Teil 2: Tiefer Süden

Tag 30: (12.11.14) Lafayette – Lake Charles

Distanz: 122.7 km / Gesamt: 2370 km / Fahrzeit: 6 Std. 39 Min. / Durchschnitt 18.5 km/h

Morgens 7, Nachmittags 10 Grad, morgen Regen, später bedeckt, ganzer Tag kräftiger, kalter Wind aus Norden (meist Seitenwind)

Kälteeinbruch

Liebe Blogleser_innen ich habe es gewusst: Die NSA oder sonst ein Geheimdienst der USA liest diesen Blog mit. Ich habe mich ja gestern ziemlich über die Strassenzustände hier beschwert. Das muss jemand hier mitbekommen haben, denn heute war alles anders. Die müssen über Nacht die Strassen in Stand gestellt und gereinigt haben. Heute habe ich zum Thema Strassen, Sauberkeit und Belag aber auch rein gar nicht’s auszusetzen. Ich bin bis auf wenige Abschnitte den ganzen Tag auf feinstem, sauberen Teerbelag gefahren. War mal kein Seitenstreifen vorhanden, haben die Autos hinter mir gewartet, bis es auf der Gegenfahrbahn Platz zum Überholen gab. Kein Drängeln oder knappes Vorbeifahren wie gestern. Die Hunde welche mich anbellten waren entwender hinter einem Zaun, an einer Kette angebunden oder wussten wo die Grundstücksgrenze war und blieben auf ihrem Land. Es wäre fast schon idyllisch gewesen, wäre nicht der Wetterumsturz gekommen. Schon gestern Abend kündigten kalte Windböen an, das etwas im Gang ist und heute Morgen war der Herbst, oder eben fast schon Winter da. Den ganzen Tag kalter, starker Wind aus Norden. Die USA erleben in diesem Jahr einen extrem frühen Wintereinbruch. Im Norden des Landes liegt schon Schnee und das vier Wochen früher als normal. Genau diese kalte Luft h at nun leider auch den Weg zu uns nach Louisiana gefunden und machen mir das Fahren nicht wirklich einfacher. Dass dann heute kurz nach meiner Abfahrt auch noch Regen einsetzte hätte ich nicht wirklich gebraucht. Also Regenzeug hervorkramen, montieren und weiter. Jeder der in dieser Ausrüstung und bei solchen Temperaturen schon mal länger mit dem Rad unterwegs war weiss, was das bedeutet. Egal wie angeblich „atmungsaktiv“ deine Jacke auch ist, irgendwann ist die Körpertemperatur zu hoch und die produzierte Feuchtigkeit kann nicht mehr entweichen. Folglich setzt sich diese in deinen Kleidern fest und du wirst langsam von innen her nass. Dazu die Kälte und Wind und schon ist man weit davon entfernt zu sagen, dass man sich wohl fühlt.
Trotzdem musste ich weiter und war froh unter diesen Umständen wenigstens gute Strassen zu haben. Nach gut einer Stunde lies dann der Regen zum Glück nach. Ich begegnete einer Gruppe Fernradfahrern aus Montreal. Sie sind zu dritt und schon einige Monate unterwegs. Wir plauderten am nur kurz am Strassenrand, da wir alle fanden, wenn man herumsteht ist es noch viel kälter. Sie wollen weiter bis nach Südamerika.
Die Fahrt führte heute wieder an grossen Feldern und kleinen Ortschaften vorbei.

Auf dem Land sieht mal viele sehr einfache Häuser.

Auf dem Land sieht mal viele sehr einfache Häuser.

Ob die eine gute Heizung haben?

Ob die eine gute Heizung haben?

Das alte Haus von ...

Das alte Haus von …

Geerntet wird mit grossen Maschinen.

Geerntet wird mit grossen Maschinen.

Plötzlich tauchte eine Brücke auf. Ich dachte, das diese wie hier sonst üblich über eine Strasse oder Eisenbahnlinie führen würde. Oben angekommen sah ich, dass ein grosser Fluss darunter durchfloss und genau in diesem Moment kam ein Schubschiff angefahren. Die Eisenbahnbrücke, die viel niedriger parallel zu Strasse war, wurde kurzerhand weggedreht und dasRiesenschiff milimetergenau duch die Lücke. Beeindruckend wie das passte.

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Da blieb nicht viel Platz ….

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… für ein ziemlich grosses Schiff.

Am Flussufer

Am Flussufer

Ansonsten gibt es heute nicht wirklich viel Spannendes zu berichten. Kalte Velofahrten wollen einfach erledigt werden. So auch diese und ich war froh, bei Einbruch der Dunkelheit endlich das Motel erreicht zu haben und eine warme Dusche nehmen zu können. Mit meinem Plastiksack voll verschwitzter Wäsche suchte ich dann die in Motels übliche „Gästewaschmaschine“. Heute leider Fehlanzeige: „Nein, das haben wir nicht.“ sagte die Dame an der Rezeption. Also dann, Handwäsche gibt ja auch warm. Ich hoffe mal das alles bis Morgen trocken wird, denn die Sachen brauche ich sicher die nächsten paar Tage und wärmeres Wetter ist im Moment nicht in Sicht.

Für Morgen wollte ich mal eine entspannte 60 – 70 km Etappe planen. Aber auch das klappt nicht. Da hier in Lake Charles für Velofahrer kein Weg über den Fluss führt (nur Autobahnen und da darf ich nicht fahren) muss ich einen grösseren Umweg in Kauf nehmen. Also wieder ein hunderter vor mir. Ich hoffe mal der Wind und die Temperaturen werden nicht noch schlechter, aber die Vorhersagen stehen nicht gut. Naja, ich kann’s nicht ändern. Also dann, rasch ins Bett, gut schlafen und morgen möglichst fit wieder an den Start.

Tag 29: (11.11.14) Morgan City – Lafayette

Distanz: 128.5 km / Gesamt: 2247.3 km / Fahrzeit: 6 Std. 36 Min. / Durchschnitt 19.5 km/h

Morgens 21, Nachmittags 27 Grad, bedeckt, hohe Luftfeuchtigkeit, zum Teil kräftiger Seitenwind

Just a hard day!

Das war nun einer dieser Tage, wie sie auf einer solchen Tour eben auch vorkommen. Kurz: Es hat keinen Spass gemacht! Es war einfach nur harte Arbeit und ein dauernder Kampf. Ich wusste im Vorfeld, dass es auch solche Tage geben wird und ein Kollege hat mir geraten in solchen Momenten einfach zu denken, „auch das ist noch besser als im Büro“. Er lag falsch! Heute wäre es auch bei einem harten Tag im Büro definitiv entspannter gewesen. Der Grund lag vor allem in den katastrophalen Strassenverhältnissen auf der heutigen Etappe. Das es keine „Topetappe“ werden würde, war mir schon bei der Routenwahl klar, aber irgendwie musste ich einfach mal nach Norden kommen um ab Lafayette dann wieder Kurs Richtung Westen einschlagen zu können.
Den Start habe ich mir selber etwas vermasselt. Am Morgen habe ich den Wecker zwei mal abgestellt und schon war ich erst um 8 Uhr fahrbereit. Ich wollte möglichst auf dem Seitenstreifen des „Hwy 90“ fahren, was gestern ja mehrheitlich recht gut geklappt hat.

Heute war das anders. Schon die Fahrt aus „Morgan City“ hatte es in sich. Eine grosse Brücke, sehr schmaler und extrem verschmutzter Seitenstreifen mit viel Verkehr. Also habe ich alle verfügbaren Blinklichter eingeschaltet und bin kräftig in die Pedale getreten um den Abschnitt rasch hinter mich zu bringen. Immer in der Hoffnung, dass der Zustand der Verschmutzung abnimmt, fuhr ich weiter. Leider kam es noch schlimmer. Ich war mitten im „Kerngebiet“ derZuckerrohrernte unterwegs. Heute sah ich drei grosse Zuckerfabriken die beliefert werden müssen. Nein da ist nichts mit „Zuckerrohrzügen“ wie bei uns nach Frauenfeld.

 

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Vom Feld ….

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… über die Ernte …

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… bis zur Fabrik. Ich war heute mitten im „Zuckerrohrland“.

Hier wird alles auf Lastwagen geladen und diese rasen dann in einem „Affentempo“ zur Fabrik. Dass sie dabei einen Teil ihrer Ladung verlieren ist klar. Also sieht der Seitenstreifen in etwa so aus:

Zuerst nimmt man einen sehr rauen Teerbelag, gräbt viel Löcher bis zu 30 cm Tiefe hinein, lässt den Belag aufplatzen und die Risse durch Gras bewachsen, anschliessend werden zerstückelte Autoreifenteile in allen Grössen und möglichst mit viel Drahtgeflecht verteilt und grosszügig Glasscherben darüber gestreut. Nun fährt man mit einem Kieslaster mit halb offener Ladeklappe darüber und verteilt grossflächig Kies im Durchmesser von plus 1 cm und garniert das ganze mit 3 cm dicken Zuckerrohrstengeln. Schon hat man den Mix, der heute oft meine Unterlage war.

Das war nicht der schlimmste Teil!

Das war nicht der schlimmste Teil!

Jetzt ist der Moment gekommen der Firma „Schwalbe“ zu danken, dass sie mit ihrem Modell „Schwalbe Marathon plus“, den ich montiert habe, einen Reifen produzierte, der das alles ohne Platten überstanden hat. Ich habe es nicht zu träumen gewagt und die Reifen immer wieder abgesucht und den Reifendruck geprüft. Tadellos!
Markus von „Fateba“: Wenn je einer deiner Kunden auf diese Reise geht, lass ihn nicht ohne den „Marathon plus“ losfahren!

Ich wollte dieser Unterlage entkommen und suchte mir einen Weg auf einer Nebenstrasse. Schön ruhig und idyllisch, bis zur ersten Siedlung.

Diese Szene erinnerte mich etwas an "Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn"

Diese Szene erinnerte mich etwas an „Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn“.

Da wurde das Thema „wer ist schneller, Velofahrer oder Hund“ wieder topaktuell. Ich habe das Duell gewonnen und der Jäger gab nach etwa 300 Meter auf. Mein Puls erreichte aber eine Frequenz, die nicht über zu lange Zeit so gefahren werden kann, schliesslich bevorzuge ich die „fettverbrennungs Pulszone“, die ganze Reise soll ja auch noch einen Nebeneffekt haben.
Also wieder zurück auf die 90. Den Blick konzentriert immer etwa 30 – 40 Meter vor mir auf die Strasse gerichtet, um einen möglichst guten Weg durch all diesen Unrat zu finden. Wenn es keinen Ausweg gab, Blick in den Rückspiegel, kann ich auf die Fahrbahn ausweichen? Wenn nicht, Augen zu und durch. Ich habe gestern Nachmittag als es so richtig gut lief, der Tacho über 23 km anzeigte und die Musik im Kopfhörer im Takt mit der Trittfrequenz harmonierte einige Freudenschreie ausgestossen, um meinem guten Gefühl, diese Reise erleben zu dürfen, Luft zu machen. Auch heute habe ich oft geschrien, die Wörter fingen auch mit „F“ an, endeten aber nie mit „reude“.
Ich habe dies Strassenzustände wirklich verflucht. Der Hammer kam, als aus dem Seitenstreifen unvermittelt ein Kiesbett wurde. Für mich nicht mehr fahrbar. Die Fahrspuren mit dichtem Verkehr belegt, also umkehren und eine Stelle suchen, wo ich über’s Gras auf die Nebenstrasse kam.

Irgendwo hat der Seitenstreifen einfach aufgehört zu exisieren.

Irgendwo hat der Seitenstreifen einfach aufgehört zu exisieren.

Irgendwie, mit viel Kraftaufwand und mental durch die dauernd hohe Konzentration ziemlich erledigt, schaffte ich es um halb 5, froh ohne Panne durchgekommen zu sein, ins reservierte Motel.

Mit der netten Dame an der Anmeldung habe ich noch kurz über die Strassenzustände in Louisiana gesprochen. „Ja, ich weiss, schon die Autofahrspur ist schrecklich, aber erst der Nebenstreifen. Im Moment ist halt auch noch Zuckerrohrernte, dann ist es besonders schlimm. Aber das Schlimmste hast du nun wohl hinter dir.“
Ich hoffe das sie recht behält. Morgen nochmals ein langer Tag Louisiana. Es ist viel Wind und kühlere Temperatur angesagt. Ich offe trotzdem es bis „Lake Charles“ zu schaffen. Dann ist die Grenze zu Texas schon fast in Reichweite. Mal sehen wie sie dort ihre Strassen im Schuss halten.

Wenn auch kein "Haldengut, Lager, kallt aus der Zapfsäule im "Paddy's". Diese Bier hat heute besonders gut geschmeckt.

Wenn auch kein „Haldengut, Lager kalt“, aus der Zapfsäule im „Paddy’s“. Diese Bier hat heute besonders gut geschmeckt.

Fazit: Darauf kann man getrost verzichten!

Tag 28: (10.11.14) New Orleans – Morgan City

Distanz: 137.3 km / Gesamt: 2118.8 km / Fahrzeit: 6 Std. 55 Min. / Durchschnitt 19.87 km/h

Morgens 17, Nachmittags 25 Grad, Wind aus Nord (= teils Gegenwind, zum Teil böig).

Solofahrt

Heute war also mein erster Tag an dem ich alleine unterwegs war. Ich habe mir nach drei Ruhetagen ein weiteres Ziel gesetzt. Wenn alles klappt, wollte ich es bis „Morgan City“ schaffen.
Also war klar, das ich früh starten müsste. So war der Wecker auf 05.30 Uhr gestellt. Trotzdem schaffte ich es mit duschen, packen und alles klarmachen erst um 07.15 Uhr auf das Rad. Die Fahrt aus New Orleans sollte gemäss „Google Maps“ locker auf dem Damm am Mississippi starten. Leider war es schon nach 4 Kilometer mit dem super Teerbelag zu Ende und ein tiefer Kiesweg machte die Weiterfahrt mit einem schwer beladenen Tourenrad unmöglich.

Solostart auf dem noch gut geteerten "River Trail".

Solostart auf dem noch gut geteerten „River Trail“.

Abschied von New Orleans unter den beeindruckenden Brücken.

Abschied von New Orleans unter den beeindruckenden Brücken.

Also musste ich auf die lokalen Strassen ausweichen. Viel Verkehr und noch mehr Lastwagen machte die Fahrt nicht einfach. Nach einer Stunde standen erst 14 Kilometer auf dem Tacho. Ich begann zu zweifeln, ob ich es bis zum geplanten Ziel schaffen würde. Um 17.30 Uhr ist es hier schon richtig dunkel und dann sollte man definitiv am Ziel sein.
Ich suchte eine neue Route auf dem Handy und entschied mich rasch möglichst auf den „Hwy 90“ zu kommen und hoffte auf einen guten Seitenstreifen. Die Entscheidung hat sich zum Glück als richtig erwiesen. Fast den ganzen Tag fuhr ich heute wieder auf der „90 West“. Das ist genau die Richtung in die ich will. Der Seitenstreifen war von unterschiedlicher Qualität und oft musste ich mir im Zentimetebereich einen Weg durch all den Abfall, die Unebenheiten, Glasscherben etc. suchen. Es hat geklappt. Keinen platten Reifen heute!

Auf solchen Seitenstreifen ist es nicht immer einfach zügig und pannenfrei vorwärts zu kommen.

Auf solchen Seitenstreifen ist es nicht immer einfach zügig und pannenfrei vorwärts zu kommen.

Sicher gibt es idyllischer Strassen aber im Moment zählt für mich eher „Meilen machen“. Ein weiterer Vorteil auf diesen Strassen: NO DOGS!
Das macht das Fahren doch einigens entspannter, wenn man nicht dauernd von Hunden angebellt oder gar verfolgt wird.
So war heute mal Zeit die Kopfhörer zu montieren und etwas Musik zu hören. Es wurde ein „Swiss Day“. Von „Patent Ochsner“, „Züri West“, „Sina“ bis zu „Stefan Eicher“ haben mich alle auf der Reise begleitet und ich konnte laut und falsch mitsingen, den es war ja niemand da der hätte reklamieren können. Es war ein anderes Fahren ohne Barbara im Rückspiegel, aber daran werde ich mich in den nächsten Tagen gewöhnen.
Ich fuhr durch ein riesiges Gebiet mit grossen Zuckerrohrfeldern und Sümpfen.

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Die Strassen müssen hier kilometerlang auf Stelzen gebaut werden. Ich habe mal 16 km gemessen.

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Links und recht der Strasse viel Wasser.

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Oft erinnert es ein bischen an einen „Märchenwald“.

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Viele Brücken und oft war die Strasse kilometerlang auf „Stelzen“ gebaut.

Heute habe ich neben den leider üblichen toten Tieren am Strassenrand auch einige tote Eulen gesehen. Es macht einem auch nach mehr als 2000 km immer wieder traurig, wieviele Tiere hier dem Verkehr zum Opfer fallen. Zum Glück gibt es auch positive Erlebnisse. Ein süsser Waschbär am Strassenrand, der sich von meiner Vorbeifahrt nicht stören liess.
Ansonsten war es das was ich erwartet habe und wie es auch die nächsten Tage weitergehen wird. Meilen machen und eine gute Route zu finden steht für die nächsten Tage im Vordergrund.

Hier ein "Röhrenlager" in amerikanischen Dimensionen. Es gibt viel zu verlegen.

Hier ein „Röhrenlager“ in amerikanischen Dimensionen. Es gibt viel zu verlegen.

Im Moment plane ich so zwei, drei Tage voraus und beobachte das Wetter um zu sehen, was möglich ist. Zuviel Gegenwind kann die Pläne schnell unmöglich machen. Für Morgen ist Lafayette das Ziel. Es wird wieder mehrheitlich auf dem „Hwy 90“ nach Norden gehen. Leider ist kein Südwind in Sicht. Ok, dann muss ich mich auf dem Rad halt etwas mehr hinlegen und in die Pedale treten.
Apropos Unterkunft: War heute wieder keine Frage: 46 Fr. inkl. Pool zum Abkühlen und die Muskeln zu entspannen sowie WLAN für den Blog und ein Frühstück. Da bleibt das Zelt sauber verpackt in der Tasche.

Und die paar Kilometer die Barbara zu 2000er fehlten habe ich heute auch noch zurückgelegt. Also noch gut 3000 vor mir.

Tage 25 – 27: (07. – 09.11.14) Rückflug und Ruhetage in New Orlenas

keine Bikekilometer, der Mietwagen war im Einsatz 😉

Die letzten 3 Tage waren vor allem vom Thema „Abschiednehmen“ geprägt.

Wir hätten beide nicht gedacht, dass uns die Trennung hier so schwer fallen würde. Wir konnten in den letzten vier Wochen, in einer für uns neune Situation, wieder einmal so viele Erlebnisse auf unserem gemeinsamen Lebensweg machen, wie wir es uns in der Hektik des Alltags zu Hause nicht vorstellen konnten. Es waren vier Wochen gemeinsames Abtauchen in eine neue Erfahrungswelt. Alles um uns hat sich auf simple Sachen reduziert. Gute Routenwahl, oder wenn es mal nicht so optimal war, sich damit abzufinden. Auf den Körper achten, die Belastungen richtig einteilen. Verpflegung, wenn sie auch nicht immer unseren Wünschen entsprach. Das Wetter, der Wind. Dabei aufeinander acht geben, rücksichtnehmen, sich unterstützen.
Wir durften einmal mehr erleben, dass wir uns auch in solchen Situationen gegenseitig gut unterstützen und gemeinsam ein Ziel verfolgen können. Dafür sind wir sehr dankbar.
Umso schwerer war es dann zu akzeptieren, dass Barbara hier an diesem Punkt die Reise beenden muss. Sie wäre bereit und sicher bestens in der Lage gewesen, diese bis nach San Diego weiter zu führen, aber beruflich war das nicht möglich.
So haben wir uns ein Mietwagen genommen um die nötigen Sachen zu besorgen, damit Barbara’s „Pferdchen“ möglichst ohne Transportschaden zurück nach Hause kommt.

Barbara's Pferdchen wird für die Reise gut verpackt.

Barbara’s Pferdchen wird für die Reise gut verpackt.

Bereits unser erster Versuch bei einem Veloladen einen stabilen Transportkarton zu bekommen war erfolgreich. Dort konnte ich mir gleich noch Ersatzschläuche und einen Blinker, der auf dem Helm montiert wird, besorgen. Denn die Reise geht ja noch weit und ich will von den Autofahrern möglichst früh gesehen werden.
Am Freitagabend gingen wir dann noch gemeinsam in’s French Quarter, an die berühmte Burbon Street.

Canal Street in New Orleans.

Canal Street in New Orleans.

Naja, wer den Trubel und viele angeheiterte Partygänger mag, dem dürfte es gefallen. Wir haben dann etwas abseits in einem ruhigeren Lokal noch die kulinarischen Spezialitäten der kreolischen Küche genossen. Eine Band spielt guten, traditionellen Jazz. Doch so ganz unbeschwert geniessen, das schafften wir dann doch nicht.

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Burbon Street. Wer’s mag. Es gibt aber gemütlichere Plätze in New Orleans.

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Letzter gemeinsamer Abend auf der Reise. Wir waren nicht wirklich „entspannt“.

Nachdem wir uns am Flughafen verabschiedet hatten und ich allein ins Motel zurückgekehrt war, konnte ich mich endlich wieder dem Blogschreiben widmen. Eine gute Ablenkung.
Am Sonntag dann ein Moment auf den ich mich schon lange gefreut hatte. Ich konnte ein Footballspiel der „New Orleans Saints“ gegen die „San Francisco 49er“ im Superdom besuchen.

Vor dem Station.

Vor dem Station.

Das Station und die Atmosphäre waren wirklich beeindruckend. Hühnerhaut!

Ich habe mich in den "Saints Farben" schwarz-gold ins Stadion begeben. (na Max, zufrieden?)

Ich habe mich in den „Saints Farben“ schwarz-gold ins Stadion begeben. (na Max, zufrieden?)

Mit gut 70 000 anderen Fans in einer beeindruckenden Halle. Obwohl so viele Leute dort waren lief alles sehr gesittet ab, kein Schieben und Drücken, breite Wege und alles bestens organisiert. Dazu eine Fankultur wie ich sie mir bei uns auch wünsche. Alle stehen für ihr Team ein, aber die „gegnerischen Fans“ werden mit Respekt und freundschaftlich behandelt. Keine Hooligans, keine Situation wo man sich unwohl fühlte. Einfach Spass am Sport und dem gemeinsamen Erlebnis. Viel Patriotismus, der uns etwas fremd ist, aber dieser Spieltag stand unter dem Motto „Danke an all unsere Militärs, die mit ihrem Einsatz die Freiheit der USA und der Welt verteidigen.“ So sieht man das hier und da ist die Wahrnehmung und der Stellenwert der Militärs nicht mit derjenigen in Europa zu vergleichen.

Salute to the military

Salute to the military

Das Spiel verloren die lokalen „New Orleans Saints“ dann in der Nachspielzeit.

Dieser Spielzug brachte die "Saints" in die Nachspielzeit.

Dieser Spielzug brachte die „Saints“ in die Nachspielzeit.

Zum Glück gab es einige Punkte, da ein Sponsor, ich vermute mal er wäre gerne selber im Stadion gewesen, nicht die Meilen, sondern das Resultat diese Spiels als „Einsatz“ bekannt gab. So sind von diesem nun knapp 90 US Dollar fällig :-)) Heute also mal „Punkte für KOKOU“.
Auf dem Rückweg genoss ich noch einmal die Fahrt über den Mississippi und bestaunte die verschieden grossen Schiffe auf dem Fluss. Vor allem die „Schubverbände“ sind beeindruckend. Da werden bis zu 8 motorlose Lastbarken „zusammengebunden“ und von einem Schubschiff wird dann das „Paket“ auf dem Fluss manövriert.

Schubverband unterwegs flussabwärts.

Schubverband unterwegs flussabwärts. (das kleine weisse Schiff schiebt alle Barken)

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Auch grosse Kreuzfahrtschiffe fahren bis New Orleans.

Morgen geht es nun endlich wieder auf’s Rad. Ich bin froh, den es kribbelt in den Oberschenkeln und es ist immer noch ein langer Weg bis an den Pazifik.

Tag 24: (06.11.14) Bay St. Louis – New Orleans

Distanz: 122.5 km / Gesamt: 1981,5 km / Fahrzeit: 7 Std. 32 Min. / Durchschnitt 16.29 km/h

Morgens 22, Nachmittags 28 Grad, Wind aus Nord – Osten, zum Teil böig. hohe Luftfeuchtigkeit

New Orleans erreicht!

Heute stand also noch Barbara’s Abschlussetappe auf dem Programm. Das diese dann nochmals alle Register zog, hätten wir am Morgen noch nicht gedacht. Gut gelaunt machten wir uns schon um halb acht auf die Räder. Da wir knapp 100 km vor uns hatten, mussten wir rechtzeitig losfahren. Im Moment wird es hier so um halb sechs Uhr dunkel, und dann wollten wir nicht noch in New Orleans unterwegs sein. Wir wussten das die Fahrt in die Stadt nicht ganz so einfach sein würde.
Zudem war klar, das diese Etappe in Sachen Verpflegung so geplant werden muss, wie eine Wanderung in den „bündner Alpen“. Man muss immer davon ausgehen, das die Restaurants und Läden geschlossen haben oder weit und breit keine vorhanden sind und man so alles für den Tagesbedarf dabei haben muss.

Zum Mittagessen einen "Dreigänger": Sandwich mit Huhn, Thon und Schinken "Kunststoffkäse"

Zum Mittagessen ein „Dreigänger“: Ein Sandwich mit Huhn, eines mit Thon und eines mit Schinken „Kunststoffkäse“

Wir fuhren dem Strand entlang los und hielten uns an die aus anderen Blog’s bekommen Tipps.
In dieser Gegend wird einem immer wieder bewusst, dass die Menschen hier dauernd mit der Gefahr eines Hurrikans rechnen müssen. Trotzdem wundern wir uns über die teilweise leichten Holzkonstruktionen, mit denen hier den Kräften der Natur getrotzt werden soll.

Schaut nicht wirklich hurrikansicher aus.

Schaut nicht wirklich hurrikansicher aus.

Ob dieses Bauform dem  nächsten Wirbelsturm tretzten kann?

Ob diese Bauform dem nächsten Wirbelsturm wiederstehen kann?

Auf ruhigen Nebenstrassen durchquerten wir so eine weite Sumpflandschaft. An der Strasse fast immer ein Wasserlauf, Hecken, Wald und zwischendrin Wassertümpel. Einmal konnte ich gerade einer Schildkröte zuschauen, die sich im Gras sonnte und bei unserem Näherkommen rasch im Wasser untertauchte.

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Mississippi und Louisiana sind hier von vielen Flüssen und Sümpfen durchzogen…

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Viele Häuser stehen einsam in einer kleinen Lichtung hinter Bäumen. Die nächsten Nachbarn sind meist ausser Sichtweite. Die Häuser selber sehen oft sehr einfach aus. Wenn ich mir vorstelle, wie man sich in einer dunklen Nacht an einem so abgelegenen Ort fühlen muss, kann ich mir plötzlich vorstellen, dass auch ich gerne eine geladene „Winchester“ an der Wand hätte. Auf jeden Fall wäre diese „ländlich, ruhige Wohnlage“ nichts für mich.
Ansonsten verlief die Fahrt recht ereignislos und die Kilometer bis zur Grenze nach Louisiana, irgendwo im Niemandsland nach einer Brücke,  konnten wir recht zügig hinter uns bringen.

Tatsächlich, wir stehen an der Grenze zu Louisiana!

Tatsächlich, wir stehen an der Grenze zu Louisiana!

Bereits um 12.15 Uhr hatten wir 60 km geschafft. Noch 40 bis ins Ziel, da würden wir noch vor 4 Uhr im Motel eintreffen.

Das ländliche Gebiet liegt hinter uns.

Das ländliche Gebiet liegt hinter uns.

Es sollte anders kommen. Je näher wir New Orleans kamen, desto öfter schaute ich auf’s Navi. Wir wollten einfach einen guten und sicheren Weg in diese Stadt finden, von der viele Blogschreiber raten, man soll sie velomässig am besten „links liegen lassen“. Wir haben es nicht getan, unter anderem auch weil Barbara ab hier am Samstag nach Hause fliegt. Nach der heutigen Erfahrung können wir dem Rat aber nur zustimmen: Lasst die Finger von New Orleans, wenn ihr mit dem Velo unterwegs seid!
Es würde zu weit führen alles im Detail zu erklären, nur soviel: Wir haben uns sowohl in Sachen Strassenbelag als auch in puncto Fahrzeuge oft an jenen  Teil unserer Hochzeitsreise zurückgesetzt gefühlt, als wir im rauen Belutschistan (Pakistan) unterwegs waren. Schlaglöcher, aufgerissene Strassen, kilometerlange Abfalldeponien usw. Sicher, vieles sind noch immer Zeugnisse aus der Zeit der Zerstörung durch den Hurrikan Kathrina im Jahr 2005, trotzdem haben uns diese Strassenverhältnisse und die wenigen Zugänge zur Stadt zu schaffen gemacht. Wir haben uns versucht mit dem Navi den besten Weg zur Unterkunft zu suchen, leider zeigt aber auch „Google Earth“ manchmal nur die halbe Wahrheit. So mussten wir zum Beispiel einmal umkehren, weil die Brücke über die wir fahren sollten, für Velos schlicht zu gefährlich war und schon waren wieder 15 Zusatzkilometer auf dem Tacho.

So etwas war uns schlicht zu gefährlich. Also wieder umkehren. (es gibt wieder Zusatzmeilen für Kokou, wenigstens das.)

So etwas war uns zu gefährlich. Also wieder umkehren. (Das gibt wenigstens Zusatzmeilen für Kokou)

Irgendwie, nachdem wir die Räder bei gewissen Brücken auch geschoben haben, haben wir es dann zur Fähranlegestelle am Mississippi bei der Canal Street geschafft. Unser Motel liegt auf der anderen Seite des Flusses in Algiers und wir müssen vom „French Quarter“ mit einer alten, engen und nicht „liegeradtauglichern“ Fähre übersetzen.
Wir waren , von der langen Fahrt, dem vielen Verkehr und den Umwegen nach mehr als 7 Stunden auf dem Rad, schon ziemlich müde. Da treffen wir zum ersten mal auf wenig hilfsbereite und eher mürrische Amis, die für die Fähre arbeiten. „Nein ihr könnt die Räder hier nicht einladen, sondern müssten um das Gebäude und die Rampe nehmen.“ Also alles wieder zurück, die beladenen Räder wieder Treppen hinunter tragen und den Weg zur Rampe suchen. Bis wir das geschafft hatten, legte die Fähre gerade ab. Also noch einmal 30 Minuten warten. Wir waren schlicht sauer und konnten nicht verstehen, warum wir nicht den anderen Zugang nehmen konnten. Aber so sind die Angestellten nun mal gedrillt und dann gibt es keine Ausnahmen. Punkt!

Schade, nach so vielen freundlichen und hilfsbereiten Begegnungen setzte die Fährcrew auf Barbara’s letzten Metern einen negativen Schlusspunkt. Es war bereits dunkel als wir uns den Weg durch die nur sehr spärlich beleuchteten Strassen zum Motel suchten und dieses müde, aber glücklich es doch gesund geschafft zu haben, erreichten. Zum Glück konnte ich in der Nähe noch etwas zu essen auftreiben, denn heute haben wir mangels Möglichkeiten und später wegen Zeitdruck sehr spartanisch gelebt.
Morgen heisst es dann, Barbara’s Rückflug vorzubereiten, zu packen und das Velo flugbereit zu machen. Aber vorher einfach noch etwas ausruhen, nach einer letzten, gemeinsamen Etappe!
Nach 1981.5 km in 21 Fahrtagen haben wir per Rad das Motel in New Orleans, das bereits vor Monaten gebucht wurde, punktgenau und gesund erreicht. Ehrlich, ich hatte meine Zweifel ob das mit dem Startpunkt Key West bis New Orleans in dieser Zeit und ohne Radtourenerfahrung wirklich klappt.
Barbara, du hast mich mächtig überrascht. DANKE das du mich auf diesem Weg begleitet hast!!! Ich werde dich im Rückspiegel vermissen!!!

Tag 23: (05.11.14) Biloxi – Bay St. Louis

Distanz: 57 km / Gesamt: 1859 km / Fahrzeit: 3 Std. 57 Min. / Durchschnitt 14.46 km/h

Morgens 25, Nachmittags 28 Grad, leichter Wind aus Osten, hohe Luftfeuchtigkeit, ganzer Tag bedeckt

ride the bordwalk

Das war's heute auch fast schon. Immer dem Strand entlang.

Das war’s heute auch fast schon. Immer dem Strand entlang.

Wie ihr schon an den Fakten oben gesehen habt, war heute ein lockerer Tag. Nicht wirklich viel Distanz, nicht wirklich schnell, nicht sonderlich aufregend. Genauso war’s. Wir haben uns nach dem gestrigen gemütlichen Abend zum Starten etwas Zeit gelassen. In Ruhe aufstehen, alles bereit machen, mit Anja telefonieren, etc.

Start im Casino Parkhaus.

Start im Casino Parkhaus.

Die Routentipps auf dem Blog „Cracyguyonabike“, auf dem ich schon viele Infos bekommen habe, haben dringend davon abgeraten, ab Biloxi auf dem Hyw 90 zu fahren. Zu viel Verkehr, kein Platz an der Seite und durchgehend ein hoher Randstein, der für Velofahrer jeden Fluchtversuch vor aggressiven oder unaufmerksamen Autofahrern verhindert. Wir haben den Rat befolgt und uns auf dem Fussgängerweg ganz dem Strand entlang Richtung „Bay St. Louis“ auf den Weg gemacht.

Wie auf der Skipiste. Die "Pistenfahrzeuge" im Einsatz.

Wie auf der Skipiste. Die „Pistenfahrzeuge“ im Einsatz.

Im Blog war noch von vielen Löchern und schiefen Betonplatten auf dem „Bordwalk“ die Rede. Wir haben aber heute fast durchgehend einen tadellosen Belag vorgefunden. Es geht halt mal immer etwas rauf und runter und schlängelt sich um jedes Hindernis, aber mehrheitlich war er so breit, dass wir heute gemütlich nebeneinander herfahren konnten. Barbara bemerkte so gegen Mittag, dass sie nun während der Fahrt gerne ein Nickerchen machen würde, es sei gerade so entspannt. Naja, wie entspannt das Fahren auf dem Lieger ist, wenn die Fahrerin schläft wollten wir nicht testen und machten einen „Powernap-Stop“ am Jachthafen von Gulfport.

Am Hafen von Gulfport.

Am Hafen von Gulfport.

Danach weiter dem weissen Strand entlang. Wir sind heute tatsächlich unglaubliche 44 Kilometer auf dem Trottoir einen weissen Sandstrand entlang geradelt. Der Strand fast durchgehend menschenleer. Ab und zu Vögel und ganz vereinzelt Menschan am Wasser.

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Auch sie nahmen es heute gelassen.

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Noch einer, nur für Robyn.

Wir hatten sogar Zeit um uns für ein Foto langsam anzuschleichen.

Wir hatten sogar Zeit um uns für ein Foto langsam anzuschleichen.

Diese Fahrt entspricht einer Strecke die etwas länger ist als von Winterthur nach Weinfelden, immer einen weissen Strand neben sich, immer auf dem Trottoir. Könnt ihr euch das wirklich vorstellen?
Als Abschluss noch die wunderschöne Brücke über die „Bay St. Louis“ mit guten Radweg und sehr moderater Steigung. Also so wie gewünscht.

Die elegant geschwungene Brücke über die "Bay St. Louis".

Die elegant geschwungene Brücke über die „Bay St. Louis“.

Parallel dazu verläuft die Eisenbahnbrücke und für ein Foto haben sie sogar einen Zug darüber fahrenlassen.

Parallel dazu verläuft die Eisenbahnbrücke und für ein Foto haben sie sogar einen Zug darüber fahren lassen.

Wir haben diesen lockeren Tag genossen und uns mental schon mal auf Barbara’s morgige Schlussetappe eingestellt. Es stehen uns nochmals knapp 100 gemeinsame Kilometer bevor, aber näher an New Orleans haben wir auf unserer geplanten Route kein Motel mehr gefunden. Also sind wir hier in den Startlöchern um Morgen früh loszufahren damit wir New Orleans möglichst vor dem Abendverkehr erreichen.

Wir genossen diese gemeinsame Fahrt. Bald geht's alleine weiter.

Wir genossen diese gemeinsame Fahrt. Bald geht’s alleine weiter.

Wie gesagt, von einer Fahrt auf dem Trottoir einem weissen Stand entlang gibt es nicht wirklich aufregendes zu berichten. Deshalb mache ich auch schon Schluss.

Fazit: Wir fühlten uns wie Strandtouristen an der Adria, die mit dem Mietvelo von „Giovanni“ etwas der Beach entlang „cruisen“. Mit einer Langstreckenfahrt hatte das heute nichts zu tun!

Tag 22: (04.11.14) Dauphine Island – Biloxi

Distanz: 105.2 km / Gesamt: 1802 km / Fahrzeit: 5 Std. 47 Min. / Durchschnitt 18.1 km/h

Morgens 16, Nachmittags 25 Grad, Wind aus allen Richtungen, nicht stark

Let’s play

Zuerst ein Nachtrag zu Gestern:
Wir haben heute mit Schrecken festgestellt, dass wir euch gestern ja die 1000. Meile unterschlagen haben! Also etwa ein Drittel der Reise nach San Diego ist geschafft! Wir haben es selber nicht bemerkt und erst heute erkannt, dass wir kurz vor der Grenze zu Alabama bei Km 1609.34 die 1000 Meilenmarke erreicht haben. Also liebe Sponsoren, pro zugesagtem Rappen wären das jetzt genau 10 Franken die ihr schon mal auf die Seite legen könnt 🙂

Heute ist „Spieltag“. Wir haben wiederum über 100 km in die Pedalen getreten, nur um uns hier in Biloxi, einem Ort in dem Spielcasinos in den USA erlaubt sind,  in einem solchen zu vergnügen und eine richtig harte Runde Poker zu spielen!
Nein, natürlich nicht! Wer uns kennt weiss, dass wir Realisten genug sind zu wissen, das wir mit unseren bescheidenen Spielerfähigkeiten hier nur verlieren würden. Eine ganz andere, pragmatische Überlegung hat uns heute ins „Harrah’s“ nach Biloxi geführt. In Casinohotels kann man in den USA bekanntlich gut und günstig übernachten, da die Casinos hoffen, die Gäste dann beim Spieltisch abzocken zu können. Wer hier übernachtet und nicht spielt hat fast immer gewonnen. Wir zogen heute sogar noch den Jackpot, doch dazu später.

Wir hatten eine ruhige und erholsame Nacht im „Gulf Breeze Motel“ in Dauphine Island, so dass wir am Morgen bereits recht früh fit waren und um 07.20 Uhr mit frische geölten Ketten in den neuen Tag gestartet sind.

Ein Bootshaus. (typisch Amerika: Hauptsache die Fasade stimmt)

Bootshäuser in Dauphine Island. (typisch Amerika: Hauptsache die Fasade stimmt)

Bereits bei der ersten Brücke die kurz nach dem Start zu passieren war, wurden unsere Muskeln und Herzfrequenz auf „Betriebstemperatur“ gebracht. Das war gut so, denn wir hatten am Morgen noch etwas Gegenwind und gut 100 km vor uns. Da sollte man rasch in die Gänge kommen.

Unsere heutige Aufwärmrunde.

Unsere heutige Aufwärmrunde.

Die drei warten an der Brücke.

Die Drei warten an der Brücke. Die Pelikane segelten neben der Brücke nur etwa 5 Meter an uns vorbei.

Ich hatte in den diversen Radfaherblog’s immer wieder von fiesen „Hundeattacken“ vor allem in den Südstaaten gelesen. Alabama gehört dazu und ist seinem Ruf gerecht geworden. Heute haben wir bereits einige Situationen erlebt, in denen die Hunde, oft zu zweit, bellend auf uns zugerannt kamen. Ja wir sind keine Hundeflüsterer und stehen sowieso eher auf Katzen, aber das kümmert die Hunde gar nicht. Trotzdem haben wir uns auf diese Situation vorbereitet:

Phase 1: Hund laut anrufen: „Stopp!“  „go home!“
(Mit Vorteil in der Landessprache rufen, vielleicht versteht er das ja)

Phase 2: Sollten die Hunde nicht reagieren und den Angriff fortsetzen kommen unsere „Waffen“ zum Einsatz.
Seit beginn der Reise hängt an unseren Bremshebeln immer griffbereit ein Pfefferspray. Dieser würde die Hunde hoffentlich im letzten Moment noch abschrecken. So jedenfalls wird es empfohlen und diverse Radler schreiben häufige über so erfolgreich abgewehrte Attacken. Wichtig: Immer Reserve dabei haben, denn schon nach der nächsten Kurve lauert vielleicht ein neuer Angreifer und wenn dann dein Spray leer ist ….
Wir haben uns das zu Herzen genommen und sind auch mit Reserve ausgerüstet. Man kauft den Pfefferspray übrigens am einfachsten in einem grossen Sportgeschäft in der Abteilung „Outdoor“.
Heute mussten wir den Spray nicht einsetzen, da unsere Kommandos offenbar überzeugend waren. Einmal haben sich mir zwei recht grosse Hunde, ohne zu bellen von schräg hinten genähert. Zum Glück hat sie Barbara, die hinter mir fuhr, gesehen und konnte mich warnen. Ein lautes „STOP“ zeigte seine Wirkung und sie blieben stehen. Wir waren erleichtert, denn mit den beiden hätte es ungemütlich werden können. Sorry, davon gibt es leider keine Fotos, irgendwie kamen wir nicht dazu 😉

Dafür ein ruhiges Landschaftsbild aus der Gegend der bellenden Hunde.

Dafür ein ruhiges Landschaftsbild aus der Gegend der bellenden Hunde.

Schon um 11 Uhr waren wir an der Staatsgrenze zu Mississippi. Also anhalten und Beweisfoto machen.

Das ging aber schnell. Alabama's Südgrenze in 24 Std. durchradelt.

Das ging aber schnell.
Alabama’s Südgrenze in 24 Std. durchradelt.

Dann weiter auf Hyw 90 Richtung Pascagoula. Der Seitenstreifen war grauenvoll. Überall aufgerissen, wellig und es fuhr sich wie auf einer Testpiste für Stossdämpfer. Wir entdeckten zum Glück eine Parallelstarsse und suchten uns auf dieser den Weg bis zur Brücke über den Pascagoula River.

Heute mal Bilder die zeigen, dass auch hier nicht alle in Palästen wohnen.

Heute mal Bilder die zeigen, dass auch hier nicht alle in Palästen wohnen.

Aber auch bei einfachen Häusern hat das Auto seinen Platz.

Aber auch bei einfachen Häusern hat das Auto seinen Platz.

Auf den Nebenstrassen ist ein Grossteil der Häuser einfach.

Auf den Nebenstrassen ist ein Grossteil der Häuser oft klein und „zusammengeflickt“.

Bei unserem Mittagsrast in einem grossen „Buffet Restaurant“, das gut besetzt war, waren wir wieder einmal die Attraktion. „Was, ihr seit von Key West bis hier mit dem Fahrrad gefahren?“ Ungläubig schaute uns der Besitzer an und erzählte das er diese Strecke bis Miami letztes Jahr mit dem Auto gefahren sei, da er eine Kreuzfahrt machte. Das sei wirklich weit und er hätte einige hundert Dollar alleine für Benzin gebraucht. „Ja das haben wir auch“, sagte ich, „an Plätzen wie diesen. Das sind unsere Tankstellen“. Er bedankte sich noch das wir bei ihm gegessen haben und zum Abschied kamen noch zwei Mitarbeiterinnen vor die Tür um uns eine sichere Reise zu wünschen.

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Die Fischerei ist in der Gegend ein wichtiger Erwerbszweig.

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Achtung: jetzt Lücke im Verkehr abwarten, Anlauf nehmen und links halten, schliesslich müssen wir nach Biloxi und dahin geht es nur auf den beiden linken Spuren!

Nach der Brücke wurde der Hyw 90 richtig gut fahrbar. Feiner Teerbelag und genügend Platz auf der Seite machten das Fahren zum Vergnügen. Wir lehnten uns in den Sitzen zurück und nahmen die Sonnebrillen ab, um mit einer intensiven Phase „Kampfsünnelä“ den weissen Ringen in unseren Gesichtern etwas die „Bläse“ zu nehmen. Unser aktueller Look „Model Waschbär“ gefällt uns nämlich nicht so recht.
Kurz vor dem Ziel dann noch die Anfahrt zur „Biloxi Bay Bridge“. Auch dies hat dank guter Recherche  in anderen Radlerblogs prima geklappt. Man kann die Brücke per Rad in Fahrtrichtung „Ost – West“ nämlich nur auf der linken Seite befahren. Da die Strasse in der Mitte mit einer Betonmauer getrennt ist, muss man schon einige Strassen vorher nach links in die Seitenstrassen von „Ocean Springs“ abbiegen und die Brücke dann von dort aus anfahren. Dies hat uns wiedereinmal durch unerwartet schöne Strassen geführt.

Strasse in Ocean City

Strasse in Ocean City

Ein Bestattungsunternehmen. Wohl für gehobenere Ansprüche.

Ein Bestattungsunternehmen. Wohl für gehobenere Ansprüche.

Die Brücke selbst: 1A! Genauso müssen Brücken gebaut sein. Ein sicherer, breiter und sauberer Weg für Fussgänger und Velofahrer. Die alte Brücke wurde beim Wirbelsturm „Kathrina“ zerstört und so haben wir nun das Vergnügen auf dieser neuen Brücke nach Biloxi zu fahren.

 

So sollte es immer sein.

So sollte es immer sein.

Beim Hotel stellte sich die Frage: Wo ist die Rezeption? Es schien nur einen Eingang via das Parkhaus zu geben. Also sind wir mit den Rädern mal da reingefahren. Zum Glück kam uns ein Mitarbeiter des technischen Dienstes auf seinem kleinen Fahrzeug entgegen. Wir fragten ihn, wie wir denn zur Anmeldung kommen. Er schaute uns an, fand die Velos sehr speziell und bat uns ihm zu folgen. „Ich fahre euch voraus.“ Er führte uns durch das Parkhaus direkt vor die Anmeldung. Danke, das hätten wir so nie gefunden, denn die Autorampe war uns zu steil. Nach der Anmeldung schoben wir wie üblich die Velos Richtung Lift. Da plötzlich kam die ältere Dame die mir die Zimmerkarte ausgestellt hatte ziemlich aufgeregt auf uns zu: „Ihr könnt die Räder nicht auf’s Zimmer nehmen! Ihr müsst die draussen im Parkhaus abgeben.“ Ok, dass hat uns ja niemand gesagt. Da mischte sich schon ein zufällig vorhergehender Gast ein. „Das ist doch kein Problem. Wieso sollen die Räder nicht auf’s Zimmer?“ „Nein das geht nicht!“ sagte die Dame nochmals in bestimmten Ton. Wir wollten uns nicht auf eine Diskussion einlassen und drehten die Räder Richtung Parkhaus als ein Mann in schwarzem T-Shirt auf uns zu: „Kein Problem, ihr könnt mit den Rädern auf’s Zimmer.“ sagte er. Ich erklärte ihm, die Dame sei dagegen. „Nein, wirklich, wir erledigen das.“ entgegnete er, „Darf ich ihnen helfen“. Nun dämmerte mir, das er und der Herr neben ihm, der schon etwas in sein Funkgerät sagte, wohl zur Security des Hotels gehörten. Also wieder umgedreht und zurück zum Lift. Der Herr war behilflich beim platzieren der Räder , entschuldigte sich nochmals und gab Barbara zwei Karten für ein Gratisessen am Buffet.

Entschuldigung angenommen ;-)

Entschuldigung angenommen 😉

Also wenn sich diese Nacht für uns nicht lohnt: Hotelpreis: 36.95 Fr. für beide, dazu gesponsortes Abendbuffet inkl. gratis Wein und Bier.!
Nach dem guten Essen führte der Weg zurück zum Hotelzimmerf natürlich wie in solchen Häusern üblich durch das Spielcasino mit unzähligen blinkenden und klingelnden Automaten. Wenn wir schon so günstig schlafen und gratis essen können, so können wir doch mal 10 Dollar in die Maschine schieben. Also spielten wir mit 40 Cent Einsätzen eine Weile und plötzlich begann die Kiste zu Blinken und spuckte doch tatsächlich 55 Dollar aus. Abzüglich Einsatz war nun auch das Hotelzimmer bezahlt. Wir wollten das Glück nicht noch mehr strapazieren und lösten den Gewinn ein.

So sehen entspannte Radler aus, die es sich gut gehen lassen. ... und das alles umsonst!

So sehen entspannte Radler aus, die es sich gut gehen lassen. … und das alles umsonst!

Fazit: Wir „spielten“ heute mit Hunden, Rezeptionistinnen und Spielautomaten und haben immer gewonnen! Nur das Buffet hätte uns fast geschlagen! (Zum Glück können wir das Morgen wieder abstrampeln.)

Tag 21: (03.11.14) Pensacola – Dauphine Island

Distanz: 112.15 km / Gesamt: 1696.8 km / Fahrzeit: 5 Std. 49 Min. / Durchschnitt 19.27 km/h

Morgens 12, Nachmittags 25 Grad, Rückenwind 🙂

sweet home Alabama!

Nach 16 km Florida haben wir die erste Staatengrenze verdient!

Nach 1615 km quer durch Florida haben wir die erste Staatengrenze verdient!

Ja heute war es soweit: Wir haben Florida durchquert und nach gut 1615 Kilometer die Grenze zu Alabama erreicht! Zum Glück sind die kommenden Durchquerungen der Bundesstaaten, mit Ausnahme von Texas,  nicht mehr so lange. Nach einem kleinen Abschnitt Alabama werden wir schon Morgen Mississippi erreichen.

Heute starteten wir um halb acht, aber nur um bereits im nächsten IHOP (international house of pankakes) einen Frühstückstop einzulegen, denn in unserer Unterkunft gab es nur amerikanischen Kaffee (= mehr oder weniger braunes Wasser) und Tee. Das reicht für eine Tagestour als Startprogramm aber auf keine Weise und so besorgten wir uns die nötigen Kalorien halt an einem anderen Ort. Wiedereinmal musste ich beim Blick in die Speisekarte den Kopf schütteln. Da wird doch unter der Rubrik „Frühstück“ tatsächlich ein „T-Bone Steak“ mit „French Toast“ angeboten.
Ich versuchte es dann mit der Version 2 Eier, Modell „Sonnenseite oben“ (=Spiegelei) zwei Speckstreifen und zwei Pankakes. Diese waren aber so süss, dass ich nach dem ersten kapitulieren musste. Da hatte Barbara mit der Vegiomlette eindeutig besser gewählt. Dann habe ich noch telefonisch abgeklärt, ob die Fähre heute in Betrieb ist und nach der positiven Antwort das Motelzimmer in Dauphine Island gebucht. Da der Wind auch noch die Richtung gewechselt hatte und uns heute von hinten unterstützen würde, stand einer gemütlichen Sonntagsfahrt an einem Montag nichts mehr im Wege.

An diesem Platz hätten wir auch noch gerne gefrühstückt.

An diesem Platz hätten wir auch noch gerne gefrühstückt.

Die Fahrt aus Pensacola verlief erstaunlich ruhig und meist war ein Seitenstreifen vorhanden. Über zwei Brücken erreichten wir schliesslich „Cotton Bayou“ und konnten von nun an einfach noch geradeaus fahren.
Auf der Seite zum offenen Meer hin folgte ein riesiger Hotelbunker dem nächsten. Sie waren sich alle zum verwechseln ähnlich und irgendwie langweilig. Für alle die die Geschichte von „Asterix und Obelix“ gelesen haben wissen, wie eine „Trabantenstadt“ aussieht. Genauso sah es hier aus.

Wir genossen den Rückenwind, konnten einen Gang höher schalten und einfach ab in Richtung Südwesten radeln.

Gute Strasse, genug Platz, Rückenwind. Alles was wir brauchen.

Gute Strasse, genug Platz, Rückenwind. Alles was wir brauchen.

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Nicht nur auf Sand, auch auf Stelzen gebaut.

Nach und nach nahmen die Hotelbunker ab und machten schmucken Ferienhäusern Platz. Diese waren, wie überall an der Golfküste, mehrheitlich auf einem Holzgerüst gebaut, um im Falle einer Überflutung weniger Schaden zu nehmen. Der Verkehr wurde ebenfalls weniger und wir genossen die lockere Fahrt. Plötzlich wie aus dem Nichts tauchte eine Tafel mit der Aufschrift: „Dead End“ auf. „Nein, nicht schon wieder“ fuhr es mir durch den Kopf, als wir an einer Schranke standen, welche die letzte Siedlung hier Bewachte und jedem Fremden den Zutritt verwehrte. Das Navi kannte keine Gnade und zeigte mir, dass wir einen Abzweigung vor 10 km. verpasst hatten. Aller Ärger machte die Sache auch nicht besser und wir mussten gegen den starken Wind zurückfahren. Die nächsten gut 45 Minuten kosteten viel Kraft und wir waren froh, als wir den Abzweigpunkt erreicht hatten. Wir konnten uns wenigstens damit motivieren, wieder ein paar Zusatzmeilen für Kokou gefahren zu sein.

Nun liess ich die Karte auf dem „Handy-Navi“ kaum mehr aus den Augen. Wenn wir dieses Tempo durchhalten konnten, würden wir noch die Fähre um 16.15 Uhr erreichen. Wir hatten also ein klares Ziel und das spornt bekanntlich an. Plötzlich sah ich, wie Barbara im Rückspiegel immer weiter abfiel. Ich stopte und warten bis sie aufgeschlossen hatte. „Mein Vorderreifen ist platt.“ rief sie als sie in die Nähe kam. „Das darf doch nicht wahr sein, schon wieder. Uns war klar, dass so die Fähre nicht mehr sicher erreicht werden konnte. Da dies ein Reifen mit grünem „Wunderslime“ war, versuchten wir es einfach einmal mit aufpumpen. Das klappte prima und der Reifen blieb bis ins Hotel dicht, so dass wir die Fähre noch erreichten.
Euch allen zu Hause die uns für den heutigen Tag die Daumen gedrückt haben damit alles klappt ein herzliches DANKE. Das haben wir wirklich gebraucht!

Ziel erreicht

Ziel erreicht

 

Diese kleine Fähre erspart uns 130 km Umweg!

Diese kleine Fähre erspart uns 130 km Umweg!

Schon lange habe ich mir im Rahmen der Vorbereitung, beim Lesen der verschiedenen Blogs, diesen Moment auf der Fähre vorgestellt und nun waren wir „on board“!

Wir habens geschafft: auf der Fähre!

Wir habens geschafft: auf der Fähre!

Kein Nebel, kein Sturm, kein Motorschaden hat die Überfahrt für uns, im Gegensatz zu vielen „Vorausfahrern“ behindert. Wir waren auf dem Schiff und der Zeitplan bis New Orleans scheint perfekt aufzugehen.

Die zwei dürfen sich mal ausruhen!

Die zwei dürfen sich mal ausruhen!

Auf diesen Plattformen in der "Mobile Bay"  wird Erdgas gefördert.

Auf diesen Plattformen in der „Mobile Bay“ wird Erdgas gefördert.

just nice

just nice

In Dauphine Island sind wir im einfachen, aber sehr sauber und gut geführten „Gulf Breeze Motel“ untergekommen. Also beste Voraussetzungen um uns gut zu erholen um für die morgige Etappe nach Biloxi bereit zu sein. Dies wird die drittletzte Etappe für Barbara. Schade das die gemeinsame Fahrt bald zu Ende geht.