2 Tage in Malta und 10. Etappe Valletta – Siracusa, 08. – 10.05.2024 + Heimreise

Distanz: 86 km, Total 540 km

Etappe ab Pozzallo auf Komoot

Die letzten beiden Tage habe ich mit dem ÖV und zu Fuss ein paar Sehenswürdigkeiten in Malta erkundigt. Das Wetter war leider wie angekündigt regnerisch und da die Strassenentwässerung hier nicht auf solche Ereignisse ausgelegt ist, gab es nasse Füsse.

Hier kommt niemand trocken über die Strasse.

Am ersten der beiden Tage schaute ich mich etwas in Valletta um. Trotz des garstigen Wetters waren Touristenmassen unterwegs, und ich mitten drin. Wobei ich darauf verzichtete mich in mehr als 100 Meter langen Menschenschlangen anzustellen um einen Blick in den Dom zu erhaschen.

Ein paar Bilder aus Valletta
Das Wasser läuft an den tiefsten Punkt und die Strassenbeläge sind nass sehr rutschig.
Auch im Regen stehen alle in der Schlange.

Am zweiten Tag machte ich mich dann mit dem Bussystem vertraut, mit dem man die verschiedensten Orte der Insel gut erreichen kann. Eigentlich ist das System für Touristen undurchschaubar, aber mit der App „Tallinja“ aus dem App-Store wird die ganze Sache sehr einfach. Einfach das GPS einschalten und einen Zielpunkt sowie bei Bedarf eine später Abfahrtszeit auf der Karte wählen und schon zeigt die App die passende Verbindungen inkl. Fusswege beim Umsteigen an. Unterwegs seht ihr auf der App immer, wo sich euer Buss gerade befindet und wieviele Stationen es noch geht, bis ihr aussteigen müsst. Super einfach und gut gemacht: BRAVO!! Wer den ÖV in Malta nutzen will, dem empfehle ich auch eine „Tallinja Flexcard“ zu kaufen.

Der Schlüssel zum einfachen öV. Ansonsten sind pro Fahrt beim Fahrer exakt 2.50 Euro abzugeben. Kein Wechselgeld.

Ich habe diese an einem Automaten in der Nähe der Fähranlegestelle mit der EC Karte für 6 Euro bezogen. Solche Automaten gibt es wohl an allen grösseren ÖV Haltestellen. Auf der Karte hat man dann auch schon ein Startguthaben von 6 Euro. Bei Bedarf kann die Karte über die App einfach mit der Kreditkarte auf den gewünschten Betrag aufladen. Beim Einsteigen in den Buss hält man die Karte an ein Gerät beim Fahrer, (immer vorne einsteigen) und der Fahrpreis wird abgebucht. Auf der App ist jederzeit das aktuelle Guthaben ersichtlich. Für eine 90 minütige Fahrt von meiner Unterkunft an die Südostküste nach Marsaxlokk wurde mir pro Weg 2 Euro abgezogen.

Hier ein paar Bilder inkl. kleiner Bootstour bei Marsaxlokk . Ja es hat geregnet als ich auf dem Schiff war 😉.

Dann war es am Freitag aber an der Zeit die Heimreise anzutreten. Am Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn die Fähre fuhr um 07.30h und man muss spätestens 60 Min. Vor Abfahrt am Hafen sein.

Also eine kurze Fahrt an den Hafen und schon bald war ich im Schiff. Der Mann der mich ins Autodeck begleitete erkannte mich von der Hinfahrt wieder und er erklärte, dass ich beim Aussteigen in Pozzallo bei einer grossen Frau meinen Pfefferspray bekommen würde. Ich fragte ob es hier keinen Sicherheitscheck geben würde und ich das Messer abgeben müsste. „Nein, das machen wir nicht“ sagte er, „dass tun nur die Italiener“. Soll das verstehen wer will, ich bin auf jeden Fall ohne Kontrolle und mit meinem Sackmesser an Bord gekommen und habe nach einem Cappuccino und einer Brioche noch etwas vor mich hingedöst.

Bereit zum Auslaufen
An grossen Kähnen vorbei ging es aus dem Hafen.
Im Hintergrund die gesichtslosen Neubauten nördlich von Valletta.
Das Schwesterschiff ist in entgegengesetzter Richtung unterwegs.

In Pozzallo musste ich wieder warten bis kein Fahrzeug mehr in der Garage war, bevor ich mein Rad abholen konnte. Beim Ausgang gab es dann von „der sehr grossen Frau“ auch den Pfefferspray zurück und nachdem ich mir in der Bäckerei noch ein grosses Pannini machen lies, war ich bereit für die kommenden 82 km nach Siracusa.

Am Anfang war es etwas schwierig mit meiner Route, denn immer wieder stand auf dem geplanten Weg eine Tafel die die Strasse als privat oder nur für Anwohner erlaubte. In dieser ländlichen Gegend wollte ich es nicht darauf ankommen lassen, ob da allenfalls grosse Hunde das Einhalten der Vorschriften überprüften.

Also kam es zu einigen Umwegen wie ihr auf der Routenaufzeichung bei Komoot sehen könnt. Trotzdem fand ich gute Alternativen und konnte fast die ganze Strecke auf ruhigen Nebenstrassen fahren.

Unterwegs über Land.

Ich kam trotz teilweise böigem Gegenwind gut voran. In dieser Gegend war ich ja schon auf den Etappen 7 + 8 unterwegs. Ich wählte einfach einen direkteren Weg und genoss es genauso wie auf der Hinfahrt, denn die Gegend und die Nebenstrassen hier sind einfach traumhaft.

Nochmals eine wunderschöne Fahrt
Zeitweise fuhr ich durch Zironenduft. Wirklich wahr. Wie wenn jemand vor mir dauernd sehr leichten und angenehmen Zitrusduft versprühen würde.
Auf den Hügel immer wieder kleine Städtchen.
Und immer der Landstraße entlang.
Ob ich hier etwas falsch verstehe?

Ich war richtig froh nach zwei Tagen Pause mit Black Beauty nochmals über die „Prärie“ reiten zu können. Am Strand von Fontana Bianca legte ich eine Pause ein. Diesmal jedoch ohne zu schwimmen. Dafür reichte die Zeit dann doch nicht.

Aber es blieb Zeit für Fotoexperimente.

Kurz nach 16h kam ich bei der gebuchten Unterkunft in Siracusa, genauer auf der Insel Ortigia, an und nach einer erfrischenden Dusche genoss ich noch einmal das schöne Flair dieser wunderbaren Stadt.

Lanzeitbelichtung mit Wellen in Ortigia
Abendstimmung am Domplatz in Ortigia
Auch das Essen, sehr lecker hier.

Auch hierher kommen natürlich viele Touristen, aber alles wirkt irgendwie entspannter. Es wird auf der Strasse getanzt, gesungen und überall in den Gassen wird an diesem lauen Frühlingsabend gegessen.

Diese Stadt hat es mir angetan. Ich werde mit Barbara hoffentlich bald wieder kommen!

Am nächsten Morgen hatte ich noch Zeit um einen letzten Stadtrundgang und einige Fotos in Siracusa zu machen.

Als ich gegen 13h am Bahnhof ankam, stand der Zug schon am Perron. Ich packte ich mein Velo zusammen und verstaute das ganze Gepäck in meinem Abteil und deckte mich noch mit etwas Proviant ein und reiste entspannt mit Ausblick auf das Meer jener Küste entlang, wo ich vor einer guten Woche Richtung Süden geradelt war.

Bereit für die lange Heimreise

Ich unterhielt mich mit meinen Abteilnachbarn, einem jungen Paar aus Deutschland, über Sizilien, das Reisen allgemein und die Welt.

So ging die Zeit vorbei und schon bald waren wir in Messina, wo der Zug auf die Fähre verladen wurde. Auf dem Schiff kann man jeweils an Deck gehen und ich verabschiedete mich von der Insel. Grazie Sizilien, es war wunderschön!

Mit dem Zug auf die Fähre erspart mühsames Umsteigen

Wichtig ist alle Gelegenheiten zu nutzen, um den Essen- und Getränkevorrat aufzustocken, denn im Zug kann man nichts kaufen. Gute Gelegenheiten gibt es auf der Fähre oder dann noch in Villa San Giovanni, wo der Zug in der Regel 20 -30 Minuten Aufenthalt hat. Also noch schnell ein Sandwich, kühle Getränke und ein Gelato besorgen. Gut ausgerüstet fuhr ich entspannt in die Nacht und genoss den schönen Sonnenuntergang.

Wenn die Sonne aufgeht bin ich schon fast in Mailand.


Am Morgen kamen wir pünktlich in Mailand an. Aus Sicherheitsgründen hatte ich beim Buchen eine längere Aufenthaltszeit in Mailand eingeplant, man weiss ja nie. Dann mit dem EC weiter nach Zürich und schon war die Reise Geschichte.

Alles wieder zusammengebaut und bereit für die nächste Zugetappe nach Zürich.

Fazit: Vieles hat mich auf dieser Reise positiv überrascht. Zuerst „Black Beauty“, das mich pannen- und unfallfrei auf der Reise begleitet hatte. Ich war manchmal froh, auf diesem agilen und klettertauglichen Velo unterwegs zu sein. Das ergonomische, etwas aufrechte Setup ermöglichte es mir ohne grosse Verspätungen im Nacken auch mal längere Etappen zu fahren. Nur den bequemen Sitz des Liegerads hätte sich mein Hinterteil ab und zu gewünscht.
Die Landschaft und die Städte waren einfach wunderschön und diese Gegend werde ich gerne bald wieder besuchen. Die Strecke Catania – Siracusa würde ich mit dem Zug zurücklegen und mir die Zeit für schönere Abschnitte südlich von Siracusa aufsparen.

Auch die Überfahrt nach Malta hat sich gelohnt, wobei man in Malta wohl nicht die besten Velo Routen findet und die Insel gut mit dem öV entdeckt werden kann.
Alles in allem eine wunderbare Frühjahrsreise, die ich im Wiederholungsfall allenfalls im September planen würde, da dann das Meer bedeutend wärmer ist und schöne Strände gibt es hier ja genug.

Schön habt ihr mich mit dem Blog begleitet, bis zum nächsten mal!

   

2 Kommentare

  1. Wie viel Spaß es gemacht hat, dich auf dieser Reise zu begleiten, Freddy! Es war eine tolle und inspirierende Fahrt! Nochmals vielen Dank für die wunderbaren Fotos und deine hervorragenden, unterhaltsamen Beschreibungen!

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