Heute machten wir uns wiederum früh auf den Weg. So war es in Lesina noch recht ruhig als wir aus der kleinen Ortschaft radelten.

Schon bald bogen wir auf eine Nebenstrasse ab, die durch eine grossen landwirtschaftlich genutzte Fläche führte. Das Morgenlicht tauche die Landschaft in zauberhafte Farben.




Überall auf den Feldern bereiteten sich die Erntearbeiter mit ihrem Maschinenpark auf den nächsten, anstrengenden Tag vor.

Ab und zu überholten uns grosse Lastwagen, beladen mit riesigen Kunststoffboxen, um die Tomaten Ernte in die Fabriken zur Weiterverarbeitung zu bringen.


Die Strasse war aber nur wenig befahren, so dass wir den Schlaglöchern und in einem Fall sogar einem Berg Tomaten gut ausweichen konnten.

Bei einem alten Festungsturm bei Torre Mileto machten wir nach 28 km einen ersten Halt um uns zu verpflegen. Wir waren nicht lange alleine dort und ein scheuer, wilder Hund näherte sich uns ganz vorsichtig. Natürlich konnten wir seinem bettelnden Blick nicht wiederstehen und für einmal hatte es doch auch sein Gutes, dass hier jemand achtlos einen Plastikteller liegen lies. Dieser war nun ein prima Wassernapf für den Hund und an der Pizza von gestern hatte er auch seine Freude.


Weiter ging es auf einem schmalen Landstreifen zwischen Meer und dem Lago di Varano ins Retortenstädchen „Lido der Sole“. Der Ort scheint schon etwas in die Jahre gekommen zu sein. Er besteht aus einer halbkreisförmigen Ansammlung von gesichtslosen Apartementhäusern. Im Parterre meist Geschäfte mit Strandartikeln, Esswaren und Restaurants. Hier wurde wohl einmal ganz gross geträumt, aber irgendwie hat das ganze keinen Scharm. Trotzdem scheint es genug Leute zu geben, die an einem solchen Ort ihren Urlaub verbringen wollen, wir gehören nicht dazu.



Nach einem kurzen Stop um die Getränke aufzufüllen, verliessen wir den Ort und erreichten bald das alte Städtchen Rodi Garganico. Dies war mit einem ersten steilen Anstieg verbunden und so wurde die Betriebstemperatur weiter erhöht.


Weiter ging es zwischen Meer und Eisenbahnlinie auf einer gut befahrenen Strasse unserem Ziel entgegen. Gerne hätten wir heute auch etwas Radwege gehabt, aber dieses Guthaben scheinen wir auf dieser Tour nun definitiv aufgebraucht zu haben.




So radelten wir selbstbewusst und mit blinkenden Lichtern soweit von der Mauer entfernt, das jedem klar sein musste, überholen geht nur ohne Gegenverkehr. Die 320 Höhenmeter die wir heute zu leisten hatten, waren alle auf den letzten Kilometern zu erklimmen. Es waren oft ruppige Anstiege aber zum Glück oft in Schatten spendenden Wäldern.

Trotzdem waren wir froh, dass genau um diese Zeit eine dunkle Wolke der Sonne etwas Kraft und Hitze raubte. Nach einer rasanten Abfahrt mit spektakulären Ausblicken von der schönen Küstenstrasse waren schon um halb zwei Uhr am Ziel und konnten unser Zimmer beziehen.


Eine Familie vermietet hier direkt am Strand drei kleine Apartments und bewohnt das vierte selber. Sehr sympathisch und ein Glücksgriff, denn diese Lage ist ja unbezahlbar.


Also blieb genug Zeit noch etwas den Strand und das warme Wasser zu geniessen und den Abend werden wir in der Altstadt verbringen.

Morgen gibt es dann eine Minietappe nach Vieste, wo wir 25 jährige Ferienerinnerungen auffrischen wollen.
Wir sind gespannt, was die Zeit und die Erinnerung aus Viste gemacht hat.
Übrigens der Sattelwechsel von Barbara scheint Wirkung zu zeigen 😀
