu heiss. Unser Wasservorrat schrumpfte immer mehr und weit und breit keine Füllstation in Sicht. Erstaunlich, dass hier im Gegensatz zum Vinschgau noch niemand auf die Idee gekommen ist, mit den durstigen Radleren und Wanderer ein Geschäfft zu machen. Wir begannen die Wasservorräte immer mehr einzuteilen und als diese schon fast leer waren, trafen wir auch eine Veranstaltung des italienischen Zivielschutz und Bergrettungsdienst, die am Radweg einen „Informationstag“ veranstalteten. Die „Retter“ spendierten uns Kühlers Wasser und wir revanchierten uns mit einer Spende. So konnten wir mit neuen Vorräten weiterfahren.

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Endlich frisches Wasser, Grazie

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Wir erreichen Slovenien

Kurz darauf passierten wir die „grüne Grenze“ und kamen in Slovenien an. Immer weiter Bergauf, immer auf anstrengendem Schotterweg und kein Ende in Sicht. Der Blick auf die Karte verriet uns, dass wir weit hinter der erhofften Marschtabelle zurücklagen. Aber irgendwie könnten wir ausser dem angepeilten Buzet keinen vernünftigen Ort auf unserer Route ausmachen, wo wir die Etappe beenden konnten. Kurz vor 15 Uhr hatten wir endlich das Ende des Radwegs erreicht und konnten nun die nächsten Strecke wieder auf geteerten Strassen unter die Räder nehmen. Wir kamen gut voran und die „weiss markierten“ Nebenstrasse war ein Traum. Hoch über dem Karstgebirge genossen wir die Fahrt und und schöpften wieder Zuversicht das Ziel doch noch zu erreichen. Doch bald darauf endete die gute Strasse im kleinen Ort Crnotice. Am Ende des Dorfes, wo unsere Strase weiterführen sollte gab es nur noch einen schlechten Schotterweg. Wir kehrten nochmals um und fragten einen Einheimischen: „Geht es hier wirklich nach Popec?“. Nach kurzem Zögern kam ein überzeugtes „Ja“, also fuhren wir weiter.

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Gleich hinter dem letzten Haus war die Strasse zu Ende.

Der Schotter wurde immer weicher und tiefer und an ein Fahren war bald einmal nicht mehr zu denken. So schoben wir die Räder unter grosser Kraftanstrengung die kurzen aber oft steilen Anstiege hoch und versuchten beim hinunterfahren im viel zu weichen Schotter mit den schwer beladenen Rädern nicht umzufallen.

Zu steil und zu rutschig und es wurde immer schlimmer.

Zu steil und zu rutschig und es wurde immer schlimmer.

Weit und breit kein Mensch mehr, keine Häuser, die Sonne brannte vom Himmel und das Wasser ging wieder zur Neige. Wenn wir nicht bald eine Vernünftige Strasse finden würden, könnten wir das Tagesziel vergessen und mussten für die Übernachtung wohl improvisieren. Endlich, nach vielleicht einer Stunde erreichten wir eine kleine Siedlung.

Typisches Dorf im gebirgigen Herzen von Istrien

Typisches Dorf im gebirgigen Herzen von Istrien

Ein älterer Mann sagte etwas zu uns, was wir aber nicht verstanden. Ich fragte „Voda?“ und er nickte. Kam hinunter und stellte uns am Brunnen kühles Wasser ein, mit dem wir unsere Flaschen wieder füllen konnten. Endlich hatten wir hierher eine „höher klassierte“ Strasse erreicht, die nun hoffentlich durchgehend asphaltiert sein würde. Den nun begann der Wettlauf mit der Zeit. Unterwegs hatte uns jemand Gesagt, dass der kleine Grenzübergang den wir nehmen wollten um 18.00 Uhr schliesst. Es war mittlerweile kurz davor und die Strasse war nach wie vor sehr hügelig, unsere Beine müde und so schafften wir es nicht mehr alle Steigungen zu fahren. Beim Schieben sinkt das Tempo noch mehr und uns war klar, bis 18.00 Uhr ist die Grenze nicht mehr zu schaffen. Vielleicht lassen sie ja wenigstens Fussgänger und Radler durch.
Dann endlich tauchte das Gernzgebäude auf einer Hochebene auf und als wir näher kamen atmeten wir auf, den hier waren die Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr angegeben. Der Anwesende Zöllner sah sich wortlos unsere Dokumente an und öffnete die Barriere. Wir hatten es geschafft, waren in Kroatien angekommen.
Kurz darauf passierten wir einen Stacheldraht Zaun, welcher die Flüchtlinge aus dem Süden an ihrer Weiterreise in den Norden hindern sollte. Schlagartig empfanden wir unsere „Strapazen“ als absolut unbedeutend. Wir waren schliesslich freiwillig hier und machte eine solche Tour zur Erholung. Zudem war immer klar, dass wir irgendwo ein Bett, etwas zu Essen und zu Trinken bekommen würden, den wir hatten ja Bargeld und gültige Papiere. Wie müssen sich die Menschen fühlen, welche aus ihrer Heimat fliehen müssen weil einige selbstsüchtige Idioten ihnen auf verschiedenste Weise die Lebensgrundlage entziehen, sei es durch physische oder wirtschaftliche Gewalt. Wenn sie mit allem was ihnen geblieben ist, den Kindern und Eltern an diese Stacheldratwände laufen? Was geht wohl in ihnen vor? Und wir haben noch vor ein paar Minuten über unsere Situation „gejammert“.

Bei diesem Anblick war alles nur noch halb so "schlimm".

Dieser Anblick hat alles relativiert.

Bis Buzet waren es noch gut 14 Kilometer, aber zum Glück meist bergab. Kurz nach 19.00 Uhr erreichten wir völlig erschöpft und ausgelaugt Buzet. Ein Hotel war zum Glück schnell gefunden und die erfrischende Dusche brachte die Lebensgeister wieder zurück. Etwas Essen und gute Erholung wird uns nun gut tun, den Morgen geht es nochmals hügelig weiter, aber wir fahren sicher nicht mehr auf einer „weissen“ Strasse

Tag 9: Badetag

Samstag 24. September 2016

Radstrecke: Latisana – Sistiana = 75 Km, Gesamt: 560 km
Fahrzeit 4 Std. 32, Durchschnitt 16.4
Wetter: ganzer Tag sonnig, 27 Grad, leichter Seitenwind aus Süden

Heutiger Routenplan

Heutiger Routenplan

Der heutige Tag war bis jetzt der wohl „langweiligste“ Tag der ganzen Reise und bestand zur Hauptsache darin, möglichst ruhige Wege und Strassen zu finden und uns so nahe wie möglich an Triest heranzupedalen. Morgen wollen wir die Gunst des Wochentags nutzen und wie schon auf der USA Reise mehrfach positiv angewendet, eine verkehrsreiche Stadt am Sonntag durchqueren.

Der Tag war aber zumindest was das Wetter anbelangte „1A“: Sonne pur und gut 25 – 27 Grad. Für mich eine ideale Radlertemperatur.

Bei der Temperatur dürften die Flaschen etwas grösser sein.

Bei der Temperatur dürften die Flaschen etwas grösser sein.

Wie gesagt war heute die Suche nach dem richtigen Weg ein grosses Thema. Einerseits wollten wir endlose und eintönige Fahrten entlang stark befahrener Schnellstrassen vermeiden, andererseits sollten die Umwege dann auch nicht zu gross sein. Da die Gegend hier immer noch mit vielen Kanälen durchzogen ist, enden sie Wege oft am Wasser und zur nächsten Brücke können es einige Kilometer sein. So haben wir heute oft die Papierkarte und das Navi auf dem Handy konsultiert und die nächsten Kilometer abgesprochen. Das hat natürlich nicht gerade zu einem flüssigen Fahren geführt uns so ging es nur zäh voran.

Wohin genau???

Wohin genau???

Ab und zu konnten wir uns über tolle Abschnitte und schöne Aussichten freuen und kurz darauf war wieder volle Konzentration angesagt, wenn auf den Hauptstrassen ohne Seitenstreifen die Autos von hinten heranbrausten.

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Diese Schattenalle haben wir heute Mittag geschätzt.

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Immer wieder stimmungsvolle Bilder an den Kanälen.

Aber wer in der Routenplanung die Brücken nicht berücksichtigt ...

Aber wer in der Routenplanung die Brücken nicht berücksichtigt …

... Wird mit langen Umwegen bestraft.

… wird mit langen Umwegen bestraft.

Radweg durch einen Park in Monfalcone

Radweg durch einen Park …

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… und dem Hafenkanal entlang, wunderbar.

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Kurz darauf diese Schikane. Wer denkt sich nur solchen Schwachsinn aus. Wohlgemerkt, wir sind auf dem offiziellen Adria – Radweg

Kurz darauf die "Schnellstrassenrealität"

Auch davon gab es heute reichlich: „Schnellstrassenrealität“

So um vier Uhr hatten wir genug und unten an der Strasse lockte das Merr zum Baden. So beschlossen wir in Sistiana ein Unterkunft zu suchen und uns noch etwas in der Adria zu erfrischen. Über ein Touristenbüro am Ortseingang liessen wir uns ein B+B reservieren und fanden die Adresse nach einigen Schwierigkeiten dann doch noch.

Dieser Ausblick war zu verlockend. Wir wollten ins Meer!

Dieser Ausblick war zu verlockend. Wir wollten ins Meer!

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Tagesziel erreicht

Wir haben hier einen tollen Platz gefunden, deponierten das Gepäck und gingen die knapp 10 Minuten hinunter als Meer. Dort fanden eine kleine Badebucht und genossen das erfrischende Bad in der noch immer angenehm warmen Adria. Gleich liegt ein Yachthafen und es gibt einige kleine Restaurants, wo wir uns ein gemütliches Essen gönnten. So genossen wir nach einem eher „mühsamen Radlertag“ doch noch einen schönen Abschluss.

Tag 8: „Mare e Terra“

Freitag 23. September 2016

Radstrecke: Alberoni – Lido / Punta Sabbioni – Lido di Jesolo – Carole – Latisana = 86 Km, Gesamt: 485 km

Fahrzeit 4 Std. 31 Min., Durchschnitt 18.8
Wetter: ganzer Tag sonnig, 23 – 26 Grad, leichter Seitenwind aus Süden

Routenübersicht

Routenübersicht

Heute stand nun der Abschnitt der Reise an, der sich trotz ausgiebiger Recherche im Internet nicht eindeutig planen lies. Die Frage lautete ja: Wie kommen wir mit den Rädern von Fusina nach Punta Sabbione? Die Lösung, das Schiff ab Fusina nach Albroni, das nach Voranmeldung 2 Räder mitnimmt, dann auf der Insel „Lido die Venezia“ die gut 8,5 km bis Lido S.M. radeln und dort die Fähre nach Punta Sabbioni nehmen. Gestern haben wir die Billette für das erste Teilstück gekauft und so standen wir erwartungsfroh um 09.20 Uhr an der Bootsablegestelle. Es gesellte sich noch eine weitere Radfahrerin zu den mit uns wartenden Passagieren. „Ich dachte es hat nur Platz für zwei, die kann wohl kaum einfach so mitfahren“, sagte ich zu Barbara und einen kurzen Moment z später kam ein Mitarbeiter der Bootslinie zu uns und fragte: „Habt ihr eine Reservation?“ „Si“ sagte ich in meinem besten Italienisch und zeigte stolz den Fahrschein den ich gestern am Schalter bekommen habe. „Aha, meinte der Herr, dieser war aber für gestern um 11.30 Uhr, da habe ich auch zwei Räder erwartet, aber es ist niemand gekommen.“ „Grande problema“ sagte er und ging zum Bürohäuschen. Dort gestikulierte er wild und sagte etwas von „Due Bici, molto grande“. Da war wohl etwas schief gelaufen! Aber wir mussten unbedingt mit, sonst würde unser Tagesplan nicht aufgehen. Also entschuldigte ich mich erst mal und erklärte dem Herrn das ich die Velos ganz klein machen könnte. Alles Gepäck abladen, Sattel wegnehmen, Lenker querstellen, alles kein Problem. Da hellte sich seine Mine auf. „Ah buono, no Problem you can come“ sagte er ich gebrochenem Englisch und unser Tag war vorerst gerettet.
Das Verladen lief problemlos und das Schiff hatte drei Fahrräder, ca. 30 Einheimische und uns zwei an Bord.

Es geht also doch. Die Pferdchen machen hinter dem Kapitän gaaaanz klein

Es geht also doch. Die Pferdchen machen sich hinter dem Kapitän gaaaanz klein

Nach 40 Minuten fahrt durch die Lagune legten wir kurz nach 10 Uhr in Alberoni an. Wir konnten es gemütlich angehen, denn die nächste Autofähre fuhr ja erst um 12.29 Uhr und es war nur knapp 30 Minuten bis nach Lido S.M.

Unterwegs auf dem Lido di Venezia

Unterwegs auf dem Lido di Venezia

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Das wirkt hier viel entspannter als in der Stadt.

Dort angekommen sahen wir an der Abfahrtstafel, dass in 5 Minuten das 10.59h Schiff abfahren würde. Ich ging also rasch zum Schalter und fragte, ob dieses Schiff auch Fahrräder mitnehme. „Kein Problem, wenn es nicht schon zu viele an Bord hat“. Also kaufte ich die Tickets und wir beeilten uns das Bott noch zu erreichen. Minuten später waren wir an Bord. Kein Problem. Das Schiff ist um einiges grösser als das vorherige und kann sicher locker 10 oder mehr Velos auf eine Fahrt mitnehmen. Die ganze Überfahrt von Fusina bis Punte Sabbioni hat für eine Person + 1 Fahrrad gerade mal 18 Euro gekostet, uns eine Menge Ärger mit viel Verkehr erspart, eine wunderschöne Fahrt auf dem Lido beschert und uns einen tollen Blick auf Venedig sowie einen Mittagsrast am fast leeren Strand von Cavallino ermöglicht. Die Entscheidung war goldrichtig!

Geschafft! Und das noch viel früher und einfacher als erwartet.

Geschafft! Und das erst noch viel früher und einfacher als erwartet.

Danach fuhren wir Kilometer um Kilometer an den riesigen Campinganlagen im Raum Cavallino und Jesolo vorbei. Die Strassen waren wie leergefegt und die doppelspuhrigen Kreisel wirkten etwas fehl am Platz. Aber zwei Monate im Jahr, wird es hier trotz dieser grosszügigen Strassen zu einem Verkehrsstau kommen. Gut sind wir nicht um diese Zeit unterwegs.

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Die Pferdchen bestaunen den leeren Strand von Cavallino

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Viel Platz, zumindest von September bis Juni

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Camping, Camping, Camping, …….

Immer wieder fuhren wir auf kleinen Nebenstrassen den Kanälen entlang. Manchmal einsam und ruhig, ab und zu aber auch mit mehr Verkehr, wobei sich auch heute die Überholenden meist sehr geduldig verhielten und knappe Manöver die Ausnahme waren. Bei strahlendem Sonnenschein ging es langsam nach Norden, um die „Laguna di Carole“ zu umfahren. Viel Ackerland, oft schon abgeerntete und gepflügte Felder, Traubenstöcke und auch grosse Reisfelder säumten den Weg. Das Wetter wie gewünscht. Strahlend blau, nicht zu heiss und Wind von schräg hinten.

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Kanalfahrt, einfach zum geniessen

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Einsame Landstriche

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Wieder mal „Brückenfahren“. Wir lieben es, denn es bedeutet dem Wasser entlang.

Reisfeld wie im Bilderbuch ...

Reisfelder wie im Bilderbuch …

... Und Landschaften wie Gemälde.

… und Landschaften wie Gemälde.

Wir kamen gut voran und waren kurz nach fünf Uhr an unserem Ziel „San Michele“. Meine Hotelbuchungsseite hat uns für diese Region kein Angebot gemacht, also mussten wir uns auf gut Glück umschauen. Bei einer Pizzeria prangte auf dem Dach ein grosses Schild „HOTEL“. Also gingen wir rein und fragten nach Zimmer. „Ach dieses Hotel gibt es nicht mehr. Ist alles privat. Nur der Name steht noch dort“ erklärte und die Angestellte. Sofort mischten sich drei Gäste in die Diskusion ein und erklärten gestenreich, wo es im Nachbarort das nächste Hotel habe. Dann wollten sie noch wissen woher und wohin und freuten sie offensichtlich über unsere Räder. Überhaupt bekommen wir immer wieder aufmunternde Zurufe von Leutem am Strassenrand oder auch mal ein „Daumen hoch“ eines vorbeifahrenden Autos oder Motorrades. Velofahren geniesst in Italien offensichtlich noch immer viel Sympathie. Das macht es für uns auch angenehm.

Kurz vor dem Ziel, ein letztes Mal in den Verkehr "einfädeln".

Kurz vor dem Ziel, ein letztes Mal in den Verkehr „einfädeln“.

Das Hotel „Cigno“ in Latisana war schnell gefunden und ist ausgezeichnet. Nach der doch sehr bescheidenen Unterkunft auf dem Camping Fusina sind wir froh, wieder ein grosses, geräumiges Zimmer mit toller Dusche zu haben. Es gibt Dinge, die schätzt man / frau mit zunehmendem Alter immer mehr 😉

Tag 7: Ruhetag in Venedig

Donnerstag 22. September 2016

Ganzer Tag sonnig, 23 – 28 Grad

Die Pferdchen blieben in der Koppel. Km: 0

Heute haben wir den geplanten Ruhetag auf dem Camping Fusina eingelegt. Hier hatten wir die Möglichkeit die Wäsche zu machen und von hier aus fährt stündlich ein Schiff direkt nach Venedig. Wir haben für die Übernachtungen ein kleines Mobilehome gemietet. Sehr einfach und spartanisch, aber für zwei Nächte ok und dank der Infrsatruktur für uns der ideale Rastplatz. Von hier aus wollen wir morgen die Lagune von Venedig „überqueren“ und unserer Räder in Punto Sabbioni wieder an Land bringen. Das würde uns vor allem die Fahrt um Mestre und die Aussenbezirke von Venedig ersparen, die verkehrstechnisch für Radler nicht wirklich Interesanntes sind und sich vor allem durch dichten Verkehr auszeichnen. Darauf können wir verzichten. Hier von Fusina aus Fähre ein Schiff, das pro Fahrt zwei Räder mitnimmt,  nach Alberoni (Lido di Venezia). Die Frage ob es ab dort eine Möglichkeit gibt die Räder nach Punta Sabbioni mitzunehmen konnte uns der Ticketverkäufer nicht beantworten. Das müssten wir selber herausfinden, er kenne nur die eigenen zwei Linien nach „Zattere“ (Venedig Stadt) und nach Alberoni. Wir haben also im Internet recherchiert und sind zum Schluss gekommen, dass die ACTV Linie 14 von Lido S.M.E mit einer Autofähre nach Punta Sabbioni fährt. So haben wir für Morgen die Tickets für uns und die Räder (22 Euro) nach Alberoni gebucht und hoffen das unser Plan aufgeht.
Wer will darf die Daumen drücken.
Ja, und wie gesagt waren wir heute auch noch mit ein paar anderen Touristen in Venedig unterwegs. Haben diese oder jene Foto gemacht, wie schon tausende vor uns und trotzdem stellen wir sie hier auf den Blog, den schön finden wir es allemal.

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„Seitengasse“

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Rialtobrücke

Volle Piazza San Marco, trotzdem hätte es noch Platz im Café.

Volle Piazza San Marco, trotzdem hätte es noch Platz im Café.

Viel Verkehr auf dem Canale Grande

Viel Verkehr auf dem Canale Grande

Postlieferung in Venedig

Postlieferung in Venedig

Stau bei den Gondolieri

Stau bei den Gondolieri

Einfach Venedig

Einfach Venedig

Gondeln wohin man schaut

Gondeln wohin man schaut

Auch die Schwiz hat hier ihre Vertretung

Auch die Schweiz hat hier ihre Vertretung

Auf der Rückfahrt zum Camping kreuzen wir ein auslaufendes Schiff.

Auf der Rückfahrt zum Camping kreuzen wir ein auslaufendes Schiff.

Blick vom Camping nach Venedig. (Ok, mit Zoom fotografiert)

Blick vom Camping nach Venedig. (Ok, mit Zoom fotografiert 😉 )

Tag 6: Halbtagestour

Mittwoch 21. September 2016

Radstrecke: Padua Fusina = 40 Km, Gesamt: 397 km
Fahrzeit 2 Std. 36 Min., Durchschnitt 15.2
Wetter: bis 14 Uhr Dauerregen, später Aufhellung, 16 – 23 Grad

Auch heute mussten wir keinen Wecker stellen. Die Etappe würde kurz sein und vorher wollten wir uns noch etwas von Padua auf einer Stadrundfahrt mit einem dieser roten Doppeldeckerbusse, die es mittlerweile in vielen grossen Städten gibt, ansehen.
Motte: Halber Tag Touristentour, halber Tag Radfahren.
Also gab’s zuerst ein gemütliches Frühstück, für italienische Verhältnisse wieder sehr reichhaltig. Dann zum Abfahrtsort des Tourbus, nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt. Wir waren etwas zu früh dort und hatten so noch Zeit einen Blick ins Innere der Basilika San Antonio zu werfen. Einfach immer wieder beeindruckend wie solche Bauten vor 6 – 700 Jahren erbaut werden konnten. Wie konnte zum Beispiel die Statik berechnet werden, um diese gewaltigen Bogenbauten zu errichten? Keine Säule ist im inneren der Kirchenschiffs zu sehen, nur gewaltige Kuppeln in grosser Höhe.
Solche Bauten lösen in uns immer wieder zwiespältig Gefühle aus. Einerseits die Bewunderung für die Ingenieure, welche zur damaligen Zeit solche Bauten überhaupt planen konnten, die Künstler welche diese so opulent schmückten und andererseits die wohl unermesslichen Leiden der Arbeiter die unter miserablen Bedingungen solche Bauten erstellen mussten. Bleibt zu hoffen dass sie wenigstens das vom Klerus versprochene Paradies gesehen haben, nachdem sie von einem der wackligen Gerüste gefallen sind oder sich sonst mangels Sicherheitsvorkehrungen schwer verletzt haben.
Im „Hop on – Hop off Bus“ haben wir es im Oberdeck in die erste Reihe geschafft. Kurz nach der Abfahrt setzte der Regen wieder ein. So bekamen wir einen verregneten Blick auf Padua zu sehen. Trotzdem war es spannend auf der Tour.

 

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Verregneter Blick auf Padua’s Strassen

Zumindest so beeindruckend wie die spannenden geschichtlichen Informationen die wir via Kopfhörer mitgeteilt bekamen waren die Fahrkünste des Fahrers, der diesen grossen Bus geschickt durch die sehr engen Gassen manövrierte. Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt und hatte gelernt das Freunde der mittelalterlichen Geschichte und Museen in dieser Stadt wohl viel Interesanntes zu entdecken hätten.

Wir schlenderten noch etwas unter den Arkaden umher und hofften, dass der Dauerregen bald aufhören würde. Wir hatten absolut keine Lust bei Regenwetter durch diesen Verkehr aus der Stadt zu fahren. Wir entschieden uns, in der Hoffenung das der Regen aufhören würde, noch etwas zu Mittag zu essen und landeten spontan in einer kleinen Bar / Trattoria. Kurz nach 12 Uhr waren wir die ersten Gäste die sich in einem kleien Hinterzimmer der Bar an einen der gedeckten Tische setzten. Wir hatten aber gesehen das in der Küche die „Mama“ am Werk war, wohl ein gutes Zeichen. Kurz darauf füllte sich das Lokal mit vielen Arbeitern, hier war wohl so etwas wie ihre Kantine. Zum Essen wurde von diesen auch reichlich Wein bestellt, etwas was auf unseren Baustellen von der SUVA wohl definitiv nicht mehr akzeptiert würde.
Wir genossen dieses Atmosphäre und die Gewissheit nicht in einer „Touristenfalle“ gelandet zu sein.

Italienischer Mittagstisch

Italienischer Mittagstisch

Nach dem Essen gings zurück ins Hotel, noch immer im Regen. Spätestens um 14 Uhr wollten wir aber starten, egal ob es noch regnet oder nicht. Langsam lies der Regen nach aber wir zogen doch die Regenklamotten an und fuhren gegen halb drei endlich los.

Ehrenrunde auf dem Prado della Valle

Ehrenrunde auf dem Prado della Valle

Es sind viele schöne Details zu entdecken.

Es sind viele schöne Details zu entdecken.

Rasch hatten wir den Weg aus der Stadt gefunden und fuhren dem Kanal der Brenta entlang, die uns nun auch schon den dritten Tag begleitete. Oft fuhren wir direkt auf dem Dam und genossen den Blick in die Fläche Poebene. Immer wieder tauchten am Kanal alte, mehr oder weniger gut erhaltene venezianische Paläste auf, die von der grossen Vergangenheit der venezianischen Händlern erzählten.

Verschiedene Einrücke und Bilder die wir heute entlang der Brenta auf dem Weg nach Fusina entdeckten.

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Bei meist mässigem Verkehr kamen wir gut voran, gönnten uns den einen oder anderen Fotohalt und trafen kurz vor sechs Uhr am Campingplatz Fusina ein, wo wir für zwei Tage ein Bungalow gemietet haben. So haben wir einen Ruhetag, Zeit Wäsche zu waschen und mal wieder einen Besuch in Venedig machen.
Morgen Ruhetag: beim Velofahren und bloggen.

Tag 4: „über Land“

Dienstag 20. September 2016

Radstrecke: Bassano del Grappa – Padua = 54 Km, Gesamt: 357 km
Fahrzeit 3 Std. 31 Min., Durchschnitt 15.3
Wetter: sonnig mit vielen grossen Wolken, leichter Rückenwind, Mittags ein Gewitter 22 – 27 Grad

Heute durften wir etwas länger liegen bleiben, denn die Strecke nach Padua war ja nicht wirklich weit. Das zentrale Thema würde heute eher die Navigation sein. Wir wollten wenn möglich die Hauptstrasse meiden, da diese stark befahren ist und auch viel Lastwagenverkehr hat. Deshalb habe ich mir zu Hause die Route mit der Website „gpsies.com “ im Fahrradmodus berechnen lassen und die Kartenausschnitte dazu ausgedruckt. Wir sind gespannt wie das klappt.
Um halb 10 Uhr sind wir startklar und finden recht rasch die ruhigen Nebenstrassen, welche ich auf meinen Karten markiert habe. So fahren wir nur ganz kurze Abschnitte von wenigen hundert Metern auf der viel befahrenen Hauptstrasse und machen uns da so breit, dass an ein knappes Überholmanöver für Lastwagen nicht zu denken ist.

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Ausserhalb von Bassano del Grappa. Schon wieder ein Radweg 🙂

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Wir lassen uns nicht unterkriegen: Platz verteidigen!!!

Wir stellen aber auch beruhigt fest, dass es die Autos auch nicht so hektisch nehmen und uns jeweils mit genügend Abstand überholen. Aber wie gesagt, zum Glück sind diese Abschnitte selten. Meist fahren wir auf einsamen kleinen Landstrassen links und rechts der Hauptstrasse über Land und geniessen die Ruhe. Auf beiden Seiten der Strasse steht der Mais zur Ernte bereit und da und dort zeugen nur noch die Stoppeln von der kürzlichen Ernte.
Da ich die Kartenausschnitte so gross gewählt habe das wir alles gut erkennen, können wir die durchnummerierten Kartenausschnitte in rascher Folge auswechseln. Wieder ein Abschnitt geschafft! So geht es kurzweilig über Land, da und dort kläfft ein Hund, zum Glück immer gut eingezäunt, und am Horizont kündet ein schmaler Kirchturm davon, das bald wieder ein Dorf auftauchen wird. Kleine Wälder, Büsche, da und dort ein Bachlauf und die Alpenkette im Norden verschwindet immer mehr am Horizont, während wir uns auf die nördliche Poebene zubewegen. Italienische Provinz wie aus dem Bilderbuch.

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Landschaft pur

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Genussradeln auf Nebenstrassen

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… und ist das Dorf noch so klein, die Kirchen beeindrucken.

In Cittadella, einem kleinen Ort das vollständig von einer Stadtmauer umgeben ist gönnen wir uns das erste Eis der Reise. Die Sonne scheint und mittlerweile ist es gut 27 Grad war.

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Diese Mauer umschliesst den ganzen Ortskern

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Ausfahrt durch eines der Stadttore.

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In Cittadella

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Kurz vor ein Uhr setzen wir uns im kleinen Ort Tavo in einem Restaurant in den Garten und essen etwas Kleines zum Mittag. Es herrscht ein Kommen und Gehen und es scheint sich das ganze Dorf hier zu treffen. Unsere Räder ziehen die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich Und wir werden gefragt wie das funktioniert und von wo wir kommen etc.
Gerade als wir wieder losfahren wollen zieht eine dunkle Wolke vor die Sonne und öffnet ihre Schläuse. Zwar waren die grossen und dunklen Wolken schon lange am Himmel und doch haben wir das Gefühl, dass es wie aus dem Nichts kräftig zu regnen beginnt. Rasch ziehen wir unseren Rädern die Sitzüberzüge an, damit diese nicht durchnässt werden und ziehen uns wieder auf die gedeckte Veranda zurück, bestellen noch einen Kaffe und warten ab.

Rain, Rain, Rain,

Rain, Rain, Rain,

Fast eine Stunde giesst es wie aus Kübeln und ab und zu ist ein lautes Donnergrollen zu hören. Naja, hier hat es so bequeme Sofas auf der Veranda, dass wir beide kurz ein Nickerchen machen. Die knapp 20 Kilometer bis Padua schaffen wir auch noch etwas später. Es wurde fast halb vier bis sich der Regen verzog und der Himmel wieder aufklarte. Jetzt aber los, damit wir nicht noch in den Feierabendverkehr geraten. Die Abschnitte auf stark befahrenen Strassen wurden nun länger, aber immer wieder gab es auch separate Radwege, wenn auch oft mit unnötigen Barrieren durch welche wir mit den breiten Liegern oft nur knapp hindurch passten.

Einfahrt ins Zentrum von Padua. Die Brücke erinnerte uns etwas an die Floridatour vor zwei Jahren.

Einfahrt ins Zentrum von Padua. Die Brücke erinnerte uns etwas an die Floridatour vor zwei Jahren.

Irgendwie schafften wir es dann doch noch ins Zentrum von Padova. Sie ist eine der ältesten Städte Italiens und hat eine lange Geschichte in welcher sie oft die Zugehörigkeit wechselte. Viele der wichtigsten Gebäude wurden zwischen 1200 bis 1500 erbaut und zeugen von einer prächtigen Vergangenheit. Gemütlich fuhren durch die engen, mit runden Steinen gepflasterten Gassen und machten auf dem Weg zum Hotel hier und dort einen Stop um uns diese beeindruckenden Gebäude und Plätze anzusehen.
Unser Hotel liegt nahe am „Prato della Valle“, dem drittgrössten innerstädtischen Platz in Europa. Nur der rote Platz in Moskau und der Place de La Concorde in Paris sind noch grösser, so sagt das auf jeden Fall Wikipedia.
Am frühen Abend machten wir dann nochmals einen Bummel durch die Gassen und genossen diese Atmosphäre, die so gar nicht viel mit den sonst üblichen Touristenstädten gemein hat. Es schien uns zumindest heute, dass die Stadt fast ganz den Einheimischen gehörte.

Bilder aus Padua:

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Prato della Valle

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Basilica di Sant Antonio

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Palazzo della Ragione

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Einfach beeindruckend

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Torre del Orlogio, astronomische Uhr von  1437, und die Pferdchen stolz davor.

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Tram in Padua. Eine Leitschiene, fährt auf Rädern = quietscht nicht und bietet weniger Velofallen beim überqueren der Schiene.

Morgen ist es dann nur noch ein Katzensprung nach Fusina, von wo aus wir Venedig besuchen werden.

Tag 4: Velohimmel

Montag 19. September 2016

Radstrecke: San Cristoforo al Lago (Val Sugana) – Bassano del Grappa = 85.2 Km, Gesamt: 303 km

Fahrzeit 4 Std. 55 Min., Durchschnitt 17.3
Wetter: Morgen leicht bedeckt, am Nachmittag sonnig, kaum Wind 17 – 26 Grad

Heute Morgen galt es zuerst rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Der Zug fährt um 08.05 Uhr und der nächste erst nach 11 Uhr. Also haben wir den Wecker gestellt, vor 7 Uhr bereits alle Taschen gepackt und uns am reichhaltigen Frühstücksbüffet für einen langen Tag gestärkt. 10 Minuten vor Abfahrt waren wir am Zug. Es gab sogar ein Veloabteil und wir waren überrascht, wie gut der Zug mit vorwiegend Schülern besetzt war. Diese machten die Veloplätze sofort frei und wir konnten unsere Pferdchen voll beladen in den Zug stellen. Ich erkundigte mich noch bei der Zugchefin auf dem Perron ob es stimme, dass ich die Tickets im Zug kaufen könne. „Ja, kein Problem“ sagte sie, „ich komme dann vorbei.“ Pünktlich für der Zug los und füllte sich an den beiden nächsten Stationen noch mehr. Es kamen fast schon heimische „Kuschel-S-Bahn-Gefühle“ auf. Später leerte sich der Zug dann rasch wieder, offenbar war hier der Ausstieg um an die Universität zu gelangen, für welche Trento in Italien bekannt ist.
Nach 45 Minuten Reisezeit kamen wir in San Cristoforo an und der „Brentano – Radweg“, dem wir heute folgen wollten, führte gleich am Bahnhof vorbei, so dass wir nicht lange nach dem Radweg suchen mussten. Die Strasse von Trento hier hinauf ist steil, eng und leider auch recht stark befahren. Auf einen solchen Abschnitt können wir gut verzichten und investierten die 4 Euro (2 Personen plus 2 Velos!!!) sehr gerne für diesen Transport. In den Monaten Juli und August wird hier übrigens ein extra Fahrradtransport angeboten, da das normale Bahnangebot dann offenbar nicht mehr ausreicht.

Ankunft in San Cristofero

Ankunft in San Cristoforo

Wir waren happy und konnten uns so entspannt auf den Weg nach Bassano del Grappa machen. Zuerst führte der ausgezeichnete Radweg dem Lago di Caldenazzo entlang. Die restlichen Wolken und die noch milchige Sonne zauberten ein wunderbares Licht auf den ruhigen See. Immer wieder mussten wir anhalten, fotografieren und staunen. Auch der Ausbaustand des Radwegs war schlicht fantastisch. Da war ein feiner Teerbelag, jeder Richtungswechsel mit Tafeln ausgeschildert, auf der Fahrbahn zusätzlich Piktogramme und wenn es eine Strasse zu queren gab, so war eine Unterführung gebaut. Einfach himmlisch!

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Was für ein Auftakt in einen wunderschönen Radlertag

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Markierung 1A, zur Nachahmung empfohlen

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Segantini lässt grüssen

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Durch die Gassen von Caldonazzo

Wieder führte uns der Weg durch Obstplantagen und nun wurde auch da und dort geerntet. Gegen 11 Uhr kamen wir in Borgo Val Sugana an. Dem früheren Wohnort von Barbara’s Grossmutter und warum der Maler Segantini, der hier längere Zeit lebte, so ein Flair für die verschiededenen Farbstimmungen entwickelte, hatte uns die Natur heute Morgen ja eindrücklich vor Augen geführt.
In Borgo machten wir einen kurzen Halt, stärkten uns und schlenderten noch etwas durch den Ort. Kurz vor 1 Uhr fuhren wir weiter. Weiterhin perfekte Radinfrastruktur. Diese Region hat sich das etwas kosten lassen und der Erfolg scheint ihnen recht zu geben. Auch hier begegnen uns immer wiede Radurlauber. Meist auf E-Bikes und als Tgesausflügler, aber es scheint als ob die Region hier ein richtiger Radtourismus aufbauen konnten.

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La via del Brenta hiess heute das Motto

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Die Pferdchen im Zentrum von Borgo

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In dieser Kirche hat einst Barbara’s Grossonkel gepredigt.

In Borgo Val Sugana

In Borgo Val Sugana

Kilometer um Kilometer genossen wir diesen Weg und irgendwann kam mir der Gedanke: „Wenn es einen Himmel für Radfahrer geben würde, müsste er wohl so aussehen!“ Perfekte Radwege, meist an einem herrlich gurgelnden Bergbach (Brenta) entlang, das Ganze umrahmt von hohen Kalksteinfelsen und und das bei 25 Grad und Sonne. Wer mehr verlangt ist unverschämt!

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Durch’s enge Tal Richtung Bassano

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An der Brenta war fast eine frühlingshafte Stimmung.

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Ankunft in der Provinz Veneto

So ging es heute gute 65 Kilometer. Einfach traumhaft! Die letzten 20 km mussten wir dann noch auf kleinen Regionalstassen fahren. Das kann in Italien ganz schön eng werden, aber irgendwie hatte es immer Platz. Der Weg zum Hotel war dann noch die letzte Herausforderung, da wir im Zickzack durch enge Gassen fahren mussten. Um 16.00 Uhr war es geschafft. Ein kühles Biel / Wasser, eine erfrischende Dusche und dann noch ein kleiner Rundgang durch diese wunderschöne Stadt an der Brenta.

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Die Velos haben es in Bassano del Grappa auch in die Schaufenster geschafft …

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… oder dienen als Blickfang vor einer Bäckerei.

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Am Hauptplatz in Bassano del Grappa

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Die Sonne verzaubert auch die Häuser an der Brenta nochmals im schönen Abendlicht.

Nun ist nach über 280 Kilometer Radweg von Reschen bis hier nach Bassano del Grappa nun leider Schluss mit gut markierten und separaten Fahrradwegen. Danke, es war schön so zu reisen. Nun müssen wir uns den besten, verkehrsärmsten und komfortabelsten Weg selber suchen. Wir sind gespannt.

 

Tag 3: Velobahn

Sonntag 18. September 2016

Radstrecke: Meran – Bozen – Trento = 95 Km, Gesamt: 217.8 km
Fahrzeit 4 Std. 50 Min., Durchschnitt 19.1
Wetter: Morgen bedeckt, am Nachmitag Aufhellungen, leichter Wind 17 – 22 Grad

Der heutige Abschnitt der Reise war eigentlich recht ereignislos und auf weite Strecken glich sich die Szenerie durch welche wir radelten. Und wir waren nicht alleine unterwegs! Bereits um halb Neun waren wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel startklar. Die Pferdchen gesattelt, der Helm montiert und so ging es durch die noch fast leeren Strassen des sonntäglichen Meran. Heute war hier noch der grosse Herbstmarkt und die Strassen würden sich wohl rasch füllen, also nix wie los auf den Radweg nach Bozen. Rasch hatten wir den ersten Wegweiser gesichtet und so ging es zügig voran.

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Zwischenziel schon mal angeschrieben

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Oft sah es heute aus der Rdlerperspektive so aus.

Meist war der Weg auf dem Dam der Etsch angelegt, die rechts von uns ebenfalls ihren Weg nach Trento suchte. Zuerst tauchten sie noch spärlich auf, aber je später der Tag desto mehr waren unterwegs. Radfahrer in allen Variationen. Ob E-Bike, Mietvelo oder in hautenge Lycrakleider gepresste Rennradfahrer, man trifft sie hier alle. Ab und zu auch einige schwer beladene Tourenfahrer wie wir. Vor allem die Rennradler kamen uns manchmal in fast furchterregendem Tempo und meist zu zweit nebeneinander entgegen, so dass es mit dem Platz manchmal gar eng wurde. Wir haben es Ihnen grosszügig verziehen. Schliesslich müssen die armen, um nur eine halb so aerodynamische Position wie wir Liegeradler einzunehmen, die ganze Zeit den Kopf nach unten halten und können nur den Asphalt vor sich anstarren. Wir hingegen geniessen „Weitblick“ und sind entsprechend vorbereitet.

An der Uferböschung blühten Abertausende von goldgelben Topinambur Pflanzen, deren Wurzeln ja fast Kartoffel schmecken und auch so zubereitet werden. Ob die jemand erntet?

Hier zwei der häufigsten Anblicke: Topinambur und Radler

Hier zwei der häufigsten Anblicke: Topinambur und Radler

Gut ausgewählt gab es doch noch ruhige Rastplätze.

Gut ausgewählt gab es doch noch ruhige Rastplätze.

Kurz nach zehn Uhr waren wir bereits in Bozen wo für einen kurzen Moment die Beschilderung zu wünschen übrig lies, so dass wir prompt den falschen Abzweiger nahmen. Zum Glück bemerkten wir nach wenigen hunder Metern das Missgeschick und fanden rasch wieder auf den Radweg zurück. Hier in Bozen vereinigen sich die Flüsse Etsch und die vom Brenner kommende, viel grössere Eisack. Trotzdem behält die Etsch ihren Namen nur das er ab hier italienisch gesprochen wird, Adige.
Der Weg war weiterhin in absolutem Topzustand. Durchgehend feiner Teerbelag und beste Beschilderung. Übrigens ab hier hat der Weg auch noch einen speziellen Namen: „Kaiserein Maria Theresia Radweg“. Ob die hier je geradelt ist? Wohl kaum.

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So wünscht man sich das.

Aber nun hatten wir den Statistischen Beweis, dass wir nicht alleine unterwegs waren. Kurz nach Auer gab es eine Fahrradzählstelle. Stand auch diesem Abschnitt heute 18.09.2016 um 12.10 Uhr: Jahr 2016 = 148 368, Heute 280. Wir waren also die Radler 281 + 282 die die Zählstelle heute passierten. Immer wieder gibt es links und rechts des Radwegs kleine Bar’s, Restaurants oder Verkaufsstände, die den Velofahrern verlockende Angebote machen. Bei einem dieser Stände wurde frischer Apfelsaft angeboten. Nachdem wir auch heute schon wieder viele Kilometer durch die endlosen Plantagen gefahren sind war das die richtige Stärkung. Sehr kühl und erfrischend.

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Frisch vom Hof

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Irgendwie verfolgen uns diese Äpfel, sogar auf der nahen Brennerautobahn Rasten sie vorbei.

Bald darauf setzte leichter Nieselregen ein. Soweit gerade noch ok, dass wir noch nicht die Regenkleider anziehen mussten. Kurz vor ein Uhr Mittags wurde der Regen noch etwas stärker und wie gerufen tauchte eines der vielen Radlerrestaurants auf. Wir setzten uns auf die gedeckte Veranda und genossen Wärme Suppe und Tagliatelle. Bis wir gegessen hatten war auch der Regen vorbei und auf den letzten 30 Kilometern würde es immer wärmer.

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Spektakuläre Hängebrücke über die Etsch / Adige

Kurz vor Trento kommt die Sonne hervor

Kurz vor Trento kommt die Sonne hervor

Um halb vier trafen wir am Bahnhof in Trento ein, wo wir die Bahnkarten für morgen kaufen wollten. Morgen geht’s ins Val Sugano und auf den ersten paar Kilometern ist die Strasse sehr eng und hat viel Verkehr. Das lassen wir lieber und nehme die Bahn, Safty first. Der Herr am Schalter erklärte mir, ich könne die Fahrkarten morgen direkt beim „Capo Treno“ kaufen. Mal sehen, der Zug fährt um 08.05 Uhr. Wir werden bereit sein! Vom Bahnhof ging’s noch um zwei Strassenecken und schon waren wir im reservierten Hotel. Doppelzimmer mit Frühstück 2 Pers. 80 Franken. Wie die Höhenmeter schmelzen auch langsam die Hotelpreise.
Nach einer erfrischenden Dusche und etwas die „Beine hochlagern“ war noch Zeit für einen kleinen Stdbummel in dieser geschichtsträchtigen Stadt mit ihren schönen Gassen, alten Herschaftshäusern und dem grossen mittelalterlichen Castello del Buonconsiglio, dem ehemaligen Sitz der Fürsbischöfe.

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Das Castello del Buonconsiglio

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Im Garten

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Moderne Form: Wandgarten in Trento

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Altstadteindruck

In einem Strassenrestaurant genossen wir noch unser Nachtessen bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten. Heute ist frühe Bettruhe angesagt, damit wir Morgen ausgeruht den Zug um 08.05 Uhr erreichen und bereit sind, für eine weitere längere Etappe nach Bassano del Grappa.

Tag 2: „Apfelsaft“

Samstag 17. September 2016

Radstrecke: Mals – Meran = 64.3 Km,
Fahrzeit 3 Std. 25 Min., Durchschnitt 18.8
Wetter: ganzer Tag bedeckt, leichter Wind 13 – 17 Grad

Heute Morgen stärkten wir uns zuerst ausgiebig am Frühstücksbuffet im Hotel und nahmen vor der Abfahrt noch ein Glas Apfelsaft zu uns, den diese Frucht würde uns heute auf dem Weg hinunter nach Meran begleiten. Kurz nach 9 holten wir unsere Pferdchen aus dem Stall. Sie können hier zwar nicht wie sie es von den USA gewöhnt sind bei uns im Zimmer übernachten, aber auch in der Tiefgarage scheinen sie sich sicher aufgehoben zu fühlen.

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Extra Fahrradparking in der Tiefgarage

Alle Reifen waren noch satt aufgepumpt, so dass wir heute ohne Reifenwechsel starten konnten. Die Strecke von Mals nach Meran gehört wohl zu den meist befahrenen Radwegen überhaupt. Sie ist wunderbar auf separaten Wegen angelegt und führt dem Fluss Etsch entlang und immer wieder durch fast endlose Apfelplantagen, die um diese Jahreszeit voll sind mit grünen, roten und violetten Äpfel.

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Einfahrt in Glurns mit wunderbar erhaltener Stadtmauer.

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Umgeben von millionen reifer Äpfel

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Typisches Vinschgauer Dorf mit Burg und Kirche. Der Wald beginnt sich zu verfärben, der Herbst naht.

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Unsere Begleiterin für Heute und auch Morgen: Die Etsch

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Es blieb sogar Zeit zum Schweine füttern.

Auf der Strecke sind auch sehr viele Tagestouristen unterwegs, den die Vinschgaubahn bringt die Radler aus allen Dörfern entlang der Strecke bequem nach Mals, wo diese dann ihre Tour starten. Links und rechts des Radwegs haben sich sie Einheimischen auf diese Kunden eingestellt und da und dort sind oft liebevoll gestaltete Beizen entstanden, an welchem sich die müden Radler erfrischen können. Auch wir haben heute da und dort einen kleinen Halt eingelegt, mal etwas gegessen, getrunken, fotografiert usw.

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Immer wieder traumhafte Ausblicke entlang der Route. Der kalte Wind von gestern hat die Berge weiss „verzuckert“.

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Die drei wichtigsten Elemente heute: Burgen, Äpfel und der Weg nach Meran

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Zum reinbeissen

Trotz vieler kleiner Pausen sind wir bereits um 14.00 Uhr in Meran eingetroffen, haben die Räder wieder in der Tiefgarage parkieren können, das Zimmer bezogen und anschliessend noch einen Bummel durch Meran unternommen. An der Promenade entlang der Passer und in den Lauben waren wie üblich viele Touristen unterwegs.

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Unter den Lauben

Ich habe mich schon auf ein kühles „Forst Bier“ beim Brauhaus gefreut, musste das aber dann anderswo einnehmen. Nicht dass die dort kein Bier gehabt hätten, ganz im Gegenteil. Die ganze Strasse war voller Festbänke und Bier wurde auch serviert. Leider war aber auch eine ziemlich laute Oberkrainerkapelle im Preis inbegriffen und auf diese „Musik“ hatte ich nun ganz und gar keine Lust.

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Bierfest mit gutem Getränk und schrecklicher Musik. Es ist halt Alles „Geschmacksache“, anderen hast gefallen.

Ein kühles „Forst“ an einem ruhigen Platz hat es dann aber schon noch gegeben.

Fazit: Einfach ein entspannter Tag und in den letzten 24 Stunden haben wir 1100 Höhenmeter „vernichtet“.

Tag 1: Kaltstart

Freitag 16. September 2016

Bahnfahrt Winterthur – Scuol

Radstrecke: Scuol – Martina – Nauders – Reschenpass – Mals = 59.5 Km,
Fahrzeit 4 Std. 40 Min., Durchschnitt 12.8
Wetter: ganzer Tag bedeckt, ab Nauders viel Gegenwind, Regen erst 5 Minuten vor dem Ziel 🙂

Endlich haben wir mal wieder etwas Zeit unsere Pferdchen auszuführen. Wir wollen Ihnen diesmal die Adria zeigen! Gestern Abend haben wir noch einen letzten Check gemacht. Alles gepackt, Räder ok, ready to go! Wirklich? Ein Blick auf Barbaras Vorderrad verrät das hier etwas nicht stimmt. Ihr Pferdchen steht auf der Felge. Naja, dann muss halt vor dem ins Bett gehen noch ein Schlauchwechsel gemacht werden. Dabei wird auch der Reifen genau auf allfällige Dornen kontrollieren. Nichts gefunden und neuen Schlauch eingesetzt. So jetzt kanns also losgehen.
Da wir bereits am Ausgangsbahnhof der S12 in Seen einsteigen haben wir locker Zeit und keine Probleme um unser Lieger zu platzieren. Was für ein Bild, wie diese so erwartungsfroh nebeneinander stehen und sich offenbar genauso wie wir auf die Reise freuen.

Bereit für die grosse Reise, fast ;-(

Bereit für die grosse Reise, fast ;-(

 

Aber was sehe ich da? Barbara’s Pferdchen hat schon wieder einen lahmen Vorderfuss. Offensichtlich ist im Pneu doch ein unentdeckter Gegenstand vorhanden, der die Schläuche zerstört. Heute Morgen bei der Abfahrt war noch alles ok und nun nach nur 4 Kilometer wieder einen Platten. In der S12 bleibt keine Zeit für eine Reparatur. Also mit Plattfuss in Zürich umsteigen. Dort drängen sich neben uns noch einige andere Velofahrer ins „Veloabteil“ im Zug nach Chur. Trotzdem können wir uns einen Platz ergattern und so habe ich nun auf der Fahrt von Zürich bis Landquart Zeit, den Pneu zu wechseln und nochmals einen neuen Schlauch einzusetzen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bereits nach wenigen Velokilometer zu unserem Ersatzreifen greifen muss. Immerhin, der scheint nun dicht zu sein.

Ich bin auch eine Velowerkstatt

Ich bin auch eine Velowerkstatt

Kurz nach 12 Uhr treffen wir im bedeckten und kühlen Scuol ein. 7 Grad zeigt das Termometer und der Wind tut sein übriges. Immerhin, wir sind startklar.

Starklar

Starklar

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Fast leer Strassen im Unterengadin

 

Los geht’s auf der Hauptstrasse das Tal abwärts Richtung Martina. Dank wenig Verkehr fühlen wir uns trotz fehlendem Radstreifen sicher und versuchen uns langsam aufzuwärmen und in den Tourmodus zu kommen. In Martina überqueren wir die Grenze zu Österreich und nun steigt die Strasse auf den nächsten gut 7 Kilometern fast 400 Höhenmeter an.

Erste Grenzüberfahrt nach Österreich

Erste Grenzüberfahrt nach Österreich

Also kleiner Gang einlegen und den Rythmus finden. Die Harnadelkurven sind nummeriert und wir zählen langsam Rückwärts. Etwas mehr als eine Stunde sind wir, schwer beladen, mit diesem Aufstieg beschäftigt. Obwohl wir nur langsam vorankommen fühlen wir uns am Ende des Aufstiegs auf der Norbertshöhe doch noch ganz gut. Jetzt geht’s erst einmal rasant hinunter nach Nauders, wo wir auf einen toll ausgeschilderten Radweg treffen, der uns den Weg nach Reschen und Mals weist.

Ab Nauders steigt es nocheinmal moderat an, aber der kalte und kräftige Gegenwind macht das Vorwärtskommen sehr beschwerlich. Wir kämpfen gegen den Wind und die leichte Steigung und spüren wie uns der kalte Wind immer mehr auskühlt. In Reschen ist es höchste Zeit sich etwas auszuruhen und zu stärken.

Die Pferdchen warten geduldig bis wir uns gestärkt haben

Die Pferdchen warten geduldig bis wir uns gestärkt haben

Danach geht es weiter, gegen den Wind und die vielen fiesen kurzen Aufstiege, die der Radweg für uns bereit hält, der am rechten Ufer des Stausees angelegt ist.

Ewiges "auf und ab" sowie Gegenwind lassen die Kräfte schwinden

Ewiges „auf und ab“ sowie Gegenwind lassen die Kräfte schwinden

Bald geht es nur noch abwärts :-)

Sankt Valentin auf der Haide: Schöner Ortsname und bald geht es nur noch abwärts 🙂

Als unsere Batterien bald auf dem Nullpunkt sind haben wir es endlich geschafft. Wir schauen ins Vinschgautal hinab und geniessen die rasante und kurvenreiche Abfahrt nach Mals.

Burgeis, kurz vor Mals

Burgeis, kurz vor Mals

Am Ortseingang beginnt es zuerst leicht zu Regnen und wird dann langsam stärker. Glück gehabt. Wir kommen also trocken in Mals an und werden nur auf der Suche nach einer Unterkunft noch etwas nass. Dabei finden wir auch noch einen Fahrradladen der uns einen 20 Zoll Reifen verkaufen kann. Somit sind wir also auch Ersatzteilmässig wieder bestens vorbereitet und hoffen, dass wir diesen ungebraucht nach Hause nehmen können.
Fazit: Wir sind im Tourenmodus angekommen und Morgen geht’s zu unserem Bürgerort Nr.2, Meran!