Tag 42: (24.11.14) Hondo – Brackettville

Distanz: 134.3km / Gesamt: 3297.7 km (2049 Meilen) / Fahrzeit: 7 Std. 23 Min. / Durchschnitt 18.3 km/h

Morgens 17, Nachmittags 23 Grad, kaum Wind, ganzer Tag sonnig, keine Wolke 🙂

geschüttelt, nicht gerührt

Das war einfach ein harter Tag. Ich fühlte mich so wie der Martini von James Bond. Geschüttelt nicht gerührt! Von den 134 km die ich heute zurückgelegt habe, waren mehr als 100 auf einem sehr rauen Seitenstreifen. „Texas Chip Seal“ sagt den regelmässigen Bloglesern ja schon was. Heute war es mit wenigen Ausnahmen im Gebiet um Uvalde dauernd sehr unruhig auf dem Seitenstreifen und jede Schraube an meinem Fahrrad wurde einem intensiven Rütteltest unterzogen. Ich war froh, dass mein Rad sowohl vorne als auch hinten gut gefedert ist. Trotzdem hatte ich die ganze Rüttlerei im Verlauf des Nachmittags ziemlich satt. Selbst in meinem bequemen „Liegestuhl“ fühlte ich mich nicht mehr so entspannt und war froh, diese Strecke nicht auf einem „normalen Velo“ fahren zu müssen. Wie muss es hier jenen Radlern ergehen, die auf einem harten Sattel ohne Federung diese Strecke fahren „müssen“.

Morgengruss in Hondo bei der Abfahrt.

Morgengruss in Hondo bei der Abfahrt.

Zudem bin ich nun in einer Gegend, in der die Entscheidung, zum nächsten Ort weiterzufahren oder hier die Nacht zu verbringen, nur so alle 60 km gefällt werden kann, da es dazwischen schlicht kaum Orte und vor allem keine Motels gibt.

Ich bin im "wilden Westen" angekommen. Sanibal  "Downtown"

Ich bin im „wilden Westen“ angekommen. Sanibal „Downtown“

Hier wurde ich gewarnt, Autostopper mitzunehmen, es könnten "Ausbrecher" im nahen Gefängniss sein. Kein Problem für mich, ich habe sowieso keinen Platz.

Hier wurde ich davor gewarnt keine Autostopper mitzunehmen, es könnten „Ausbrecher“ im nahen Gefängnis sein. Kein Problem für mich, ich habe sowieso keinen Platz 🙂

Heute schlafe ich im „Fort Clark Springs Motel“. Das ist in einem alten Fort aus dem Jahr 1852, das heute neben einem Museum in den alten Gebäuden auch ein Motel und ein Campingplatz bietet. Es ist hier weit und breit keine weiter Unterkunft vorhanden. Der nächste Ort ist Del Rio.
Ich bin froh mich entschieden zu haben, heute bis Brackettville durchzufahren. So habe ich Morgen je nach Wettersituation verschiedene Optionen. Del Rio ist schon sehr nahe und kann auch bei viel Gegenwind erreicht werden, vielleicht fahre ich auch bis Comstock weiter.
Die Fahrt heute war, neben dem Erreichen der Meile 2’000, die ja für alle MILES4KOKOU Sponsoren von „Bedeutung“ ist, nicht sehr aufregend.

Meile 2000 geschafft!

Meile 2000 geschafft!

Es ging, abgesehen von der Region Uvalde nach etwa 65 km, immer über Land; weit und breit kaum Häuser und stetig etwas Bergauf. Es war also eher eine mentale Herausforderung, trotz der sehr bremsenden Unterlage und der nicht endenden Hügeln, den Druck in den Pedalen aufrecht zu erhalten und dem Ziel entgegen zu strampeln.

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Die Farmer hier haben ein lukratives Zusatzgeschäft entdeckt. Auf ihren riesigen Farmen züchten sie Tiere für die „Jagt“, die dann von „Jägern“ gegen gutes Geld geschossen werden können. Diese Ranch bietet eine Vielfalt von Tieren zur Jagt an, wie das Tor beweist.

Das Licht und die weite Landschaft, die ich so liebe, entschädigte mich für die Anstrengung. In solchem Momenten kann Radfahren auch was meditatives haben.

Die Bilder mögen sich gleichen, aber es ist diese Landschaft, dieses Licht, das mich hier so fasziniert und motiviert immer weiter zu fahren: go west!

Die Bilder mögen sich gleichen, aber es ist diese Landschaft, dieses Licht, das mich hier so fasziniert und motiviert immer weiter zu fahren: go west!

Du, die Landschaft, dein Rhythmus und immer weiter. Mehr braucht es nicht. Ich bin froh diese Momente der Entspannung geniessen zu dürfen und den ganzen Ballast der einem im Alltag oft belastet, einfach vergessen zu können. In diesem Sinne war es bei aller Anstrengung und mehr als 7 Std. und 20 Minuten im Sattel „just a good day“.

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