Es ist mal wieder soweit. Die Sonne wärmt am Tag wieder mehr als im kalten Winter und wenn der Frühling seine ersten Verboten im Garten spriessen lässt ist das ein untrügliches Zeichen, das es Zeit wird die Fahrräder wieder startklar zu machen. In den letzten Tagen haben wir also unsere Lieger wieder aus dem Winterschlaf geweckt und für eine neue Reise vorbereitet.
Die Anreise im Eurocity Zürich – Mailand verlief wie geplant und dank reservierter Veloplätze, erübrigte sich auch das Einpacken der Lieger. In Mailand hatte ich Hunger und noch Zeit um Proviant einzukaufen. Immerhin dauert die Fahrt bis Palermo sagenhafte 21 Stunden. Da es ausser auf der Fähre zwischen Villa S. Giovanni und Messina keine Möglichkeit gibt etwas zu kaufen, ist ein guter Vorrat für ein positives Reiseerlebniss von essentieller Bedeutung.


Nun sitzen wir, nach einer für Schlafwagenverhältnise recht ruhigen Nacht, in unseren Schlafwagenabteilen und fahren der Küste Kalabriens entlang. Dieser erste Blick am Morgen aus dem Zug ist für mich, auch nach so vielen Nachtreisen, noch immer ein besonderes Erlebniss.

Die Landschaft ist in ein schönes, pastellfarbenes Licht getaucht und immer wieder öffnet sich ein Blick auf’s Meer. Noch sind die Strände leer, da die Wassertemperatur zurzeit nicht zum Baden einlädt, aber das ist für uns ja auch nicht der Grund der Reise.




Die Fahrt verläuft ziemlich nach Fahrplan, was auch bedeutet, am einen oder anderen Bahnhof etwas länger stehen zu bleiben. Meist gibt es dabei etwas zu beobachten.

Wie immer ist das Verladen des Zugs bei Villa San Giovanni auf die Fähre ein Erlebnis.


Übrigens war die Bar auf der Fähre heute geschlossen. Normalerweise einer der wenigen Orte, wo man sich auf dieser Fahrt verpflegen kann. Gut hatten wir genügend Esswaren und Wasser dabei.
Entlang der Nordküste geht es anschliessend nur noch schleppend vorwärts. Irgendwie müssen die 3.5 Stunden ja verstreichen, die der Zug für die nur 250km lange Strecke braucht.


Trotz zwischenzeitlicher Verspätung fährt der Zug um 16.59 Uhr pünktlich in Palermo ein. 26 Stunden zuvor sind wir im Bahnhof „Winterhur Grüze“ gestartet, zweimal umgestiegen und nun endlich hier. Wir hoffen, dass wir für die lange Anreise mit gutem Radlerwetter belohnt werden.

Nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt haben wir ein einfaches, aber zweckmässiges Hotelzimmer gebucht, dass in einem alten Pallazzo eingerichtet ist.


Nach einer erfrischenden Dusche geht es noch raus zum Abendessen, den Morgen brauchen wir ja etwas Energie. Wir tauchen ein in Gassen, die uns zumindest in gewissen Abschnitten dem Geruch nach eher an Nordafrika als an Italien erinnern.



Morgen startet dann unsere Tour in neun Etappen der West- und Südküste entlang nach Pozzallo. Dort werden wir die Pferdchen für ein paar Tage einstellen und für sechs Tage mit der Fähre nach Malta übersetzen.
Zum Abschluss geht es dann von Pozzallo in zwei weiteren Etappen nach Sirracusa, von wo aus wir wieder im direkten Schlafwagen zurück nach Mailand reisen.
Wir sind gespannt was diese Reise für schöne, überraschende, aber sicher auch mühsame, anstrengende Erlebnisse bereit hält.
Let’s go! 😀