Eigentlich hat die heutige Etappe auf der Routenplanung ganz locker ausgesehen. Alles flach, meist an Kanälen entlang und kaum Hauptstrassen oder Ortschaften. Das einzige Thema war also die Verpflegung. Nach gut 22km gab es eine grössere Ortschaft wo wir etwas einkaufen konnten. Es sollten total 67 km werden, also alles Bestens.
Die Ausfahrt am Morgen gegen 9 Uhr verlief dank guten Fahrradwegen problemlos und schon nach wenigen Kilometern waren wir auf dem Land.

Ausserhalb der Stadt begrüsste uns kräftiger Gegenwind, mit dem wir den Rest des Tages zu kämpfen hatten. Er kam genau aus Südosten und war somit meist frontal von Vorne oder als böiger Seitenwind spürbar.
Schon bald führte uns die Route auf einem Damm den Kanälen entlang, die hier für die Bewässerung der endlosen Felder angelegt sind. Ab und zu eine Schleuse, welche die die unterschiedlichen Wasserstände ausgleicht.




Wir kamen gut voran und in La Saluta di Livenza stoppten wir bei einem kleinen Lebensmittelgeschäft um kühle Getränke und etwas zum Essen zu kaufen. Der Mann an der Kasse fragte uns, woher wir den kommen und freute sich, da er selber 3 Jahre in Schaffhausen gearbeitet hatte. Er gratulierte uns zu den gefahrenen Kilometern und wünschte eine gute Weiterreise.
Im Schatten des Ladens verpflegten wir uns, bevor es weiter den Kanälen entlang ging.



Bald kam ein Schild, das die Strasse in 2 km gesperrt sei. Ein Autofahrer, der aus dieser Richtung kam, bestätigte den Sachverhalt, die Brücke werde ersetzt und die Stelle sei unpassierbar. Schade, denn das bedeutete einen Umweg von gut 2 km, aber vor allem etwa 4 Kilometer auf einer stärker befahrenen Strasse. Also all unsere Blinker anschalten und in die Pedalen treten. Die grosse Mehrheit der Autofahrer wartete geduldig, bis genug Platz zum überholen war. Wir waren trotzdem froh, als wir die Hauptstrasse wieder verlassen konnten.

Es hätte aber nicht gleich ein so übler Schotterweg sein sollen. Im böigen Wind eine 10 cm breite Fahrspuhr zu treffen ist mit einem beladenen Liegerad eine ziemliche Herausforderung und Barbara bemerkte, dass sie nun nicht nur die Beine, sondern auch die Arme spüre.


Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit fiel ins Bodenlose. Aber was solls, einfach weiterradeln, irgendwann kommen wir auch heute an.


Irgendwann tauchten plötzlich e-Bikefahrer ohne Gepäck an der Route auf, ein sicheres Zeichen dass ein Touristenort in der Nähe sein musste.
Tatsächlich, es war nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft und gegen 16 Uhr waren wir da.

Gut 70 Kilometer in den Beinen aber gefühlt fast ein 100er.
Es war wieder eine tolle Route, mit vielen Feldwegen und vor allem schönen Abschnitten den Kanälen entlang und ohne Gegenwind, wäre es vielleicht auch nur halb so anstrengend.


Hoffen wir, das Morgen die Bora nachlässt.
Ein starker Wind den ganzen Tag macht keinen Spaß. Und den Schotterweg sieht schrecklich aus! Großes Lob an euch! Wir hoffen ihr ruhet euch jetzt aus!