Heute stand eine sehr flache Etappe auf dem Programm. Mangels guter Alternativen leider oft entlang von regionalen Verbindungsstrassen. Dabei haben wir mit 21.7 km/h immerhin die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit all unserer Touren erreicht. Offenbar werden wir mit dem Alter immer schneller 😉
Ausser für die mittlerweile etwas strapazierten Sitzknochen und verspannten Nackenmuskeln war der heutige Tag also keine grössere Herausforderung. Die Aufmerksamkeit galt heute weniger der eher eintönigen Landschaft als viel mehr dem Verkehr, den es auch im Rückspiegel zu beobachten galt, damit man auf knappe Überholmanöver schon mal vorbereitet war.

Die Geschwindigkeitstafeln haben hier ja bei den meisten Autofahrern keinen verbindlichen Charakter und ihr Auto schätzen sie, zumindest beim Überholvorgang, lieber mal etwas schmaler ein, so nach dem Motto: Wird schon passen.

Wir legten einen guten Start hin und hatten in einer Stunde, nach 22 km bereits den nächsten grösseren Ort, Zapponeta erreicht. Zeit um sich wieder mit kühlen Getränken auf den nächsten Abschnitt vorzubereiten. Der kleine Ort liegt etwas verlassen an der Küste und scheint vor allem von der Landwirtschaft zu leben.


Einige Toursistenvillaggio gibt es in der Gegend auch, aber sonst ist da nicht viel los.
Dann ging es 20 km über eine Dammstrasse, an der links das Meer und rechts grosse Salzsalinenteiche lagen.




Mittlerweile war es 11 Uhr geworden und schon ganz schön warm, denn wir waren heute etwas später gestartet. Also gab es nach weiteren 20 km in Margarita di Savoia die nächste Abkühlung in Form eines Granitta. Nie schmeckt dieses aromatisierte Eis besser als bei über 30 Grad.

Immer wieder waren wir auf viel befahrenen Strassen unterwegs, was sich zumindest positiv auf unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auswirkte.

Nach 50 km erreichten wir Barletta, wo es viel Verkehr und noch mehr parkierte Autos hatte. Alles ganz schön eng und quirlig. Der Ansturm auf die Sandstrände der Stadt war gross und überall überquerten Menschen mit Strand Utensilien die Strasse Richtung Meer.

Als wir diesen Abschnitt hinter uns hatten, konnten wir der heutigen Gastgeberin ankündigen, dass wir wie geplant um 13 Uhr am Ziel eintreffen würden. Sie war so nett und hat unsere Anfrage positiv beantwortet, als ich vor zwei Tagen um einen früheren Check-In gebeten habe. Normal wäre es erst um vier Uhr Nachmittags möglich, doch Alessandra bot an, wenn wir zwischen 12 – 13 Uhr ankommen würden, könnte sie vor Ort sein und uns herein lassen.
Zwei Kilometer vor dem Ziel meldete Barbara einen plötzlichen Plattfuss. Eine grosse Agraffe, wie sie für das zusammenzimmern von Einwegpaletten verwendet werden, hatte sich in ihr Hinterrad gebohrt und ein grosses Loch verursacht. Da half definitiv nur noch ein Schlauchwechsel. Um den Check-In nicht zu verpassen wartete Barbara im Schatten eines Gebäudes und ich fuhr zu unserer Unterkunft. Dort traf ich auf Alessandra die mir kurz alles erklärte und ich fuhr anschliessend wieder zurück zu Barbara.



Bald war der Schlauch gewechselt und als wir gerade wieder losfahren wollten fuhr ein netter älterer Herr vorbei und erkundigte sich, ob wir Hilfe brauchten. Wir verneinten aber bedankten uns für die nette Nachfrage. Immer wieder schön solche Gesten.
Nachdem wir dann endlich im Zimmer angekommen waren, war etwas ausruhen angesagt, bevor wir beim Hafen noch einen erfrischenden Schwumm im Meer genossen.


Bei der Hafeneinfahrt, etwa 200 Meter von unserem Standort entfernt, tummelte sich eine Gruppe Delfine, die den warmen Sommertag offensichtlich auch genossen.
Auf den ersten Blick scheint auch die Altstadt hier ganz hübsch zu sein. Das werden wir uns auf einem abendlichen Bummel noch etwas genauer ansehen.


Wir haben uns nicht getäuscht. Die Stadt ist wirklich ein Schmuckstück und einen nächsten Besuch wert.







Und Morgen geht es zu unserem nächsten und auf dieser Reise letzten Etappeziel nach Bari. Wir hoffen noch auf einen pannefreien Abschluss.
Lieber Fredy und liebe Barbara Da seid ihr doch schon fast wieder mit eurer Reise fertig…! Wenn ich richtig gelesen habe, ist Bari die letzte Station der diesjährigen Tour. Wow, ihr habt aber Gas gegeben; und das bei dieser Hitze… und dem högerigen Gelände. Hut ab! Auch bei uns ist’s heiss, aber doch nicht grad so wie bei euch. Heute haben wir uns ein bisschen in der kühlen Wohnung „verschanzt“, geputzt, gewerkelt und gefaulenzt. Wir waren Ende Juli im süddeutschen Raum unterwegs: Allgäu, schwäbische Alb und Schwarzwald. Da war es auch högerig, und wie! Aber die Temperaturen waren moderat und Regen gab’s nur in der Nacht. Wir hatten geradezu ideale Bedingungen und keine Panne; also eine weitere wunderschöne Reise mit den Liegern! Apropos Lieger: Wie gut, dass Barbara einen Ersatzsattel dabei hatte. Ihr werdet jetzt eure Sitzknochen, Handgelenke und Nacken wieder entlasten können. Euch noch einen schönen Abend in Bari und vielleicht bleibt ihr ja noch ein wenig länger? Und dann eine gute Heimreise! Herzliche Grüsse Stefanie und Manuel
Deine Beschreibungen eurer Reittage sind so unterhaltsam und fesselnd! Du nimmst uns definitiv mit!Wir mussten schmunzeln, als du beschrieben hast, wie ihr den Besitzer des reservierten Grundstücks angerufen hang, um einen Termin für den frühen Zugang zur Unterkunft zu vereinbaren, nur um dann ein kleines Desaster zu erleben, das euch daran hinderte, pünktlich anzukommen. Das ist schon bei uns mehrmals passiert, also konnten wir uns wirklich damit identifizieren. Ihr habt die Situation souverän gemeistert und sie in einen Erfolg verwandelt – was uns nicht überräscht!
Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer!