Heimreise: Sa. 07.10.2017 Sète – Winterthur, Fazit der Reise

Abfahrt Sète: 07.43 h mit TGV bis Lyon an 09.50h / ab 10.36h mit RER bis Genf an 12.28h / ab 12.43h mit IC bis Winterthur an 15.57h

Hier noch ein paar Bilder aus Sète:

Das ist doch ein schöner Blick auf einen Bahnhof. Ein traumhafter Arbeitsort für einen segelnden Bähnler.

Kanäle durchziehen die ganze Stadt.

Experimentelle Architektur. Eins Einkaufszentrum in „Gitternetz“ gehüllt.

Heute war mal etwas früher Tagwache, denn wir wollten spätestens um 07.00 Uhr das Hotel verlassen. Für die gute vier Kilometer bis zum Bahnhof brauchten wir knapp 15 Minuten und genossen auf dieser Fahrt der Küste entlang die wunderschönen Farben welch die aufgehende Sonne an den Himmel malte. Dort angekommen mussten wir unsere Räder und Gepäck über Treppen durch die Unterführung aufs Abfahrgleis tragen. In Sète gibt es am Bahnhof weder einen Lift noch Rampen. Auf dem Perron haben wir dann die Räder zusammengeklappt und in unsere Taschen verstaut. Wir versuchten zwar am Vortag nochmals ein Velobillett für den Zug zu kaufen, aber alle Plätze waren schon gebucht. Die nächste offizielle Verbindung mit Fahrradmitnahme wäre erst mit Abfahrt am Mittag gewesen und so versuchten wir es damit, unsere Räder zusammengeklappt und in Taschen vertäut mitzunehmen.

Bereit für den TGV.

Als der Zug einfuhr staunten wir nicht schlecht wie gut er schon belegt war. Zudem war heute wohl ein „Umzugstermin“, denn viele Reisende hatten grosse Taschen dabei. Mit andern Worten, die Gepäckablage im Gang war bereits voll belegt. Uns blieb nichts anderes übrig als die Räder vor dem Gepäckabteil in den Gang zu stellen. Dabei achteten wir darauf das trotzdem ein Durchgang frei blieb. Das schien den Grundanforderungen zu genügen, denn kein Schaffner beschwerte sich sonder einer fragte nur: „Sind das eure Räder? Schaut doch bitte mal an der Haltestelle nach, falls jemand sein Gepäck hervorholen will.“ Klar machten wir das, aber eigentlich stiegen nur immer mehr Leute ein. Gut 10 Min. vor Lyon machten wir uns auf um unsere Radtaschen am Ausgang bereit zu stellen, so dass wir als erste aussteigen konnten um den andern nicht mehr im Weg zu stehen. Es klappte ganz gut und in Lyon bauten wir auf dem Perron die Räder wieder zusammen, denn im TER erwarteten wir Fahrradhaken im Veloabteil. So war es auch und wir konnten die Räder bequem aufhängen.

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Ziemlich eng im TGV. Sorry für das schlechte Handyfoto.

In Lyon konnte die Räder wieder ausgepackt werden.

In Genf beim Umsteigen fanden wir diesmal ein Rampe und das Umsteigen war über diesen Weg viel einfacher als über die Rolltreppen, die wir am Hinweg benutzt hatten. Die Räder noch im Veloabteil des IC nach Winterthur aufhängen und bei strahlendem Wetter und guter Fernsicht die Heimreise geniessen.
Das war’s.

 

Im IC Genf – Winterthur. Velohakentaugliche Liegerädern sind auf ÖV-Reisen von Vorteil.

Fazit:
Fahrradtransport in Frankreich ist mit etwas Vorbereitung und Rädern die sich im Notfall zusammenklappen lassen kein Problem. Mit normalen Velos ist zumindest im TGV eine rechtzeitige Reservation wohl zwingend nötig. Die Radroute der Eurovelo 17 der Rhone entlang hat uns auf dem von uns befahrenen Abschnitt voll überzeugt. Auch wenn die Strecke noch nicht überall fertiggestellt ist, so waren in diesen Bereichen die vorhandenen Nebenstrassen ein würdiger Ersatz. Die Route ist zwar gut ausgeschildert, trotzdem muss ich nach den Erfahrungen der Donaureise und nun hier klar sagen das ein Navi, welches mit den richtigen Wegdaten gefüttert wurde, eine grosse Hilfe ist. Vor allem in dichten Städten trägt es allgemein zu einem entspannteren Fahren bei, da man sich immer wieder auch auf Feldwegen und in engen Gassen vergewissern kann, auf dem richtigen Weg zu sein.
Wer sich neu ein Navi anschafft, sollte aber den Lernprozess nicht unterschätzen. „Wie und wo bekommen ich die besten (kostenlosen) Karten für mein Reisegebiet? Wie plane ich eine Tour und wie bringe ich die Strecke auf mein Navi? Wie löse ich das Problem der Stromversorgung unterwegs? (Ein gutes Navi läuft vielleicht 5-6 Std. im Dauerbetrieb, für eine längere Tagesetappe meist zu knapp. Wir laden das Navi während der Fahrt über den Nabendynamo und ein E-Werk von Busch und Müller auf. Tolle Sache das eigene „Kraftwerk“ dabei zu haben. )
Zur ganzen Thematik gibt es im Netz zum Glück viele hilfreiche Lernvideos. Googeln, Geduld und genug Zeit sind aber nötig.

Zur Reisegegend: Ich war ehrlich gesagt etwas skeptisch eine Reise in Frankreich zu machen. Viele frustrierende Schulerfahrungen mit dem französisch haben mir diesen Kulturkreis nicht wirklich schmackhaft gemacht. Ich wurde vollumfänglich positiv überrascht! Die Leute begegneten uns ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Im allgemeinen nahmen wir sie sehr entspannt war. Jeder unserer Gastgeber, ob in privaten Pensionen oder an der Hotelrezeption, bemühte sich für unserer Räder einen sichern Platz zu finden und nie hatten wir das Gefühl mit diesem Wunsch die Leute zu stressen. Auch unterwegs viele freundliche Begegnungen. So gut es unser französisch zuliess konnten wir etwas über das „Woher kommt ihr, wohin fahrt ihr?“ plaudern und wie immer waren unsere Räder ein Gesprächsthema.
Kurz: Wir haben gefallen an den französischen Radwegen, ihren Menschen und den Landschaften gefunden und wenn es in Sachen Essen zukünftig auch noch eine etwas grössere Auswahl an vegetarischen Gerichten gibt, haben die Franzosen auch Barbara voll auf ihrer Seite.
Merci!

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