Heute führte unsere Route fast ausnahmslos der Eisack entlang. Der Radweg ist bedeutend weniger befahren als der Abschnitt Meran – Bozen. Trotzdem ist man auch hier als Fahrradfahrer nicht alleine unterwegs. Dafür geniesst man eine perfekte Fahrradinfrastruktur.

Unsere Pferdchen bereit zur Abfahrt vor „unserem“ kleinen Appartement.
Die Stadt Bozen nennt sich selber „Fahrradstadt“ und wir können das nur bestätigen. Was man sich bei der Vorbeifahrt auf der Brennerautobahn kaum vorstellen kann ist in Bozen Realität. Ein gutes Netz an Fahrradwegen welches sich durch eigene, vom Autoverkehr getrennte, Radwege auszeichnet. Selbst Brücken über die Flüsse der Stadt sind oft für Fahrräder und Fussgänger reserviert. Eigene Radunterführungen mit moderaten Rampen machen das Queren von Hauptverkehrsachsen sicher. Der eine oder andere Verkehrswegplaner in der Schweiz sollte sich hier mal zeigen lassen, wie es besser geht als nur etwas Farbe auf die Strassen zu pinseln. Man muss dafür auch nicht zwingend nach Kopenhagen reisen. Auch im autoverliebten Italien gibt es gute Lösungen!

Radwege in Bozen, was will man mehr!
Südlich von Bozen war dann der Originalradweg, der bei normalen Verhältnissen auf Inseln zwischen den Flüssen Eisack und Etsch verläuft, wie erwartet gesperrt. Vermutlich hat das Hochwasser das Fahrradtrasse überschwemmt und unpassierbar gemacht.

Über eine Brücke ging es ans andere Ufer und dort gute 2 km auf einer wenig befahrenen Nebenstrasse weiter, bevor es zurück auf den Radweg ging.


Immer die imposanten Felsformationen vor unseren Augen radelten wir gemütlich Richtung Süden.


Ab und zu am Wegrand eine Gaststätte, die sich auf die Wünsch von Radfahrern eingestellt haben. Auf der einen Seite des Fahrradwegs die Eisack, welche wieder in ihr angestammtes Flussbett zurückgekehrt ist, auf der anderen Seite nach wie vor riesige Apfelplantagen die ab und zu durch Rebstöcke unterbrochen sind.

Fahrradgaststätten scheinen ein gutes Geschäft zu sein, wenn man die Ausstattung als Indikator nehmen kann.

Das Rauschen der Brennerautobahn war mal lauter, mal leiser, aber immer ein ständiger Begleiter. Hier drängen sich alle Verkehrswege im oft engen Talboden zusammen.

Schön dass es neben Strasse und Eisenbahn auch noch Platz für einen so tollen Radweg hat. Hier heisst er übrigens „Eurovelo 7, Sun Route“ und machte im Verlauf des Mittags dem Namen alle Ehre. Die Wolken lockerten auf und wir bekamen einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage bei steigenden temperaturen erwarten wird.

Wie bereits auf der 2016er Tour empfanden wir die letzten Kilometer vor Trento als ziemlich „mühsam“. Es gibt keinen plausiebeln Grund dafür als vielleicht die Streckenführung, die hier einen grösseren Umweg macht, während der Kopf schon am Ziel ist.

Nachdem wir unser Appartement für Heute Nacht bezogen hatten, blieb noch genug Zeit für einen Stadtbummel.
Trento gefiel uns auch dieses Mal wirklich sehr. Eine wunderschöne, belebte Altstadt mit vielen historischen Gebäuden und hübschen Cafes. Nicht der absolute Touristenrummel wie in Meran und Bozen, sondern offensichtlich viele Einheimische, etwas Touristen und viele Student:innen die sich hier an der Uni auf ihre Zukunft vorbereiten. Eine gute Mischung die uns gefällt. Hier ein paar Eindrücke von heute Nachmittag.







Wer hier mal vorbeifährt soll sich überlegen, mal einen Stop einzulegen um die Stadt zu erkunden. Auf der Fahrt in den Süden sicher ein lohnendes Etappenziel.
