Sizilien, West- und Südküste März 2026

Eine Liegeradreise sehr früh im Jahr in Sizilien mit einem mehrtägigen Ausflug nach Malta.

Etappe 9: Pozzallo – Marzamemi 30.03.2026

Distanz 42 km, Total 520 km

Route auf Komoot

Was für eine traumhafte Etappe. Auf diese freuten wir uns schon lange und vor allem hatten wir am Ziel in Marzamemi ein wunderschönes Zimmer gebucht. Da war es ein leichtes heute Morgen bei bestem Radlerwetter loszufahren. Nachdem wir die Fahrräder aus Giancarlo’s Garage geholt und unsere Taschen wieder tourentauglich um gepackt hatten, rollten wir alles der Küste entlang Richtung Nordosten.

Runter zum Meer, dann links und immer der Küste entlang.

Kurz nach Pozzallo passierten wir einen Abschnitt, wo die Strasse nur durch hohe Sanddünnen vom Strand getrennt war. Da und dort wurde der Sand in die Fahrbahn geweht, so das die rechte Spur Zentimeter hoch bedeckt war. Ich bin gespannt, ob die Dünnen über kurz oder lang die Strasse unter sich begraben werden.

Blick zurück nach Pozzallo

Das wir wieder in Sizilien unterwegs waren merkten wir rasch, den im Gegensatz zu Malta und Gozo lag wieder viel Müll am Strassenrand. Wir beschlossen, das heute einfach zu ignorieren, ebenso wie die riesigen Flächen von Plastiktreibhäuser.

Einfach geniessen.

So konnten wir uns auf die schöne Landschaft, das türkisfarbene Wasser und das tolle Wetter fokussieren und die Fahrt einfach nur geniessen. Teilweise war die Strasse entlang der Küste wegen Reparaturarbeiten gesperrt und so gab es da und dort eine Umleitung. 

Die Umleitung führte uns durch schöne Landschaften
Von der Strasse aus sahen wir hier auch Flamingos.

Dadurch wurde die Etappe noch kürzer als geplant.

Den Radweg teilten wir auch mal mit Ziegen.
Ein verlassenes Eisenbahntrasse und im Hintergrund vermutlich eine alte Fischfabrik.

Schon kurz nach 13 Uhr waren wir am Ziel.

Ankunft in Marzememi. Links die alten Hallen für die Thunfischverarbeittung.
Wohl ein trauriges Opfer der starken Winterstürme, die diesen Januar den Ort heimsuchen.

Das Zimmer konnten wir bereits beziehen und da heute der wärmste und sonnigste Tag war, war die schöne Dachterrasse, welche den alten Dorfplatz überblickte, der perfekte Spot um den Nachmittag zu geniessen.

Was will man mehr.

Das Dorf hat eine gut tausendjährige Geschichte. Im Jahr 1630 wurde der Ort dann von der Familie Villadorata besiedelt und diese erstellten eine Fanganlage für Thunfische. Die Häuser, in denen die Fischer wohnten und arbeiteten sind noch immer gut erhalten.

Die alten Fischerhäuser.

Nach wie vor werden hier verschiedenste Spezialitäten aus Tunfisch, aber auch aus Tomaten der Region hergestellt und in die ganze Welt verschickt.

Rund um den zentralen Platz sind in der Zwischenzeit aber Restaurants eingezogen, in welchen sich die vielen Besucher auf einem der wohl schönsten Plätze Siziliens verpflegen können.

Um diese Jahreszeit hält sich der Besucherandrang aber noch in Grenzen und es gibt für alle einen Platz. 

Wir verbrachten einen ruhigen Nachmittag und freuten uns ganz einfach, diesen schönen Ort geniessen zu können.

Wer auch mal hier übernachten möchte, hier der Link:

Home

  

Zimmer mit Aussicht 😀

Morgen ist dann schon die letzte Etappe nach Siracusa auf dem Plan. Wir hoffen, dass es noch trocken bleibt und wir die Regenklamotten nicht mehr brauchen, aber wer weiss, es ziehen dunkle Wolken von Siracusa zu uns hierüber.  

Gute Nacht

Rad- und Ratlos in Malta: 23.-29.03.2026

Die letzte Woche haben wir unsere Räder beim Besitzer des „Albergo Terrazze sul Mare“ in seiner Garage eingestellt. So sind wir mit „leichtem Gepäck“ für ein paar Tage nach Malta geschippert. Die Fähre würde zwar Fahrräder mitnehmen, aber nach den Erfahrungen mit dem Rad im Frühjahr 2024 haben wir darauf verzichtet. Malta eignet sich nicht wirklich für Fahrradtouren. Und damit sind wir auch schon beim Thema: Was sollen wir vom Besuch halten? Irgendwie bin ich ratlos bzw. es gibt so unterschiedliche Aspekte, die mir durch den Kopf gehen.

Da ist der starke Tourismus, vor allem im Grossraum Valletta, der sich unter anderem auch am unbegrenzten Bauboom zeigt.

Es wird gebaut. Sliema, vis a vis der Altstadt
So sieht es auf der gegenüberliegenden Seite aus.

Ein neues Appartementhaus wird neben dem anderen hochgezogen und so verliert, mit Ausnahme der Altstadt von Valletta, die Gegend ihr Gesicht.

Altes verschwindet.

Es entsteht ein architektonischer Einheitsbrei und für Einheimische gibt es kaum bezahlbare Mieten, da viele Wohnungen für die lukrativere Kurzzeitvermietung umgenutzt werden. Es werden Massen von Touristen mit Billigfliegern ein- und ausgeflogen. Entlang der Wasserfront reiht sich ein Restaurant an das nächste und alle versuchen die Touristen mit „Happy Hour“ Angeboten anzulocken. Das die Insel Malta, im Gegensatz zur Schwesterinsel Gozo, kaum für Landwirtschaft geeignet ist und alles importieren muss, sowie die Tatsache, dass das Wasser immer knapper wird und auch die Strasseninfrastruktur den überbordenden Verkehr kaum bewältigen kann, wären gute Gründe sich in Bezug auf das touristische Wachstum Gedanken zu machen. Und wir sind mitten drin! Wir wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen.

Es gibt aber zum Glück auch viel Positives.

In Gozo kann dank fruchtbaren Böden Landwirtschaft betrieben werden. Blick von der Zitadelle in Victoria Richtung Norden.

Da ist vor allem die jahrtausende alte Geschichte zu erwähnen, die viele beeindruckenden Bauwerke hervorgebracht hat.

Im Zentrum von Valletta

Und dann sind da auch die schönen Küstenabschnitte mit unzähligen, traumhaften Badestränden.

Strände auf Gozo

Das grosse Gastroangebot in Malta ist auch geprägt, von all den kulturellen Einflüssen, welchen die Insel in der Vergangenheit ausgesetzt war. Malta ist auch heute noch ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Vor allem der Nahe Osten, Afrika und Indien sind, neben der englischen Kolonialgeschichte, sehr präsent. Dazu eine junge Generation die auch neue Trends aufnimmt. Wir entdeckten im Stadtteil  Slima ein tolles veganes Restaurant, das uns zweimal ein ganz abwechslungsreiches Abendessen zubereiteten.

Nach zwei Nächten zügelten wir nach Rabatt.

Unsere Unterkunft in Rabat. „Point de Vue“ mit toller Aussicht

Die Stadt liegt im Zentrum der Insel Malta und ist bei Touristen vor allem wegen ihren schön erhaltenen Altstadt und der Medina beliebt.

Kathedrale St. Paul
Blick in eine Kirche in Medina
Warten auf die nächste Fahrt.

Von hier aus machten wir auch eine Wanderung entlang der Südküste. Hier ein paar Bilder.

Man sollte schon trittsicher sein.

Der Transport in Malta ist übrigens mit öffentlichen Bussen recht einfach und preiswert. Die App Tallinja ist ungemein hilfreich und führt einem immer zur richtigen Bustation und zeigt die besten Verbindungen und Abfahrtszeiten.

Wenn es mal gar nicht passt mit öffentlichem Verkehr sind neben Taxis die Fahrdienste UBER und BOLT omnipräsent. Es ist also nicht nötig hier ein Auto zu mieten. Die Strassen sind so schon genug verstopft.

Für die letzten zwei Nächte wechselten wir noch auf die kleine Schwesterinsel Gozo. Die kurze Fährüberfahrt war ziemlich stürmisch, verlief aber problemlos.

Zum Glück ist die Überfahrt nicht weit.

In Victoria hatten wir ein tolles Hotel direkt beim Busterminal.

Townhouse 17 in Victoria

Gleich um die Ecke kamen wir in die Altstadt …

und in wenigen Minuten waren wir auf der Zittadelle, welche eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Blick von Hotelzimmer auf die Zitadelle

Von hier aus unternahmen wir auch eine wunderschöne Küstenwanderung an der Nordküste.

Eine traumhafte Wanderung

Gozo ist um einiges ruhiger als Malta und die Insel hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Für mich, zumindest um diese Jahreszeit, ein guter Mischung aus Tourismus und Ruhe, so dass wir uns richtig wohl fühlten.   

Am Sonntagmittag ging es dann mit der stündlich verkehrenden Schnellfähre in nur 45 Minuten direkt von Gozo in den Hafen von Valletta, wo um 18h unsere Fähre nach Pozzallo ablegte. Wir liessen eine Insel hinter uns, die uns am Anfang mit ihren Touristenmassen, verstopften Strassen und überfüllten Bussen etwas Ratlos machte, zum Schluss mit den schönen Küstenwanderungen und der ruhigeren Atmosphäre auf Gozo wieder versöhnte. 

By by Malta

So oder so sind wir froh, Morgen wieder radeln zu können. 

Etappe 8: Scoglitti – Pozzallo 21.03.2026

Distanz 56 km, Total 478 km

Route auf Komoot

Heute stand eine recht anstrengende Etappe auf dem Plan. Zwar nicht so weit, aber über 30 km permanentem Anstieg. Das es anstrengend würde war abzusehen. Aber der Reihe nach.

Am Morgen genossen wir mit Silke und Peter noch ein gemütliches Frühstück und ihre Gesellschaft. Ich bin immer wieder erstaunt wie vertraut es sich anfühlt wenn wir auf andere „Langstreckeradler“ treffen.  Fast so als ob man sich schon Jahre kennen würde. Wir geniessen solche Begegnungen jedesmal und so verabschiedeten wir uns von den Beiden in der Hoffnung, uns mal wieder zu  treffen.

Danke euch zwei, war schön euch zu treffen.

Sie radelten los Richtung Pozzallo und wir nahmen das Ziel Ragusa in Angriff.

Ein schöner Start. Leider war das Idyll nur von kurzer Dauer.
Schon bald wieder das Motto der Tour: „Wer sein Rad liebt, der schiebt.“

Um dem Verkehr auf der Hauptstrasse zu entgehen, was ja vor allem bergauf besonders mühsam ist, navigieren wir uns wieder auf Nebenstrassen. Hinter einer Kuppel stand schon das „Empfangskomitee“ bereit. Es bestand aus fünf grossen und einem kleineren, jungen Hund. Diese leben hier wild und ernähren sich wohl auch aus den vielen Abfällen die hier entsorgt werden.

Müll soweit man sehen kann. Für die wilden Hunde so etwas wie ein Futtertrog.

Zum Glück reagierten sie gut auf mein „STOP“ und als ich mit einer Handbewegung Richtung Gebüsch zeigte und ein „via“ hinterher rief, trotteten sie davon. Nur der Kleine nahm nochmals allen Mut zusammen und kläffte mich an, bevor auch er verschwand. 

Es ging immer weiter bergauf und in Richtung unseres Ziels zogen dunkle Regenwolken auf. Dazu zeigten sich bei mir heute Anzeichen einer aufkommenden Erkältung, die ich mir wohl in den letzten Tagen mit den Regen Etappen zugezogen hatte. Nicht wirklich förderlich für die Fitness.

Ein beeindruckender Baum. Als ich das Bild machte hielt ein Einheimischer an und erzählte stolz, dieser sei über 200 Jahre alt.
Richtung Ragusa ziehen dunkle Wolken auf.

Ich diskutierte mit Barbara das Pro und Kontra, ob wir diese Etappe wirklich durchziehen sollten, oder ob nicht doch eine Planänderung die bessere Option sei. Wir entschieden uns für die Planänderung  und und Buchten in der Unterkunft in Pozzallo, die für Morgen geplant war eine zusätzliche Nacht für heute.

Schnell war die Route umgeplant und wir fuhren wieder zurück an die Küste. Im kleinen Ort „Marina di Ragusa“ kamen wir um die Mittagszeit vorbei und stellten erfreut fest, dass es hier einen ganz schönen Dorfplatz mit vielen Restaurants gab.

Die Pferdchen warteten geduldig bis wir verpflegt waren.

Da es Samstag war und die Sonne schien, waren die Einheimischen drausen um den  Frühlingstag zu geniessen. Die Kinder rannten fröhlich auf dem Platz herum und die Erwachsenen genossen ein Gläschen oder etwas zu Essen.

So könnten Mittagspausen öfters sein

Nach einem sehr guten Mittagessen radelten wir gestärkt weiter.

Schöne Ausfahrt aus Marina di Ragussa

Der Blick Richtung Berge zeigte uns, dass die Entscheidung richtig war.

Selber Standort: Blick Richtung Ragusa ..
.. Blick Richtung Meer.

So kamen wir mit etwas Rückenwind gut voran und wussten, dass wir uns Zeit lassen konnten, den das Zimmer wurde erst um 18 Uhr frei, da noch andere Gäste mit einem späten Check-out das letzte freie Zimmer belegten.

Aus der Ferne erschien die Ruine fast wie ein griechischer Tempel
Der Küste entlang bester Fahrradbedingungen
Teilweise sogar separate Radwege
Heute hatten wir auch Zeit die Details genauer anzuschauen.

In der Unterkunft treffen wir wieder auf Silke und Peter, die nicht schlecht staunten uns schon so rasche wieder zu treffen.

Sie hatten sich heute mit einer Tourenfahrerin aus Stuttgart zum Essen verabredet, die sie vor ein paar Tagen getroffen hatten. Spontan wurden wir eingeladen, doch auch mit zu kommen. So genossen wir einen weiteren schönen Abend in „Radlergesellschaft“ und freuten uns auch Regina kennen zu lernen.

Natürlich gab es wieder einiges an Gesprächsstoff und wir kamen erst spät ins Bett. Für uns kein Problem, denn da wir nun schon in Pozzallo waren, war am Sonntag ein unerwarteter Ruhetag.

Natürlich wird auch am Ruhetag gearbeitet. Schliesslich wollen wir mit sauberen Kleidern nach Malta. Der Wind half tatkräftig mit, das alles trocken wurde.

Ich kann nun meine Erkältung in Ruhe auskurieren, denn am Montag geht es für eine Woche ohne Räder nach Malta.

Somit gibt es auch etwas Blogpause. Am Montag 30.03. radeln wir dann von hier noch die beiden letzten Etappen nach Siracusa.

Etappe 7: Licata-Scoglitti, 20.03.2026

Distanz 65 km, Total 422

Route auf Komoot

Auch heute konnten wir wieder tolles Radler Wetter geniessen. Sonne den ganzen Tag und ab und zu schöne „Dekowolken“ am Himmel.

Die Jacke war nicht lange nötig. Bald wärmte die Sonne.

Dazu der Wind von der Seite und ab und zu sogar von hinten, so dass er uns unterstützte. Das war auch gut so, denn wir mussten wieder einen grossen Teil der Strecke auf der Hauptstrasse fahren.

Bei so wenig Verkehr war es sogar ganz angenehm.

Diese war je nach Abschnitt ganz OK und manchmal auch sehr mühsam.

Nach etwa 20 Kilometern machten wir auf einem Hügel eine kleine Verschnaufpause und werden just in diesem Moment von zwei Tourenradlern eingeholt.

Da muss man einfach kurz anhalten.

Sie stoppten ebenfalls und wir kamen ins Gespräch. Silke und Peter kommen aus Hamburg und sind auf einer längeren Radreise. Ihr Ziel ist ihr Wohnort Hamburg. Da haben sie noch etwas vor sich. Wir stellten erfreut fest, dass sie das gleiche Etappenziel haben wie wir und so verabreden wir uns zum Abendessen.

Die beiden genossen noch die Aussicht.

Wir tauschten die Nummern aus und radelten dann noch ein Stück gemeinsam, bevor wir wieder in unserem eigenen Rhythmus fuhren. Barbara und ich wollten etwas von der Hauptstrasse weg und machten einen kleinen Umweg. Leider war das keine gute Entscheidung, denn nun fuhren wir durch eine Ansammlung von Ferienhäusern, mit einem traumhaften Ausblick auf die Küste, aber alles an extrem steilen Strassen.

Tolle Lage, aber …
Sogar Scheiben war kaum möglich, so steil ging es bergauf.

Dazu war der geplante Weg wieder nur ein matschiger Feldweg und kaum fahrbar. Also hiess es wieder zurück auf die Hauptstrasse.

In Gela war ein grösserer Ort zu durchqueren, was wiederum nur mässig Spass machte.

Kurz nach Gela haben sie eine Matratze für müde Radler hingelegt. Nein im Ernst, es ist traurig zu sehen, was hier alles am Strassenrand liegt.

Nach 42 km konnten wir die Hauptstrasse endlich verlassen und wir rollten auf einer kleineren Landstrasse dem Etappenziel entgegen.

Ein Bahnübergangsfoto darf natürlich nicht fehlen.

Diese führte uns durch ein nicht enden wollendes Meer von Plastiktreibhäusern. Das diese Form der Landwirtschaft hier so intensiv betrieben wird, hat uns echt überrascht.

Plastik wohin man schaut.

Bei schönem Wetter errichten wir unser Etappenziel und staunten nicht schlecht, als wir in der Nähe der gebuchten Unterkunft wieder auf Silke und Peter trafen, die eben auch angekommen waren. Zu Viert genossen wir ein Eis anhe der Sonne, bevor wir in der Unterkunft eincheckten. Silke und Peter hatten am gleichen Ort die Wohnung unter uns gebucht. Zufälle gibt’s!

Etwas entfernt von der Unterkunft hatte die Besitzerin eine Garage, wo wir alle unsere Räder sicher abstellen konnten. So wünscht man sich das.

Es wird Zeit fürs Abendessen

Während dem gemeinsamen Abendessen hatten wir vier uns einiges zu erzählen und Tipps auszutauschen. Wir genossen den Abend mit Silke und Peter sehr und wer weiss, vielleicht treffen sich unsere Wege mal wieder. Auf jeden Fall wünschen wir euch allzeit sichere Reisen!  

Etappe 6: Marinella – Licata, 19.03.2026

Distanz: 54 km, Total 357 km

Route auf Komoot

Gestern gönnten wir uns also einen Ruhetag in Marinella. Ein kleiner Ort mit schönem Sandstrand, aber eigentlich ist hier sonst nicht viel los. Es liegt etwa 8 km vom „Tal der Tempel“ von Agrigento entfernt. Und da Agrigento hoch oben auf einem Hügel thront, haben wir uns hier am Strand eine Unterkunft gesucht. Vorgestern waren wir nach der anstrengenden Etappe sehr froh nicht mehr bis Agrigento fahren zu müssen.

Wir übernachteten im „L Albergo“. Diese Haus nennt sich B&B und Ristorante / Pizzeria. Es vermietet ein paar Zimmer und wird vom sehr liebenswürdigen und hilfsbereiten Gerlando geführt.

Ein toller Ort um sich zu erholen.

Er und sein Team haben den Aufenthalt hier ganz besonders gemacht. Das gute Restaurant gleich neben der Zimmertür genossen wir an beiden Abenden. Wer hier vorbeikommt und einen Schlafplatz sucht, dem können wir diese Ort wirklich empfehlen.

Gerlando hat uns sogar ins „Tal der Tempel“ gefahren und dort wieder abgeholt.

Hier ein paar Bilder aus dem Tal der Tempel
Auch einen schönen Pflanzengarteten gibt es hier.

Auf dieser Autofahrt konnten wir gleich feststellen, dass die geplante Route für uns nicht in Frage kam, da diese gleich nach dem Nachbarort Porto Empedocle durch einen Tunnel und gleichzeitig bergauf führte. So konnten wir gestern noch umplanen und entschieden uns heute lieber ein paar Kilometer auf der stärker befahrenen SS115 zu radeln.

Nicht unsere Lieblingsstrasse

Die Steigung war moderat und der Verkehr soweit auch, aber Barbara war doch etwas angespannt, denn der Verkehr rauscht doch ganz schön schnell an einem vorbei.

Wir waren beide froh, als wir nach ein paar Kilometer diese Strasse verlassen und wieder auf kleinen Nebenstrassen unterwegs sein konnten.

Definitiv keine Hauptstrasse
Schöner Küstenabschnitt

Doch leider gab es bald wieder für ein paar Kilometer keine Alternative zur SS115. Dazu führte sie in diesem Bereich auch noch durch ein Tunnel. Da musste ich nochmals ganz genau die Karte auf Komoot und das Satelitenbild anschauen. Siehe da, wenn wir die Räder über die Leitplanken hieften und etwas einem verwachsenen Trampelpfad folgten, würden wir auf eine alte Nebenstrasse kommen. Für uns war klar, das machen wir!

Gepäck und Fahrräder über die Leitplanke…
… und noch etwas bis zur Strasse schieben.

Der Plan ging auf und wir waren bald alleine auf einer etwas desolaten, aber verkehrsfreien Strasse, oder was davon übrig war.

Hier waren Steuerkünste gefragt
Gut gemacht

So brachten wir in Ruhe einige Höhenmeter hinter uns und waren froh, von der Hauptstrasse nur ab und zu den Lärm zu vernehmen.

Im Gebiet um Palma die Montechiara mussten wir dann nochmals für etwa 7 Kilometer auf die Hauptstrasse, da es aber bergab ging, war es viel entspannter.

Die letzten 20 Kilometer führten uns dann durch das „Plastikland“. Treibhäuser soweit das Auge reichte.

Alles unter Plastik.

Es macht schon nachdenklich, vor allem wenn man sieht, wie hier mit Abfall im Allgemeinen und Plastik im besonderen umgegangen wird. Meist wir Abfall einfach am Strassenrand entsorgt. Ob ganze Müllsäcke, Kochherd, WC-Schüsseln und natürlich überall PET-Flaschen, einfach alles liegt am Strassenrand.

Leider kein seltener Anblick

Auch bei diesen grossen Treibhausanlagen sehen wir immer wieder Berge von altem Plastik, der vor sich hin rottet und vom Wind weggeweht wird. Dies ist leider die unschöne Seite Siziliens.

Heute kamen wir um einiges entspannter am Zielort an, auch wenn es gegenüber vorgestern nur zwei Kilometer und 80 Höhenmeter weniger waren. Was gutes Wetter und keine Hunde doch für einen Unterschied ausmachen. Zudem waren die Anstiege moderater.

Selbst wenn mal geschoben werden musste, bei gutem Wetter ist vieles einfacher.

Also, wieder ein Radler Tag zum geniessen.

Mit einem Bummel durch die kleinen Gassen in Licata liessen wir den Tag ausklingen. So könnte es weiter gehen.

Hinter dem schön bemalten Tor rechts, können unsere Räder sicher übernachten.
Gute Nacht.

Etappe 5: Sciacca – Marinella 17.03.2026

Distanz: 57 km, Total 303 km

Route auf Komoot

Die heutige Etappe ist ein Paradebeispiel dafür, dass Zahlen nicht immer die ganze Wahrheit sagen. Distanz 57 km tönt nach einer kurzen Fahrt. Ok, 640 Höhenmeter mit Gepäck sind nicht ganz ohne, aber da haben wir auch schon mehr gemacht. Ja, wir sind wieder etwas älter geworden und im Frühjahr lässt die Fahrradfitness noch etwas zu wünschen übrig. Aber das wir diesen Tag so anstrengend empfinden, hätten wir am Morgen beim Start nicht gedacht.

Am Start mussten wir wie immer etwas navigieren um die beste Ausfahrt aus der Stadt zu erwischen. Hier auf Sizilien kommt jeweils eine zusätzliche Dimension dazu. Da auch Sciacca an einem Hügel gebaut ist und die Strassen teilweise recht steil sind, gilt es nicht nur die vielen Einbahnstrassen perfekt zu kombinieren, sondern dabei auch nicht dauernd rauf und runter zu fahren.

So breit und verkehrsarm war es leider meist nicht.

In diesen Ortschaften gibt es oft starken Verkehr und die Strassen sind eng. Kein Vergnügen mit bepackten Tourenrädern. 

Auf der Karte gibt es mit der SS115 eine direkte und nicht sehr hügelige Verbindung zwischen Sciacca und dem heutigen Ziel. Dumm nur, dass diese Strassen die einzige Transitachse entlang der Südküste ist. Entsprechend dicht ist der Verkehr und auch viele Lastwagen sind da unterwegs. So habe ich eine Route geplant, die diese Strasse wo immer möglich meidet. Das bedeutete aber, mehr Hügel und somit ein ständiges Auf und Ab. Zudem führen die Nebenstrassen durch spärlich besiedeltes Gebiet, was in der Regel bedeutet, dass bei den verstreuten Häusern Wachhunde ihren Dienst verrichten. Nicht das was wir suchen.

Im Hintergrund die SS115, die es zu meiden galt.
Am Anfang tolle Ausblicke

Gleich hinter Sciacca fuhren wir paar Kilometern auf einer ruhigen Nebenstrasse der Küste entlang, bevor es zur SS115 für vier Kilometer keine Alternative gab. Dieser Abschnitt war „Radtourenfahren zum abgewöhnen“. Ununterbrochen rauschten die Autos und Lastwagen an uns vorbei. Dazu immer wieder ein Hupen das nervte, auch wenn es ab und zu auch als aufmunternder Gruss gedacht war.

Nicht übermässig viel Platz zwischen Leitplanke und Autos.

Wir waren froh diese Strasse bald wieder verlassen zu können, auch wenn es bedeutete, dass nun ein längerer Anstieg nach Ribera erklommen werden musste.

Unser Höhenprofil heute.

Nach Ribera genossen wir dann eine längere Abfahrt und waren bald auf sehr schönen, verkehrsarmen Strassen unterwegs.

Start zur Abfahrt
Im Talboden zeugte ein gut gefüllter Fluss vom Regen der letzten Tage
Und dann wieder den nächsten Hügel hoch.

Eine grosse Schafherde zog oberhalb der Strasse vorbei, ein fast biblisches Bild. Warum es davon kein Foto gibt? Die beiden Herdenschutzhunde hatten etwas dagegen und gaben uns klar zu verstehen, „Fahrt weiter“!

In eier kleinen Ortschaft waren die Mandarinenbäume voll behangen. Die Früchte sind sehr saftig, aber auch sauer und erinnern eher an eine Zitrone.

Wie schon auf den letzten Etappen gab es auch heute wieder „Aprilwetter“ mit Sonnenschein und dunkle Wolken. Und diese machten sich auch heute bemerkbar.

Aprilwetter in Vollendung

Die Wolken öffneten immer wieder ihre Schleusen, aber nur um kurz darauf wieder aufzuhören. Das Ganze während wir einen „Minihügel“ nach den anderen zu bezwingen hatten. Zwanzig Höhenmeter hinunter und gleich wieder steil hinauf.

Wenn es nur nicht so anstrengend wäre.
Immer wieder parallel zur SS115

Ab und zu war auch heute wieder Schieben angesagt. Das ganze in Regenjacken macht nicht wirklich Spass.

Dazu nahm das Bellen der Wachhunde zu und mehr als einmal, setzten die Hunde zu einem „Wettlauf“ mit und an. Zum Glück meist wenn es bergab ging. Ein lautes „STOP“ wirkt in der Regel gut und die Hunde bleiben  stehen. Leider gab es heute auch solche, die das nicht interessierte. Das ist der Nachteil, wenn die Strassen durch sehr dünn besiedeltes Gebiet führt.

Hunde, Hügel und Anstrengung sowie immer wieder kurze Regenschauer setzten uns zu und wir waren froh, als wir wieder an der Küste ankamen.

Ein besonderes Panorama

Endlich war der letzte Hügel geschafft und wir radelten die letzten Meter dem Meer entlang. Kurz vor dem Ziel stoppten wir um einen Blick auf die „türkischen Treppen“, eine Klippenformation, zu werfen.

„Türkische Treppen“
Ein versöhnlich Abschluss

Müde erreichten wir dann unsere Unterkunft, in der wir zwei Nächte bleiben. Morgen ist ein Ruhetag, wo wir einen Besuch im „Tal der Tempel“ bei Agrigento vorgesehen haben. Es gibt also eine Blogpause.

Etappe 4: Mazara del Vallo – Sciacca, 16.03.2026

Distanz 66 km, Total 246 km

Route auf Kommot

Das wir gestern einen Ruhetag in Trapani einlegten, war eine kluge Entscheidung. Es regnete wirklich den ganzen Sonntag durchgehend. Mal mehr, mal weniger, aber es hörte nicht wirklich auf. Der junge Mann an der Rezeption versicherte uns, dass dies sehr aussergewöhnlich sei. Normalerweise würde der Regen nach 2 – 3 Stunden jeweils aufhören. Wir hätten gerne darauf verzichtet, Zeugen eines aussergewöhnlichen Wetterphänomens zu sein. Unser Ausflug nach Erice fiel damit buchstäblich ins Wasser und wir verbrachten die meiste Zeit mit Lesen in der Loby des Hotels. Da es Sonntag war, verkehrte ein Zug um 9.10 Uhr und der nächste um 15.20 Uhr. Da auch das Wetter in Mazara del Vallo schlecht war und wir erst ab 15 Uhr in die Unterkunft konnten entschieden wir uns für den späteren Zug.

Am Abend blieb dann noch etwas Zeit für einen kurzen Bummel durch die schöne Altstadt. Ein feines Abendessen gab es auch. 

Ein paar Bilder von gestern Abend.
Zum Abschluss eine feine Gelatti.

So waren wir heute bereit für die nächste Etappe. Wie hier oft praktiziert, bekamen wir vom B&B einen „Frühstücksgutschein“ für die Bar um die Ecke. Der reicht dann für ein typisch italienisches Morgenessen: Ein Kaffee und eine feiner, gefüllter Brioche. Die Jungs an der Bar musterten unsere Fahrräder, die wir voll bepackt vor der Bar parkiert hatten und es entbrannte eine rege Diskussion, wie diese Gefährte wohl gefahren werden. Ich zeigte ihnen ein Foto von Barbara auf dem Rad und das Rätsel war gelöst.

Die Sonne kämpfte einen heroischen Kampf gegen die Wolken und als wir losfuhren, wähnten wir „Sonnenkinder“ uns auf der Siegerseite.

Toller Start heute Morgen

So radelten wir entspannt dem Strand entlang und freuten uns auf eine schöne Etappe. Wir genossen den Blick auf die Küstenline und beobachteten die Brandung, die da und dort grosse Gischtfontänen gegen den Himmel schleuderte. Auch hier waren die Schäden an den Strassen und Uferverbauungen gut zu sehen, welche die heftigen Winterstürme verursacht hatten.

Tolle Aussicht

Bald verliessen wir die Küste und die Route führte uns durch eine sanfte, von Landwirtschaft geprägte Hügellandschaft.

Die Strassen waren heute sehr verkehrsarm.

Ab und zu fuhren wir durch kleinere Orte und stellten fest, so zwei Liegeradler bringen Abwechslung in einen wohl eher eintönigen Alltag.

Wegen den vielen Einbahnstrassen geht es meist nur im Zickzack durch die Ortschaften.
Immerhin lernt man so auch unbekannte Ecken kennen.

Auf dem Parkplatz eines Lebensmittelgeschäfts, wo wir uns etwas Wasser und zu Essen besorgten, wurde ich von zwei älteren Männern gebeten ihnen doch zu zeigen, wie man mit so etwas fährt. Natürlich erfüllte ich ihnen den Wunsch und die zwei konnten zu Hause etwas erzählen. 

Wegen einer Baustelle gab es mal eine abenteuerliche Umleitung

Wir kamen besser voran als erwartet, beobachteten aber auch mit zunehmendem Bangen den Himmel.

Da braut sich was zusammen.
Dank der Niederschläge dafür viele Blüten

Die Sonne schien den Kampf heute gegen die dunklen Regenwolken doch zu verlieren. Dazu frischte der Wind immer mehr auf. Zum Glück blies er meist von der Seite und nicht direkt ins Gesicht. So oder so wurde es zunehmend anstrengender. Die Hügel wurden steiler und der Wind nahm zu.   

Dann begann es zu Regnen. Immer wieder kurze Schauer, mal mehr oder weniger kräftig und nur ein paar Minuten. Da fragt man sich ob sich lohnt, die Regenkleider anzuziehen, oder ob es bald wieder aufhört.

Immer wieder rauf und runter
So eine Brücke hätte uns einige Höhenmeter erspart.
Bei 10% war Schieben angesagt.

Am Schluss zogen wir es ohne Regenklamotten durch und waren froh, gerade noch rechtzeitig in der Unterkunft angekommen zu sein.

Fazit der Tour: Die Route über Land war sehr angenehm und verkehrsarm und wir genossen die Fahrt über Land. Am Schluss waren die letzten paar Kilometer in Sciacca wieder sehr anstrengend, da der Ort an einem Hügel lieg. So waren die letzten 3 Kilometer wieder sehr anstrengend die steilen und verkehrsreichen  Strassen gaben uns den Rest.

Jetzt heisst es sich wieder gut aufwärmen,  erholen und Morgen geht es Richtung Agrigento.

Etappe 3: Trapani – Mazara del Vallo, 14.03.2026

Distanz 64 km, Total 180 km

Route auf Komoot

Heute erlebten wir eine Premiere. Wir sind die für Morgen geplante Etappe schon heute gefahren und mit dem Zug wieder nach Trapani zurückgekehrt. Die Gründe liegen beim Wetterbericht, wie ich gestern im Blog ausführlich erklärt habe.

So genossen wir heute eine wunderschöne Fahrt entlang der Westküste. Da das alles auch noch ohne Gepäck gefahren werden konnte, machte es diese Tour am Samstag zu einer richtigen „Sonntagsfahrt“.

Wir fuhren auf ruhigen Strassen aus Trapani.

Perfekte Nebenstrassen

Dann war ein kurzes Stück Hauptstrasse unumgänglich aber schon bald konnten wir rechts abbiegen und es wurde wieder ruhiger.

Dieser Radweg neben der Hauptstrasse hätte wohl mal einen „Grünschnitt“ nötig.

Die Gegend hier ist für ihre Salinen bekannt. Wir konnten die Absetzbecken und auch die Salzhügel gut von der Strasse aus sehen und genossen die Fahrt entlang dieser besonderen Landschaft.

Wo es Salinen gibt, ist es in der Regel auch immer flach. Heute waren also kaum Höhenmeter zu machen. Wirklich erholsam.

Schöne Fenchelstauden in der Blüte sehen wir immer wieder entlang der Strassen.

Immer wieder gab es Radwege, die wir für mehrere Kilometer nutzen konnten. Vor allem um Marsala gab es sie fast durchgehend.

Einfach perfekt

Nördlich von Marsala ist das offensichtliche Zentrum für den „Salinentourismus“. Es gab ein Besucherzentrum wo Bootsausflüge in die Salinen angeboten wurden. Noch hielt sich der Besucheransturm in Grenzen aber wer das mal besuchen will, ist wohl gut bedient die Hauptsaison zu meiden.

Salinen nördlich von Marsala
Besucherzentrum

In Marsala machen wir einen kurzen Lunchstop. Anschliessend fuhren wir weiter, immer direkt dem Meer entlang.

Strandpromenade in Marsala

Die Sonne hatte in der Zwischenzeit die meisten Wolken aufgelöst und es fühlte sich fast schon etwas wie eine Sommertour an. Auf jeden Fall waren nach der Mittagspause kurze Ärmel angesagt! So gefällt mir das.

Der Ort Petrosino erinnerte mich an eine kleine Siedlung irgendwo in Texas. Links und rechts der schnurgeraden Strasse Strasse standen einige kleine einstöckige Gebäude. Es war kaum jemand auf der Strasse zu sehen. Barbara fragte:“Haben die hier noch Corona?“ Wir hoffen nicht.

Deep in the heart of Texas?

In der Gegend wird viel Wein angebaut, aber auch sonst werden die Felder unterschiedlich landwirtschaftlich genutzt.

Ab und zu wird mit grossen Windrädern auch Strom geerntet.

Auf der ganzen Tour konnten wir entlang der Küste auch immer wieder sehen, welche Schäden die Winterstürme hier verursacht hatten. Viele Strandlokale wurden beschädigt, überall Berge von angeschwemmten Seegras und Sand der weit über die Küstenstrasse in die Wohngegenden geweht wurde.

Schilder warnten vor Seegras auf der Fahrbahn. Zum Glück war es schon weggeräumt.
Sand bis in die Vorgärten auf der anderen Strassenseite.

Es gibt noch viel Arbeit, bis wieder alles in Stand gestellt ist.

Kurz nach 15.30 Uhr erreichten wir das Etappenziel, den Bahnhof von Mazara del Vallo.

Ankunft in Mazaro del Vallo

Der Zug zurück nach Trapani fuhr pünktlich ein und unsere Räder hatten problemlos Platz im fast leeren Zug.

Gut verstaut
Eigenwillige Innenraumgestaltung im Zug.

Schon 60 Minuten später waren wir wieder in der Unterkunft, wo die Wäsche am offenen Fenster in der Zwischenzeit gut getrocknet war. Somit sind wir für die nächten Tage wieder gut mit Ersatz Kleidern ausgerüstet.

Alles Trocken! Ein Hotelzimmer mit Wäscheständer. Genau was wir brauchten.

Morgen werden wir es ruhig angehen. Ausschlafen, wenn das Wetter nicht zu garstig ist vielleicht noch in’s Bergdorf Erice. Auf jeden Fall dürfen wir Morgen den Zug um 15.20h nicht verpassen. Da Morgen Sonntag ist, gibt es ganze vier Verbindungen nach Mazara del Vallo. Es wird schon klappen.

Morgen gibt es also Blogpause. Bis am Montag.

Etappe 2: Castellammare del Golfo – Trapani 13.03.2026

Distanz 40 km, Total 116km

Route auf Komoot

Zum Glück war die heutige Etappe einiges kürzer als Gestern, den heute war Regen angesagt und dazu mussten wieder einige Höhenmeter erklommen werden. Dies ist in Regenkleidung bekanntlich besonders unangenehm. Irgendwie scheint das bei mir mit der „Atmungsaktivität“ der Regenjacke nicht so richtig zu funktionieren.

Wir machten uns als frühzeitig auf den Weg und waren bereits kurz nach 8 Uhr unterwegs. Zuerst einmal mussten wir die Räder ein paar steile und schmale Strassen hochschieben, bevor wir die Transitstrasse erreichten.

Heute war erst mal schieben angesagt
Kirche oberhalb von Castellammare

Castellammare ist um eine Bucht herum in steile Hügel gebaut, weshalb auch alle Strassen sehr steil und zum Teil auch extrem eng sind. Definitiv kein idealer Platz zum Radeln.

Blick von der Hauptstrasse nach Castellammare del Golfo

Da wir gestern auf der Hauptstrasse recht gute Erfahrungen mit den überholenden Autos gemacht hatten, beschlossen wir, die Etappe nach Trapani heute durchgehend auf der Hauptstrasse zu fahren. Es gibt hierzu auch wenig Alternativen und wenn, sind diese Strassen oft noch steiler und machen zu Teil grössere Umwege.

Schon über Castellammare zogen die ersten dunklen Wolken auf.

Die Etappe ist rasch erzählt. Heute ging es nicht der Küste entlang, sonder wir fuhren „über Land“. Ein Hügel hochstrampeln und dann die gewonnene Höhe mit einer rasanten Abfahrt gleich wieder vernichten, nur um nach der nächsten Kurve wieder einen Hügel hoch zu strampeln.

Immer wieder bergauf. Das geht in die Beine.

Zum Glück war der Verkehr bis kurz vor Schluss recht mässig.

Gerade in den Galerien waren wir froh um den mässigen Verkehr.

Damit uns nicht langweilig wurde, gab es immer wieder Regenschauer, wobei wir uns jeweils überlegten ob es sich lohnt, die Regenkleider anzuziehen.

Sonnenschein und dunkle Wolken. Dieses Bild ist der Wetterbericht des Tages.

Aber meist war es nach wenigen Minuten wieder vorbei und wenn die Sonne mal kurze hinter einer der vielen, dicken Wolken hervorlugte, wurde es rasch warm.

Es blüht schon kräftig am Wegesrand.

Wir kamen gut voran und waren zuversichtlich es ohne grossen Regen bis Trapani zu schaffen.

Wir hätten uns gewünscht, dass diese Anlage heute mehr Strom produziert hätte.
Der Schafherde war das Wetter egal.

Das sollte jedoch ein Wunsch bleiben. Kurz nach einer Kaffeepause, etwa 15 Kilometer vor dem Ziel, begann es kräftig zu schütten und dieser Regen begleitete und bis zur Unterkunft.

Nun war es Zeit für die Regenausrüstung.

So wurde die Einfahrt in Trapani und der Weg zum Hotel doch noch ganz anspruchsvoll. In der Zwischenzeit hatte der Verkehr parallel zum Regen zugenommen und langsam kroch die Kälte in unsere Körper. In diesem Wirrwar von Strassen und Autos war es bei starkem Regen recht anspruchsvoll, den Überblick zu behalten.  

Wir waren froh dann endlich in der Unterkunft angekommen zu sein und die warme Dusche brachte die Energie wieder zurück.

Dann gings noch ans Wäsche waschen, denn wir haben geplant, hier zwei Nächte zu bleiben. Dann können die Kleider gut trocknen.

Anschliessend noch der Bummel durch Trapani, verbunden mit den Überlegungen  wie wir die nächste zwei Tage gestalten.

Richtung Altstadt von Trapani
Alles bereit für die Gäste.
Vor dieser Kirche wurde offensichtlich ein lokaler Brauch gefeiert. Eine Musikkapelle spielte auf und es waren viele Menschen auf der Gasse.

Eigentlich wollten wir Morgen das Bergdorf Erice besuchen, dass 750m ü Meer liegt und von hier aus mit einer Seilbahn erreicht werden kann.

Für Morgen ist gutes Wetter angesagt, am Sonntag, unserem nächsten Fahrtag, soll es aber den ganzen Tag teilweise stark regnen.

Somit machen wir eine spontane Planänderung. Wir fahren Morgen bei gutem Wetter die nächste Etappe. Da wir aber die Zimmer für die nächsten drei Nächte schon bezahlt und fix gebucht haben, fahren wir Morgen Nachmittag wieder mit dem Zug hierher zurück. Dann machen wir am Sonntag, bei Regen, unseren Ruhetag und evtl. den Ausflug nach Erice. Am Nachmittag reisen wir dann mit dem Zug zum bereits am Vortag  „erradelten“ Etappenziel Mazara del Vallo.

Bei dem Wetter müssen wir flexibel bleiben 😉

Anreise Zürich Palermo 10./11.03.2026

Es ist mal wieder soweit. Die Sonne wärmt am Tag wieder mehr als im kalten Winter und wenn der Frühling seine ersten Verboten im Garten spriessen lässt ist das ein untrügliches Zeichen, das es Zeit wird die Fahrräder wieder startklar zu machen. In den letzten Tagen haben wir also unsere Lieger wieder aus dem Winterschlaf geweckt und für eine neue Reise vorbereitet.

Die Anreise im Eurocity Zürich – Mailand verlief wie geplant und dank reservierter Veloplätze, erübrigte sich auch das Einpacken der Lieger. In Mailand hatte ich Hunger und noch Zeit um Proviant einzukaufen. Immerhin dauert die Fahrt bis Palermo sagenhafte 21 Stunden. Da es ausser auf der Fähre zwischen Villa S. Giovanni und Messina keine Möglichkeit gibt etwas zu kaufen, ist ein guter Vorrat für ein positives Reiseerlebniss von essentieller Bedeutung.

Vor einem Spiegel fotografiert. Also nur halb soviel wie ihr vermutet, aber wir sind gewappnet.
Die Lieger für einmal nicht gefaltet. Nur den Sitz entfernen und sie passen auch so in’s Abteil.

Nun sitzen wir, nach einer für Schlafwagenverhältnise recht ruhigen Nacht, in unseren Schlafwagenabteilen und fahren der Küste Kalabriens entlang. Dieser erste Blick am Morgen aus dem Zug ist für mich, auch nach so vielen Nachtreisen, noch immer ein besonderes Erlebniss.

Gestern Abend sind wir um 20 Uhr im noch regnerischen Mailand losgefahren und heute Morgen begrüsste uns ein blauer Himmel.

Die Landschaft ist in ein schönes, pastellfarbenes Licht getaucht und immer wieder öffnet sich ein Blick auf’s Meer. Noch sind die Strände leer, da die Wassertemperatur zurzeit nicht zum Baden einlädt, aber das ist für uns ja auch nicht der Grund der Reise.

Flüchtige Ausblicke entlang der Küste Kalabriens

Die Fahrt verläuft ziemlich nach Fahrplan, was auch bedeutet, am einen oder anderen Bahnhof etwas länger stehen zu bleiben. Meist gibt es dabei etwas zu beobachten.

Hier wird auch eine Perrondachsanierung zu einer „Grossbaustelle“.

Wie immer ist das Verladen des Zugs bei Villa San Giovanni auf die Fähre ein Erlebnis.

Sogar die Lok wird nach Messina übergesetzt.

Übrigens war die Bar auf der Fähre heute geschlossen. Normalerweise einer der wenigen Orte, wo man sich auf dieser Fahrt verpflegen kann. Gut hatten wir genügend Esswaren und Wasser dabei.

Entlang der Nordküste geht es anschliessend nur noch schleppend vorwärts. Irgendwie müssen die 3.5 Stunden ja verstreichen,  die der Zug für die nur 250km lange Strecke braucht.

Immer wieder schöne Ausblicke aus dem Zugfenster kurz vor Palermo

Trotz zwischenzeitlicher Verspätung fährt der Zug um 16.59 Uhr pünktlich in Palermo ein. 26 Stunden zuvor sind wir im Bahnhof „Winterhur Grüze“ gestartet, zweimal umgestiegen und nun endlich hier. Wir hoffen, dass wir für die lange Anreise mit gutem Radlerwetter belohnt werden.

Alles ausgeladen. Sitze montieren und los zur Unterkunft.

Nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt haben wir ein einfaches, aber zweckmässiges Hotelzimmer gebucht, dass in einem alten Pallazzo eingerichtet ist.

In diesem alten Palazzo haben wir Zimmer gebucht. Zum Glück sind diese in der Zwischenzeit renoviert worden.
Die Räder und Gepäck müssen noch diese Treppe hoch, denn die Rezeption ist im 2. Stock

Nach einer erfrischenden Dusche geht es noch raus zum Abendessen, den Morgen brauchen wir ja etwas Energie. Wir tauchen ein in Gassen, die uns zumindest in gewissen Abschnitten dem Geruch nach eher an Nordafrika als an Italien erinnern.

Unterwegs im abendlichen Palermo

Morgen startet dann unsere Tour in neun Etappen der West- und Südküste entlang nach Pozzallo. Dort werden wir die Pferdchen für ein paar Tage einstellen und für sechs Tage mit der Fähre nach Malta übersetzen.

Zum Abschluss geht es dann von Pozzallo in zwei weiteren Etappen nach Sirracusa, von wo aus wir wieder im direkten Schlafwagen zurück nach Mailand reisen.

Wir sind gespannt was diese Reise für schöne, überraschende, aber sicher auch mühsame, anstrengende Erlebnisse bereit hält.

Let’s go! 😀