Auf so einer Reise gibt es Etappen, die nicht wirklich als „schön“ bezeichnet werden können. Die Route von heute gehört eindeutig in diese Kategorie. Aber manchmal muss man solche Abschnitte einfach in Kauf nehmen, um das Ziel zu erreichen.
Der Start aus Grado war ja noch wie gewohnt auf guten Radwegen und an Kanälen entlang. Alles bestens.


Als wir so gemütlich auf dem Feldweg pedalten, überholte uns ein Paar in etwa unserem Alter. Sie grüssten uns mit einem lauten „Hello Switzerland“! Wir fuhren ein paar Minuten nebeneinander und begannen zu plaudern. Die beiden waren aus Perth, Australien, und sind nun drei Monate mit ihren Rädern in Europa unterwegs. Jetzt haben sie Halbzeit und müssen in 6 Wochen in Athen am Flughafen sein. Sie hätten etwas gar viel Zeit in Slovenien und Östereich verbracht, aber die verscheidenen Radrouten haben sie einfach genossen, erzählten sie. Nun wollen sie etwas schneller durch Kroatien reisen und ab und zu den Bus oder Fähren nutzen, damit auch noch genügend Zeit für Montenegro und Albanien bleibe, von wo sie schon viel Gutes gehört haben.
Ihr heutiges Ziel, Triest. Bei dem Tempo, dass die beiden an den Tag legten, bleibt sicher noch genug Zeit für eine ausgiebige Stadtbesichtigung. Dann traten sie wieder in die Pedalen und wir liesen sie ziehen.

Dank cleverer Routenwahl mussten sie uns trotz ihres schnellern Tempos noch zweimal überholen: „Routing kill’s speed“ 🙂
In Monfalcone kamen uns in einem Park Erinnerungen an unsere Tour 2016 auf. Es sollte der letzte idyllische Abschnitt am heutigen Tag werden.

Es folgte ein längerer, kontinuierlicher Aufstieg nach Sistiana, den wir mit einer kurzen Rast an einer kleinen Bar unterbrachen. Dann eine lange Abfahrt Richtung Triest. Die Strasse hat hier zwar keinen separaten Radweg, ist aber breit genug, dass wir uns mit den Autos nicht in die Quere kamen.



Die Fahrt durch Triest gehört in die Kategorie, „kann man machen, muss man aber nicht“! Nicht das es ganz schlecht war, da oft Radwege vorhanden waren, aber so richtig Spass machte es auch nicht.



Dann ist Triest wie viele Hafenstädte an einem Hügel gebaut, was für Radfahrer unweigerlich Höhenmeter bedeutet. Auch wir haben unser Trainigspensum heute in Triest absolviert und hoffen, dass wir nun bereit sind für die Hügel in Istrien.

Den Grenzübertritt nach Slovenien haben wir gar nicht bemerkt. Er musss irgendwo auf einem Abschnitt der ehemaligen Eisenbahnstrecke „Parenzana“ gewesen sein. Ein Blick auf das Navi bestätigte: wir sind schon in Slovenien!

Nach einem weiteren Anstieg erblickten wir unseren Zielort Koper in Slowenien. Ein riesiger Hafen prägt von den Hügeln das Bild der Stadt.
Die Einfahrt in die Stadt führt über eine grosse Brücke mit einem separaten Fussgänger- und Fahrradweg. Ein nicht endend wollendern Konvoi von Lastwagen fährt Container von und zum Hafen. Grosse Flächen sind mit hunderten von Importautos aus Fernost vollgestellt.
Das hätten wir in den Dimensionen nicht erwartet.

Nach 82 km erreichten wir unser heutiges Apartement, das freie Sicht auf den grossen Hafen bietet, wo die riesigen Containerschiffe be- und entladen werden. Für uns Binnenländer natürlich ein besonderer Ausblick.

Übrigens war unsere heutige Gastgeberin Nina ganz begeistert von unseren Rädern. Sie lies es sich nicht nehmen, einmal darauf zu sitzen. Fazit: Sie findet die Fahrräder „SUPER“.


Morgen wird es wohl nochmals anstrengend bis Porec, wo dann ein Ruhetag auf die müden Beine wartet.