Tag 19: (01.11.14) Panama City Beach – Fort Walton Beach

Distanz: 84 km / Gesamt: 1500.65 km / Fahrzeit: 5 Std. 31 Min. / Durchschnitt 15.17 km/h

Ganzer Tag kalt (Morgen 9, Nachmittag 16 Grad, ), böiger Gegenwind mit 40 in Böen 60 km/h  GPS-Track

Gegenwind

Der heutige Tag lässt sich kurz in einem Wort zusammenfassen: Gegenwind.

– Tatsächlich viel Wind genau aus der Richtung, in die wir wollten
– Temperatursturz am Morgen nur 9 Grad (mit dem Wind fühlte es sich eher wie 3 Grad an)
– Heute hat uns der Pannenteufel eine Lektion erteilt.

Bereit den "Kampf" gegen Kälte und Wind aufzunehmen.

Bereit den „Kampf“ gegen Kälte und Wind aufzunehmen.

Wir sind heute extra früh aufgestanden, denn wir wussten aus dem Wetterbericht, nicht nur die Teilnehmer des IRONMAN Wettkampfs in Panama City Beach, sondern auch wir mussten uns auf sehr unangenehme Wetterverhältnisse einstellen. Schon die Kleiderauswahl erwies sich als nicht ganz einfach. Nach diversen Versuchen standen wir um 8 Uhr in der Montur „kurze Winterausfahrt an einem kühlen aber schönen Januartag“, startbereit vor dem Hotel.
Nun einfach alles ruhig angehen, Tritt für Tritt und sich mit dem Gegenwind langsam einpendeln. Der Start gelang gut und wir waren froh eine Trittkadenz gefunden zu haben, die uns nicht zu sehr anstrengte und trotzdem gegen den Wind 15 -17 km/h möglich machte. So fuhren wir auf der „98“ Richtung Westen. Kurz vor dem zweiten Stop entdeckten wir das Schild „Eden Garden State Park“. Das tönte für uns gut, konnten wir doch damit rechnen, zu mindestens eine warme Toilette und evtl. sogar einen kleinen Besucherraum zu finden, in dem wir uns aufwärmen konnten. Bei solchen Temperaturen unterwegs zu sein, empfinde ich als sehr anstrengend. Das grösste Problem für mich ist jedoch, dass ich trotz kalten Temperaturen durch die Anstrengung ins Schwitzen kommen, dadurch die Leibchen am Oberkörper feucht werden, was wiederum ein unangenehmes Kältegefühl auslöst.

In der Hoffnung uns aufwärmen zu können, haben wir am Parkeingang 4 Dollar Eintritt bezahlt.
Naja, so richtig toll war das dann nicht. Im Garten stand ein schönes Haus, draussen Bäume mit „spanisch Moos“ und viel Schatten im Park.

Haus im "Eden Garden SP"

Haus im „Eden Garden SP“

Nach einem kurzen Rundgang und Toilettenbesuch hatten wir genug gesehen und waren froh auf der „98“ zumindest nicht im Schatten fahren zu müssen.
Mittagspause legten wir in einem originellen Restaurant mit dem Namen „the caf“ ein. Wir genossen die besondere Atmosphäre und für einen Moment hatten wir fast das Gefühl, in Mexiko zu sein.

In Mexiko?

In Mexiko?

Frisch gestärkt ging es wieder auf die Strasse. Langsam hatte auch die Sonne ihre Kraft entfaltet und wir konnten immerhin gut 15 Grad messen.
Bald erreichten wir Destin. Ein hübsch herausgeputzter Ort, aber irgendwie unwirklich, nach all den vielen auch armen Gebieten die wir in den vergangenen Tagen gesehen hatten. Hier sah alles perfekt aus und zumindest die Fassaden machte einen tadellosen Eindruck.
Das ganze Gebiet das wir durchquerten schien erst einige Jahre alt zu sein. Da und dort wurde noch gebaut und die ermöglichte einen guten Einblick in die auch heute noch übliche „einfache Spanplattenbauweise“ mit der selbst im Jahr 2014 hier noch Häuser gebaut werden. Einfache Holzständerkonstruktionen, als Wände Pressholzplatten, darüber eine Plastikfolie als Schutz und zum Schluss einen schönen Putz aufgetragen. Fertig ist die (Alb-) Traumvilla. Wir wollen uns lieber nicht vorstellen, wie dieses Gebiet in 30-40 Jahren aussehen wird. „Minergie“ oder ähnliches ist hier mehr als nur ein Fremdwort.

Villen in allen Stielrichtungen

Villen in allen Stilrichtungen

Aber nur für "Auserwählte"

Aber nur für „Auserwählte“

Ohne Verputz ist die Bauweise sichtbar.

Ohne Verputz ist die Bauweise sichtbar.

Diese Parzelle ist noch zu haben. Intressenten können sich melden. Gegen Provision werden wir vermitteln. :-)

Diese Parzelle ist noch zu haben. Intressenten können sich melden. Gegen Provision werden wir vermitteln. 🙂

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Eigentlich waren wir mit unserem Vorwärtskommen ganz zufrieden und als wir in Destin die Brücke hinüber nach Fort Walton befuhren, freuten wir uns schon auf einen frühen Feierabend. Als ich nach der Brücke einen Blick in den Rückspiegel machte, war sofort klar,dass Barbara ein Problem hatte. Tatsächlich, ihr Hinterreifen war PLATT! So ein Ärger! Bereits die ersten Pumpversuche machten klar, hier würde der grüne Superslime nicht mehr helfen. Also Rad ausgebaute und den Reifen inspiziert. Tatsächlich, wieder so ein kleiner Metallspiess wie ich ihn vor einigen Tagen auch mal hatte. Pinzette hervorgeholt, Übeltäter empfernt, neuen Schlauch eingesetzt, Rad wieder montiert und Gepäck aufgeladen. Während dem Gepäckladen stopte ein Auto bei uns am Strassenrand. „Wie gehts euch? Habt ihr Probleme?“ fragte ein freundlicher Mann um die 30. „Nein, danke, es ist alles ok. Wir haben soeben einen Platten geflickt und fahren jetzt weiter“ antworteten wir. „Na dann ist ja gut“ sagte er, „ich hab euch gesehen und wollte nur nachschauen, ob alles ok ist. Eine gute Fahrt!“ Er stieg ins Auto und fuhr in die Gegenrichtung davon. Der muss uns also auf der gegenüberliegenden Strassenseite gesehen haben, ist mangels Wendepunkt über die Brücke gefahren, hat dort irgendwo gewendet nur um zu uns zurückzukommen und seine Hilfe anzubieten. Solche Erlebnisse freuen uns immer wieder und wir frage uns, wie würden denn wir zu Hause reagieren? Thank’s für diese netten Gesten.

Auf der Brücke im Wind. (kurz danach der erste Platten)

Auf der Brücke im Wind. (kurz danach der erste Platten): Fahnen sagen mehr als Worte!

Nur noch 6 km. bis zum Hotel. Da kommt Freude auf! Trotz kaltem und zum Teil sehr heftigem Wind haben wir also das Ziel vor Augen. Nach nur 600 Meter Fahrt ruft Barbara hinter mir schon wieder „Hinterreifen ist platt“. Das gibt s doch nicht, fuhr es mir durch den Kopf. Also das Ganze nochmal! Wir hatten beide wirklich keine Lust mehr zumal wir an dieser Stelle dem kalten Wind schutzlos ausgeliefert waren. Es half nichts, wir musste dies Schlauch nochmals wechseln. Bevor der neue eingesetzt wurde, habe ich den Pneu nochmals sorgfältig nach möglichen Ursachen abgesucht. Tatsächlich, ich konnte nochmals eine kleines Metallstück spüren und mit der Pinzette entfernen. Wir nahmen also den letzten Schlauch aus unserem Vorrat und setzten diesen erfolgreich ein, so dass wir das Hotel nach einem anstrengenden Tag um halb sechs Uhr Abends erreichten.
Morgen gibts Programm nach Ansage. Es soll etwas weniger Wind haben und so hoffen wir, zumindest bis Pensacola zu kommen.

Fazit: Ein Supertag zum Kiten, Windsurfen, Segeln, aber Fahrradfahren? Wer kommt auf diese Idee?

Übernachtung: Best Western, Fort Walton Beach

Ein Kommentar

  1. Hoi ihr zwei Liegeradfahrer ihr habt schon eine beachtliche Km. leistung hingelegt ! SUPER BRAVO !!! Bin stolz auf euch !!! Ich würde am liebsten ein paar Etappen mitradeln auch wenn ich sonst lieber off road unterwegs bin ! Das mit dem Wind ist so eine Sache, wenn man Surfen möchte kommt er öfter nicht, ist man mit einem Trettgefährt unterwegs so kommt er öfter !!! Aber Frontside! So ist das eben auf den Rad ! Ich wünsch euch nun mal warmen Wind (ein Föhnwind) von hinten ! Ich wünsch euch weiter viel Spass und Freude !!! Liebe Grüsse Andy

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