Tag 4: Velohimmel

Montag 19. September 2016

Radstrecke: San Cristoforo al Lago (Val Sugana) – Bassano del Grappa = 85.2 Km, Gesamt: 303 km

Fahrzeit 4 Std. 55 Min., Durchschnitt 17.3
Wetter: Morgen leicht bedeckt, am Nachmittag sonnig, kaum Wind 17 – 26 Grad

Heute Morgen galt es zuerst rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Der Zug fährt um 08.05 Uhr und der nächste erst nach 11 Uhr. Also haben wir den Wecker gestellt, vor 7 Uhr bereits alle Taschen gepackt und uns am reichhaltigen Frühstücksbüffet für einen langen Tag gestärkt. 10 Minuten vor Abfahrt waren wir am Zug. Es gab sogar ein Veloabteil und wir waren überrascht, wie gut der Zug mit vorwiegend Schülern besetzt war. Diese machten die Veloplätze sofort frei und wir konnten unsere Pferdchen voll beladen in den Zug stellen. Ich erkundigte mich noch bei der Zugchefin auf dem Perron ob es stimme, dass ich die Tickets im Zug kaufen könne. „Ja, kein Problem“ sagte sie, „ich komme dann vorbei.“ Pünktlich für der Zug los und füllte sich an den beiden nächsten Stationen noch mehr. Es kamen fast schon heimische „Kuschel-S-Bahn-Gefühle“ auf. Später leerte sich der Zug dann rasch wieder, offenbar war hier der Ausstieg um an die Universität zu gelangen, für welche Trento in Italien bekannt ist.
Nach 45 Minuten Reisezeit kamen wir in San Cristoforo an und der „Brentano – Radweg“, dem wir heute folgen wollten, führte gleich am Bahnhof vorbei, so dass wir nicht lange nach dem Radweg suchen mussten. Die Strasse von Trento hier hinauf ist steil, eng und leider auch recht stark befahren. Auf einen solchen Abschnitt können wir gut verzichten und investierten die 4 Euro (2 Personen plus 2 Velos!!!) sehr gerne für diesen Transport. In den Monaten Juli und August wird hier übrigens ein extra Fahrradtransport angeboten, da das normale Bahnangebot dann offenbar nicht mehr ausreicht.

Ankunft in San Cristofero

Ankunft in San Cristoforo

Wir waren happy und konnten uns so entspannt auf den Weg nach Bassano del Grappa machen. Zuerst führte der ausgezeichnete Radweg dem Lago di Caldenazzo entlang. Die restlichen Wolken und die noch milchige Sonne zauberten ein wunderbares Licht auf den ruhigen See. Immer wieder mussten wir anhalten, fotografieren und staunen. Auch der Ausbaustand des Radwegs war schlicht fantastisch. Da war ein feiner Teerbelag, jeder Richtungswechsel mit Tafeln ausgeschildert, auf der Fahrbahn zusätzlich Piktogramme und wenn es eine Strasse zu queren gab, so war eine Unterführung gebaut. Einfach himmlisch!

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Was für ein Auftakt in einen wunderschönen Radlertag

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Markierung 1A, zur Nachahmung empfohlen

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Segantini lässt grüssen

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Durch die Gassen von Caldonazzo

Wieder führte uns der Weg durch Obstplantagen und nun wurde auch da und dort geerntet. Gegen 11 Uhr kamen wir in Borgo Val Sugana an. Dem früheren Wohnort von Barbara’s Grossmutter und warum der Maler Segantini, der hier längere Zeit lebte, so ein Flair für die verschiededenen Farbstimmungen entwickelte, hatte uns die Natur heute Morgen ja eindrücklich vor Augen geführt.
In Borgo machten wir einen kurzen Halt, stärkten uns und schlenderten noch etwas durch den Ort. Kurz vor 1 Uhr fuhren wir weiter. Weiterhin perfekte Radinfrastruktur. Diese Region hat sich das etwas kosten lassen und der Erfolg scheint ihnen recht zu geben. Auch hier begegnen uns immer wiede Radurlauber. Meist auf E-Bikes und als Tgesausflügler, aber es scheint als ob die Region hier ein richtiger Radtourismus aufbauen konnten.

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La via del Brenta hiess heute das Motto

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Die Pferdchen im Zentrum von Borgo

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In dieser Kirche hat einst Barbara’s Grossonkel gepredigt.

In Borgo Val Sugana

In Borgo Val Sugana

Kilometer um Kilometer genossen wir diesen Weg und irgendwann kam mir der Gedanke: „Wenn es einen Himmel für Radfahrer geben würde, müsste er wohl so aussehen!“ Perfekte Radwege, meist an einem herrlich gurgelnden Bergbach (Brenta) entlang, das Ganze umrahmt von hohen Kalksteinfelsen und und das bei 25 Grad und Sonne. Wer mehr verlangt ist unverschämt!

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Durch’s enge Tal Richtung Bassano

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An der Brenta war fast eine frühlingshafte Stimmung.

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Ankunft in der Provinz Veneto

So ging es heute gute 65 Kilometer. Einfach traumhaft! Die letzten 20 km mussten wir dann noch auf kleinen Regionalstassen fahren. Das kann in Italien ganz schön eng werden, aber irgendwie hatte es immer Platz. Der Weg zum Hotel war dann noch die letzte Herausforderung, da wir im Zickzack durch enge Gassen fahren mussten. Um 16.00 Uhr war es geschafft. Ein kühles Biel / Wasser, eine erfrischende Dusche und dann noch ein kleiner Rundgang durch diese wunderschöne Stadt an der Brenta.

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Die Velos haben es in Bassano del Grappa auch in die Schaufenster geschafft …

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… oder dienen als Blickfang vor einer Bäckerei.

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Am Hauptplatz in Bassano del Grappa

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Die Sonne verzaubert auch die Häuser an der Brenta nochmals im schönen Abendlicht.

Nun ist nach über 280 Kilometer Radweg von Reschen bis hier nach Bassano del Grappa nun leider Schluss mit gut markierten und separaten Fahrradwegen. Danke, es war schön so zu reisen. Nun müssen wir uns den besten, verkehrsärmsten und komfortabelsten Weg selber suchen. Wir sind gespannt.

 

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