2024: Aufrecht: Lamezia-Terme nach Malta

Eine entspannte Sightseeing Tour von Lamezia-Terme der Ostküste Siziliens entlang und dann nach Malta. Frühlingstour mit An- und Rückreise per Schlafwagen.

2 Tage in Malta und 10. Etappe Valletta – Siracusa, 08. – 10.05.2024 + Heimreise

Distanz: 86 km, Total 540 km

Etappe ab Pozzallo auf Komoot

Die letzten beiden Tage habe ich mit dem ÖV und zu Fuss ein paar Sehenswürdigkeiten in Malta erkundigt. Das Wetter war leider wie angekündigt regnerisch und da die Strassenentwässerung hier nicht auf solche Ereignisse ausgelegt ist, gab es nasse Füsse.

Hier kommt niemand trocken über die Strasse.

Am ersten der beiden Tage schaute ich mich etwas in Valletta um. Trotz des garstigen Wetters waren Touristenmassen unterwegs, und ich mitten drin. Wobei ich darauf verzichtete mich in mehr als 100 Meter langen Menschenschlangen anzustellen um einen Blick in den Dom zu erhaschen.

Ein paar Bilder aus Valletta
Das Wasser läuft an den tiefsten Punkt und die Strassenbeläge sind nass sehr rutschig.
Auch im Regen stehen alle in der Schlange.

Am zweiten Tag machte ich mich dann mit dem Bussystem vertraut, mit dem man die verschiedensten Orte der Insel gut erreichen kann. Eigentlich ist das System für Touristen undurchschaubar, aber mit der App „Tallinja“ aus dem App-Store wird die ganze Sache sehr einfach. Einfach das GPS einschalten und einen Zielpunkt sowie bei Bedarf eine später Abfahrtszeit auf der Karte wählen und schon zeigt die App die passende Verbindungen inkl. Fusswege beim Umsteigen an. Unterwegs seht ihr auf der App immer, wo sich euer Buss gerade befindet und wieviele Stationen es noch geht, bis ihr aussteigen müsst. Super einfach und gut gemacht: BRAVO!! Wer den ÖV in Malta nutzen will, dem empfehle ich auch eine „Tallinja Flexcard“ zu kaufen.

Der Schlüssel zum einfachen öV. Ansonsten sind pro Fahrt beim Fahrer exakt 2.50 Euro abzugeben. Kein Wechselgeld.

Ich habe diese an einem Automaten in der Nähe der Fähranlegestelle mit der EC Karte für 6 Euro bezogen. Solche Automaten gibt es wohl an allen grösseren ÖV Haltestellen. Auf der Karte hat man dann auch schon ein Startguthaben von 6 Euro. Bei Bedarf kann die Karte über die App einfach mit der Kreditkarte auf den gewünschten Betrag aufladen. Beim Einsteigen in den Buss hält man die Karte an ein Gerät beim Fahrer, (immer vorne einsteigen) und der Fahrpreis wird abgebucht. Auf der App ist jederzeit das aktuelle Guthaben ersichtlich. Für eine 90 minütige Fahrt von meiner Unterkunft an die Südostküste nach Marsaxlokk wurde mir pro Weg 2 Euro abgezogen.

Hier ein paar Bilder inkl. kleiner Bootstour bei Marsaxlokk . Ja es hat geregnet als ich auf dem Schiff war 😉.

Dann war es am Freitag aber an der Zeit die Heimreise anzutreten. Am Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn die Fähre fuhr um 07.30h und man muss spätestens 60 Min. Vor Abfahrt am Hafen sein.

Also eine kurze Fahrt an den Hafen und schon bald war ich im Schiff. Der Mann der mich ins Autodeck begleitete erkannte mich von der Hinfahrt wieder und er erklärte, dass ich beim Aussteigen in Pozzallo bei einer grossen Frau meinen Pfefferspray bekommen würde. Ich fragte ob es hier keinen Sicherheitscheck geben würde und ich das Messer abgeben müsste. „Nein, das machen wir nicht“ sagte er, „dass tun nur die Italiener“. Soll das verstehen wer will, ich bin auf jeden Fall ohne Kontrolle und mit meinem Sackmesser an Bord gekommen und habe nach einem Cappuccino und einer Brioche noch etwas vor mich hingedöst.

Bereit zum Auslaufen
An grossen Kähnen vorbei ging es aus dem Hafen.
Im Hintergrund die gesichtslosen Neubauten nördlich von Valletta.
Das Schwesterschiff ist in entgegengesetzter Richtung unterwegs.

In Pozzallo musste ich wieder warten bis kein Fahrzeug mehr in der Garage war, bevor ich mein Rad abholen konnte. Beim Ausgang gab es dann von „der sehr grossen Frau“ auch den Pfefferspray zurück und nachdem ich mir in der Bäckerei noch ein grosses Pannini machen lies, war ich bereit für die kommenden 82 km nach Siracusa.

Am Anfang war es etwas schwierig mit meiner Route, denn immer wieder stand auf dem geplanten Weg eine Tafel die die Strasse als privat oder nur für Anwohner erlaubte. In dieser ländlichen Gegend wollte ich es nicht darauf ankommen lassen, ob da allenfalls grosse Hunde das Einhalten der Vorschriften überprüften.

Also kam es zu einigen Umwegen wie ihr auf der Routenaufzeichung bei Komoot sehen könnt. Trotzdem fand ich gute Alternativen und konnte fast die ganze Strecke auf ruhigen Nebenstrassen fahren.

Unterwegs über Land.

Ich kam trotz teilweise böigem Gegenwind gut voran. In dieser Gegend war ich ja schon auf den Etappen 7 + 8 unterwegs. Ich wählte einfach einen direkteren Weg und genoss es genauso wie auf der Hinfahrt, denn die Gegend und die Nebenstrassen hier sind einfach traumhaft.

Nochmals eine wunderschöne Fahrt
Zeitweise fuhr ich durch Zironenduft. Wirklich wahr. Wie wenn jemand vor mir dauernd sehr leichten und angenehmen Zitrusduft versprühen würde.
Auf den Hügel immer wieder kleine Städtchen.
Und immer der Landstraße entlang.
Ob ich hier etwas falsch verstehe?

Ich war richtig froh nach zwei Tagen Pause mit Black Beauty nochmals über die „Prärie“ reiten zu können. Am Strand von Fontana Bianca legte ich eine Pause ein. Diesmal jedoch ohne zu schwimmen. Dafür reichte die Zeit dann doch nicht.

Aber es blieb Zeit für Fotoexperimente.

Kurz nach 16h kam ich bei der gebuchten Unterkunft in Siracusa, genauer auf der Insel Ortigia, an und nach einer erfrischenden Dusche genoss ich noch einmal das schöne Flair dieser wunderbaren Stadt.

Lanzeitbelichtung mit Wellen in Ortigia
Abendstimmung am Domplatz in Ortigia
Auch das Essen, sehr lecker hier.

Auch hierher kommen natürlich viele Touristen, aber alles wirkt irgendwie entspannter. Es wird auf der Strasse getanzt, gesungen und überall in den Gassen wird an diesem lauen Frühlingsabend gegessen.

Diese Stadt hat es mir angetan. Ich werde mit Barbara hoffentlich bald wieder kommen!

Am nächsten Morgen hatte ich noch Zeit um einen letzten Stadtrundgang und einige Fotos in Siracusa zu machen.

Als ich gegen 13h am Bahnhof ankam, stand der Zug schon am Perron. Ich packte ich mein Velo zusammen und verstaute das ganze Gepäck in meinem Abteil und deckte mich noch mit etwas Proviant ein und reiste entspannt mit Ausblick auf das Meer jener Küste entlang, wo ich vor einer guten Woche Richtung Süden geradelt war.

Bereit für die lange Heimreise

Ich unterhielt mich mit meinen Abteilnachbarn, einem jungen Paar aus Deutschland, über Sizilien, das Reisen allgemein und die Welt.

So ging die Zeit vorbei und schon bald waren wir in Messina, wo der Zug auf die Fähre verladen wurde. Auf dem Schiff kann man jeweils an Deck gehen und ich verabschiedete mich von der Insel. Grazie Sizilien, es war wunderschön!

Mit dem Zug auf die Fähre erspart mühsames Umsteigen

Wichtig ist alle Gelegenheiten zu nutzen, um den Essen- und Getränkevorrat aufzustocken, denn im Zug kann man nichts kaufen. Gute Gelegenheiten gibt es auf der Fähre oder dann noch in Villa San Giovanni, wo der Zug in der Regel 20 -30 Minuten Aufenthalt hat. Also noch schnell ein Sandwich, kühle Getränke und ein Gelato besorgen. Gut ausgerüstet fuhr ich entspannt in die Nacht und genoss den schönen Sonnenuntergang.

Wenn die Sonne aufgeht bin ich schon fast in Mailand.


Am Morgen kamen wir pünktlich in Mailand an. Aus Sicherheitsgründen hatte ich beim Buchen eine längere Aufenthaltszeit in Mailand eingeplant, man weiss ja nie. Dann mit dem EC weiter nach Zürich und schon war die Reise Geschichte.

Alles wieder zusammengebaut und bereit für die nächste Zugetappe nach Zürich.

Fazit: Vieles hat mich auf dieser Reise positiv überrascht. Zuerst „Black Beauty“, das mich pannen- und unfallfrei auf der Reise begleitet hatte. Ich war manchmal froh, auf diesem agilen und klettertauglichen Velo unterwegs zu sein. Das ergonomische, etwas aufrechte Setup ermöglichte es mir ohne grosse Verspätungen im Nacken auch mal längere Etappen zu fahren. Nur den bequemen Sitz des Liegerads hätte sich mein Hinterteil ab und zu gewünscht.
Die Landschaft und die Städte waren einfach wunderschön und diese Gegend werde ich gerne bald wieder besuchen. Die Strecke Catania – Siracusa würde ich mit dem Zug zurücklegen und mir die Zeit für schönere Abschnitte südlich von Siracusa aufsparen.

Auch die Überfahrt nach Malta hat sich gelohnt, wobei man in Malta wohl nicht die besten Velo Routen findet und die Insel gut mit dem öV entdeckt werden kann.
Alles in allem eine wunderbare Frühjahrsreise, die ich im Wiederholungsfall allenfalls im September planen würde, da dann das Meer bedeutend wärmer ist und schöne Strände gibt es hier ja genug.

Schön habt ihr mich mit dem Blog begleitet, bis zum nächsten mal!

   

9. Etappe: Kleine Rundfahrt in Malta 07.05.2024

Distanz 38 km, Total 494 km

Etappe auf Komoot

Gestern bin ich mit der Fähren in gut 1 Std. 45 Min. nach Malta rüber geschippert. Die Sicherheitsbestimmungen sind ähnlich wie beim Fliegen. Das Gepäck wird gescannt und „gefährliche Gegenstände“ sind verboten. So musste ich mein Taschenmesser und den Pfefferspray abgeben. „Sie bekommen alles wieder zurück, wenn sie von Bord gehen“, erklärte mir die Frau an der Sicherheitskontrolle. 

Die Fähre wird beladen

Auf der Fähre wurde dann mein Name ausgerufen und ich hatte mich beim Offizier zu melden. Freundlich erklärte er mir, dass ich das Messer wieder bekommen würde, den Pfefferspray dürfte ich aber nicht nach Malta einführen. Das sei verboten. Er notierte aber meine geplante Rückreise und erklärte, wenn ich wieder in Sizilien ankomme, könne ich den Pfefferspray auch wieder abholen. Bin ja gespannt ob das am Freitag klappt 😉

Einfahrt in Valletta

In Malta angekommen merkte ich, upps hier ist ja Linksverkehr. An diesen gewöhnte ich mich schneller als an die oft „zügige“ Fahrweise der Einheimischen und den dichten Verkehr. Navi sei Dank fand ich aber trotzdem problemlos den Weg in meine Unterkunft und mit einem feinen Nachtessen beendete ich den Tag.

Heute wollte ich unbedingt noch eine kleine Inselrundfahrt machen, da ja für die nächsten zwei Tage eher mässiges Wetter angesagt ist.

So stellte ich mir mit Komoot eine Route zusammen und fuhr los. Rasch tauchten die ersten Fotosujets auf.

Hier ein Sujet für Emma

Die gibt es hier an jeder Ecke.

Das nenn ich mal einen beeindruckenden Verkerskreisel.
Eier muss ja immer sein Auto am falschen Ort parkieren.
Motto der Tages! (des Monats,des Jahres, für immer. )

Zuerst war es verkehrsmässig noch recht hektisch, aber je mehr ich mich vom Zentrum entfernte desto ruhiger wurde es. Ich fuhr auf einigen Nebenstrassen und genoss die Fahrt.

Hier ging es gemächlich vorwärts

Schon bald zeigte sich am Horizont die beeindruckende Medina von Rabat und nach einem kurzen, knackigen Anstieg stand ich auch schon vor den Toren dieser wunderschön erhaltenen Festungsstadt.

Ein wahrlich beeindruckender Anblick.

Natürlich war ich nicht alleine hier, denn die Busse spuckten im Minutentakt Touristen aus, aber auch viel Schulklassen waren hier auf Entdeckungstour.

Eingang in die Festungsstadt.
Was in Venedig die Gondeln sind hier die Kutschen.

Eine Frau vom Tourismusministerium fragte mich, ob ich an einer Umfrage zu meinem Erlebniss in der Medina teilnehmen würde. So kamen wir ins Gespräch und schon bald drehte sich alles ums Radtour fahren. Sie war begeistert von meiner Reise und als ich ihr erzählte, was ich mit Barbara schon so alles per Rad bereist hatte, begannen ihre Augen zu leuchten. „You’re inspiring me!“ sagte sie, „You’re living my dream“. Ich motivierte sie es einfach zu machen, denn eine Radreise ermöglicht einfache ein intensiveres Erlebniss und die Kondition kommt mit der Reise. „Let’s get startet“.

Die schmalen Gassen in der Media
Der Dom im Zentrum
An jeder Ecke sind schöne Bilder zu entdecken

Nachdem ich mich etwas in der Medina umgeschaut hatte, war es Zeit für ein Mittagessen in Rabat. Hier auf Malta gibt es ja alle Küchen der Welt zu entdecken. So gönnte ich mir etwas indisches, bevor ich gestärkt weiterradelte.

In Rabat
Fahrt durch die Gassen von Rabat

Von Rabat aus fuhr ich weiter bis an die Südwestküste und genoss den grandiosen Ausblick über die Klippen von Dingli.

Da wollte auch Black Beauty wieder mal posieren und euch die tolle Gepäcktasche zeigen, die zwei integrierte Seitentaschen hat. Sehr praktisch.

Anschliessend ging es auf Nebenstrassen wieder zurück, wobei hier Komoot auch noch eine kleine Herausforderung eingeplant hatte. Plötzlich endete die Strasse und im Gestrüpp waren schemenhaft ein paar Tritt stufen zu erkennen.

Zuerst entlang von schönen Gärten.
Auch die Zitronen warten darauf geerntet zu werden.
Dann wurde es immer wilder.

Also das Rad schultern und hochkraxeln zum nächsten Feldweg.

Hier war definitiv Schluss mit fahren.

So erreichte ich bald wieder eine befestigte, wenn auch sehr holprige Strasse. Eine kleine Hunde Challenge kam auch noch dazu, so dass auf dieser kurzen Runde die ganze Palette an Erlebnissen einer Radtour serviert wurden.

Kurz vor dem Ziel machte ich noch einen Stop in Mosta und gönnte mir einen erfrischenden, kühlen Kaffeedrink.

Es blüht auch in den Gassen
Es wird viel umgebaut.
Egal wohin man kommt, überall Monumente.
😋

Die restlichen Kilometer zu meiner Unterkunft in Sliema war dann wieder hardcore Citybiking. Nichts für Angsthasen. Aber Black Beauty und ich sind schon ein toll eingespieltes Team und wissen auch, wann es besser ist auf den Gehweg auszuweichen und kritische Situationen zu Fuss zu bewältigen. Also keine Sorgen, wir haben das im Griff.

Nun gibt es eine kleine Blogpause bis am Freitag. Dann fahre ich am Morgen um 07.30 Uhr mir der Fähre zurück nach Pozzallo und anschliessend mit dem Rad noch 70 km bis Siracusa, wo am Samstag Mittag meine Heimreise mit dem Zug beginnt.   

Etappe 8: Noto – Pozzallo 05.05.2024

Distanz 65 km, Total 456 km

Etappe auf Komoot

Streckenvideo

Heute vor einer Woche bin in Lamezia losgefahren und nach acht Etappen nun am (Zwischen-) Ziel meiner Reise in Pozzallo angekommen. Morgen Nachmittag nehme ich dann die Fähre rüber nach Valletta (Malta) und habe dort für 4 Nächte eine Unterkunft gebucht Ich hoffe dort noch den einen oder anderen Ausflug, auch mit dem Rad, machen zu können, aber ich schaue mal, wie das dort so läuft. Die Infos bezüglich Strassenqualität und Fahrkünste der Einheimischen die ich bis jetzt bekommen habe, stimmen mich nicht so zuversichtlich. We will see!

Es waren noch einmal 65 herrliche Kilometer auf Nebenstrassen mit wunderschönen Ausblicken.

Einfach fantastisches Fahrradterrain.
Und die grosse Mehrheit der italienischen Autofahrer überholen in respektvollem Abstand.
Ich genoss diese Landschaft…
… auch wenn es immer wieder Höhenmeter bedeutete.
Radlerparadies

Die erste Ernte des Jahres war schon in vollem Gange und sowohl Getreide als auch Kartoffeln wurden eingefahren.

Die Ernte wird eingefahren.
Die schönen Blumen am Strassenrand lenkten zum Glück vom allgegenwärtigen Abfall ab.
Die Gräserfotos sind speziell für Barbara.
Nein, ich habe keine Samen mitgenommen. 😉
Diese haben wir ja sowieso schon mal mitgenommen.

Heute war es zeitweise so ruhig, dass nur alle 10 bis 15 Minuten ein Auto auftauchte. Wenn es so einsam ist, weiss der erfahrene Radler, dass dafür dann eher mit Hunden zu rechnen ist. Aber selbst dieses Problem hielt sich in Grenzen. Unter einem Baum lagen einmal drei grosse Hunde dösend im Schatten und einer davon forderte mich zu einer Sprintchallange heraus Pech für ihn, dass es bergab ging und ich mit meiner grössten Übersetzung bei einer Kadenz von 90 Umdrehungen 42km erreiche So gab er bald auf und ich war froh, diese Challenge nicht ein einer Steigung fahren zu müssen.

Wo lauert der nächste Hund?
Agrarland
Artischocken
In voller Blüte
Wer weiss in welche Richtung es nach Portopalo geht?

Ich bin nicht den direkten Weg gefahren, sondern wollte mir noch das Dörfchen Marzememi ansehen, von dem ich im Internet tolle Bilder gesehen hatte. Ich war wohl nicht der Einzige und da es heute Sonntag war, konnten sich die Restaurant- und Souvenierstandbetreiber über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. 

Natürlich mache ich die Fotos so, dass ihr nicht alle Touris seht.
Dazu muss man manchmal warten, bis eine Gruppe vorbeigezogen ist, dafür wirkt dann das Foto besser. 😉
Ein wirklich hübscher Ort.

Mir hatte es dort etwas zu viele Leute und so strampelte ich noch ins benachbarte Städtchen Pachino, wo ich mich mit einem feinen Pastateller für die zweite Hälfte der Route stärkte.

Zentrum in Pachino
Genau was ich brauchte.

Im Ort selber ist nicht wirklich viel los und so werde ich einen ruhigen Abend haben und freue mich auf Malta. Mal sehen, was es von dort zu berichten gibt.

Und es war gut etwas Energie getankt zu haben, denn auch heute nahm der Wind nach dem Mittag merklich zu und ich hatte bis zum Ziel meist einen ziemlich kräftigen Gegenwind. Spätestens wenn es runter geht und du trotzdem kräftig in die Pedalen treten musst weisst du, das Gegenwind ganz schön zermürbend sein kann.

Die Flagge lügt nicht.
Und auch der Sand deutet an, dass es hier schon mal kräftig bläst.

Trotzdem konnte ich auch diesen Teil der Tour geniessen, denn Landschaftlich und verkehrstechnisch war es einfach top.

Ja mein Hinterteil meldete sich heute zum ersten mal und fand, es sei nun an der Zeit ihm etwas Erholung zu gönnen. Ich konnte meine Sitzknochen beruhigen, dass es Morgen ja soweit sei. Also einfach noch durchhalten und sich nichts anmerken lassen.

Kurz vor Pozzallo entdeckte ich noch Flamingos in der Lagune

Bald schon erblickte ich in der Ferne mein Ziel Pozzallo. Den Umweg via Ragusa habe ich Gestern verworfen und mich für das Etappeziel Pozzallo entschieden, um Morgen stressfreie die Fähre ab hier nehmen zu können.

Ziel erreicht

Ich habe hier eine kleine Wohnung mit einer tollen Terasse als Unterkunft gefunden. Der perfekte Platz um nach dieser Etappe etwas zu entspannen und auf der Terasse den Blog zu schreiben.

Ideale Bedingungen für den Blogschreiber.
Es wird flaniert 
Abendgrüsse aus Pozzallo

Ich freue mich auf Malta.

Etappe 7: Siracusa – Noto

Distanz 42km, Gesamt: 391km

Etappe auf Komoot

Gestern musste ich euch ja berichten, dass die Etappen einer Radtour nicht immer wirklich glücklich machen. Die Etappe heute gehört aber in die Kategorie  „mehr davon“!

Es war in jeder Hinsicht eine perfekte, abwechslungsreiche und auch entspannte Etappe. Die kurze Distanz hat sich einfach aus dem angepeilten Ziel ergeben, denn als ich die Route für diese Tour plante, bin ich auf Bilder des Städtchens Noto gestossen und habe entschieden, das will ich mir ansehen.

So konnte ich heute in Siracusa entspannt starten und nutzte die Zeit noch für eine kleine Stadtrundfahrt, bevor ich mich auf den Weg machte.

Hier könnt ihr etwas mitfahren.

Noch einmal genoss ich dieses Flair der schönen alten Gassen und Plätze und dann gings raus Richtung Süden.

Die Badesaison in der Stadt ist eröffnet.
Alte Verteidigungsanlage
Statue des Ikarus. Viel griechische Geschichte hier.

Schon nach wenigen Kilometern konnte ich die stärker befahrene Strasse hinter mir lassen und ich genoss die ruhigen Nebenstrassen und die schöne Landschaft.

So macht radeln wieder Spass.

Plötzlich glitzerte das türgisfarbene Meer vor mir auf. Was für ein Anblick!

Wer könnte hier einfach weiterradeln?

Da musste ich einfach einen Stop einlegen um dieses Jahr den erstem Schwamm im Meer zu geniessen.

Black Beauty legte sich in Pose.

Ich fand einen guten Strandzugang und tauchte schon bald in den erfrischenden Wellen. Ich habe sehr genossen. Einfach perfekt.

Erfrischend aber wirklich schön.

Da schon gut die Hälfte der Route geschafft war konnte ich es gemütlich nehmen, denn der Check-In im B&B war erst ab 15h möglich.

Eine Etappe zum geniessen.

Also stoppte ich in Avola nochmals am Strand und gönnte mir einen Granita di Limone.

Anschliessend machte ich einen kleinen Umweg um durch das Zentrum dieser Kleinstadt zu fahren und entdeckte auch hier viele schöne Gebäude. Die Architektur in dieser Region hat mich wirklich überrascht.

Sogar ein toller Radweg führte ins Zentrum von Avola
Wohin man schaut, ein Fotosujet neben dem anderen.

Zum Schluss gab’s noch einen moderaten Aufstieg hinauf nach Noto, wo ich kurz nach 15 Uhr eintraf.

Noto in der Ferne.

Die Gastgeberin erwartete mich und staunte, dass ich mit dem Rad unterwegs sei. Ich müsse dieses aber auf’s Zimmer nehmen, denn sonst wäre da kein Platz. Nichts lieber als das, so weiss ich wo mein Pferdchen schläft.

Hier fühlen sich mein Pferdchen und ich natürlich wohl.
Blick vom Balkon. Was will man mehr?

Dann das übliche Programm mit Duschen, Kleider waschen und Blog vorbereiten, bevor es noch auf einen Stadtrundgang geht. Und ja, ich muss mir noch überlegen wohin ich Morgen fahre. Entweder direkt nach Pozallo, wo am Montag Mittag meine Fähre nach Malta fährt, oder nach Ragusa, welches mich auf Grund der Bilder auch noch als Zwischenstopp reizen würde. Bis Morgen muss ich mich entschieden haben.

Hier noch ein paar Bilder aus Noto. Auch wirklich einen Besuch wert.

Etappe 6: Catania – Siracusa 03.05.2024

Etappe 74 km, Total 349 km

Tourdaten auf Komoot

Um es gleich vorweg zu nehmen, es sind nicht Etappen wie diese, welche den Reiz einer Fahrradtour ausmachen. Manchmal muss man einfach gewisse Strecken einfach fahren, um weiter zu kommen. Heute bedeutete das vor allen, monotones und wenig motivierendes Radeln entlang von Hochleistungsstrassen. Gut 62 km der heutigen Etappe waren waren von dieser Kategorie.

In Messina wird auch an der Hauptstrasse einfach mal ein Verkaufsstand aufgestellt.
Es gibt schönere Strecken.

Am Anfang hoffte ich je noch, dass es nach Messina besser werden würde, aber weit gefehlt. Je weiter südlich ich kam, desto mehr nahm der Verkehr zu und trotz einiger Versuche ruhigere Nebenstrassen zu finden, landete ich am Schluss immer wieder auf der Hauptstrasse.

Das geübte Auge findet aber auch da immer wieder ein Fotosujet.

Es macht jedoch keinen Sinn sich darüber zu ärgern, sondern es zu nehmen wie es ist. Immerhin bieten solche Strassen die Gelegenheit, die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten.

Immer schön rechts halten.
An solche Anblicke will ich mich einfach nicht gewöhnen.
Dafür zeigte sich der Ätna heute in voller Pracht.
Und hier musste wohl der Traum vom eigenen Schloss begraben werden.

Und dann gibt es mit viel Glück auch nette Begegnungen, die es eben nur auf solchen Reisen gibt. In der Ferne sah ich einen Radler aus der Gegenrichtung kommen. Wir grüssten uns und stopten beide.

Ich überquerte die Strasse und lernte so Hanrur kennen. Er ist aus Deutschland und radelt in der Regel zusammen mit seiner Frau auf einem Tandem. Aktuell ist er mal solo auf einer Sizilienrundfahrt unterwegs unterwegs. Er ist vor gut zwei Wochen in Catania gestartet und hat nun die Insel im gegenuhrzeigersinn umrundet. Heute ist seine Finale Etappe und ich sagen: BRAVO, toll gemacht.

Ein gemeinsames Foto musste sein. Wenn du mit deiner Frau mal mit dem Rad in Winterthur eine Übernachtung suchst, du bist jederzeit herzlich willkommen.

Hanro erzählte, dass er auf der ganzen Reise kaum andere Tourenradler getroffen hätte und ich sicher 350km warten müsste, um andere zu sehen. Er sollte sich täuschen 😉. Wir plauderten ein paar Minuten und dann verabschiedeten wir uns und radelten unseren Zielen entgegen.

Es ging immer weiter auf der Hauptstrasse und zwischen mir und dem Meer sah ich ein riesiges Industriegebiet.

Selbst der Verpflegungsstop war heute nicht gerade idyllisch.
Abhaken und durchradeln

Es wird doch wohl einige kleinere und angenehmere Strassen geben. Auf Komoot suchte ich nach Alternativen, aber alle Versuche endeten damit, dass ich wieder auf die Hauptstrasse zurück gelenkt wurde.

Gerade als ich das akzeptierte und nach einem weiteren Umweg vor der Einfahrt zur Hauptstrasse stand, sah ich zwei Radler mit Tourengepäck. Auch sie suchten offensichtlich nach einem besseren Weg.

Ich stoppte und kam mit den beiden ins Gespräch. Sie waren aus Frankreich und sind gerade auf ihre 6 monatige Reise mit dem Ziel Norwegen gestartet. Noémie erzählte mir, dass sie sich vor allem vor wilden Hunden fürchte. Ich konnte sie beruhigen, auf der ganzen Reise war das kein Thema. Ich zeigte ihr den Pfefferspray, den ich für Notfälle immer dabei habe, aber auf allen Reisen noch nie einsetzten musste. Er gibt einem aber ein gutes Gefühl und ich glaube Noémie wird versuchen, sich auch so etwas zu besorgen. Wir tauschten uns noch etwas über ihre Routenpläne aus und ab sofort folge ich Noémie auf „Polarsteps“. Ich bin gespannt auf ihre Reise.

Noémie und ihr Partner, sorry habe nicht nach deinem Namen gefragt. Von Herzen: Bon voyage!

Kurz vor Siracusa habe ich ihn dann doch noch gefunden. Den Radweg der offensichtlich auf einem alten Bahntrasse angelegt war und mich so entlang von schönen kleinen Buchten in die Stadt führte.

So machte es zum Schluss noch richtig Spass.
Darum liebe ich Bahntrassen. Unnötige Steigungen werden weggesprengt.
Kleiner Canyon am Wegesrand.
Schöne Buchten
Und der Blick auf Siracusa
Einfahrt in die Stadt

Ich musste etwas suchen, bis ich zu meinem B&B fand in diesen engen Gassen, aber es hat dann doch geklappt und ich genoss das besondere Flair dieser Stad

Die sehenswerte Altstadt liegt auf einer Insel.
Ich suchte mir den Weg durch schöne Gassen

Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Etappe 5: Taormina – Catania 02.05.2024

Distanz 58 km Total 275 km

Ihr habt es sicher schon bemerkt. Auf dieser Tour sind die Etappen nicht zu lange, aber ich habe mir bewusst etwas Zeit gelassen um immer wieder anhalten zu können wenn ich Lust habe und trotzdem nicht zu spät am Ziel einzutreffen. Es sah eigentlich eher nach einer „Überführungsetappe“ aus, aber es wurde doch recht abwechslungsreich.

Bei der Ausfahrt aus Taormina genoss ich noch einmal die schöne Küstenlinie.

Blick hinauf nach Taormina

Immer wieder führte mich die Route durch kleine Ortschaften, wobei sich die Hauptstrasse sehr ähnlich sind. Charmant sind sie alle.

Wo möglich versuchte ich die Hauptstrasse zu verlassen um möglichst am Meer entlang zu fahren. Leider waren diese Wege oft Einbahnstrassen und wer wie ich Richtung Süden fährt, musste eine Strasse weiter von der Küste entfernt fahren. In Chianchitta lotste mich Komoot wieder einmal auf einen abenteuerlichen Weg. Meist bin ich ja sehr zufrieden mit den Routenvorschlägen der App, aber ab und zu wundere ich mich, was da noch als Fahrradweg durchgeht.

Hier musste ich kapitulieren. Zurück zur Strasse und einen Umweg fahren.
Dafür war es landschaftlich sehr schön. Schade könnt ihr die Vögel nicht hören.

Heute wurde Black Beauty also gefordert und auch der Gepäckträger wurde einem heftigen Rütteltest unterzogen. Beide haben die Prüfung gut bestanden.

Ab heute darf sich Black Beauty mit recht „Gravelbike“ nennen.
Auch hier wurden wir durchgeschüttelt, aber schlimmer war der Abfall entlang der Strasse.
Diese Aufnahme stammt aus einem Naturschutzgebiet. Unglaublich!

Immer wieder schweifte mein Blick zum Äthna, aber er wollte sich mir einfach nicht in seiner vollen Pracht zeigen.

Immer in Wolkegehüllt.

Nach Riposto gab es seltsame Strassenschilder die besagen, dass das befahren dieser Strassen für Motorräder und Fahrräder bei Vulkanasche auf der Strasse verboten ist. Zum Glück blieb der Vulkan heute ruhig, so dass ich meiner geplanten Route folgen konnte. 

Ab und zu kamen mir Rennradfahrer entgegen.

Kurz vor 13 Uhr kam ich an einem kleinen Lebensmittelgeschäft vorbei. Höchste Zeit kühle Getränke und ein frisch gemachtes Sandwich zu kaufen, denn zwischen 13 -16 Uhr sind diese Läden meist geschlossen.

Hier wird mein Panini zubereitet
Leider konnte ich auf dem Fischmarkt nichts kaufen. Der Fisch hätte die Reise kaum gut überstanden.

In Aci Trezza staunte ich dann über die seltsamen Felsformationen vor der Hafeneinfahrt. 

Danach musste ich noch einmal kräftig Höhenmeter strampeln. Zur Belohnung gab’s eine schöne Aussicht.

Hart erarbeitet

Anschliessend nahm der Verkehr immer mehr zu und Baustellen taten ihr Übriges, so dass es ab und zu ziemlich eng wurde. Aber keine Sorgen, Black Beauty ist schon eine richtige Italienerin und passt sich den lokalen Verkehrsregeln perfekt an. Wo eine Lücke ist, da ist ein Weg! Immer schön im Strom mit schwimmen und wenn es zu eng wird selbstbewusst die Strassenmitte suchen, so kommt keiner auf die Idee zu knapp zu überholen. So kamen wir zwei gut voran und schon bald war ich in den Vororten von Catania und staunte nicht schlecht, als plötzlich ein perfekter Veloweg auftauchte. So war also auch der starke Verkehr in Catania kein Problem. 

Einfahrt in Catania

Ein kurzer Austausch per Whats App mit dem Gastgeber des B&B um meine Ankunftszeit zu bestätigen und 10 Minuten später war auch die heutige Etappe schon Geschichte. Der Gastgeber riet mir das Rad ins Zimmer zu nehmen, weil hier sei es sonst nicht sicher. Den Rat nahm ich dankend an und so schläft mein Pferdchen auch heute Nacht sicher in meinem Zimmer.

Zu Fuss ging ich dann runter zum Hafen in eine Bar, wo ich den perfekten Platz fand um den Blog zu schreiben.

Von Häfen kann ich nie genug kriegen
Kein schlechter Platz zum Schreiben.

Ich geniesse es und bin froh und dankbar, solche Reisen machen zu können. Morgen geht’s weiter. Gut 72 km bis Syracusa.    

Hier noch ein paar Bilder vom Spaziergang durch die Stadt.

Etappe 4: Messina – Taormina 01.05.2024

Distanz 48 km, Total 217

Etappe auf Komoot

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Wettergötter waren mir heute gnädig gestimmt. Gleich nach dem Aufwachen habe ich zuerst die Website „Windfinder.com“ aufgerufen. Dort gibt es gute Infos bezüglich der Wind Situation und was ich dort sah, stimmte mich zuversichtlich. Die Windgeschwindigkeiten wurden nach unten korrigiert und in der Strömungsanimation sah ich, dass ich nur die ersten paar Kilometer mit direktem Gegenwind zu tun haben würde, anschliessend würde es eher seitlich von vorne kommen und vor allem abnehmen. Damit war klar, es wird geradelt! Beim Frühstück warnten mich die Gastgeber noch, dass es heute regnen würde und so packte ich die Regenausrüstung griffbreit ein.

Die Etappe war ja relativ kurz, so dass ich genügend Zeit hatte, bei einem grösseren Regenschauer auch mal in einem Restaurant das Schlimmste abzuwarten.

Schon die Ausfahrt aus Messina war trotz böigem Wind ganz entspannt. Kaum Verkehr und immer wieder zeigte sich die Sonne zwischen einigen Wolken.

Ausfahrt aus Messina
… und immer Richtung Süden

Die Routenwahl ist hier an der ganzen Küste recht überschaulich. Meist bleibt einfach die Hauptstrasse und in den kleinen Orten ab und zu die Strasse an der Strandpromenade.

Immer leicht rauf und runter
Die Regenwolken im Blick
Aber die Sonne war heute stärker
Alles bereit für die kommende Sommersaison

So ging es zügig voran. Ab und zu nieselte es, aber immer so, dass es sich nicht lohnte die Regenklamotten anzuziehen. Dass es hier aber erst vor kurzem wohl kräftig geregnet hat, war an den Pfützen auf der Strasse unschwer zu erkennen. Der Wind war auch fast eingeschlafen und ich hatte heute einmal mehr Glück mit dem Wetter.

Da sah es für einen Moment ganz düster aus.
Alle wollten an den Strand. Parkplatz = Fehlanzeige
Hier noch der letzte Hügel des Tages
Schönste Blüten am Strassenrand

Offensichtlich ist auch hier am 1. Mai ein Feiertag, denn auch heute war es auch der Hauptstrasse erstaunlich ruhig, keine Lastwagen und die Familien flankierten an den Strandpromenade entlang.

Schon kurz vor 13 Uhr kam ich im gebuchten Hotel an und auch mein Zimmer war schon bereit, so dass ich bereits einchecken konnte. Zuerst genoss ich einmal die tolle Aussicht von meinem kleinen Balkon, machte mich anschliessend frisch und bin mit der Seilbahn ins höher gelegene Städtchen Taormina gefahren.

Ein kleines U-Boot mit Touristen war in der Bucht unterwegs
Blick nach rechts vom Balkon aus.
Und direkt vor mir „Isola Bella“

Was für ein Touristenauflauf in Taormina! In Kolonnen schoben sich die Menschenmassen durch die Gassen. Souveniershops ohne Ende und ich fragte mich, was ich hier wollte?

Und wer alte Steine anschauen wollte durfte noch 12 Euro bezahlen.
Einen tollen Ausblick gab es dann doch noch.
Und die grosse Gartenanlage hatte ihren Reiz

Wirklich schön

In der Zwischenzeit kam auch noch die Sonne hervor und mir war klar, ich muss runter an den Strand, etwas kühles trinken und einfach dem Rauschen der Wellen zuhören. Das sagt mir auf jeden Fall mehr zu.

Einfach entspannen

So genoss ich den späteren Nachmittag am Strand und bin schon gespannt, wie es mir Morgen in Catania gefällt.

Etappe 3: Palmi – Messina 20.04.24

Distanz 46 km Total: 169 km

Tourdaten auf Komoot

Heute Morgen waren zum Aufwärmen nochmals ein paar Höhenmeter angesagt. Direkt von der Unterkunft weg ging es auf recht steilen Strassen aus Palmi raus und dann immer höher. So waren es die kleinen Gänge die zuerst zum Einsatz kamen. Da es aber nach wie vor verkehrsmässig auf der SS18 ganz moderat zu und her geht, war das „klettern“ recht entspannt.

Blick aus dem „Cockpit“
Oben angekommen

Nach knapp 5 km waren 300 Höhenmeter gewonnen und die konnten nun auf einer langen Abfahrt wieder vernichtet werden.

Wieder genoss ich schöne Ausblicke auf die Küste, aber ansonsten gibt es nichts besonderes zu berichten.

In der Ferne ist Sizilien schon gut zu erkennen.
Eie weitere Ortsdurchfahrt
Blick auf Bagnara Calabra

Im kleinen Ort Bagnara Calabra erhaschte eine alte, verfallende Villa meine Aufmerksamkeit und so war ein Foto Stop angesagt.

Spannende Strassenführung
So sieht das auf dem Navi aus.

An der Strandpromenade fand der Wochenmarkt statt, was zu einem kleineren Verkehrs Zusammenbruch führte. Mit dem Rad gab es aber immer ein durchkommen.

Für die roten Zwiebeln ist die Küste hier bekannt

Da es hier nur eine Strasse der Küste entlang gibt, war die Route Wahl einfach. Immer auf der SS18 Richtung Westen. In Scillia hatten sich schon die ersten Touristen eingefunden und ich hörte wie auf Schweizerdeutsch und Österreichisch Kommandos gegeben wurden, um die (zu) grossen Wohnmobile an den engen Strassen zu parkieren. Bei der Ausfahrt aus Scillia führte die Strasse wieder an einem wunderschönen Küstenabschnitt mit türkisfarbenen Wasser entlang.

Hier fühlt sich Black Beauty besonders wohl.
Blick zurück nach Scilia

Im Gegensatz zu den Autos konnte ich mit dem Velo in kleinen Nischen anhalten und die Landschaft geniessen.

Kleine Nische mit tollem Ausblick

In der Ferne war Sizilien nun gut zu erkennen. Hier spürte ich schon wie der warme Südwind in kräftigen Böen durch die Meerenge von Messina blies.

Bei der Fähranlegestelle in Villa San Giovanni war die volle Wucht des Windes dann zu spüren.

Warten auf die Fähre. Für 3 Euro mit Fahrrad ein Schnäppchen.

Die grosse Fähre liess sich davon aber nicht beeindrucken schipperte ruhig rüber nach Messina.

Im hektischen Verkehr in Messina fand ich dank Navi problemlos den Weg in die Unterkunft.

Dann noch ein kurzer Bummel in der Gegend, wobei ich die im B&B zurückgelassene Jacke vermisste. Der Wind war auch hier überall zu spüren und zwischen den Häusern waren die Böen recht heftig. Auch zogen Wolken auf, was für Morgen in Kombination mit dem Wind nichts Gutes verspricht.

Der Dom, ganz in der Nähe meiner Unterkunft.
Unglaublich

Gemäss Wetterbericht könnte es am Vormittag regnen und vor allem der Wind soll nach wie vor sehr stark aus Richtung Süden = Gegenwind, wehen. Wenn es Morgen gar nicht lustig ist zu radeln, und dass ist bei böigem Wind entlang von Hauptstrasse der Fall, dann werde ich eine Etappe mit dem Zug zurücklegen. Aber wer weiss, vielleicht bessert sich die Situation ja. Ich hoffe das Beste.

Etappe 2: Tropea – Palmi 29.04.2024

Etappe 67 km, Total 123 km

Tourenverlauf auf Komoot

Heute Morgen genoss ich zuerst ein reichhaltiges Frühstück. Nicht nur kleine Süssspeisen wie sonst in Italien üblich. Eier, Speck, Aufschnitt, Käse, Früchte, Müsli, alles war aufgetischt. Ich konnte also richtig Kalorien bunkern und die waren heute auch nötig. Die Küste Kalabriens bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke, aber diese müssen hart erarbeitet werden.

Dabei war heute doch Montag
Ruhige Nebenstrassen
Aber immer bergauf.
Dafür herrliche Blick aufs Meer

Die Dörfer liegen oft in der Höhe und so sind die Strassen entsprechend steil. 10% und mehr Steigung waren heute immer mal wieder zu bewältigen. Das war mit ein Grund, warum ich diese Tour nicht mit dem Lieger fahren wollte, denn steile Aufstiege sind mit unseren Liegen doch um einiges anstrengender, als mit dem Mountainbike. Dafür musste ich aber auch auf den unschlagbare Komfort eines Liegerads verzichten. Nach zwei Stunden meldet sich jeweils meine Sitzfläche und ich wünsche mir jeweils einen „Liegestuhl“. Die Schultern sind auch eher verkrampft und die Hände beginnen immer wieder zu kribbeln.  Aber was solls, alles hat seine Vor und Nachteile.

Nicht gerade Liegeradterrain

Immerhin haben sich die vielen Stunden den auf dem Hometrainer in den Wintermonaten bezahlt gemacht. Konditionell konnte ich heute trotz 970 Höhenmeter mit 20kg. Gepäck nicht meckern. Es lief rund. Die grosse Bandbreite an Gängen die ich „Black Beauty“ beim Refit spendiert habe, haben sich auch ausbezahlt. So konnte ich auch die steilsten Rampen im Sitzen bewältigen.

Immer wieder schöne Bilder entlang der Route
Als Eisenbahner müssen auch schöne Viadukte festgehalten werden.

An einer solchen Steigung winkte mir ein älteres Paar zu. Offensichtlich Touristen, welche zu Fuss unterwegs waren. Es gab einen „Daumen hoch“ und ich hielt kurz für einen „Schwatz“ an. Die Frau musterte mein Rad und fragte erstaunt, ob ich denn kein „E“ hätte. „Doch“ antwortete ich, „aber das E heisst Energie und steckt in meinen Oberschenkeln“.  Wir unterhielten uns kurz und bestätigten uns gegenseitig, wie schön diese Gegend doch sei und dazu perfektes Wetter.

Die Ausblicke sind jede Mühe wert.

Ich radelte weiter und gewann rasch an Höhe. Das kleine Bergdorf Nicotera überraschte mich. Enge steile Gassen und pitoreske Häuser machten den Anschein, als ob hier die Zeit still zu stehen schien. Im Dorf führten sehr steile Gassen hinunter ans Meer und ich war froh, diese Gassen nicht in der anderen Richtung fahren zu müssen. Da hätte ich wohl aufgeben müssen.

Gassen in Nicotera
Steil runter zum Meer
Da wurden die Bremsen ganz schön gefordert.
Dort oben thront Nicotera

Unten am Meer war dann Zeit für eine kleine Stärkung. Im Dorf hatte ich mir für 4.50 Euro eine Cola, eine Fanta und ein Mortadellasandwich gekauft. Da kann man nicht klagen. Ich liebe diese kleinen Läden, wo man sich an der Fleisch- und Brottheke etwas aussuchen kann, und alles wird frisch zubereitet.

Im Gebiet um San Ferdinando gibt es einen grossen Hafen. Offensichtlich auch viel Lastwagen Verkehr, denn die Strassen waren teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Es erforderte meine ganze Aufmerksamkeit, all diesen Schlaglöchern auszuweichen. Länger als ursprünglich geplant fuhr ich dann auf der Strada_Stadale 18 mit dem schönen Namen „Tirrenica-Inferiore“. Entgegen dem Namen war es recht entspannt zu fahren, denn oft hatte es einen breiten Seite streifen und vor allem kaum Schlaglöcher.

Genug Platz, aber leider auch sehr viel Abfall.

Für einen Besuch am Lido die Palmi vernichtete ich noch einmal 50 Höhenmeter. Heute musste ich einfach zumindest die heissen Füsse im Meer abkühlen.

In der Zwischenzeit war mir auch das Getränk ausgegangen aber ich war überzeugt, in Lido di Palmi kein Problem zu haben, kühle Getränke zu finden. Das wäre fast ins Auge gegangen, denn hier ist definitiv noch nicht Saison. Fast alles ist noch geschlossen. Zum Glück fand ich eine kleine Bar und konnte meinen Flüssigkeitsbedarf wieder auffüllen, den zum Übernachtungsziel nach Palmi waren es noch 8 km bergauf.

Genug Platz um mich abzukühlen.
Dafür musste ich anschliessend wieder „Höhe machen“. Blick zurück zum Lido di Palmi

Dort angekommen bezog ich mein Zimmer in einem B&B und startete die Ankunftsroutine. Verschwitzte Kleider auswaschen, duschen, Recherchen was es zu sehen gibt. Ehrlich, für Sehenswürdigkeiten muss man wohl nicht nach Palmi. Oder ich habe sie nicht gefunden. Dafür ist es ein wirklich authentischer Ort und zu Essen werde ich auch hier sicher etwas gutes finden. 

Erinnerte mich irgendwie an Havanna
Viel Verkehr und sonst … ?

Nachtrag: Das mir dem Essen war sehr schwierig, denn an Montagen scheinen alle Köche die Küche geschlossen zu lassen. Für eine einfache Pizza hat es dann doch noch gereicht.

Immerhin lecker 😋

1. Etappe: Lamezia-Terme – Tropea, 28.04.2024

Etappe 56 km

Tourenverlauf auf Komoot

Heute startete also meine Frühlingsreise 2024. Leider solo und ohne Barbara, aber sie konnte sich diese Tage nicht frei nehmen und die Ferien sind schon für später verplant.

Dann gibt es noch eine Neuigkeit, denn diese Tour fahre ich nicht mit meinem Liegerad, sondern gönne meinem 23 Jahre alten Mountainbike einmal eine Auslandsreise. Lange stand es verstaubt und ungeachtet in der Garage herum und wäre fast im Alteisen gelandet. Dann hatte ich doch etwas Mitleid und fand, die Grundstruktur dieses Rades hat mir ja immer gefallen. Warum nicht aufmöbeln und dabei etwas für den Fahrrad Unterhalt lernen? So bekam es die letzten Wochen eine Generalüberholung und ist nun wieder fast wie neu. Mit den 26 Zoll Rädern und dem relativ kleinen Rahmen passt es sogar mit demontierten Rädern und abgeschraubten Lenker in unsere verkleinerten Transbag-Taschen, die wir sonst für die gefalteten Lieger verwenden. Somit war klar, das Velo kommt mit in den Schlafwagen.

Macht sich doch gut im altehrwürdigen Bahnhof
Genug Platz für mich und „Black Beauty“

Gestern ging es los. Von Zürich nach Mailand und dann mit dem Nachtzug nach Lamezia-Terme, wo ich heute mit einer Stunde verspätung ankam.

Auf dem Bahnsteig baute ich mein Rad wieder zusammen und musste aufpassen, dass die starken Windböen mit nichts davon bliesen.

Zusammenbau auf dem Bahnsteig
Ready to go

Heute war Sonntag und so war recht wenig Verkehr und vor allem kaum Lastwagen unterwegs. Das war gut so, den der starke und böige Wind zerrte manchmal so am Rad, dass es gar nicht immer einfach war die Spur zu halten.

Blick zurück Richtung Lamezia
Überall blüht es …
und die Bienen sind im Einsatz.
Hier wachsen die Erdbeeren aus Italien

Die ersten paar Kilometer blies der Wind gerade von vorne. Knapp 11 km brachte ich auf den Tacho, dass kann ja heiter werden! Ein Blick auf die Route zeigte, dass ich bald die Richtung wechseln würde, was windtechnisch ein Vorteil war, dazu wurde es gebirgiger und diese Hügel hielten den Wind, der aus Süden kam, etwas ab. Manchmal konnte ich sogar Rückenwind geniessen und entspannt mit 28km/h dahin rollen.  So kam ich gut voran. In Pizzo machte ich eine Pause und schaute mich etwas in der Altstadt um. Natürlich musste ich die lokale Spezialität, ein Tartuffo, probieren. Es hat hervorragend geschmeckt.

Spezialitäten aus Kalabrien
Kein Platz für Fussgänger
Platz in Pizzo
Tartoffo Nero

Es ging weiter immer etwas erhöht und in einem stetigen Auf und Ab, aber nie zu steil, der Küste entlang. Die Strasse war nicht immer im besten Zustand, doch es gelang mir den grössten Schlaglöchern auszuweichen. Zu sehr wollte ich mein altes Rad ja auch nicht strapazieren. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Mit 25 Grad einfach traumhaftes Radlerwetter. Dazu immer wieder Ausblicke auf das türkisfarbene Meer. Was will man mehr?

Gemüsehändler am Strassenrand
Tropea in Sicht

Schon um 3 Uhr war ich am Etappen Ziel und konnte den schönen Garten im B+B geniessen.

B+B Villa Vittoria in Tropea. Sehr zu empfehlen.

Dann noch ein kleiner Rundgang in Tropea, wobei ich überrascht war, wie voll es um diese Jahreszeit schon war. Mehrheitlich italienische Touristen, die vor dem Ansturm der internationalen Gäste den Ort noch einmal „unter sich“ geniessen wollten.

Ein paar Bilder vom Stadtrundgang

Ein perfekter Start, ich freue mich schon auf die weiteren Etappen.

Gute Nacht