Distanz 76 km
Heute ging es also los. Zum Start haben wir gleich die längste Etappe vor uns gehabt. Dazu ein ständiges Auf und Ab, so dass wir testen konnten, ob wir nach dem Winter noch fit genug sind für so eine Reise.
Zumindest das Wetter war heute auf unserer Seite und präsentierte sich den ganzen Tag in optimalen Radlerkonditionen. 16 -19 Grad, strahlender Sonnenschein und kaum Wind.

Nach dem Frühstück mussten wir uns zuerst einmal den Weg aus Palermo suchen. Dank Komoot klappte das nicht schlecht. Dazu mussten wir uns noch an die lokalen Verkehrsregeln gewöhnen. Regel Nr. 1: Erwarte immer links und rechts dass du überholt wirst. Vor allem die Motorradfahrer nützen jede noch so kleine Lücke. Also immer in den Rückspiegel schauen. Zum Glück haben unsere Lieger zwei davon. Dann gibt es ab und zu ein Verkehrsknoten, das heisst, alle blockieren sich gegenseitig und es gibt kein vor und zurück. In solchen Momenten wird intensiv von der Hupe gebrauch gemacht, obwohl alle wissen, dass das nichts bringt. Scheint aber die Nerven zu beruhigen.

Ein weiteres Hindernis stellen in Hafennähe die Horden von Kreuzfahrtouristen dar, die in Massen auf dem Radweg flanieren. Da hilft nur sich rechtzeitig bemerkbar zu machen. Dann ruft der Tourguide die Gruppe zum Platzmachen auf und wir können unter anerkennendem Nicken oder sogar aufmunternden Zurufen die Gruppe passieren.


Bald lag Palermo hinter uns und wir radelten der Küste entlang.


Küstenstrassen sind zwar schön, aber meist auch recht hügelig, so dass rasch ein paar Höhenmeter zusammen kommen. Wir genossen die schönen Blicke auf’s Meer und stellten erfreut fest; die Autofahrer warten geduldig, bis ein sicheres Überholen möglich ist.

Pünktlich auf die italienische Mittagszeit, dass heiss um 13.30h, erreichten wir Terrasini. Ein hübscher kleiner Ort, wo wir in der Nähe des Doms ein schönes Restaurant fanden. Die Portionen eher klein, dafür von exquisiter Qualität. So war der Bauch nach der Pause nicht zu voll um weiter radeln zu können und doch hatten wir uns wieder etwas die Energiespeicher gefüllt.


Es lagen noch etwas mehr als 30 km vor uns, aber mit dem ständigen Auf und Ab fühlte es sich viel weiter an. Dazu trägt natürlich auch immer das zu schwere Gepäck bei. Auch nach über 10 Jahren Fahrradtouren schaffen wir es mit dem Gepäck immer noch nicht, unser Wunschgewicht zu erreichen. Vielleicht müssen wir uns mal kleiner Packttaschen kaufen 😉



In Castellmmare del Golfo gaben uns dann die vielen Einbahnstrassen und ruppigen Anstiege den Rest. Die letzten 200 Meter zu Unterkunft schoben wir die Räder und waren froh, als wir diese im sichern Innenhof der Unterkunft abstellen konnten.
Nach einer erfrischenden Dusche und einem feinen Abendessen gilt es nun sich gut zu erholen. Morgen geht es zwar nicht so weit, aber dafür gibt es einige happige Anstiege zu bewältigen. Dazu ist ab Mittag Regen angesagt, da möchten wir doch gerne schon am Ziel sein.

Eure Fotos, eure Kraft, Ausdauer und Entschlossenheit sind höchst beeindruckend und inspirierend!