Distanz: 54 km, Total 357 km
Gestern gönnten wir uns also einen Ruhetag in Marinella. Ein kleiner Ort mit schönem Sandstrand, aber eigentlich ist hier sonst nicht viel los. Es liegt etwa 8 km vom „Tal der Tempel“ von Agrigento entfernt. Und da Agrigento hoch oben auf einem Hügel thront, haben wir uns hier am Strand eine Unterkunft gesucht. Vorgestern waren wir nach der anstrengenden Etappe sehr froh nicht mehr bis Agrigento fahren zu müssen.
Wir übernachteten im „L Albergo“. Diese Haus nennt sich B&B und Ristorante / Pizzeria. Es vermietet ein paar Zimmer und wird vom sehr liebenswürdigen und hilfsbereiten Gerlando geführt.

Er und sein Team haben den Aufenthalt hier ganz besonders gemacht. Das gute Restaurant gleich neben der Zimmertür genossen wir an beiden Abenden. Wer hier vorbeikommt und einen Schlafplatz sucht, dem können wir diese Ort wirklich empfehlen.
Gerlando hat uns sogar ins „Tal der Tempel“ gefahren und dort wieder abgeholt.



Auf dieser Autofahrt konnten wir gleich feststellen, dass die geplante Route für uns nicht in Frage kam, da diese gleich nach dem Nachbarort Porto Empedocle durch einen Tunnel und gleichzeitig bergauf führte. So konnten wir gestern noch umplanen und entschieden uns heute lieber ein paar Kilometer auf der stärker befahrenen SS115 zu radeln.

Die Steigung war moderat und der Verkehr soweit auch, aber Barbara war doch etwas angespannt, denn der Verkehr rauscht doch ganz schön schnell an einem vorbei.
Wir waren beide froh, als wir nach ein paar Kilometer diese Strasse verlassen und wieder auf kleinen Nebenstrassen unterwegs sein konnten.


Doch leider gab es bald wieder für ein paar Kilometer keine Alternative zur SS115. Dazu führte sie in diesem Bereich auch noch durch ein Tunnel. Da musste ich nochmals ganz genau die Karte auf Komoot und das Satelitenbild anschauen. Siehe da, wenn wir die Räder über die Leitplanken hieften und etwas einem verwachsenen Trampelpfad folgten, würden wir auf eine alte Nebenstrasse kommen. Für uns war klar, das machen wir!


Der Plan ging auf und wir waren bald alleine auf einer etwas desolaten, aber verkehrsfreien Strasse, oder was davon übrig war.


So brachten wir in Ruhe einige Höhenmeter hinter uns und waren froh, von der Hauptstrasse nur ab und zu den Lärm zu vernehmen.
Im Gebiet um Palma die Montechiara mussten wir dann nochmals für etwa 7 Kilometer auf die Hauptstrasse, da es aber bergab ging, war es viel entspannter.
Die letzten 20 Kilometer führten uns dann durch das „Plastikland“. Treibhäuser soweit das Auge reichte.



Es macht schon nachdenklich, vor allem wenn man sieht, wie hier mit Abfall im Allgemeinen und Plastik im besonderen umgegangen wird. Meist wir Abfall einfach am Strassenrand entsorgt. Ob ganze Müllsäcke, Kochherd, WC-Schüsseln und natürlich überall PET-Flaschen, einfach alles liegt am Strassenrand.

Auch bei diesen grossen Treibhausanlagen sehen wir immer wieder Berge von altem Plastik, der vor sich hin rottet und vom Wind weggeweht wird. Dies ist leider die unschöne Seite Siziliens.
Heute kamen wir um einiges entspannter am Zielort an, auch wenn es gegenüber vorgestern nur zwei Kilometer und 80 Höhenmeter weniger waren. Was gutes Wetter und keine Hunde doch für einen Unterschied ausmachen. Zudem waren die Anstiege moderater.

Also, wieder ein Radler Tag zum geniessen.
Mit einem Bummel durch die kleinen Gassen in Licata liessen wir den Tag ausklingen. So könnte es weiter gehen.


