Etappe 5: Sciacca – Marinella 17.03.2026

Distanz: 57 km, Total 303 km

Route auf Komoot

Die heutige Etappe ist ein Paradebeispiel dafür, dass Zahlen nicht immer die ganze Wahrheit sagen. Distanz 57 km tönt nach einer kurzen Fahrt. Ok, 640 Höhenmeter mit Gepäck sind nicht ganz ohne, aber da haben wir auch schon mehr gemacht. Ja, wir sind wieder etwas älter geworden und im Frühjahr lässt die Fahrradfitness noch etwas zu wünschen übrig. Aber das wir diesen Tag so anstrengend empfinden, hätten wir am Morgen beim Start nicht gedacht.

Am Start mussten wir wie immer etwas navigieren um die beste Ausfahrt aus der Stadt zu erwischen. Hier auf Sizilien kommt jeweils eine zusätzliche Dimension dazu. Da auch Sciacca an einem Hügel gebaut ist und die Strassen teilweise recht steil sind, gilt es nicht nur die vielen Einbahnstrassen perfekt zu kombinieren, sondern dabei auch nicht dauernd rauf und runter zu fahren.

So breit und verkehrsarm war es leider meist nicht.

In diesen Ortschaften gibt es oft starken Verkehr und die Strassen sind eng. Kein Vergnügen mit bepackten Tourenrädern. 

Auf der Karte gibt es mit der SS115 eine direkte und nicht sehr hügelige Verbindung zwischen Sciacca und dem heutigen Ziel. Dumm nur, dass diese Strassen die einzige Transitachse entlang der Südküste ist. Entsprechend dicht ist der Verkehr und auch viele Lastwagen sind da unterwegs. So habe ich eine Route geplant, die diese Strasse wo immer möglich meidet. Das bedeutete aber, mehr Hügel und somit ein ständiges Auf und Ab. Zudem führen die Nebenstrassen durch spärlich besiedeltes Gebiet, was in der Regel bedeutet, dass bei den verstreuten Häusern Wachhunde ihren Dienst verrichten. Nicht das was wir suchen.

Im Hintergrund die SS115, die es zu meiden galt.
Am Anfang tolle Ausblicke

Gleich hinter Sciacca fuhren wir paar Kilometern auf einer ruhigen Nebenstrasse der Küste entlang, bevor es zur SS115 für vier Kilometer keine Alternative gab. Dieser Abschnitt war „Radtourenfahren zum abgewöhnen“. Ununterbrochen rauschten die Autos und Lastwagen an uns vorbei. Dazu immer wieder ein Hupen das nervte, auch wenn es ab und zu auch als aufmunternder Gruss gedacht war.

Nicht übermässig viel Platz zwischen Leitplanke und Autos.

Wir waren froh diese Strasse bald wieder verlassen zu können, auch wenn es bedeutete, dass nun ein längerer Anstieg nach Ribera erklommen werden musste.

Unser Höhenprofil heute.

Nach Ribera genossen wir dann eine längere Abfahrt und waren bald auf sehr schönen, verkehrsarmen Strassen unterwegs.

Start zur Abfahrt
Im Talboden zeugte ein gut gefüllter Fluss vom Regen der letzten Tage
Und dann wieder den nächsten Hügel hoch.

Eine grosse Schafherde zog oberhalb der Strasse vorbei, ein fast biblisches Bild. Warum es davon kein Foto gibt? Die beiden Herdenschutzhunde hatten etwas dagegen und gaben uns klar zu verstehen, „Fahrt weiter“!

In eier kleinen Ortschaft waren die Mandarinenbäume voll behangen. Die Früchte sind sehr saftig, aber auch sauer und erinnern eher an eine Zitrone.

Wie schon auf den letzten Etappen gab es auch heute wieder „Aprilwetter“ mit Sonnenschein und dunkle Wolken. Und diese machten sich auch heute bemerkbar.

Aprilwetter in Vollendung

Die Wolken öffneten immer wieder ihre Schleusen, aber nur um kurz darauf wieder aufzuhören. Das Ganze während wir einen „Minihügel“ nach den anderen zu bezwingen hatten. Zwanzig Höhenmeter hinunter und gleich wieder steil hinauf.

Wenn es nur nicht so anstrengend wäre.
Immer wieder parallel zur SS115

Ab und zu war auch heute wieder Schieben angesagt. Das ganze in Regenjacken macht nicht wirklich Spass.

Dazu nahm das Bellen der Wachhunde zu und mehr als einmal, setzten die Hunde zu einem „Wettlauf“ mit und an. Zum Glück meist wenn es bergab ging. Ein lautes „STOP“ wirkt in der Regel gut und die Hunde bleiben  stehen. Leider gab es heute auch solche, die das nicht interessierte. Das ist der Nachteil, wenn die Strassen durch sehr dünn besiedeltes Gebiet führt.

Hunde, Hügel und Anstrengung sowie immer wieder kurze Regenschauer setzten uns zu und wir waren froh, als wir wieder an der Küste ankamen.

Ein besonderes Panorama

Endlich war der letzte Hügel geschafft und wir radelten die letzten Meter dem Meer entlang. Kurz vor dem Ziel stoppten wir um einen Blick auf die „türkischen Treppen“, eine Klippenformation, zu werden.

„Türkische Treppen“
Ein versöhnlich Abschluss

Müde erreichten wir dann unsere Unterkunft, in der wir zwei Nächte bleiben. Morgen ist ein Ruhetag, wo wir einen Besuch im „Tal der Tempel“ bei Agrigento vorgesehen haben. Es gibt also eine Blogpause.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..