Etappe 4: 03.05.2018 Twentinyne Palms – Yucca Valley 

Distanz: 38 km, Total 2247 km, Durchschnitt 13.6 km/h, Fahrzeit 2 Std. 47. Min.

Heute stand nur eine kurze Etappe auf dem Plan und das war gut so. Nach den ersten doch anstrengenden Tagen mit Höhenmetern und Wind bin ich noch immer nicht richtig im Tourenmodus angekommen und war froh, heute nur ein kurzes Stück radeln zu müssen. Zumindest wettermässig entwickeln sich die Dinge positiv. Die Sonne schien schon am Morgen und die Temperatur wurde im Verlauf des Vormittags auch immer angenehmer. Der Wind hatte fast ganz abgenommen und so machte ich mich mit positiven Gedanken aus Werk. Trotzdem lief es nicht richtig rund und das lag wohl nicht nur daran, dass die Strasse einfach kontinuierlich Anstieg. Aber die 750 Höhenmeter mussten ja auch irgendwie geschafft werden. Für mich heisst es nun auf meinen Körper zu hören und den Plan entsprechen anzupassen. Schliesslich soll das ganze ja eine Fahrrad- und keine Tortour sein. 

Start vom Motel bei blauem Himmel


Der Ausblick auf der schurgeraden Strasse lies bei mir Erinnerungen an meine USA Durchquerung aufkommen. Obwohl ziemlich viel Verkehr war, fühlte ich mich ganz wohl auf dem Twentinyne Palms Hwy. Meist war der Pannenstreiffen breit genug oder die Autos überholten auf der zweispurigen Strasse mit genügend Abstand. 

Hier ein paar Impressionen von Unterwegs.

Das farbigste Wüstenhaus weit und breit

In der Ferne noch Schnee bei Big Bear Lakes

Das passt gerade noch 😉


Mein Warmshowergastgeber hatte mir eine genaue Routenbeschreibung geschickt, so dass ich seinen versteckten Platz in den Hügeln oberhalb von Yucca Valley gut fand. Craig und seine Frau Barbara begrüssten mich freundlich und zeigten mir meine Unterkunft. Ich hatte ein ganzes Gästehaus für mich alleine, dass etwas Abseits des Haupthauses stand. Die beiden sind extra wegen mir von Riverside gut 85 Kilometer hierhergefahren. Vielen Dank! Nachdem ich mich frisch gemacht hatte lud mich Craig ein mit ihm zu einem weiteren, abgelegenen Wüstengrundstück zu fahren, das ihm gehörte und wo er vor gut 20 Jahren einen Unterstand gebaut hatte. Das Vegetation mit vielen grossen Joshua Trees brannte leider vor 9 Jahren bei einem Buschfeuer nieder, so dass von dem mehr als 500 Jahre alten Bäumen nur noch verkohlte Reste übrig waren. Langsam erholt sich die Natur, aber das Dauer hier wo es nur 5 cm Regen im Jahr gibt halt sehr lange.  Wenigstens  die Tiere sind zurück. Kleine Streiffenhörnchen rannten überall herum, Wüstenhasen mit grossen Ohren hoppelten davon und sogar ein Gruppe Hirsche konnte ich entdecken. 

Craig’s versteckte Weekendhütte

In dieser Gegend hat ein Jeep wirklich seine Berechtigung

Ein bisschen knapp bemessen für eine Bicycle Route

Pioneertown, wo früher viele Western (z.B. OK Coral) gedreht wurden. Heute sind die Häuser privat und bewohnt.


Craig erzählte mir von seinem damaligen Einsatz als Feuerwehrmann, wo er in der Nähe im Einsatz war und erfolgreich einige Häuser vor den Flammen retten konnte. Auch sonst hätte er spannendes zu erzählen. So studierte er zum Beispiel 1963 – 64 an der ETH in Zürich und schwärmte von den Sommerklettertouren in der Schweiz. Selbstverständlich hat er auch schon viele lange Radtouren unternommen und ist nun wegen Knieproblemen als Senior im Schwimmen aktiv. 

Auch im und um’s Haus macht er alles selber. Ob Schweissen, Mauerarbeiten oder Tischlern, Craig macht’s.So verging der Nachmittag rasch und am Abend genoss ich mit ihm und Barbara eine Pizza auf ihrer schönen Terasse mit Blick in die Wüste.

„Mein Gästehaus“ für heute Nacht


Ausblick von Craig

Vereinzelt leuchten Blumen


Wieder ein schönes „Warmshower-Erlebniss“ und ein Einblick in den Alltag der Menschen hier.

Ich geniesse nun die Nacht hier draussen und freue mich schon auf den klaren Sternenhimmel, der bei dieser Dunkelheit sicher ganz besonders leuchten wird.  

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