Tag 62: (14.12.14) Gila Bend – Wellton

Distanz: 141.2 km / Gesamt: 4994.2 km / Fahrzeit: 5 Std. 52 Min. / Durchschnitt 24.0 km/h

Vormittag 8, Nachmittag 20 Grad, ganzer Tag sonnig, kein Wind

think big

Wir wissen es alle ja schon lange: Die Amis lieben es gross. XXL heisst das Zauberwort. Ob beim Hamburger, als Konsequenz dann auch bei den Kleidergrössen, oder den Autos. Gross ist hier oft gleichbedeutend mit „gut“. Heute habe ich wieder so einige XXL Erfahrungen gemacht.
Angefangen bei der Distanz die ich heute zurückzulegen hatte. 140 km ohne echte Alternative unterwegs übernachten zu können. Deshalb habe ich gestern bei Gegenwind von 4 -5 Beaufort, meine Surf- und Segelkollegen wissen diesen Wind für schöne Segelerlebnisse zu schätzen, bewusst einen zusätzlichen Ruhetag eingelegt. Es hat sich ausbezahlt. Heute war der ganze Tag praktisch windstill, so dass ich nicht noch zusätzlich ausgebremst wurde. Wegen der langen Distanz und um genug Reserve für allfällige Pannen zu haben, bin ich früh losgefahren.

Bei einer solchen Morgenstimmung wirkt auch ain Schrottplatz "schön".

Bei einer solchen Morgenstimmung wirkt auch ein Schrottplatz „schön“.

Die ganze Strecke fuhr ich auf der Interstate 8, da es hier weiterhin keine andere Strasse gibt. Da es Sonntag war, war selbst auf der Interstate nicht viel los. Oft war ich über längere Strecken alleine unterwegs. Alle die Richtung Los Angeles oder nördlicher unterwegs sind, sind in Gila Blend auf die „I 10“ abgebogen, so dass ich die Strasse nur noch mit denjenigen mit Ziel San Diego „teilen“ musste.
Kurz nach der Abfahrt mein nächstes XXL Erlebnis: Eine riesige Farm mit Sonnenkollektoren mit denen hier in der Wüste sauberer Strom erzeugt wird. Ein schönes Zeichen im Land der unbegrenzten Ressourcenverschwendung.

Eine risige Anlage mit Sonnenkollektoren.

Eine riesige Anlage mit Sonnenkollektoren.

Die Fahrt verlief einfach wunderbar. Links und rechts der Strasse weiterhin viel offenes Land und viel  „Nichts“!

Heute habe ich den Ort gefunden, den ich so lange gesuht habe: In der Mitte des Nirgendwo!

Heute habe ich den Ort gefunden, den ich so lange gesucht habe: Die „Mitte des Nirgendwo“!

So lebt man "in the middle of nowehre".

So lebt man „in the middle of no wehre“.

Die Trittkadenz konnte ich auch bei leichten Anstiegen hoch halten und so waren die ersten 60 Kilometer bald geschafft.
Dort gab es eine Raststätte und es war Zeit wieder etwas Kalorien und Flüssigkeit nachzuladen. Zudem hat es an diesen Raststätten oft guten Handyempfang und so konnte ich mit meinen Lieben zu Hause etwas plaudern. Während ich mit meiner Mutter am Telefon war erschien ein Sheriff der Highway Patrol. Er stellte sich freundlich mit vollem Namen vor und erkundigte sich, ob bei mir alles ok sei? Es sei ein Anruf in der Zentrale eingegangen, dass ein Velofahrer auf der Interstate unterwegs sei. Da er in der Nähe war wollte er einfach mal nachschauen, ob ich ok sei. Es sei kein Problem und ich dürfte hier problemlos auf dem Pannenstreifen fahren. Ich bedankte mich freundlich für seine Nachfrage und bestätigte ihm, dass ich keine Probleme hätte und heute noch bis Wellton fahren wolle. Er wünschte mir eine sichere Fahrt und verabschiedete sich.
Bei der Weiterfahrt wieder eine dieser endlosen Geraden, welche oft 20 oder mehr Kilometer keine Kurve aufweisen.

Immer geradeaus, Richtung Westen!!!

Immer geradeaus, Richtung Westen!!!

Die Strasse stieg wieder etwas an und auf einem weiteren „Pass“ machte ich ganz oben eine kurze Rast, gerade als ein weiterer dieser unglaublich langen und beeindruckenden Züge über den Pass fuhr. Ich habe heute auf meiner Fahrt mindestens 12 solcher „XXL-Züge“ gesehen. Jeder mit mindestens 100 Wagen wobei über 70% mit zwei grossen Containern beladen waren. Kurze Rechnung: 12 Züge à 100 Wagen mal 1.7 = 2040 Container die sonst mit 2040 Lastwagen befördert werden müssten!

Ein weiterer XXL Zug der tausende Tonnen befördert.

Ein weiterer XXL Zug der tausende Tonnen befördert.

Auch ein XXL Sonnenkraftwerk konnte ich heute entlang meiner Route sehen. Ein riesiges Feld mit gigantischen Spiegeln, welche die Sonnenstrahlen auf eine Leitung bündeln und so die Kraft liefern, um die Turbinen anzutreiben.

Eine beeindruckende Anlage.

Eine beeindruckende Anlage.

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Hier wird die Kraft der Sonne in Strom umgewandelt.

Diese XXL Felder haben mich heute sehr gefreut. Ein gutes Zeichen. Weniger Freude hatte ich an den hier ebenfalls immer mal wieder auftauchenden grossen Mastfarmen, wo Rinder in riesigen Anlagen auf engstem Raum möglichst schnell auf ein Schlachtgewicht gefüttert werden, um den unstillbaren Hunger nach billigem Fleisch in den USA und anderen Märkten zu befriedigen. Bei diesem Anblick kann einem der Appetit auf ein gutes T-Bone Steak vergehen.

Heute fuhr ich an mehreren dieser "Mastfarmen" entlang.

Heute fuhr ich an mehreren dieser „Mastfarmen“ entlang.

Diese Farmen sind auch noch viel später durch ihren Geschmack zu riechen.
Nach gut 90 Kilometer dann ein letzter Stop an einer einsamen Tankstelle mit angeschlossenem Food Store.

Eine Frau aufder Fahrt von Tucson nach San Diego wollte dieses Foto von mir am Rastplatz machen. Wir haben etwas geplaudert und sie war wie viele "beeindruckt" von meiner Fahrt.

Eine Frau auf der Fahrt von Tucson nach San Diego wollte dieses Foto von mir am Rastplatz machen. Wir haben etwas geplaudert und sie war wie viele Gesprächspartner in den letzten Tagen „beeindruckt“ von meiner Fahrt.

Ich erreichte mein Ziel einiges früher als erwartet und das der Pool und ein warmes Sprudelbad im Motel noch geöffnet waren erweiterte mein „Erholungsprogramm“ unerwartet um ein entspanntes Bad. Einfach super, an einem 14. Dezember draussen ein Bad zu nehmen.

Dies war einladend. Wieder mal ein Bad im Freien.

Dies war einladend. Wieder mal ein Bad im Freien.

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Nach 140 km, der beste Platz zur Erholung. Ein warmes Sprudelbad.

Ich wünsche euch allen einen entspannten Start in die „letzte Woche“ vor den Weihnachtsferien.

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