Heute stand die Königsetappe auf dem Programm. 70 km mit gut 1170 hM. Das ist mit vollbepackten Rädern ohne Elektromotor und mit bald 63 Jahren eine ganz tolle Leistung. Bravo Barbara, einmal mehr hast du das super gemacht!!!

Es war eine wunderschöne, aber eben auch sehr anstrengende Etappe. Sie verlief meist auf ruhigen Nebenstrassen und zum Glück oft im schattigen Wald des Forresta Umbra. Gleich am Ortseingang von Vieste Bogen wir rechts ab und schon da lies der Verkehr merklich nach. Es ging durch wunderschöne Olivenhaine mit zum Teil sehr alten Bäumen.

Die Strasse schlängelte sich kontinuierlich aber mit gut fahrbaren Steigungsprozenten nach oben. Wir legten immer wieder eine Trinkpause ein, denn wir wussten, die ersten 30 km ging es gnadenlos bergauf.


In solchen Situationen heisst es sich auf’s Wesentliche zu konzentrieren und einfach eine gute Trittfrequenz zu finden.


„No country for old man“
Kurz bevor wir den höchsten Punkt erreicht hatten, ging es nochmals wirklich steil hoch.

Es wird wohl über 20% gewesen sein, denn schon das Schieben klappte in den steilsten Passagen kaum, da die Schuhe keinen Halt fanden.
Irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft und die anschliessende Abfahrt hinunter nach Mattinata genossen.



In Mattinata kamen wir gerade rechtzeitig an, um noch ein Mittagessen serviert zu bekommen. Die Orechiette an einer feinen Tomatensugo waren genau was wir neben viel kühlem Wasser jetzt brauchten.



Und dann passierte was so oft passiert: „Ist ja nicht mehr so weit“ sagt der Kopf und dann wir jede Steigung zur Qual. Es ging nochmals richtig hoch, da die Hauptstrasse durch eine Tunnel führte und die Radfahrer den Hügel befahren dürfen. Dafür hatten wir definitiv die bessere Aussicht.



Als dann ein lang anhaltendes Donnergrollen zu hören war wussten wir, die Atmosphäre ist geladen. Also kräftig in die Pedalen getreten und den Ziel entgegen gestrampelt.
Wir waren happy abseits der Hauptstrasse einen frisch geteerten Weg gefunden zu haben.

Leider leitete uns Komot hier in eine Sackgasse und es kanem wieder einige Höhenmeter und ein Umweg dazu.
Kurz nach Vier Uhr erreichten wir endlich müde unsere B&B für diese Nacht. Ein sehr freundlicher Vermieter empfangt uns in seinem B&B. Sein Haus ist wirklich sehr schön ausgebaut.

Für uns schon fast ein bisschen zu edel, aber wir genossen die „Regenwalddusche“ nach dieser anstrengenden und doch so schönen Etappe.

Hier ein paar Bilder aus Manfredonia.








Morgen geht es dann wieder flache 70 km weiter nach Trani.
Wow, was war das für eine Etappe! Und du hast sie wunderschön gemacht! Es macht uns Spaß, deine Erlebnisse zu lesen, zu sehen und zu spüren, die du so gut beschrieben hast! Du lässt die Geschichte für uns erst so richtig lebendig werden! Wir würden diese Art des Radfahrens gerne noch einmal machen!