Provance_2017

Heimreise: Sa. 07.10.2017 Sète – Winterthur, Fazit der Reise

Abfahrt Sète: 07.43 h mit TGV bis Lyon an 09.50h / ab 10.36h mit RER bis Genf an 12.28h / ab 12.43h mit IC bis Winterthur an 15.57h

Hier noch ein paar Bilder aus Sète:

Das ist doch ein schöner Blick auf einen Bahnhof. Ein traumhafter Arbeitsort für einen segelnden Bähnler.

Kanäle durchziehen die ganze Stadt.

Experimentelle Architektur. Eins Einkaufszentrum in „Gitternetz“ gehüllt.

Heute war mal etwas früher Tagwache, denn wir wollten spätestens um 07.00 Uhr das Hotel verlassen. Für die gute vier Kilometer bis zum Bahnhof brauchten wir knapp 15 Minuten und genossen auf dieser Fahrt der Küste entlang die wunderschönen Farben welch die aufgehende Sonne an den Himmel malte. Dort angekommen mussten wir unsere Räder und Gepäck über Treppen durch die Unterführung aufs Abfahrgleis tragen. In Sète gibt es am Bahnhof weder einen Lift noch Rampen. Auf dem Perron haben wir dann die Räder zusammengeklappt und in unsere Taschen verstaut. Wir versuchten zwar am Vortag nochmals ein Velobillett für den Zug zu kaufen, aber alle Plätze waren schon gebucht. Die nächste offizielle Verbindung mit Fahrradmitnahme wäre erst mit Abfahrt am Mittag gewesen und so versuchten wir es damit, unsere Räder zusammengeklappt und in Taschen vertäut mitzunehmen.

Bereit für den TGV.

Als der Zug einfuhr staunten wir nicht schlecht wie gut er schon belegt war. Zudem war heute wohl ein „Umzugstermin“, denn viele Reisende hatten grosse Taschen dabei. Mit andern Worten, die Gepäckablage im Gang war bereits voll belegt. Uns blieb nichts anderes übrig als die Räder vor dem Gepäckabteil in den Gang zu stellen. Dabei achteten wir darauf das trotzdem ein Durchgang frei blieb. Das schien den Grundanforderungen zu genügen, denn kein Schaffner beschwerte sich sonder einer fragte nur: „Sind das eure Räder? Schaut doch bitte mal an der Haltestelle nach, falls jemand sein Gepäck hervorholen will.“ Klar machten wir das, aber eigentlich stiegen nur immer mehr Leute ein. Gut 10 Min. vor Lyon machten wir uns auf um unsere Radtaschen am Ausgang bereit zu stellen, so dass wir als erste aussteigen konnten um den andern nicht mehr im Weg zu stehen. Es klappte ganz gut und in Lyon bauten wir auf dem Perron die Räder wieder zusammen, denn im TER erwarteten wir Fahrradhaken im Veloabteil. So war es auch und wir konnten die Räder bequem aufhängen.

image

Ziemlich eng im TGV. Sorry für das schlechte Handyfoto.

In Lyon konnte die Räder wieder ausgepackt werden.

In Genf beim Umsteigen fanden wir diesmal ein Rampe und das Umsteigen war über diesen Weg viel einfacher als über die Rolltreppen, die wir am Hinweg benutzt hatten. Die Räder noch im Veloabteil des IC nach Winterthur aufhängen und bei strahlendem Wetter und guter Fernsicht die Heimreise geniessen.
Das war’s.

 

Im IC Genf – Winterthur. Velohakentaugliche Liegerädern sind auf ÖV-Reisen von Vorteil.

Fazit:
Fahrradtransport in Frankreich ist mit etwas Vorbereitung und Rädern die sich im Notfall zusammenklappen lassen kein Problem. Mit normalen Velos ist zumindest im TGV eine rechtzeitige Reservation wohl zwingend nötig. Die Radroute der Eurovelo 17 der Rhone entlang hat uns auf dem von uns befahrenen Abschnitt voll überzeugt. Auch wenn die Strecke noch nicht überall fertiggestellt ist, so waren in diesen Bereichen die vorhandenen Nebenstrassen ein würdiger Ersatz. Die Route ist zwar gut ausgeschildert, trotzdem muss ich nach den Erfahrungen der Donaureise und nun hier klar sagen das ein Navi, welches mit den richtigen Wegdaten gefüttert wurde, eine grosse Hilfe ist. Vor allem in dichten Städten trägt es allgemein zu einem entspannteren Fahren bei, da man sich immer wieder auch auf Feldwegen und in engen Gassen vergewissern kann, auf dem richtigen Weg zu sein.
Wer sich neu ein Navi anschafft, sollte aber den Lernprozess nicht unterschätzen. „Wie und wo bekommen ich die besten (kostenlosen) Karten für mein Reisegebiet? Wie plane ich eine Tour und wie bringe ich die Strecke auf mein Navi? Wie löse ich das Problem der Stromversorgung unterwegs? (Ein gutes Navi läuft vielleicht 5-6 Std. im Dauerbetrieb, für eine längere Tagesetappe meist zu knapp. Wir laden das Navi während der Fahrt über den Nabendynamo und ein E-Werk von Busch und Müller auf. Tolle Sache das eigene „Kraftwerk“ dabei zu haben. )
Zur ganzen Thematik gibt es im Netz zum Glück viele hilfreiche Lernvideos. Googeln, Geduld und genug Zeit sind aber nötig.

Zur Reisegegend: Ich war ehrlich gesagt etwas skeptisch eine Reise in Frankreich zu machen. Viele frustrierende Schulerfahrungen mit dem französisch haben mir diesen Kulturkreis nicht wirklich schmackhaft gemacht. Ich wurde vollumfänglich positiv überrascht! Die Leute begegneten uns ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Im allgemeinen nahmen wir sie sehr entspannt war. Jeder unserer Gastgeber, ob in privaten Pensionen oder an der Hotelrezeption, bemühte sich für unserer Räder einen sichern Platz zu finden und nie hatten wir das Gefühl mit diesem Wunsch die Leute zu stressen. Auch unterwegs viele freundliche Begegnungen. So gut es unser französisch zuliess konnten wir etwas über das „Woher kommt ihr, wohin fahrt ihr?“ plaudern und wie immer waren unsere Räder ein Gesprächsthema.
Kurz: Wir haben gefallen an den französischen Radwegen, ihren Menschen und den Landschaften gefunden und wenn es in Sachen Essen zukünftig auch noch eine etwas grössere Auswahl an vegetarischen Gerichten gibt, haben die Franzosen auch Barbara voll auf ihrer Seite.
Merci!

Tag 6: Do. 05.10.17 Aigues-Mortes – Sète

Distanz 63 km, Total 344 km, Fahrzeit 4 Std. 30 Min, Durchschnitt 14 km/h, 17-25 Grad, sonnig,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen.

Wir nahmen heute die letzte Etappe unserer kurzen Herbsttour in Angriff. Zuerst gut 6 Kilometer dem Kanal entlang bis zur Küste ins malerische, aber auch von vielen Touristen besuchte Städtchen Le-Grau-du-Roi. Die Fahrt dorthin wieder auf einem separaten, schön ausgebauten Radweg mit Blick auf die Lagunen und dort lebenden Flamingos.

Idyllischer Garten im Motel

Letztes Flamingofoto, versprochen! (Aber wir haben es einfach genossen diese Tiere entlang der Radrouten zu bewundern.)

Le-Grau-du-Roi In der Vormittagssonne

Die beiden lassen sich das Fischen von der Brücke auch durch Verbotsschilder nicht nehmen.

Dann bogen wir rechts ab, immer möglichst der Küste entlang. Schon aus der Ferne erblickten wir die Rettortenstadt „La Grande-Motte“, die mit ihren riesigen Appartementsgebäuden aus den 60er Jahren fast wie eine Filmkulisse aus einem alten Science Fiction Film wirkt. Der Betonbau hatte damals seine Blütezeit und jeder Architekt schien sich mit kreativen Bauten verwirklichen zu wollen. Alles klar durchstrukturiert und selbst die Strandpromenade war Teil dieses Ensembles. Leider zum Radfahren nicht wirklich gut geeignet da sich der Betonplattenweg durch die Bäume schlängelte und einige Spaziergänger unterwegs waren, so dass wir nur langsam vorwärts kamen.

Die „Wahrzeichen“ von La Grande-Motte des Architekten Jean Balladur

Fast jeder hat den Blick aufs Meer.

Wir stellten uns mit vor wie überfüllt und unangenehm es hier wohl in der Hochsaison wäre.
Nachdem wir diesen seltsamen Ort verlassen hatten genossen wir wieder einen tollen Radweg, der immer hinter den Sanddünen verlief und ab und zu den Blick aufs Meer freigab. In Palava-les-Flots bogen wir dann auf einen schmalen Kiesweg ein, der mitten durch die Lagunen führte. Das Fahrradverbot übersahen wir grosszügig und waren damit nicht alleine. Immer wieder trafen wir auf Fischer die mit ihren Velos oder Motorrollern hier hinausfahren, um ihrem Hobby zu frönen. Gleich neben dem Damm verlief auch die Fahrrinne welche die Hausbootmieter auf dem Weg von Sète in den Canal-du-Midi nehmen müssen. Wohl etwa 15 Kilometer radelten wir auf diesem Damm der einen mehr oder weniger akzeptablen Kiesbelag hatte. Wegen des holprigen Untergrunds nahmen wir es aber gemütlich und stoppten auch ab und zu für einen Blick übers Wasser. Schon ein spezielles Gefühl so „übers Wasser“ zu radeln.

Als Hobbykapitän helfe ich natürlich gerne beim Anlegemanöver.

Warum sollte man hier nicht Radfahren dürfen?

Immer weiter „übers Wasser“ Richtung Sète.

Einfach schön hier auf dem Dammweg. Wären wir an der Küste gefahren, hätten wir etwas verpasst.

Auch die Einfahrt in Sète und der Weg ins Hotel fanden wir dank Navi und zwei weiteren missachteten Fahrverbotstafeln über Kies- und Radwege auf sehr ruhigen Strassen. Nur in der Altstadt wurde es für ein paar hundert Meter etwas verkehrsreicher, aber schon bald waren wir wieder auf einem separaten Radweg und fuhren der Küste entlang zum Hotel.
Wir hatten das Ziel wohlbehalten erreicht und waren froh auch auf dieser Etappe dank guter Vorbereitung die richtige Route ins Navi programmiert zu haben.

Wir genossen den Abend am Wasser …

… und konnten die Füsse im frischen Meer abkühlen.

Am Freitag nun noch ein Ruhetag in Sète und am Samstag dann mit dem Zug zurück in die Schweiz. Ich werde dazu dann von zu Hause aus noch einen Beitrag verfassen.

 

Tag 5: Mi. 04.10.17 Saintes Maries-de-la-Mer – Aigues-Mortes

Distanz 28 km, Total 281 km, Fahrzeit 1Std.35 Min, Durchschnitt 17.4 km/h, 17-24 Grad, leicht bedeckt vielen sonnigen Abschnitten,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen. 

Heute standen nur wenige Kilometer auf dem Programm, denn wir wollten uns bewusst noch etwas Zeit nehmen um uns hier in dieser schönen Landschaft etwas umzusehen. So besuchten wir nach dem ausgiebigen Frühstück den „Parc Ornithologique“ ganz in der Nähe. Hier wurden Lebensräume vor allem für Flamingos, aber auch andere Vögel die hier leben oder durchziehen angelegt. Auf einem Rundgang mit diversen „Beobachtungsstellen“ kann man die Tiere gut beobachten und ist umgeben vom lauten Geschnatter der vielen Vögel. Wir bewunderten vor allem die Flugkünste der grossen Vögel und staunten mit welcher Leichtigkeit sie im Segelflug über die Lagunen schwebten.

Die einen nahmen es ruhig, …

… die anderen eher aufgeregt.

Träume vom fliegen

Auch ein Storch kann sich prominent in Szene setzen.

Nach diesem Ausflug fuhren wir nochmals zurück zum Hotel um unser Gepäck abzuholen, weil wir dieses während dem Besuch im Vogelpark nicht unbeaufsichtigt an den Rädern lassen wollten. Auf dieser Fahrt sahen wir dann auch noch einige weisse Pferde im hohen Gras.

Ein Ausritt hoch zu Ross wird hier an jeder Ecke angeboten.

Bilderbuchcamargue

Danach machten wir uns auf den Weg nach Aigues-Mortes. Meist fuhren wir auf mässig stark befahrenen Nebenstrassen, welche aber zum Glück immer einen guten Seitenstreifen hatten, so dass wir auch hier sicher unterwegs waren.

Bis nach Sètè ist es nicht mehr weit.

Die Stadt, in der heute knapp 9’000 Menschen leben, spielte vor allem ab etwa 1240 n.Chr. eine bedeutende Rolle, weil sie ein wichtiger Ausgangspunkt für die französischen Kreuzfahrer war, die damals noch keinen Hafen am Mittelmeer besassen.
Sie bauten hier im Sumpf die Stadt auf und verschaffte sich über Kanäle Zugang zum Meer, von wo aus sie ihre Fahrt in den Nahen Osten fortsetzten. Irgendwie kommen mir bei solchen Geschichten immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit in den Sinn, wo manche meinen das Recht zu haben, anderen mit Gewalt ihren eigenen Glauben aufzuzwingen. Traurig das die Menschheit in diesem Thema offenbar noch nichts dazu gelernt hat.
Trotz dieser Vorbehalte machten wir uns am späteren Nachmittag noch zu Fuss auf den Weg ins alte Stadtzentrum um diese besondere Hafenstadt, die vollständig von einer Festungsmauer umgeben ist,  etwas kennen zu lernen.

Eine mächtige Mauer umschliesst die Stadt.

Hinter den Mauern gepflegte Gassen.

Vor dem Stadttor wird die Arena für ein Stierfestivall am kommenden Wochenende aufgebaut. Offenbar bringen die Zuschauerfamilien ihre eignen, kleinen Privattribühnen mit, welche von vielen kleinen Gruppen aufgebaut werden.

Gute Nacht

Über alles gesehen heute also mehr Sightseeing als Radfahren.

 

Tag 4: Di. 03.10.17 Arles – Saintes Maries-de-la Mer

Distanz 79 km, Total 253 km, Fahrzeit 5 Std., Durchschnitt 15.9 km/h, 17-24 Grad, bedeckt mit sonnigen Abschnitten,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen.

Heute Morgen konnten wir gleich vor dem Hotel über eine Brücke und dann nach links den Kanal entlang Richtung Meer abbiegen. Am Kanal bot sich uns ein romantisches Bild von vertäuten Hausbooten und etwas weiter dann die bekannte Brücke die der Maler Van Gogh verewigt hat.

Traumhafte Wohnlage

Die haben wir zumindest gemalt alle schon mal gesehen.

Der Radweg war bis kurz vor Port-Saint-Louis-du-Rhone, wo der Fluss ins Meer mündet, ausgezeichnet. Auf der ganzen Strecke frisch geteert. Ein Genuss! In einem Blog einer Familie aus Neuseeland, welche die Strecke noch im Juli 17 gefahren sind, war zum Teil noch von tiefen Kiesabschnitten zu lesen. Die Franzosen haben offensichtlich die zwei Monate genutzt und diese Stecke asphaltiert. Ein grosses MERCI!

Danke für den tollen Teerbelag …

… und die traumhafe Kulisse.

Wir sind nicht ganz an die Mündung der Rhone gefahren, sondern habe kurz vorher die Fähre über die Rhone nach Salin-de-Girau genommen, wo wir von einem Aussichtshügel aus die Becken für die Meersalzgewinnung bestaunen konnten. Die zum Teil recht rote Farbe entsteht durch Algen die hier leben. Das Meerwasser wird von einem Becken zum andern geleitet, wobei durch die Verdunstung den Salzgehalt im Wasser immer mehr erhöht, bis das Salz in den letzten Becken geerntet werden kann.

Die Salzbecken bei Girau

Farben wie aus dem Malkasten

Salzernte

Im kleinen, schmucklosen Ort, das vorwiegend aus funktionalen Arbeiterhäusern besteht, wollten wir etwas zu Mittag essen, denn es war gerade 12.30 Uhr. Wir fanden aber kein offenes Restaurant und wer in Frankreich um diese Zeit einkaufen will muss sich beeilen, denn um diese Zeit heisst es meistens „geschlossen bis 15.00 Uhr“.
Zum Glück fanden wir noch einen Laden und eine Bäckerei die uns kurz vor Ladenschluss noch bedienten, so dass wir etwas Proviant und Getränke für die letzten gut 40 km durch die Camargue einkaufen konnten. Von hier bis zum Ziel gibt es nichts mehr zu kaufen. Also bedeutete das auch vor allem auch die Getränkevorräte aufzufüllen.
Nach ein paar Kilometern wechselten wir von geteerten Strassen auf ausgewaschene Feldwege. Im ersten Teilstück waren noch Autos zugelassen, später dann nur noch Fussgänger und Velofahrer.

Durch die Camargue

Die Wegbeschaffenheit verlangte einiges an Konzentration, gleichzeitig schweifte unser Blick aber auch immer wieder in die tolle Landschaft. Viele verschiedene Kräuter und Sträucher sowie Vögel buhlten um unsere Aufmerksamkeit. Die absolute Attraktion aber waren die Flamingos, die sich in den Lagunen im schönsten Sonnenlicht präsentierten.

Wir haben sie gefunden 🙂

Es waren immer mehr Radler unterwegs, die offensichtlich von Saintes-Marie-de-la-Mer aus eine Nachmittagsfahrt hierher unternahmen. Der Weg war nun stellenweise so tief mit Sand bedeckt das wir nur noch mit mühsamem Schieben vorwärts kommen, da unsere schweren Räder zu tief im Sand einsackten.

Sandpassagen sind nicht ideal für voll beladene Räder. Zum Glück nie länger als 50 Meter.

So gegen halb vier waren wir im Städtchen, dass vor gut 40 Jahren eine ganze Generation von Hippies in seinen Bann zog. Einige schienen seit den 68er hier geblieben zu sein und wer sehen will wie Hippieträume langsam ergrauen und verblassen ist hier richtig.

Was ist nur aus dem Hippie-Bus geworden!

Viel Kommerz und Trubel in den engen Gassen. Da machten wir uns lieber direkt auf den Weg ins Hotel und genossen noch eine Runde entspannendes Schwimmen im Pool.
Wir sind am Meer, das Wetter hat bis jetzt toll mitgespielt und die Routenwahl war perfekt. Nun noch zwei Radeltage bis Sète. Wir freuen uns darauf.

Tag 3: Mo. 02.10.17 Avignon – Arles

Distanz 57.5 km, Total 174 km, Fahrzeit 3 Std.44 Min., Durchschnitt 15.5 km/h, 17-24 Grad, bedeckt mit sonnigen Abschnitten,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen.

Heute Morgen nahm uns der Blick aus dem Fenster schon mal die erste Entscheidung des Tages ab. Nein, das wird kein früher Start! Die Leute die draussen unterwegs waren hatten die Regenschirme aufgespannt oder ducken sich den Hausmauern entlang um nicht allzu nass zu werden. Das Kopfsteinpflaster der Strasse glitzerte im feuchten Regen und schien glitschig zu sein. Also nichts überstürzen und zuerst mal gemütlich frühstücken. Die Wetter-App versprach baldige Besserung.
Im Frühstücksraum des netten und zentral gelegenen Hotel Regina überraschte uns ein für französische Verhältnisse geradezu üppige Auswahl. Neben den bekannten Baguette und süssen Kuchen gab es verschiedene Brotsorten, Joghurt, Käse, Eier, Schinken und Wurstscheiben. Dazu ein Kaffemaschine die mehr als nur Filterkaffee beherrschte und mir einen feinen Espresso brühte. Der perfekte Platz um etwas den Regen abzuwarten und genug zu Essen, so dass wir ohne grosse Mittagspause bis ans Ziel radeln konnten.
Die Ausfahrt aus Avignon verlief gut, da es zum Glück auch auf der Brücke eine abgetrennte Radspur hatte.

Zum Glück ein von der Autospur abgetrennter Fahrradbereich

Als diese fertig war und wir bis zur Einmündung in den Fahrradweg etwa 300 Meter auf einer doppelspurigen Strasse fahren mussten, erlebten wir wie es sein könnte, wenn wir nicht meist auf tollen Radwegen oder sehr einsamen Landstrassen unterwegs sein könnten. Bereits auf diesem Abschnitt zeigte sich, dass viele Franzosen sich offensichtlich noch immer in der Zeit ihrer grössten Formel 1 Erfolge wähnten, auch wenn die glorreichen Tage von Renault und Alain Prost schon länger Geschichte sind. Es kann ihnen, zumindest auf der Strasse, nie schnell genug gehen und die Hupe ist offensichtlich eines der wichtigsten Elemente eines Autos. Für uns einfach nervig!
Aber wie gesagt, die Rettung nahte in Form von Wegweisern für die Eurovelo 17. Bald waren wir in idyllischen Nebenstrassen unterwegs und den  hektischen Verkehr nahmen wir nur ab und zu als Geräuschkulisse wahr.

So stellen wir uns gemütliche Radwege vor.

Die Route führte uns über Land, wo die Traubenstöcke abgelesen und die Felder geerntet waren. Langsam verzogen sich auch die letzten Wolken und machten der Sonne Platz, so dass wir wärmenden Armlinge und Windschutzjacken ausziehen konnten. Auf den Hügeln um uns herum entdeckten wir immer wieder kleine Dörfer und ab und zu auch alte Burgen, die von der bewegten Geschichte im Rhonetal erzählten.

Rebstöcke bis zum Horizont

Immer wieder alte Dörfer auf einer Anhöhe

Auf einigen Abschnitten war die Via Rhone offensichtlich ganz frisch ausgebaut worden. Guter fester Kiesbelag, ab und zu auch geteert und immer wieder kleine Rastplätze. An einem solchen setzten wir uns auch für eine Viertelstunde hin, um etwas aus der Provianttasche zu essen.

Schöne Rastplätze am Radweg

Bei Kreuzungen sind die Sicherheitsbarrieren so montiert, das wir auch mit dem Lieger durchfahren können. Bravo

Kurz vor Beaucaire führte der Radweg durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel, welcher die Radfahrer sogar mit einer farbigen Beleuchtung überraschte.

Lichterzauber im alten Bahntunnel

Blick zurück nach Beaucaire

In Beaucaire überquerten wir die Rhone und fuhren nun, auf einer mit Hilfe von „www.gpsies.com“ selbst erstellten Route, auf ruhigen Nebenstrassen nach Arles. Gleich nach der Brücke geht es in einem unübersichtlichen Gewirr aus Strassen rechts weg.

Auch abseits der Radrouten finden wir ruhige Nebenstrassen

Bei der Fahrt durch die Stadt zum Hotel hat uns das Navi dann noch eine kleine Stadtrundfahrt spendiert. Immer wieder zeigte es mal „Links“ mal „Rechts“ an. Wir folgten den Hinweisen, denn in der Vergangenheit mussten wir schon oft erstaunt feststellen, das die Routenwahl zwar nicht immer die direktestes, aber meist fahrradfreundliche Strecke sucht.
So kamen wir recht entspannt im Hotel Arles Plaza an, wo uns heute für die Pferdchen ein leerer Seminarraum zur Verfügung gestellt wurde.
Das Hotel ist ganz dem Thema „Hollywood der 60er Jahre“ gewidmet. Überall Fotos alter Filmstars. Dazu einen hauseigenen Swimmingpool, in dem wir zur Entspannung gleich mal ein Bad nahmen.

So könnte jeder Radtag enden.

Dann etwas Blogschreiben und nun sind wir bereit für den abendlichen Stadtrundgang und ein feines Nachtessen.

Hier noch die Bilder vom Stadtrundgang.

Arena von Arles, erbaut ca. 90 n. Chr

Römisches Theater, ca 100 n. Chr., Platz für 10’000 Zuschauer

Place de La République

… und wie überall auf der Welt; die Händler bei den Sehenswürdigkeiten

In einem schönen Lokal liesen wir den Tag ausklingen.

Tag 2: So. 01.10.17 Pont-Saint-Esprit – Avignon

Distanz 67.5 km, Total 116.5 km/h, Fahrzeit 4 Std.03 Min., Durchschnitt 16.6 km/h, 17-24 Grad, sonnig mit Schleierwolken,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen.

Heute Morgen starteten wir bei einem typisch französischen Frühstück, welches uns der Hausherr Frederick in der alten Orangerie servierte. Es waren diverse Süssigkeiten sowie Baguette und (viel) zu süsse Marmelade aufgetischt. Was für ein süsser Start in den Tag. Zumindest der Zuckerbedarf für die heutige Etappe war bereits kurz nach neun Uhr gedeckt. Vor der Abfahrt machten wir noch ein paar Fotos vom schönen Anwesen und Barbara durfte sich auch noch zwei Granatäpfel vom Strauch pflücken. Wirklich ein kleines Paradies.

Ein toller Ort …

… wo man gemütlich in den Tag starten kann.

Unsere Pferdchen genossen den besonders schönen Stall.

Wir mussten nochmals die lange schmale Brücke überqueren doch kurz danach konnten wir uns vom Autoverkehr verabschieden und genossen die Fahrt auf einsamen Feldwegen oder sogar ganz neu angelegten Radwegen, welche im Rahmen des Projekts „Eurovelo 17“ hier entstehen. Wirklich ein Genuss. Heute hatten wir auch das Vergnügen uns mal als E-Bikefahrer zu fühlen. Nicht das wir einen Motor an unsere Pferdchen montiert hätten, nein der starke Nordwind blies uns regelrecht das Rhonetal hinunter. Zum Glück sind wir Richtung Süden unterwegs; die „Nordwärtsfahrer“ werden wohl auch in den nächsten Tagen kräftig mit dem Gegenwind zu kämpfen haben, denn die Prognosen sagen weiterhin kräftige Winde aus Norden voraus.

Tolle Radwege, einfach ein Genuss.

Wenn dazu der Wind noch in die richtige Richtung bläst, umso besser. 🙂

So sind auch 30 km/h ohne grosse Anstrengung möglich.

Auch heute waren wir wieder oft weit und breit alleine unterwegs. Am Wegesrand wuchsen Feigenbäume, die ihre süssen Früchte schon fallen liessen, wo sie im Gras von der Sonne getrocknet wurden. Barbara fühlte sich im Paradies. Sie musste die Köstlichkeiten nur noch aufheben und geniessen.

Fundstücke die es heute Abend bis ins Hotel geschafft haben.

Gegen Mittag fuhren wir dann die Weinhügel von „Châteauneuf-du-Pape“ hinauf und begannen in der Sonne schon etwas zu schwitzen.

Die Steine scheinen eine besondere Bedeutung für die Qualität der Weine hier zu haben.

Kurz nach Mittag trafen wir im schmucken Weindorf ein und genossen ein feines Menue auf einer sonnigen Terrasse. Es waren viele Touristen im Ort wobei viele offensichtlich in Gruppen mit den Fahrrädern hierher gefahren sind. Erstaunlich viele nehmen die Räder mit in den Urlaub um dann in dieser Gegend gemütliche Tagestouren zu unternehmen. Die wenigsten waren wie wir auch mit Gepäck beladen.

Touristenspot

Enge Gassen

Blick hinunter auf die Rhone

 

Da wir noch gut 20 Kilometer vor uns hatten liessen wir das mit dem „Weintesten“ sein und begnügte uns mit einem kleinen Spaziergang durch die engen Gassen.
Dann ging es wieder rasant hinunter bis ins Tal und dann auf verschlungenen Wegen Richtung Avignon. Die Wege sind hier noch nicht gut ausgebaut, aber man wird mit den Wegweisern meist auf verkehrsarme, manchmal mit Schlaglöchern durchsetzte Nebenstrassen geleitet. Unser Navi war oft noch kreativer und führte uns durch schöne Quartierstrassen.

Heute wurde uns ab und zu auch eine Portion „Schlaglöcher“ serviert.

Plötzlich waren wir an der Stadtmauer von Avignon, der wir ein Stück entlang fuhren. Dann hinein in die Altstadt und durch enge, verwinkelte Gassen. Zielsicher erreichten wir unser Hotel und wurden dort freundlich empfangen. Das wir mit den Fahrrädern kamen war auch kein Problem und der nette Herr an der Rezeption räumte rasch eine kleine Kammer für die Gepäckaufbewahrung um, so das unsere Pferdchen eine sicher Stall hatten. Wir genossen eine erfrischende Dusche und waren bald bereit für den Stadtrundgang.

Ankunft in Avignon

Auch hier: Viel Süsses!!!

 

Eine der wohl berühmtesten Brücken.

Palast der Päpste. Hier wurde Kirchengeschichte geschrieben.

Eine weiter tolle Radetappe lag hinter uns. Eine wirkliche „Sonntagsfahrt“.

Noch etwas für die Freunde von Statistiken: Dies war mein 100er Blogbericht auf http://www.Liegerad.wordpress.com. Danke an alle treuen Leser.

 

Tag 1: 30.09.17 Montélimar – Pont Saint-Esprit

Distanz 49 km, Fahrzeit 3 Std.08 Min., Durchschnitt 15.6 km/h, 17-22 Grad, bedeckt,
Die GPS-Datei zur Etappe kannst du hier herunterladen.

Um 8 Uhr wurde uns in der gemütlichen Pension das Frühstück serviert und wir genossen die ersten frischen Baguette mit hausgemachter Marmelade. Eine Stunde später waren die Pferdchen beladen und wir machten uns auf den Weg an die Rhone.

Startklar

Schon bald waren wir am Fluss und bogen auf dem Damweg auf die Eurovelo 17 ein. Im ersten Moment fühlten wir uns fast wieder an die Donau zurückversetzt. Kilometerlanges Damfahren hatten wir ja im Sommer ausgiebig erlebt. Das der Weg auf einigen Abschnitten in einen rauen Feldweg überging waren wir uns von der Donau ebenfalls gewohnt. Ab und zu waren Jogger auf dem Weg oder einzelne Radfahrer die auf einer Samstagsausfahrt waren, aber meistens waren wir alleine unterwegs . Immer wieder schweift der Blick aufs Wasser oder zu einem kleinen Tümpel am Wegrand, wo mit unserem herannahen oft Vögel aufgescheucht wurden.

Damradweg wie wir es kennen

Schöne Flusslandschaften entlang der Route

Er gab mir mal eine Chance für ein Bild

Die Strecke ist meist gut ausgeschildert und ab und zu sind am Wegrand Infotafeln aufgestellt, die einem sogar in Englisch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Gegend erklären. Ab und zu wird die Rhone für ein Flusskraftwerk gestaut und so sind auch Schleusen für die grossen Transportschiffe nötig, die hier unterwegs sind.

Hier ist die Rhone auch Transportweg

Auch Frankreich hat wohl das touristische Potential von Fahrradrouten erkannt. Gut ausgeschilderte Via Rhona

Wir wechselten ab und zu die Flussseite.

Wir nahmen es gemütlich und machten immer mal wieder einen Halt um die Landschaft zu geniessen. Kurz vor Mittag führen wir ein paar Kilometer  mit einem holländischen Tourenradler und plauderten etwas. Er hat sich eine Auszeit genommen und plant die nächsten Monate in Südspanien oder Marroko mit seinem Rad unterwegs zu sein und dort zu überwintern. Wir wünschten ihm einen milden Winter und eine sichere Reise. Um die Mittagszeit trafen wir in Bourgeois-Saint-Andéol ein und fuhren etwas im Ort herum. Schöne alte Häuser und eine grosse Kirche im Zentrum.

Unterwegs in Bourgeois-Saint-Andéol

In diesem schönen Innenhof gab es erfrischende Getränke

Kirche im Zentrum der kleinen Stadt

Nachdem wir uns gestärkt hatten machten wir uns auf den Weg die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen, denn für den Nachmittag war Regen angesagt. Auf gut asphaltieren Nebenstrassen erreichten wir bald die alte Brücke die uns nach Pont-Saint-Esprit führte. Die Brücke ist ziemlich lang und schmal und die Franzosen in den Autos hinter uns waren leider oft sehr ungeduldig, wenn sie wegen Gegenverkehr nicht gleich überholen konnten. Einige fuhren sehr knapp an uns vorbei, so dass wir froh waren, als wir endlich auf der anderen Seite ankamen.

Kurz vor dem Tagesziel die ersten Lavendelfelder

Pont-Saint-Esprit

Enge Zufahrt und die Stadt

Dann noch gut zwei Kilometer bergauf in unsere heutige Pension. Wieder ein liebevoll gepflegtes, altes Haus mit wildem Garten. Der Hausbesitzer empfing uns freundlich und wir waren gerade rechtzeitig angekommen, denn genau in diesem Moment begann es zu Regnen. Timing ist manchmal einfach wichtig.

Tag 0: 29.09.17 Anreise Winterthur – Montélimar

Heute morgen zeigte uns das Wetter in Winterthur nochmal ganz klar, warum es gerade jetzt Zeit ist etwas in den Süden zu reisen. Auf dem Weg zum Bahnhof konnten wir bereits ein erstes Mal die Qualität unserer Regenklamotten testen.

Nasser Start

Am Bahnhof in Winterthur trafen wir dann noch zwei andere Tourenradler an, die mit dem selben Zug wie wir nach Genf fuhren mit dem Ziel Ardéche. Die Räder konnten wir gut verstauen, waren aber doch erstaunt, dass ab Zürich kein Fahrradplätze mehr frei war.

Gut besetztes Fahrradabteil

Immer wieder tolle Aussicht auf die Weinberge über dem Genfersee

Zum Glück kamen wir trotz diverser Baustellen zwischen Winterthur und Genf pünktlich an. Das war auch nötig, denn zum Umsteigen blieben uns nur 10 Minuten. Um in der ersten Reihe beim aussteigen zu stehen haben wir uns schon gut 10 Minunten vor Ankunft die Räder geschnappt, die Taschen angehängt und uns in Startpossition begeben. Jede Minute zählte, denn die Wege in Genf um auf die französische Seite zu kommen sind ziemlich lang. Beim Zugang zu den Rolltreppen sind dann noch so neckische Pfosten installiert die verhindern sollen, dass man mit Gepäckrollis die Rolltreppen benutzt. Zum Glück passten unser Lieger gerade so durch ohne die Packtaschen abzunehmen. Wir schafften es gerade so in den Anschlusszug, vertäuten unser Lieger im Fahrradabteil und die benahmen sich wie „Standart-Fahrräder, denn sie wurden bei der Billettkontrolle nicht beanstandet.

 

Zwei „Standart-Fahrräder“ im TER

In Lyon waren wir überrascht wie hektisch und gut besucht der Bahnhof war. Es war schliesslich Freitag um 13.20h und nicht in der Hauptverkehrszeit, oder haben da die Franzosen andere Massstäbe?

Startklar machen für den letzten Abschnitt

Wir mussten gut zwei Stunden warten bis der Anschlusszug mit Fahrradtransport nach Montélimar fuhr. Zeit uns etwas im hektischen Bahnhofsviertel etwas die Füsse zu vertreten, zu essen und für mich die Gelegenheit im Decatlon neue Fahrradhandschuhe zu kaufen. Meine geliebten alten hatten die Reise von Wien nach Belgrad noch knapp überlebt, waren aber nun wirklich nicht mehr zu retten.
Da wir nicht zu viel Stress haben wollten begaben wir uns schon 20 Minuten vor Zugsabfahrt auf den Perron um zu sehen, wann der Zug kommen würde? Er stand schon da und war zu unserer Überraschung bereits gut gefüllt! Könnt ihr euch das vorstellen, dass wir einen Zug schon 20 Minuten vor Abfahrt auf ein Perron stellen und die Leute schon einsteigen? Wir waren froh noch zwei freie Velohaken zu finden und unsere Lieger dort aufzuhängen. Sogar einen Sitzplatz fanden wir noch, auch wenn wir uns mit all dem Gepäck das die Reisenend mitbrachten schon ein Tetrisspiel mit den Füssen lieferten, bevor alle Platz nehmen konnten.
In Montélimar erlebten wir dann die Hilfsbereitschaft junger Franzosen, die uns beim Gepäckauslad und Velotransport unterstützten. Danke!

Alles ziemlich eng.

Und ja, kein Schaffner hat unsere Räder als nicht tauglich beurteilt und wir sind wie geplant pünktlich in Montélimar angekonnen.

Montélimar ist erreicht

Die Pension war, Navi sei dank, trotz Feierabendverkehr rasch gefunden. Eine erfrischende Dusche nach der Anreise und danach etwas blogschreiben im schönen Garten.

Schöner Platz im Garten

Perfekt!!! Wir sind angekommen, geniessen nun noch einen gemütlichen Abend in der Stadt und freuen uns Morgen die ersten Kilometer mit den Liegern zurück zu legen.

Auf die jahrhunderte alte Tradition der Nougatherstellung ist man hier besonders stolz.

Stadtspaziergang

 

Südfranzösischer Herbstgenuss 2017: Fr. 29.09. – Sa.07.10.2017

Die Tage werden kürzer und der Wind bläst wieder kühler. Ein untrügliches Zeichen: Die von mir nicht sonderlich geliebte kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Also höchste Zeit noch einmal die Lieger aus der Garage zu holen, die Packtaschen anhängen und die letzten Ferientage des Jahres mit einer gemütlichen Liegeradtour zu geniessen.  Wir haben gut 9 Tage zur Verfügung und wollen mit dem Zug anreisen. Die ursprüngliche Idee in Apulien (Süditalien) zu radeln haben wir auf Grund der nicht ganz einfachen und etwas zeitintensiven Anreise verworfen. Mindestens zwei Wochen sollten es für diese Gegend schon sein, denn wir möchten uns dort auch Zeit lassen schöne Orte aus früheren Reisen mal wieder zu besuchen und dort zu verweilen. Apulien wird also auf später verschoben.
Da ist mir die Idee gekommen es einmal mit den Kollegen der SNCF zu versuchen und eine gemütliche Fahrt der Rhone entlang nach Südfrankreich zu unternehmen. Da möglichst warme Temperaturen und genug Zeit für die besuchten Städten und Landschaften im Vordergrund stehen, planen wie kurze Etappen zwischen 40 – 70 km pro Tag und reisen mit der Bahn bis Montélimar an. Von dort fahren wir etwas mehr als 300 Kilometer der Rhone entlang bis diese in der Camargue ins Meer mündet. Dann rechts abbiegen und der Küste entlang nach Sété.

Grobe Routenplanung

Wir sind gespannt auf unsere persönlichen Entdeckungen in den besuchten Städten, Landschaften und wie weit die Eurovelo 17 „via Rhona“ auf diesem Abschnitt schon ausgebaut ist. Auch über die Erfahrungen mit der Fahrradmitnahme in französischen Zügen werden wir berichten. Mal sehen ob sich in den TER Zügen unsere Lieger als „Standard-Fahrrad“ ausgeben können und die Kontrollen bestehen. Denn Liegeräder, Trikes und Veloanhänger sind von der Mitnahme ausgeschlossen. Da unsere HP Grashopper aber nicht länger als ein „normales Velo“ sind, hoffen wir das sie die Kontrolle bestehen. Auf jeden Fall nehmen wir unsere Fahrradtaschen mit um unsere Lieblinge im Notfall „verkleiden“ zu können.
Der Fahrplan ist mit Hilfe der SNCF Website  auf Fahrradmitnahme geprüft, die Tickets gekauft, es sollte also klappen.

à bientôt