Etappe 6: 06.05.2018 Big Bear Lakes – Apple Valley

Distanz: 71 km, Total 383 km, Durchschnitt 21.3 km/h, Fahrzeit 3 Std. 18. Min.

Heute Morgen trennten sich die Wege von Susi, Max und mir. Die beiden fuhren nach Las Vegas und wir werden uns in gut einer Woche in San Diego wieder treffen. Damit war für mich klar, es gibt keinen Backup Car mehr und die Route ist so zu planen, dass sie sicher auch ohne fremde Hilfe machbar ist. Ich habe den ursprünglichen Plan etwas revidiert und mich als Eisenbahner daran erinnert, das Strassen die entlang von Bahntrassen führen nicht zu steil sein können. So habe ich eine Route entdeckt die mich von Palmdale durch einen Canyon wieder westwärts an die Küste bringt und die mir einige Höhenmeter erspart. Dazu habe ich so einen Reservetag um auf jeden Fall rechtzeitig am 15.05. in San Diego einzutreffen.

Die Fahrt führte heute zuerst nochmals dem ausgetrockneten Lake Baldwin entlang und dann durfte ich zuerst gut 20 Kilometer den Berg runterrollen. Dabei war es an manchen Stellen sehr steil und die Scheibenbremsen wurden stark beansprucht. Immerhin war der Rückreiseverkehr um die Mittagszeit noch moderat, so dass es auch auf der engen Strasse problemlos klappte.

Ausgetrockneter Lake Baldwin

Gerngesehene Tafeln für Radler. Das mit dem Eis auf der Strasse konnte ich heute vergessen

In Harnadelkurven ging es bergab

Auf dem Weg nach unten mischten sich schon bald wieder Wüstenpflanzen mit den Fören.

Für heute Nacht hatte ich einen weiteren Warmshower Platz vereinbart. John, der Gastgeber, schrieb mir noch, ich sollte von kleinen Ort „Lucerne Valley“ nicht enttäuscht sein, es sei nur ein kleines, schmutziges Wüstenkaff. Er dachte wohl, das der Name bei mir Assosiationen zur Stadt in der Schweiz wecken würde, aber bei mir besteht die Gefahr auf solchen Reisen kaum. Lucern Valley war genau wie ich es erwartet hatte. Eine Ansammlung von Tankstellen, kleinen Restaurant, Läden mit Kleinkram, ein Billiggeschäft Namens „Family Dollar“ und ein paar einfache Häuser oder Mobilehomes. In den Gärten viele alte Autos und sonstiger Unrat, ein Wüstenkaff halt.

Die beiden hatten sich etwas von ihren Erlebnissen auf den Strassen Amerikas zu erzählen

Lucern Valley, viel mehr gibt’s da nicht.

Von da an ging es auf einer stärker befahrenen Strasse Richtung Apple Valley weiter. Meist hatte es nur einen schmalen Seitenstreifen und dort war auch noch der Teerbelag unterschiedlich hoch. Ihr wisst ja seit dem letzten Blogeintrag wie ein neuer Belag aufgebracht wird. Da sind die Seitenränder schon mal nicht so sauber abgeschlossen,, aber wer braucht die schon, wenn sowieso fast alle in grossen Autos unterwegs sind. Für mich hiess es aber noch mehr Konzentration und den schmalen Streiffen nicht verlassen. Dazu kam nun wieder ein auffrischender, böiger Wind, so wie es hier in der Wüste üblich ist. Die Temperatur kletterte auf gut 38 Grad und ich fühlte mich richtig wohl.

Ohne Verkehr war es noch ganz entspannt, mit Verkehr an ein Foto nicht zu denken. 40 cm Fahrradplatz. 

Der Weg durch Apple Valley war nochmals ziemlich windig aber dafür gab es zeitweise sogar einen tollen Radweg.

So sollte es öfters sein

Bei dem Wind kam auch die „Waffenwerbung“ besser zur Geltung

Kurz vor vier Uhr Nachmittags traf ich bei John ein. Er kam gerade mit seinem grossen Pick Up Truck angefahren und begrüsste mich zusammen mit seinem freundlichen und bildschönen Begleiter „Hans“. Ein toll erzogener deutscher Schäferhund. Ich traf noch kurz seine Frau Tina, die sich gerade für die Nachtschicht als Krankenschwester im Spital bereit machte. John zeigte mir meine Unterkunft und ich konnte es kaum fassen. Im Garten stand ein riesiges 44Fuss Motorhome das er mir zur Verfügung stellte. Ich wollte mir ja schon immer mal so ein Teil von innen ansehen und nun durfte ich sogar darin schlafen. Danke John, du hast mir einen Traum erfüllt.

Mein „Zimmer“ für heute Nacht.

Der freundliche Hans als mein „Bewacher“. 

Blogarbeit mal an einem anderen Ort

Ich genoss den Abend zusammen mit John, der viel zu erzählen hatte. Nicht nur hatte er schon 5 mal die USA mit dem Rad durchquert, nein auch den Missouri River hat er schon auf einer sieben Monate langen Reise im Kanu auf der ganzen Länge bereist. Dieser Mann ist wie ein spannendes Buch, bei dem einem jedes Kapitel neubegeistert und überrascht.

Danke für den wunderbaren, unterhaltsamen Abend und die Gastfreundschaft.

Morgen geht’s dann nochmals Quer durch die Wüste und ich sollte nicht zu spät starten, denn man weiss nie woher das der Wind weht.

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