Etappe 56 km
Heute startete also meine Frühlingsreise 2024. Leider solo und ohne Barbara, aber sie konnte sich diese Tage nicht frei nehmen und die Ferien sind schon für später verplant.
Dann gibt es noch eine Neuigkeit, denn diese Tour fahre ich nicht mit meinem Liegerad, sondern gönne meinem 23 Jahre alten Mountainbike einmal eine Auslandsreise. Lange stand es verstaubt und ungeachtet in der Garage herum und wäre fast im Alteisen gelandet. Dann hatte ich doch etwas Mitleid und fand, die Grundstruktur dieses Rades hat mir ja immer gefallen. Warum nicht aufmöbeln und dabei etwas für den Fahrrad Unterhalt lernen? So bekam es die letzten Wochen eine Generalüberholung und ist nun wieder fast wie neu. Mit den 26 Zoll Rädern und dem relativ kleinen Rahmen passt es sogar mit demontierten Rädern und abgeschraubten Lenker in unsere verkleinerten Transbag-Taschen, die wir sonst für die gefalteten Lieger verwenden. Somit war klar, das Velo kommt mit in den Schlafwagen.


Gestern ging es los. Von Zürich nach Mailand und dann mit dem Nachtzug nach Lamezia-Terme, wo ich heute mit einer Stunde verspätung ankam.
Auf dem Bahnsteig baute ich mein Rad wieder zusammen und musste aufpassen, dass die starken Windböen mit nichts davon bliesen.


Heute war Sonntag und so war recht wenig Verkehr und vor allem kaum Lastwagen unterwegs. Das war gut so, den der starke und böige Wind zerrte manchmal so am Rad, dass es gar nicht immer einfach war die Spur zu halten.




Die ersten paar Kilometer blies der Wind gerade von vorne. Knapp 11 km brachte ich auf den Tacho, dass kann ja heiter werden! Ein Blick auf die Route zeigte, dass ich bald die Richtung wechseln würde, was windtechnisch ein Vorteil war, dazu wurde es gebirgiger und diese Hügel hielten den Wind, der aus Süden kam, etwas ab. Manchmal konnte ich sogar Rückenwind geniessen und entspannt mit 28km/h dahin rollen. So kam ich gut voran. In Pizzo machte ich eine Pause und schaute mich etwas in der Altstadt um. Natürlich musste ich die lokale Spezialität, ein Tartuffo, probieren. Es hat hervorragend geschmeckt.





Es ging weiter immer etwas erhöht und in einem stetigen Auf und Ab, aber nie zu steil, der Küste entlang. Die Strasse war nicht immer im besten Zustand, doch es gelang mir den grössten Schlaglöchern auszuweichen. Zu sehr wollte ich mein altes Rad ja auch nicht strapazieren. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Mit 25 Grad einfach traumhaftes Radlerwetter. Dazu immer wieder Ausblicke auf das türkisfarbene Meer. Was will man mehr?


Schon um 3 Uhr war ich am Etappen Ziel und konnte den schönen Garten im B+B geniessen.

Dann noch ein kleiner Rundgang in Tropea, wobei ich überrascht war, wie voll es um diese Jahreszeit schon war. Mehrheitlich italienische Touristen, die vor dem Ansturm der internationalen Gäste den Ort noch einmal „unter sich“ geniessen wollten.






Ein perfekter Start, ich freue mich schon auf die weiteren Etappen.
